
Music Studio 8
Mobiles Recording kommt mehr und mehr in aller Munde. Musste man in den 70ern noch den Stones Mobile Recording Track heuern, um eine mobile 24-Spur Aufnahme in Studioqualität unter Livebedingungen zu 'fahren', gibt es in letzter Zeit immer mehr Lö sungen, um auch unabhängig der vier Studiowände Events einzufangen.
Professionelle Lösungen gibt es schon seit einiger Zeit, wie z.B. die Tascam oder Fostex Harddiskrecorder, die kompromisslos mit 24Bit/96kHz aufnehmen. Diese sind allerdings für die normale Band weniger erschwinglich, liegen die Preise hier doch bei 1,5 bis 2,5 Tausend Euro.
Möchte man dann noch etwa eingebaute Vorverstärker und Drum- und Rhythmustracks und Effekte, ist man auf Kombinationen von Geräten angewiesen.
Für die ambitionierte Aufnahme mit bis zu 8 Spuren gleichzeitig bietet Zoom das HD16 an. Dieses kompakte Gerät ist nicht nur ein Harddiskrecorder mit 8 Mikrofonvorversärkern und 2 Hi-Z (hoch impendanten) Instrumenteneingängen, sondern alles in allem ein komplettes Ministudio, auf dem man von der Aufnahme bis zur fertigen Audio-CD alles erledigen kann. Und das alles für unter 800 Euro.
Das HD16 wohnt in einem robusten Gehäuse aus Metall. Die Regler sind als 66mm Fader ohne Motor ausgeführt und gleiten angenehm geschmeidig. Die Gainpotis sind etwas klein, aber vermitteln eine gute Kontrolle über den Reglerbereich. Die beleuchteten Taster haben einen klaren Druckpunkt und sind aus Hartplastik. Die anderen Taster sind aus etwas härterem Gummi und doch ein wenig wacklig, aber nicht schlecht. Wichtig sind die 9 Pads oben rechts, denn hier spielt man auch seine Drumpatterns ein. Hier ist es schon ein wenig schwierig, gefühlvoll die acht möglichen Dynamikstufen zu erreichen, jedoch kann man die Sensitivität einstellen. Die Rasterpotis sowie der Jog Dial ist nicht gerade flüssig aber macht deutlich 'Klick' und man weiß, wo man ist. Die Front vor den Pegelanzeigen ist mit Hardplexi geschützt und dahinter befindet sich auch das (nur) zweizeilige Display.
Das Gerät ist ein Mittelgewicht und insgesamt gut verarbeitet. Ob es jedoch einen Sturz aus einem Meter Höhe überstehen würde, mag ich bezweifeln... aber das gilt für ein Tascam Gerät wohl genau so.
Die rückwärtigen Anschlüsse beschränken sich auf MIDI in/out, Optical Out, Control In (für ein Expression Pedal), USB sowie den Anschluss für das externe Netzteil.
Auf der Oberseite gibt es 8 XLR/Klinke Kombibuchsen, alle mit optionaler Phantomspeisung. Eingang 1 und 2 bieten zusätzlich noch eine Hi-Z Schaltung, um den Eingang an hochohmige Geräte wie Gitarren und Bässe anzuschließen. Rechts neben den XLR Eingängen befindet sich der einzige analoge Line Ausgang als Cinch Stereopaar. Es gibt dankenswerterweise 2 Kopfhörerausgänge, deren Monitoring sich einzeln einstellen lässt. Schade jedoch, dass diese auf der Oberfläche und nicht vorne am Gerät untergebracht sind, so stört das Kopfhörerkabel ein wenig, wenn es denn über der Bedienoberfläche hängt.
Das Zoom HD16 bietet zusammengefasst folgende Features:
Es stehen also eine komplette Rhythmussektion mit Schlagzeug- und Bass-Spuren zur Verfügung. Im Gerät selber sind über 500 Patterns untergebracht. Man kann auch neue Pattern über eine externe MIDI Quelle eingeben, und dann diese und die vorhandenen über die MIDI Schnittstelle auch auf anderen MIDI Geräten ausgeben. Interessant ist vor allem die Möglichkeit, für die Drum Sounds eigene Samples zu verwenden. Die mitgelieferten Drum- und Bass-Sounds sind allesamt eher gediegene Hausmannskost. Auch ist es möglich, ganze Loops abzuspielen, dazu später mehr.
Nun, um eine Aufnahme zu starten braucht man zu Anfang wirklich nicht länger als 5 Minuten. Aufnahme Modus wählen (Multitrack), Tracks scharf schalten, Gain auspegeln und ab dafür. Der Headroom erlaubt auch kleine Ausbüchser über die Übersteuerungsanzeige, ohne dass gleich digitale Verzerrungen entstehen.
Auch die Auswahl der grundlegenden Trackeffekte geschieht völlig intuitiv und selbsterklärend.
Kommentar erstellen Kommentare