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Green Box: E-mu Morpheus / UltraProteus

E-MU Morpheus

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Die alten Griechen

Schon der Name Proteus war der griechischen Mythologie entlehnt, und so taufte E-MU dessen inoffiziellen Nachfolger auf den Namen Morpheus, der wie das Vintage Keys-Modul ebenfalls 1993 erschien. Sicherlich nahm man hier weniger Bezug auf den Gott der Träume (oder das nach ihm benannte Morphium) sondern stellte die Assoziation mit dem technischen Begriff Morphing, der eben seit „Terminator 2“ allgemein geläufig war, in den Vordergrund.

Aber was morpht ein Synthesizer denn so? Grundsätzlich war der Morpheus auch nur ein einfacher 32-stimmiger Rompler mit 8 MB an Samples. Seine Klänge basieren auf einem oder zwei Waves, also gesampelten Wellenformen bzw. Multisamples von Instrumenten, und der dazugehörigen Nachbearbeitung durch Filter und Modulatoren. Aber die Art der Filter waren eben das Neuartige am Morpheus.

die Rückseite bietet nur Normalkost: MIDI-Trio und drei Ausgangspaare

die Rückseite bietet nur Normalkost: MIDI-Trio und drei Ausgangspaare

 

Mal was Neues

E-MU nannte die Erfindung Z-Plane-Filter. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tief-, Band- oder Hochpass-Filtern ist das Z-Plane-Filter eine Kombination aus einem Tiefpass und sechs parametrischen Equalizerbändern, beiden jeweils Frequenz, Bandbreite und Gain frei regelbar war – ABER nicht vom Anwender. Insgesamt 20 Parameter wollte man den Usern wohl nicht zumuten. Stattdessen hatte man eine große Anzahl von Filtern vorkonfiguriert, die man dann mit einem Parameter zusammen steuern kann. Wenn man sechs Mittenbänder hat, lassen sich damit natürlich hervorragend Formanten erzeugen. Und durch die Parametrik (Durchstimmbarkeit) können diese Formanten beliebig verschoben werden. Klingt erst einmal recht abstrakt, wird aber am Beispiel eines Vokal-Filters sonnenklar. Die Vokale der Sprache liegen auf fest definierten Frequenzen. Sind die Frequenzen der Filterbaustein z.B. auf einen typischen Vokal wie „E“ eingestellt, kann man nun die Frequenzen nach „A“ kontinuierlich verschieben. Oder, da man ja sechs Bänder zur Verfügung hat, die „E“-Frequenz absenken, während man die „A“-Frequenz anhebt. So erscheinen unzählige Kombinationen denkbar, da ja nicht nur die markanten Stimmvokale Formanten darstellen, sondern jeder Klang, jedes Instrument seinen ganz spezifischen Formantgehalt hat.

das Modell des Z-Plane Filters (aus der UltraProteus-Anleitung)

das Modell des Z-Plane Filters (aus der UltraProteus-Anleitung)

An dieser Stelle begann schon das Dilemma des Morpheus. Einerseits die abstrakte Vorstellung über die Nutzung der Formantfilter jenseits von „A-E“, die in eine sinnvoll nutzbare, also eine musikalische Anwendung gelenkt werden musste, und andererseits die sofort nach Erscheinen des Morpheus einsetzende Nörgelei vieler Anwender und Tester, „warum man denn die Z-Plane-Filter nicht selber programmieren könne“. Und dabei war Z-Plane erst der Anfang der Morpheus-Filter.

Klangbeispiele

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    Tyrell AHU

    Ich dachte ich weiß alles über die Emus, aber man lernt eben nie aus :-). Danke.

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    Marko Ettlich AHU

    schöner bericht! supi!
    die e-mus klingen schon nicht übel. aber zum selber sounds schrauben sind die nix. das macht keinen spass.

  4. Avatar
    p.lange

    Schließe mich an, sehr interessanter Bericht!

    Ich steh ja ein bisschen auf diese Sounds, das kommt wohl vom Dasein als Prince-Fan… Hat jedenfalls ne sehr ähnliche Ästhetik wie seine Sachen aus den frühen Neunzigern.
    Kommt denn der Software-Proteus VX dem nahe?

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      der jim AHU

      “Nahe” würde ich es nicht unbedingt nennen. Zwar besitzt der ProteusVX eine schöne Auswahl von Z-Plane Filtern, aber -soweit ich mich erinnere- kommt man nicht wirklich in die Preseteditierung rein. Es wird ja fast alles über die vorkonfigurierten Control-Regler gemacht. Aber mit dem EmulatorX, aber auch auch der Hardware der Proteus2000-Serie (ExtremeLead etc.) kann man recht viel in Richtung Morpheus machen, nur eben die Filtercubes sind in dieser Form (und Anzahl) einmalig.

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    DietmarB

    Bekanntester Song, bei dem man den Morpheus und den Filter deutlich hören kann ist “Pony” von Ginuwine. War damals ziemlich hoch in den Top Ten iirc: http://www.....7P6ut6HPR8

    Benutzt dieses “rülpsenden” Preset, was oben bei den Soundbeispielen bereits zu hören war.

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