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Über den Autor

Thorsten Walter

Thorsten Walter ... ist seit dem Erstkontakt mit einem väterlichen Casio CZ-1 und dem guten alten C-64 samt MIDI-Interface im Jahre 1987 nahezu ständig mit professionellem Audio, Synthesizern und deren Planung/Entwicklung beschäftigt. Aufnahmen, Produktionen und Abmischen gehören genauso zu seinen Spezialitäten wie der Hang zu Hallgeräten, guten Studiomonitoren und Raumakustik.

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Test: TC Electronics MD3 Mastering Pack für Powercore

29.04.2005
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Interessierten Lesern wird das TC System 6000 ein Begriff sein. Das System 6000 ist ein Mainframe, das je nach Software-Paket Hall/Reverb erzeugt oder auch als Equalizer/Dynamik-Prozessor fungieren kann. Mit dem MD3 Mastering Pack können nun auch TC Powercore-Besitzer in den Genuss dieses High-End Kompressor/ Limiters kommen. Der Unterschied zwischen den System 6000 und den PlugIns für die Powercore ist, dass man bei der Powercore auf Surround-Funktionalität verzichten muss. Das MD3 ist also „nur“ Stereo.

Auf den ersten Blick mag das MD3 an den betagten Finalizer erinnern. Auch kann man Parallelen zu den PlugIns Master X3 oder X5 ziehen, jedoch wird bei genauerer Betrachtung klar, dass sich das MD3 in einer ganz anderen Liga bewegt.

Das Grundprinzip der Multibandkompression bleibt jedoch erhalten. Das Audio-Signal wird in drei Frequenzbereiche aufgeteilt, die dann getrennt voneinander bearbeitet werden. Hierbei tragen zum Beispiel die Filteralgorithmen der Frequenzaufteilung eine große Rolle zum späteren Gesamtklang bei.

Arbeiten mit dem MD3

Das MD3 PlugIn ist eine Aneinanderreihung von EQ, Normalizer, Expander, Dreiband-Kompressor und Softclip-Stufe. Diese Reihenfolge ist absolut sinnvoll. Da den meisten Lesern die Funktionen des Master X3 oder eines Finalizers schon bekannt sind, möchte ich hierauf nicht näher eingehen. Vielmehr sind die Funktionen interessant, die im MD3 einzigartig sind. Dies sind vor allem die M/S-Funktionen.

Bei der M/S Kodierung wird das Stereo-Signal zu einem Mono-Signal addiert (M) und das (S)-Signal wird aus der Differenz von Links und Rechts erzeugt. Das (S)-Signal beinhaltet dann ausschließlich die Stereo-Information. Mit dieser Methode hat man immer vollen Einfluss auf das Stereo-Verhalten der Aufnahme, was vor allem bei kommerziellen Produktionen wichtig ist, die später im Radio, übers Fernsehen oder auf PAs gehört werden sollen. Das Bestreben eines jeden Toningenieurs ist ja ein möglichst guter Klang auf jedem Abspiel-Medium. Somit soll das Musikstück in mono ebenso gut klingen wie in stereo. Dies ist mit der M/S-Funktion des MD3 fast schon ein Kinderspiel. Man hat volle Einflussmöglichkeiten auf das Stereo-Verhalten. Ist das Audiosignal erst einmal M/S kodiert, so kann man zunächst das (M)-Signal komprimieren und entzerren, während das (S)-Signal stummgeschaltet ist. Im nächsten Schritt wird man sich dann an das (S)-Signal begeben. Man könnte hier als erstes mit dem EQ die tiefen Frequenzen aus dem (S)-Signal entfernen. Da das Ohr diese nicht räumlich orten kann, sind diese Frequenzen im (S)-Signal sinnlos. Mit dem Kompressor/Expander kann man nun vorsichtig versuchen, die Stereo-Information zu bearbeiten, so dass das Stereo-Bild immer gut ausgenutzt wird. Hier kann man auch verhindern, dass extreme Links/Rechts-Positionen (Phasenunterschiede) auftreten. Mit diesen Schritten wäre man auch für einen eventuellen Vinylschnitt gerüstet.

Brickwall Limiter

Das zweite PlugIn des MD3 Paketes ist der BrickWall Limiter. Hört sich zunächst nicht spektakulär an, ist es aber! Der Limiter vermag so genau zu arbeiten, dass er sogar Werte zwischen zwei Samples beachtet, und diese in seinen Regelvorgang einfließen lässt. Der Kenner wird sich jetzt fragen, ob TC jet zt nicht etwas übertreibt. Jedoch lässt sich das Phänomen der „Inter-Sample-Peaks“ leicht erklären und nachvollziehen.
Bei der D/A-Wandlung ist in jedem CD-Player oder sonstigem Abspielgerät stets ein Tiefpassfilter nachgeschaltet, der die quantisierten Audiowerte wieder glättet. Nach dieser Glättung entstehen nach Fourier höhere Pegel als sie vor dem Filter präsent waren, sobald höhere Frequenzen auftreten als die Grenzfrequenz des Tiefpassfilters. Am einfachsten lässt sich dies mit einer Rechteckwelle beschreiben:

Das Bild zeigt ein Rechteck, das durch ein Tiefpassfilter läuft. Auf digitaler Ebene ist das Rechteck ideal, nach der Filterung entstehen die hier sichtbaren Peaks.
Der TC Brickwall-Limiter zieht diesen Sachverhalt bereits in seine Regelung mit ein. Bei Limitern, die dies nicht tun, können innerhalb des D/A-Wandlers schon unterhalb von 0 dBFS hörbare Verzerrungen auftreten.
Da heutzutage jedes dB Lautheit zählt, hilft der TC Brickwall Limiter maximale Lautheit bei geringsten Verzerrungen zu erreichen.

Bedienung
Die beiden PlugIns sind der Oberfläche des System 6000 nachempfunden. Neben der für PlugIns und Softwareoberflächen üblichen Seitendarstellung befinden sich unterhalb des Fensters eine Reihe von Parametern, die sich der Anwender selber zusammenstellen kann, um die für ihn wichtigsten Parameter seitenunabhängig im Zugriff zu haben. Wird das MD3-Paket in Hosts eingesetzt, die über eine MIDI-Fernbedienungsfunktion besitzen, kann man selbstverständlich die Parameter auf Hardware-Bedienelemente legen um so einen intuitiveren Zugriff zu ermöglichen.

Fazit

Sicherlich ist das MD3-Paket nicht für den Einsteiger gedacht. Die Bedienung erfordert viel Hintergrundwissen und auch der Preis lässt erahnen, dass es sich hierbei um ein echtes High-End Profitool handelt. Zudem sind die Eingriffsmöglichkeiten einfach umfassend und der Klang in jedem Fall neutral und technisch auf höchstem Niveau. Wer nach speziellem Klangcharakter sucht, sollte sich lieber woanders umsehen. Das MD3 eignet sich bestens, die richtige Bedienung vorausgesetzt, für absolut neutrales Mastering. Und dies ist ja meist auch erwünscht. Sicherlich kann das MD3 auch richtig zupacken, wenn es drauf ankommt.

Obwohl rund 1000 Euro für ein PlugIn viel erscheinen, so ist der Preis beim MD3 absolut gerechtfertigt, denn wer eine derart hohe Qualität wirklich benötigt, wird eine Powercore mit MD3 mal eben aus der Portokasse bezahlen können ;-)

PLUS

+++++ High End Klangqualität
++++ Eingriffsmöglichkeiten
+++ M/S Funktionen
+++ Brickwall-Limter
++ Preis/Leistung

Preise

UVP: 995 Euro

Straßenpreis: 995 Euro

Hersteller

www.tcelectronic.com

 

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Bewertung

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  • Hubsi, 27.09.2008 - 16:26 Uhr:
    Der MD 3 ist der Hammer, wer noch nicht damit gearbeitet hat sollte sich Kritik sparen.
    Ich hab eine Weile gebraucht um die Vorteile des M/S Masterings zu realisieren, Jedoch erst mal verstanden,kann man damit richtig Zaubern.
    Ich benutze die Precision-Mastering Plug ins von der UAD und noch die alte Waves Masteringserie, hab ich die MD3 in Herz geschlossen.
    Bei der Powercore hat man 6 Stunden Testzeit für dieses Plugin probiers einfach. Es ist zwar sehr teuer aber wirklich das Geld wert.
  • kons, 04.04.2008 - 16:21 Uhr:
    Was soll diese Aussage "psp oder algorythmix" ? Die beiden von dir erwähnten PLUG-INs haben keine M/S Funktion. DU kannst doch nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen.
  • werbe strategie, 04.09.2006 - 12:57 Uhr:
    finger weg und bleibt noch 1 jahr bei psp oder algorythmix software ab naechstes jahr hat ein mac mehr power um native schoene sachen zu zaubern übrigens der kostenfreie ssl comp lilmiter auf basis digital klipping ist tatsaechlich eine inovation.

    peace

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