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Über den Autor

Chris Pfeil

Chris Pfeil ...ist Tontechniker und Musiker. Seit Juli 2005 testet er für AMAZONA.de Equipment in den Bereichen Guitar und Keys.

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Test: Native Instruments Guitar Rig 2 / Rig Kontrol 2

17.02.2006
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Vor kurzem ist die neuste Version von Native Instruments Guitar Rig auf dem Markt erschienen. Neben neuen Gitarrenamps, Boxen, einer Vielzahl an Effekten und nützlichen Tools wurden erstmalig auch zwei Bassamps mit ins Rennen geschickt! Jede Menge Neuerungen haben die Berliner Softwareentwickler programmiert und die eh recht wenigen Kritikpunkte an der ersten Version aus der Welt geschafft.
Natürlich wurden alle Amp-, Boxen- und Effektsimulationen der ersten Version übernommen, allerdings beschäftigt sich dieser Artikel lediglich mit den Neuerungen, die Guitar Rig 2 zu bieten hat. Für weitere Informationen zu den Grundlagen finden Sie unseren Guitar Rig 1 Test im AMAZONA.de Archiv.

Was gibt’s Neues?
Neuerungen hat Native Instruments konsequent in allen Bereichen vorgenommen.
Insgesamt gibt es vier neue Amps, denen natürlich wieder absolute Klassiker bei der Entwicklung als Vorbild dienten. Jeder der Ampnamen in Guitar Rig 2 verweist wie gehabt ohne Verletzung der Urheberrechte mit Augenzwinkern auf das Original.
Für deftige Highgain-Rocksounds steht ein Verstärkermodell mit Namen „Lead 800“ zur Verfügung, das natürlich einen Marshall JCM 800 als Vorbild hat. Der „Jazzamp“ (Roland JC-120) dürfte Freunde der weichen und klaren Transistorsounds entzücken, wobei der „Tweedman“, ein Fender Bassman, wie schon beim Original bei Gitarristen besser ankommen wird als bei Bassisten. Doch die Freunde der tiefen Töne kommen keineswegs zu kurz, für sie gibt es noch den Bassverstärker überhaupt: Ein Ampeg SVT Classic, genannt „Bass VT“. Unter den 12 neuen Boxenmodellen befindet sich natürlich auch die legendäre 8x10 Ampeg Box.
Bei der Simulation von Effekten hat sich in Guitar Rig 2 vor allem einiges im Distortionsbereich getan. Was in der ersten Version zur Umsetzung von Highgain-Sounds noch fehlte, ist nun im Überfluss da. Die vielen neuen Verzerreffekte bieten in Verbindung mit den insgesamt acht Verstärkermodellen unzählige Möglichkeiten der Klanggestaltung.

Aber auch in der Modulationsabteilung wurde nicht geschlafen. Das Wahwah-Pedal wurde gehörig nachgerüstet, es bietet nun gleich drei unterschiedliche Filtertypen (Tief-, Band- und Hochpass). Wie bei keinem anderen Pedal lassen sich Frequenz, Resonanz und Volumen in der unteren, mittleren und oberen Position des Pedalweges individuell einstellen.
Als interessanteste Neuerung in dieser Abteilung können wohl die unterschiedlichen Stepsequencer, ein LFO und ein Envelope betrachtet werden. Natürlich sind das Tools, die konservativen Gitarristen als unnötig erscheinen, aber Effektfreunden die Tränen in die Augen treiben werden. Abgefahrene Filtersweeps bis hin zu Synthesizer Sounds sind mit deren Hilfe kein Problem. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Aber auch im Dynamikbereich wurde ordentlich nachgerüstet: eine Stompkompressorsimulation sorgt für sauberen Druck und das Noisegate erhält sanftere Unterstützung von einer Noisereduction Komponente.
Wer Native Instruments Guitar Rig 2 zum Üben benutzt, wird sich sehr über den Loop-Player freuen. Mit ihm lassen sich z.B. Rhythmusfraßen einspielen und loopen. Schon kann man stundenlang sein Solo zu der eben aufgenommenen Rhythmusgitarre üben. Eine Funktion, die nur wirklich sinnig im Standalonebetrieb ist, da sich Gleiches in Verbindung mit einem Audiosequencer wie Cubase oder Logic deutlich einfacher und komfortabler umsetzen lässt.
Sehr beeindruckend ist auch der neue „High Resolution“ Button. Mit seiner Hilfe wird die Samplerate der internen Verarbeitung verdoppelt, was zu einem erstaunlich feiner aufgelösten Klangbild führt. Kehrseite dieser Medaille ist eine deutlich höhere CPU-Belastung, die auf kleineren Rechnern ganz schön nerven kann. Bei Studioproduktionen sollte dieser Modus aber absolute Pflicht sein.
Viel versprechend klingt auch der neue Rig Kontrol 2, welcher optional erhältlich ist. Auch hier wurden scheinbar alle Kritikpunkte an seinem Vorgänger konsequent aus der Welt geschafft.

Rig Kontrol 2

Durch den neuen Rig Kontrol 2 wird Guitar Rig zu einem wesentlich runderen Gesamtprodukt. Die erste Version des Rig Kontrols diente lediglich als Vorverstärker für das Gitarrensignal und als Fußkontroller für die Software. Enttäuscht mussten viele User nach dem Kauf feststellen, dass die Soundkarte ihres Computers sich für eine passable Anwendung ohne hohe Latenzen nicht eignete.
Die Frage nach der richtigen Soundkarte stellt sich nun nicht mehr, denn Rig Kontrol 2 erfüllt nach dem Kauf sofort alle Benutzeransprüche! Mit dem Rechner via USB 2.0 verbunden, dient er nicht nur als Vorverstärker und Fußkontroller sondern auch als Audio- und Midiinterface.

Auf den ersten Blick erscheint der Rig Kontrol 2 in einem sehr schlichten und eleganten Design. Das Gehäuse besteht, wie auch das Fußpedal, aus mattsilbernem Metall und wirkt sehr robust und massiv. Die 36 x 22,5 cm große Benutzeroberfläche bietet genügend Platz für die sieben Trittschalter und das Fußpedal. Im Gegensatz zum Rig Kontrol 1 wurde dieses Mal ein größerer Abstand zwischen den Fußschaltern berücksichtigt. Natürlich sind auch sie sehr stabil konstruiert und jeweils mit einem Led versehen, das Auskunft über die Aktivität gibt. Das Fußpedal wirkt sehr geschmeidig und leichtgängig, wobei die Gummierung in Form des Native Instruments Logos einen sicheren Halt gewährt. Weitere Led-Anzeigen befinden sich in der schwarzen Leiste oberhalb der Trittschalter. Sie informieren den Benutzer über die Pedal- und Midiaktivität, das Audio In- und Outputverhalten und das gerade gewählte Preset.

Die Rückseite des Rig Kontrol 2 ist mit umfangreichen Anschlussmöglichkeiten versehen, die von links nach rechts beschrieben werden. Da wären zuerst einmal die zwei 6,3 mm Klinkeneingänge, die jeweils mit einem Regler zur Steuerung der Vorverstärkung ausgestattet sind. Das ist sehr praktisch, da man zwei unterschiedliche Monosignale, wie z.B. Gitarre und Bass, individuell einstellen kann. Es folgt darauf die Outputsektion mit wiederum zwei Klinkenbuchsen, die allerdings dieses Mal symmetrisch sind.
Je nach Anwendungsbereich lässt sich über den High/Low-Button das Ausgangssignal auf –14 dB absenken, was sich z.B. dann ergibt, wenn man Guitar Rig 2 in Verbindung mit einem Gitarrenverstärker benutzt.
Der Kopfhörerausgang bietet ebenfalls einen eigenen Volumenregler und liegt direkt neben dem USB 2.0 Port. Konsequent in der Mängelbehebung der Vorgängerversion, hat Native Instruments dieses neue Interface auch mit einem Midi Ein- und Ausgang versehen. Allerspätestens jetzt wird klar, dass der Rig Kontrol 2 nicht ausschließlich zur Verwendung von Guitar Rig konzeptualisiert wurde, sondern über alle Standards zur Verwendung eines Audiosequenzers (z.B. Cubase oder Logic) verfügt.
Zu guter Letzt müssen noch die zwei Eingänge für externe Fußcontroller erwähnt werden. Hierüber lassen sich weitere Kanalumschalter oder Fußpedale anschließen.

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