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Test: Steinberg VoiceMachine

18.04.2002
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Kreative Stimmen-
bearbeitung à la Steinberg

Hallo liebe Freunde des mehrstimmigen Gesangs! Heute möchte ich euch ein VST - Plug-In aus dem Hause Steinberg bzw. Spectral Design vorstellen, welches einsamen Gesangstimmen bis zu vier virtuelle Partner zur Seite stellen kann. Eine weitere Funktion der Software ist die Korrektur der Intonation, also der Tonhöhe des Gesangs.

 

Damit läst sich unter anderem, für alle die sich daran noch nicht satt gehört haben, auch der berühmt berüchtigte Cher - Effekts erzeugen.
Das Programm wird in einer geschmackvollen blauen Schuber, mit in roter Schrift aufgedrucktem Firmennamen, geliefert. Auf der CD findet sich neben dem Installer der Software und einiger Produkt - Demos noch Cubase -Songs die jedoch nur mit Cubase ab Version 5 laufen, was ich etwas schade finde, da sicherlich auch Logic und Cubase VST 3.7x User zu den potentiellen Interessenten der Software gehören.

 

 

 

Technologie

Das Steinberg VoiceMachine Plug-In verwendet eine von der Firma T.C.-Helicon lizenzierte Technologie zum verbiegen und vervielfältigen von Stimmen.

Damit bei der Transponierung von Stimmen kein "Mickey Mouse/ Helium" - Effekt auftritt müssen die Geräuschhaften und die stimmhaften Anteile des zu bearbeiteten Signals getrennt betrachtet werden. Verändert ein Mensch beim singen die Tonhöhe bleiben stimmhaften Anteile, auch Formante genannt, weitgehend Konstant, da sie von physikalischen Parametern des Körpers abhängen. Ein Verhalten dass man auch bei Instrumenten beobachtet, mit ein Grund warum eine gesamplete Note eines Instrumentes nur in einem bestimmten Bereich natürlich klingt. Verschiebt man die Tonhöhe einer Stimme ungeachtet der Formante, wie bei einem Sampler, verändert man beim spielen die Parameter des Sängers die er beim singen selbst nicht verändern könnte und "morpht" quasi zwischen verschiedenen Stimmen hin und her. Dieses verändern der Formant - Frequenz kann man sich bei der VoiceMachine natürlich auch unabhängig von der gespielten Tonhöhe als Effekt zu Nutze machen, also den Charakter von männlich über weiblich bis zu Kinderstimme verschieben.

Bedienung

Das Paket besteht aus zwei Plug-Ins, die sich auch ohne großes studieren der Anleitung bedienen lassen. Was mich an der Oberfläche von den Voice Maschine Plug-Ins ein wenig stört sind Drehregler bei der man zum Verändern der Parameter Drehbewegungen mit der Maus durchführen und den Parameter vorher quasi mit der Maus abholen muss. Das macht die Bedienung meiner Erfahrung nach deutlich unhandlicher als eine simple auf und ab Bewegung. Trotzdem scheint das die von Steinberg bevorzugte Methode zu sein.

 

Processor

Das Processor Plug-In ermöglicht es die Klangfarbe und Tonhöhe einer Stimme zu korrigieren und sie ein Duett mit ihrem Original singen zu lassen.

Als Parameter bietet der Processor das Mischungsverhältnis zwischen Quelle und bearbeitetes Signal die Position des bearbeiteten Signals im Stereo Feld, die Tonhöhe, Formant und die LFO - Parameter Rate, Depth und Delay. Etwas schade finde ich dass die LFOs bei beiden Plug-Ins auf die Steuerung der Tonhöhe beschränkt sind. Ich würde mir wünschen wenn der LFO auch den Formant- oder Lautstärken - Parameter modulieren könnte.

Generator

Der Generator bietet annähernd die selben Parameter wie das Prozessor Plug-In, jedoch in vierfacher Ausfertigung. Allerding fehlt die Möglichkeit Formant- mit Pitch - Parameter zu verbinden. Während das Prozessor - Plug-In auch unter einer VST 1.0 kompatiblen Software verwendet werden kann benötigt Generator eine VST 2.0 kompatible Host - Software

Zusätzlich zu den vorhandenen Parametern würde ich mir eine Hüllkurve wünschen. Zwar kann man die Lautstärke der 4 Stimmen auch separat per Controller Steuern, aber mit einer Hüllkurve könnte man den Lautstärkenverlauf bei einigen Anwendung deutlich einfacher kontrollieren.

 

Kontrolle

Beide Plug-Ins ermöglichen es fast alle Parameter Fernzusteuern. Im Setup des Generator Plug-Ins läst sich sogar für jede der vier Stimmen ein eigener MIDI - Kanal festlegen.

 

Anleitung

Das Handbuch beinhaltet eine deutsche, englische und französische Anleitung. Von den insgesamt 70 Seiten besteht der deutsche Anteil aus etwa 23 Seiten. Die Parameter werden allesamt ausführlich erklärt, es fehlt für meinen Geschmack jedoch eine kurze Einführung in die Grundlagen, damit der Anwender weis was er beim erzeugen der zu verbiegenden Vocals zu beachten hat.

 

Klang

Das Prozessor Plug-In klingt wirklich gut und b ei leichter Korrektur der Tonhöhe sehr natürlich. Der LFO ist bei hoher Frequenz recht stufig, was aber nur bei weniger realistische Klangverbiegungen Effekte kritisch sein dürfte.

Bei der Generator Version des Plug-Ins darf man bei den ersten Versuchen nicht gleich einen perfekten Chor erwarten, da die Tonhöhe des Originals komplett ausgefiltert wird und das Resultat ohne entsprechende Steuerung relativ Steril klingt. Aus diesem Grund eignet sich das Plug-In aber wunderbar für Daft Punk artige Stimm - Effekte. Trotzdem würde ich mir für den Generator einen Regler wünschen mit dem man die Tonhöhe des Originals nuanciert hinzufügen kann.

 

Fazit

Der Ein-Mann-oder-Frau-Chor aus der Tüte für jedermann und ohne teuere Hardware ist Wirklichkeit geworden. Natürlich darf man nicht die umfangreichen Möglichkeiten der um ein vielfaches teureren Hardware von T.C. - Helicon erwarten, trotzdem ist das wichtigste vorhanden. Außerdem hat eine Plug-In den Vorteil dass man es bei entsprechend schnellem Rechner mehr als nur einmal gleichzeitig einsetzen kann. Wobei der in den Systemvorrausetzungen angegebene Pentium II - 300 für den ordentlichen Einsatz des Generator Plug-Ins nicht leistungsfähig genug ist, ein PIII - 450 sollte es schon sein. Dem Experimentierfreudigen sei auf jeden Fall der Einsatz mit unterschiedlichsten Quellen empfohlen.

Einen echten Chor kann die Software natürlich nicht ersetzen, dazu klingt das Resultat in den meisten Fällen einfach nicht natürlich genug, aber das schafft auch deutlich teurere Hardware noch nicht perfekt. Trotzdem lässt sich damit eine Stimme "von unten heraus" unterstützen. Zum korrigieren der Intonation und besonders zum effektvollen Nachbearbeiten der Stimme kann ich die Software bedenkenlos empfehlen.

Bewertung

Plus

- Einfach zu bedienen

- Erstes Plug-In seiner Art

- Günstiger Preis

Minus

- Probleme mit Logic

- Angegebene Systemvoraussetzungen sind zu niedrig angesetzt

Straßenpreis ca. EUR  149

Update für Besitzer des Voice Designer Plug-Ins EUR  29,99

 

Systemvorrausetzung:

PC

Pentium II - 300Mhz

32 MB RAM

Windows 9x/NT/2000

 

Mac

Power Mac 604e/300Mhz

32 MB RAM

MacOS 8

 

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