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Andreas Hecke alias „tubeampdoctor“

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Report: Röhren Special 2 - Die Faszination der Röhre

26.12.2009
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Neben der reinen Faszination und Liebhaberei an den glühenden Glaskolben werden diese noch immer und in jüngster Zeit immer mehr in Audioschaltungen eingesetzt. Tatsächlich ist die Röhre messtechnisch unhaltbar veraltet, viel zu aufwendig und auch teuer gegenüber moderner Technik. Trotzdem! Oder gerade deswegen?

Nun die reine Signalverstärkung ist die eine Sache, aber so richtig interessant wird es für den kreativen Musiker vor allem dann, wenn Übersteuerung (Overdrive) bewusst mit ins Spiel gebracht werden sollen. Bei einem Digitalgerät führt Übersteuerung zum totalen Aussetzer, bei analogen Halbleitergeräten zu hässlichen und kratzigen Geräuschen durch die harte Begrenzung, die das Signal unangenehm machen. Die Röhre aber begrenzt bei Übersteuerung das Signal eher mild und graduell. Während der normale Halbleiter dabei ungeradzahlige Obertöne bildet, erzeugt eine korrekt ausgelegte Röhrenschaltung überwiegend geradzahlige Obertöne, die das menschliche Gehör als angenehm empfindet.

Aber warum klingt die Röhre auch dann anders, wenn man nicht mit Overdrive spielt?

Nun, das liegt zum guten Teil am Dynamikverhalten. Jedes Signal eines jeden Instrumentes erzeugt auch deutliches Peaks oder Signalspitzen, wie der harte Anschlag eines Keyboards oder einer Gitarrensaite zum Beispiel. Diese Peaks werden in gut dimensionieren Halbleiterschaltungen vollständig abgebildet. Deshalb benötigen diese Endstufen auch hohe Leistungsreserven. Eine Röhre verdaut diese Peaks ganz anders. Da Röhrenschaltungen nicht so deutlich überdimensioniert sind, werden diese typischerweise die Peaks komprimieren, also begrenzen. Die Röhre fungiert quasi als "perfekter" Kompressor. Perfekt deshalb, weil die Begrenzung und die harmonischen Verzerrungen als solche gar nicht wahrgenommen werden, die Spitzen (Peaks) eben sehr kurz sind und über die Röhre auch nicht unangenehm klingen. Der Dynamikbereich erscheint größer.

12AX7A, ECC83, 7025?

Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen in den verschiedenen Teilen dieser Welt: ECC83 in Europa, 12AX7A in Nordamerika und 7025 als US-Industrie- oder Militär-Type. Es liegt jeweils das gleiche Datenblatt zugrunde, wobei die 7025 etwas engere Toleranzen in den Streuparametern vorsieht. Alle diese Röhren sind folglich kompatibel. Verschiedene Fabrikate klingen auch unterschiedlich. Das liegt nicht daran, ob 12AX7A oder ECC83 auf der Röhre steht, sondern welcher Hersteller diese mit welchen Eigenheiten gefertigt hat. So verwendet jeder etwas andere Metalllegierungen, Beschichtungen und Qualitäten. Die Gitter können vernickelt, versilbert oder auch vergoldet sein. Der genaue geometrische Aufbau kann sehr verschieden sein. Auffällig ist das z.B. bei langen oder besonders kurzen Anoden.

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