Der Moog ohne Knöppe
Ein Moog ohne Knöpfe? Gibt’s das denn? Ist das überhaupt ein richtiger Moog? Oh ja, und wie es das gibt.
Die meisten Leute verbinden mit einem Moog Synthesizer einen fetten Klang, ein schweres Holzgehäuse und vor allem viele Knöpfe zum Rumschrauben.
Moog stand lange Zeit für den Synthesizer überhaupt, ein Markenzeichen wie Bosch oder Bauknecht für Kühlschränke und Waschmaschinen. Das Maß aller Dinge war der Minimoog, der erste kompakte Synthesizer überhaupt. Der Mini revolutionierte in Konzeption und Klang die Musikwelt und machte die Firma Moog weltweit bekannt. Wer etwas auf sich hielt und das nötige Kleingeld besaß, der hatte auf seiner Orgel einen Minimoog zu stehen.
Dem Mini folgten der Micromoog und Multimoog. Beide Synthesizer hatten es nicht leicht, gegen den Rivalen aus eigenem Hause anzutreten. Nicht dass diese schlecht gewesen wären, aber der Preisdruck und die stetig wachsende Konkurrenz, vor allem aus Übersee, zwang Moog zu Einsparungen an der Hardware. Die Verarbeitung der Nachfolger war längst nicht mehr so hochwertig wie bei dem Urahn Minimoog. Viele Musiker blieben deshalb lieber bei ihrem geliebten Mini.
Der 1981 erschienene Moog Source (die Quelle) sollte das Dilemma schließlich beenden. Moog ging mit dem Source erstmals völlig neue Wege und verzichtete gänzlich auf Knöpfe und Schalter. An deren Stelle fand man jetzt ein druckempfindliches Membranpanel zum Anwählen der Parameter. Mit dem großen Endlos-Drehrad konnte man dann den jeweiligen Wertebereich in 0-99 Schritten verändern.
Ebenfalls völlig neu war die Speicherbarkeit der Klangprogramme. Nicht weniger als 16 Klangspeicher standen hierfür zur Verfügung und machten den Source zum ersten speicherbaren Moog Synthesizer überhaupt. Das moderne äußere Erscheinungsbild spaltete jedoch die potentielle Käuferschicht. Nicht wenige eher konventionelle Musiker verschreckte der spacig daherkommende Source mit seinem bunten Fisher Price Design. Andere vermissten die Knöpfe zum performen auf der Bühne.



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schöne klangbeispiele!
dankeschön :)
Im Artikel ist von einer “genialen Übersteuerung, die einfach wunderbar klingt und erst den typischen Moog-Sound ausmacht” die Rede. In welchem der Klangbeispiele wird dies demonstriert?
Die Soundbeispiele 2, 10 und 13 fahren unter “Volldampf”.
Ich kenne das Gerät. Ein Bekannter von mir hat es letztes Jahr mit dabei gehabt. Ich fand es sehr ulkig. Ich glaub auch alle beschriebenen Macken (Einfrieren etc.) hatte der auch. Aber wir konnten an dem Wochenende das optische Rad reparieren, denn der moog source setzte dann die Einstellungen zufällig in alle Richtung, wenn das Rad gedreht wurde… ich glaub es war ein kontaktproblem oder staub, aber auf jedenfall mit etwas händchen reparierbar ;)
Was mich aber extrem gestört hatte, war der hohe Rauschanteil im Signal…keine ahnung ob original oder weil er so alt war :)
grüße,
rio
Da muß es sich um einen Defekt handeln. Mein Source rauscht kein bisschen.
Hallo Tach zusammen,
also ich kann die angeblichen Macken ebenfalls nicht bestätigen. Das Teil macht brav, was es soll und das nach wie vor fat …
lg
Hallo Leute!
Sehr schöner Testbericht, kann man nur sagen.
Ich bin selbst auch ein Moog Source Besitzer und mich beunruight eine optische Kleinigkeit. Ist es bei euren Moog Sources auch so, dass sich das Metallgehäuse direkt über der Tastatur leicht nach oben wölbt?
Blöde Frage, ich weiß. Aber ich bin eben jemand, der gerne alles in Ordnung hat. :-)
Danke schon im Vorraus, LG, Paul
ja bei mir auch ganz leicht. aber das hat mich nie gestört ;)