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Test: Hagstrom Deluxe-F ASB

26.07.2007
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Der Name Hagstrom hat in Schweden eine recht lange und erfolgreiche Tradition im Musikinstrumentenbau. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde diese Tradition zunächst durch die Fertigung und den Verkauf von Akkordeons begründet und zwischen 1958 und 1982 vor allem durch international erfolgreiche E-Gitarrenmodelle weitergeführt. Keine geringeren als Elvis Presley, Jimmy Hendrix, Noel Redding, Frank Zappa, David Bowie, Larry Coryell und Börn Ulvaeus (ABBA) spielten seinerzeit Hagstromgitarren.
Anfang der 80er Jahre ging es Hagstrom wie anderen europäischen Herstellern. Dem asiatischen Konkurrenz- und Preisdruck konnte einfach nichts mehr entgegengesetzt werden. Der Name verschwand vom Markt. Nach über 20 Jahren wurde er schließlich, flankiert von umfangreicher Werbung, international reaktiviert. Modernisierte Neuauflagen, wie die Les Paul ähnlichen Modelle Swede und Super Swede oder Neuschöpfungen wie die hier getestete Deluxe-F ASB, gehören zur aktuellen “Vintage World Series“-Produktlinie. Alle angebotenen Instrumente werden nach schwedischen Vorgaben kostengünstig in China gefertigt. Die verwendeten Hölzer stammen aus Kanada und Südamerika, die Hardware aus den USA und die Pickups aus koreanischer Fertigung.


-- D2F Front --

Konstruktion

Korpus und Hals:
Die Deluxe-F ASB ist eine halbakustische Les Paul-Variante, die in einigen Konstruktions- und Ausstattungsdetails jedoch ihre ganz eigenen Wege geht. Bei der Holzauswahl ist sie ihrem scheinbaren Vorbild noch am ähnlichsten. Für den Korpus wurde sehr gleichmäßig gewachsenes Mahagoni aus zwei Stücken zusammengefügt und mit einer massiven, ca. 1cm dicken, Ahorndecke kombiniert, der zur optischen Veredelung ein wunderschönes Riegelahornfurnier in Amber-Sunburst-Finish aufgeleimt wurde. In der oberen Hälfte befindet sich ein F-Loch als Zugang zu einer Resonanzkammer, durch das auch das massive Deckenholz mit dem aufgeleimten Furnier gut zu erkennen ist. Der Deckenrand ist mit einem sehr sauber ausgeführten einlagigen cream-farbenen binding eingefasst. Schön wäre es gewesen, wenn auch das F-Loch ebenfalls eine solche Einfassung erhalten hätte. Vergleicht man übrigens die Farbe der getesteten Gitarre mit den Abbildungen auf der Internetseite des Herstellers, könnte man meinen, dass es sich um ein Cherrie-Sunburst-Modell handelt. Klarheit brachte die Antwort auf meine Nachfrage diesbezüglich beim deutschen Vertieb:

„In der Tat aber stellen wir fest, dass die Farben der in den letzten Wochen gelieferten Instrumente etwas "intensiver" geworden sind, im Gegensatz zu den ursprünglichen Burst-Finishes. Das betrifft fast alle Bursts - so ist entsprechend auch das Cherry Burst noch dunkler geworden. Ist natürlich immer Geschmackssache - manche freuen sich darüber, andere bevorzugen gerade die etwas blassen Bursts der ersten Instrumente.
Wir hoffen natürlich, dass das Finish gefällt, denn diese etwas intensivere Art der Bursts wird wohl aktuell bleiben.“


-- D2F Korpus --

Sei es drum, die Polyester-Lackierung ist jedenfalls absolut fehlerfrei ausgeführt worden und verleiht dem Instrument ein hochwertiges Äußeres.

Der mit dem Korpus auf Höhe des 17. Bundes verleimte Hals besteht ebenfalls aus Mahagoni und hat ein schön griffiges D-Profil. Geradezu luxuriös verziert ist die schwarz lackierte Kopfplatte. So zeigt sie den Hagstrom-Schriftzug und eine stilisierte Lilie, umrandet mit einer doppelstreifigen Einfassung aus herrlich schillerndem Perloid. Die Einlegearbeiten sind von exquisiter Qualität und zeigen, was durch moderne CNC-gestützte Holzbearbeitung, bei in Großserie gefertigten Gitarren, heute machbar ist.


-- D2F Kopfplatte --

Das Griffbrett des Halses besteht aus einem Holzverbundwerkstoff, dass vom Hersteller Resinator Wood genannt wird. Es wird aus mehrschichtigen, unter Vakuum gegeneinander verleimten Holzblättern gefertigt. Resinator Wood ist laut Angabe von Hagstrom homogener, stabiler und verwindungssteifer als irgendein anderes Standardholzprodukt. Optisch erweckt es den Eindruck von hochwertigem Ebenholz. Zur Orientierung sind in das Griffbrett runde, hornfarbene Markierungspunke an den gewohnten Bundpositionen 3579121517 - 19 - 21 eingelassen. Die Griffbrettkanten werden durch ein perfekt ausgeführtes Kunststoffbinding abgeschlossen. Von oben sichtbar, sind zusätzlich kleine schwarze Dots zur Orientierung eingelassen. Die gesamte Holzkonstruktion macht einen absolut professionellen Eindruck; hier können auch bei penibelster Betrachtung aller äußeren Details, beim besten Willen, keine Verarbeitungsfehler gefunden werden.

Die verwendete Hardware im Chromfinish macht einen ebenso wertigen Eindruck. Die geschlossenen, dauergeschmierten Mechaniken werden speziell für Hagstrom gefertigt und ermöglichen mit ihren griffigen Flügeln, bei einer Übersetzung von 18:1, in Kombination mit einem Graphitsattel, exaktes klemmfreies und stabiles Stimmen.

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  • Nabonid, 26.07.2007 - 12:02 Uhr:
    Endlich mal wieder ein Gitarrentest, der diesen Namen auch verdient! Einzige Verbesserungsvorschläge: Die Samples bitte ohne Effekte einspielen, Hals- und Stegpickup getrennt (jeweils clean und verzerrt - das ist aussagekräftiger als Stilrichtungen) und Angabe des verwendeten Verstärkers.

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