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Über den Autor

Ironfinger

Axel Ritt Axel Ritt studierte Musik und Architektur in Dortmund und arbeitet seit nunmehr 25 Jahren als professioneller Musiker und Tonmeister.

Des weiteren ist er Geschäftsführer in zwei Musikproduktionsfirmen, führt einen eigenen Musikverlag, betreibt ein Label, ist das Mastermind bei der deutschen Symphonic-Melodic-Metal Institution DOMAIN und Gitarrist der Metal Legende GRAVE DIGGER.

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Test: Zoom H4N

27.07.2009
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So kann man sich irren. Als vor einigen Jahren der Trend zum Handheld- oder auch Handy-Recorder einsetzte, war ich mir ziemlich sicher, dass der Markt überschaubar bleiben würde und nur wenige Produkte eine vergleichsweise übersichtliche Auswahl generieren würden. Wenngleich sich mir persönlich das Konzept schnell erschloss, konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Kombination aus verschiedenen Aufnahmetechniken eine große Anzahl von Freunden finden würde. Die mittlerweile große Auswahl an Produkten und die ständige Weiterentwicklung bereits vorhandener Artikel sollte mich jedoch Lügen strafen.

Ich kann mir nicht helfen, sobald ich ein Gerät der oben genannten Produktreihe in die Hände bekomme, muss ich immer unweigerlich an ein Schweizer Armeemesser denken, ihr wisst was ich meine, 30 Werkzeuge nebst Zahnstocher etc. Wie dem auch sei, auch wenn besagte Produkte als reguläre Mehrspurmaschinen genutzt werden können, so machen doch vor allem die  Live-Aufnahmequalitäten Sinn.

Kleiner Tipp am Rande. In Zeiten der mangelhaften Home-Recording-Schlafzimmerproduktionen lockt man mit der überwiegenden Zahl von „Gewollt-Aber-Nicht-Gekonnt“ Demos keinen A&R-Manager mehr hinter dem Ofen hervor, vorausgesetzt er hat überhaupt das Budget, eine neue Band zu verpflichten und bleibt lange genug auf seinem Posten, um sich zumindest den Namen der Band zu merken. Eine perfekt eingespielte Band mit eigener Stilistik kann mittels einer einfachen Proberaum-Stereo-Aufnahme oder einem ambitionierten Live-Mitschnitt, wie man ihn zeitnah mit einem Handy-Rekorder umsetzen kann, einen Entscheidungsträger der Industrie wesentlich besser davon überzeugen in eine Band zu investieren, als mit standarisiert zusammen geklebten Soundfiles am heimischen PC.

Allein ich bekomme mind. 4-5 Demos pro Woche, die sich nahezu alle gleich anhören, alle einen bereits vorhandenen Stil kopieren und alle versuchen, mittels überzogenem Preset-Mastering „teuer“ zu klingen, was zu 99% in die Hose geht und einen Produzenten/Label eher verprellt als seine Neugier zu wecken.

Oder aber das (eigene!) Konzert einfach mitschneiden und unmittelbar nach der Show am Merchandise-Stand auf USB Stick ziehen und für kleines Geld verkaufen. Rau, dreckig, ungeschliffen, persönlich, das hat was und bessert die Bandkasse auf! Think about it ...

 


Konstruktion

Bei dem H4N handelt es sich um einen 4-spurigen Digitalrecorder, der verschiedene Klangquellen verarbeiten und zudem bei Bedarf als Audio-Interface fungieren kann. Das Gerät hat die Abmessungen von 70 mm x 35 mm x 157 mm und ein Gewicht von gerade einmal 250 Gramm. Sehr handlich! Gefertigt aus schlagfestem und recht griffigem Kunststoff beziehungsweise einigen wenigen Metallapplikationen, macht das Produkt den Eindruck einer lang anhaltenden Verfügbarkeit und sorgt zudem für eine leichte Unterdrückung des Körperschalls.

Optisch fallen natürlich primär die beiden schräg angeordneten Kondensator-Mikrofone zwecks Live-Mitschnitt ins Auge, die sich in XY-Stereo-Technik auf 90 Grad, respektive 120 Grad Aufnahmewinkel einstellen lassen. Neben der Nutzung der eingebauten Mikrofone verfügt der H4N auch über die Möglichkeit, Instrumente oder externe Mikrofonquellen über die XLR/Klinke-Kombinationsbuchsen aufzunehmen.

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Klangbeispiele

Bewertung

Bewertung: 4 von 5
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  • Benutzerbild von mdopp
    mdopp, 30.12.2009 - 22:36 Uhr:
    Ich hab' mir den H4n kürzlich zugelegt und - nur so aus Interesse - mal bezüglich Rauschniveau und Verzerrungen mit seinem Vorgänger und einem Edirol R-4 Field Recorder verglichen.
    Dabei bin ich auf einen ziemlich heftigen Faux Pas gestossen. Der Zoom produziert massenweise Obertöne, wenn er ein Signal auf die unsymmetrischen Eingänge bekommt. Das gilt gleichermaßen für die 6,5 mm Klinken in den XLR-Buchsen, wie auch für die rückseitige 3,5 mm Klinke. Außerdem sind diese Eingänge viel zu empfindlich für Line-Signale. Für Mitschnitte vom Mixer oder Überspielen von Band/DAT/CD/... ist das Gerät komplett unbrauchbar.
    Das Rauschen der Mikros und Preamps ist auch eher Mittelmaß. Es gibt ziemlich unschöne Artefakte (allerdings weniger als beim Vorgänger).
    Dafür klingt das eingebaute Mikro wirklich gut (besser als bei vielen anderen Geräten der ähnlichen Preisklasse) und die XLR-Eingänge sind wohl auch ok.
    Ich war jedenfalls so enttäuscht, dass ich das Gerät wieder abstoßen werde und mir schon einen Sony PCM-D50 geholt habe. Deutlich teurer, aber auch um Klassen besser.
    Wen die Details interessieren - hier hab' ich's mal aufgeschrieben: http://www.martin-doppelbauer.de/fieldrecorder
  • Benutzerbild von principal
    principal, 15.08.2009 - 17:13 Uhr:
    Was 4-Spur-Modus betrifft, ist der eher bedingt brauchbar. Neue Recorder von Zoom, R16, macht das viel besser. Dazu hat R16 besseren für Musikaufnahme eingebauten Mikros: zwei Kugel in Klein-AB 35 cm. R16 ist groß wie ein Notenband, deshalb kaum weniger portable als H4N. H4N kann man dafür als Player für MP3 benutzen - das ist eine gute Eigenschaft...
  • Benutzerbild von a.koelling
    a.koelling, 28.07.2009 - 14:52 Uhr:
    PS: Schnell Tippen ist zwar schön, aber nächstes Mal lese ich noch mal durch und hau die Rechtschreibfühler raus :-)
  • Benutzerbild von a.koelling
    a.koelling, 28.07.2009 - 14:50 Uhr:
    ...ich hab nur die kurzen Werbetexe im Netz gelesen. Die lassen aber vermuten, dass das Q3 nicht in direkter Konkurrenz zum H4n steht bzw. als Nachfolger geplant ist, oder? Was meinst Du?

    Das H4n ist da, glaube ich eher auf den Musiker ausgerichtet (Mehrspur, XLR Eingänge). Das Q3 ist der youTube- bze Bootleg-Tool mit gutem Sound. (<- Bitte den polemischen Ansatz zu entschuldigen ;-)). Gibt aber bestimmt auch zahlreiche sinnvolle Anwendungen, wie Konferenzen, Theater-Proben, Webcasts etc...
  • Benutzerbild von m.schroeder
    m.schroeder, 27.07.2009 - 10:16 Uhr:
    Leider ist das Gerät hat schon einen Nachfolger. Das Zoom Q3 bietet die Microphone des H4N und bietet dazu noch Video in VGA Qualität kann bis 48kHz/24bit WAV und wird im September billiger sein.
    Da kommt der Konzermitschnitt auf USB Stick noch besser!

    Nebenbei bemerkt, finde ich die Wortwahl im Abschnitt über "mangelhaften Home-Recording-Schlafzimmerproduktionen" etwas unglücklich gewählt. Denn es kommt nicht klar raus, dass sich die Mangelhaftigkeit nicht auf die muskialische Qualität einer Band bezieht, sondern auf das "Pseudo Mastering".

    Es gibt auch einen Weg um den A&R Manager herum und er heißt: Selbstvermarktung und funktiontioniert wesentlich besser, als es die derzeitige Musikindustrie zugeben will.

    Zu diesem Thema sollte man sich das video von NARM 2009 State Of The Industry: Michael Masnick http://vimeo.com/5229486 ansehen.

    Direkt ist immer noch am Besten.

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