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Blue Box: Moog Source

Moog Source

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Der Source hatte es also nicht gerade leicht akzeptiert zu werden. Immer wieder hört man auch heute noch Leute über den Source reden, er sei der hässlichste Synthesizer überhaupt. Ich persönliche finde den Source mit seinem gebürsteten Metallgehäuse, dem bunten Membranpanel und den Walnußholz-Seitenteilen einfach wunderschön. Aber das ist wie immer Geschmackssache.

Endlos-Regler und LEDsEndlos-Regler und LEDs

Man kann ja über Membranpanels denken wie man will, Fakt ist, sie sind durch ihre Geschlossenheit weitgehend unempfindlich gegenüber Staubeinwirkung und Nässe. Wer schon einmal ein Glas Cola oder Bier versehentlich über sein Gerät geschüttet hat, der weiß diese Konzeption durchaus zu schätzen. Hier reicht es mit Zewa einmal drüberzuwischen und gut ist.

Der Source ist relativ leicht und handlich gebaut. Die leichtgängige Pratt-Reed Tastatur umfasst 37 Tasten (C-C) und lässt sich angenehm spielen. Sie ist jedenfalls längst nicht so klapprig wie die vom MS-20 oder Pro-One. Neben der Tastatur befinden sich die nicht zurückfedernden Pitch- und Modulationsräder sowie die zwei Up/Down-Taster, um den Source schnell eine Oktave höher oder tiefer zu schalten.

Auf der Rückseite gibt es einen Mono-Audioausgang sowie je einen gemeinsamen CV IN/OUT (1Volt/Oktave) und S-TRIGGER IN/OUT-Anschluss. MIDI gab es damals natürlich noch nicht, es gibt aber heute verschiedenste MIDI-Nachrüstsätze zu kaufen. Herausragend ist das MIDI-Retrofit von Encore Electronics, welches neben voller MIDI-Einbindung, Arpeggiator MIDI-Clock Sync, auch den Klangspeicher (von 16 auf 256) beträchtlich erhöht. Ansonsten lässt sich der Source auch gut über ein gängiges MIDI/CV-Interface betreiben, sofern dieses S-Trigger zulässt.

Die Anschlüsse zur AußenweltDie Anschlüsse zur Außenwelt

Frühere Modelle haben noch ein Kassetten-Interface DIN-Anschluss zum Abspeichern der selbst erstellten Sounds auf Kassette. Ab Mai 1983 gab es ein Update der Anschlüsse (ab Seriennummer 3180 bei der 120V Version und ab Seriennummer 3285 bei der 220V Export Version). Für den internen Sequencer standen fortan zwei zusätzliche Buchsen für REST und SYNC zur Verfügung. Sie erlauben es, den internen Sequencer über DIN-Sync zu einer Roland TR-Drummaschine zu synchronisieren. Weitere zusätzliche Buchsen sind FROM TAPE, REMOTE und TO TAPE für das Kassetten Interface sowie S-TRIGGER IN/OUT. Dieses Anschluss-Update gab es auch für die früheren Source als Nachrüst-Set zu kaufen.

Nun zum inneren Aufbau des Gerätes. Der Source ist ein monophoner Analog-Synthesizer mit zwei Oszillatoren, einem Rauschgenerator, dem klassischen Moog 24dB Ladder-Filter und zwei Hüllkurven-Generatoren. Beide Oszillatoren können in drei Fußlagen (+/- eine Oktave) geschaltet und natürlich auch fein gestimmt werden. Pro VCO können drei Schwingungsformen ausgewählt werden (Sägezahn, Dreieck, Rechteck). Die Pulsbreite lässt sich manuell einstellen, ist aber leider nicht per LFO oder Hüllkurve modulierbar. Beide Oszillatoren können miteinander synchronisiert werden, was herrlich schneidende Sounds ermöglicht, die jeden Gitarristen das Fürchten lehren. Die Wirkung kann mit dem Pitchwheel moduliert werden. Glide (Portamento) gibt es natürlich auch. Die zwei VCOs können stufenlos miteinander gemischt werden. Dreht man beide VCOs voll auf, erzeugt dies eine geniale Übersteuerung, die einfach wunderbar klingt und erst den typischen Moog-Sound ausmacht. In der Mixersektion kann dem Signal stufenlos Weißes Rauschen hinzugefügt werden, um auch geräuschhafte Klänge zu realisieren.

Pitch und Modulation WheelPitch und Modulation Wheel

Klangbeispiele

  1. Profilbild
  2. Profilbild
    Theo M

    Im Artikel ist von einer “genialen Übersteuerung, die einfach wunderbar klingt und erst den typischen Moog-Sound ausmacht” die Rede. In welchem der Klangbeispiele wird dies demonstriert?

  3. Profilbild
    rio

    Ich kenne das Gerät. Ein Bekannter von mir hat es letztes Jahr mit dabei gehabt. Ich fand es sehr ulkig. Ich glaub auch alle beschriebenen Macken (Einfrieren etc.) hatte der auch. Aber wir konnten an dem Wochenende das optische Rad reparieren, denn der moog source setzte dann die Einstellungen zufällig in alle Richtung, wenn das Rad gedreht wurde… ich glaub es war ein kontaktproblem oder staub, aber auf jedenfall mit etwas händchen reparierbar ;)

    Was mich aber extrem gestört hatte, war der hohe Rauschanteil im Signal…keine ahnung ob original oder weil er so alt war :)

    grüße,
    rio

  4. Profilbild
    Wavemaster

    Hallo Tach zusammen,

    also ich kann die angeblichen Macken ebenfalls nicht bestätigen. Das Teil macht brav, was es soll und das nach wie vor fat …

    lg

  5. Profilbild
    panulli3

    Hallo Leute!
    Sehr schöner Testbericht, kann man nur sagen.
    Ich bin selbst auch ein Moog Source Besitzer und mich beunruight eine optische Kleinigkeit. Ist es bei euren Moog Sources auch so, dass sich das Metallgehäuse direkt über der Tastatur leicht nach oben wölbt?
    Blöde Frage, ich weiß. Aber ich bin eben jemand, der gerne alles in Ordnung hat. :-)
    Danke schon im Vorraus, LG, Paul

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