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Über den Autor

der Jim

der Jim . "der Jim" ist lange Jahre in der Musikbranche tätig. Ob Handel, Entwicklung oder Musikproduktion, er kennt viele Facetten. So kann er Testobjekte aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten. Als Autor für diverse Musik-Fachmagazine bewies er sein umfangreiches Wissen zu Klangerzeugung und Musikproduktion. Seit Anfang 2008 schreibt er schließlich auch für AMAZONA.de.

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Test: Ueberschall Minimal House

07.03.2008
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Ueberschall, Deutschlands Sampleschmiede Nr.1, veröffentlicht in einem unerhörten Tempo immer neue Libraries. Dabei ist man schon seit einiger Zeit dazu übergegangen, Samples nur noch in den Formaten für die beiden hauseigenen Player Liquid Instruments und Elastik anzubieten. Für Liquid, dem PlugIn, das auf Melodyne basiert, wird vorrangig melodisches Material von einstimmigen Instrumenten und Menschen angeboten, während Libraries für Elastik in der Regel rhythmische Loops und Phrasen von polyphonen Instrumenten beinhalten. Der neueste mir vorliegende Titel Minimal House ist folgerichtig im Elastik-Format. Der Elastik-Player für die Schnittstellen VST, AU und RTAS liegt wie jedem Titel der Reihe bei und kann ohne Registrierung installiert werden. Ist Elastik bereits vorhanden, braucht man lediglich den Samplecontent auf die Festplatte zu kopieren und in Elastik aktivieren. Im Gegensatz zum Player muss die Library per Challenge/Response freigeschaltet werden, was aber problemlos abläuft und auch von einem anderen Rechner als dem Musik-Computer binnen weniger Minuten erledigt werden kann.


Minimal House - ein weiterer Titel für den Elastik-Player

Ein Häuschen?

Angesichts der unzähligen Stile und Sub-Kategorien im Dancesektor darf man ruhig zugeben, wenn einem die Sparte Minimal House nichts sagt. Wie der Name es indiziert, handelt es sich hier um eine musikalisch reduzierte Variante des House-Genres. Dabei fehlen diesem Stil eine Reihe vertrauter House-Elemente, wie die Open Hihat auf den Off-Zählzeiten, Funky Riffs von Wahguitar, Rhodes und Clavinet, M1-Piano-Chords oder auch Big Mama-Vocals und Discobeats. Stattdessen dominieren Synthesizerklänge, atmosphärische Sounds und Delayeffekte. Die Beats sind ebenso zurückhaltend, obgleich man oft die obligate 909/727-Kombi hört. Das Tempo typischer Minimal House-Tracks ist mit 115 bis 130 BPM in der Regel langsamer als der Dance-Durchschnitt. Als Minimal-Hörtipps seien hier Steve Bug und Basic Channel genannt.

 

Inneneinrichtung

Das Inventar von Minimal House verzeichnet 24 Construction-Kits, die alle nach einem einheitlichen Schema aufgebaut sind. Jedes Kit besteht aus drei separat gemappten Sets. Im ersten Set findet man ausschließlich Full Mixes, also unterschiedlich arrangierte Komplett-Loops, mit denen man einen einfachen Songablauf schnell zusammenstellen kann. Diese Loops sind mitunter ziemlich lang, es gibt aber kein durchgehendes Konzept a la Intro, Beat 1, Break usw.

Das zweite Set versammelt alle tonalen Riffs und Sounds des Kits. Zunächst sind auch hier unterschiedlich kombinierte Loops vorhanden, dem folgen dann jedoch die einzelnen Synth- und Bass-Licks, sowie gegebenenfalls deren Einzelsounds. Mitunter liegen nicht alle Einzelspuren oder -sounds separat vor. Und für die Singlesounds gibt es auch keine gesonderten Mappings, mit denen man eigene Lines spielen könnte. Das Mapping muss man selbst durchführen, was allerdings mit den entsprechenden Auto-Funktionen im Handumdrehen erledigt ist.

Im dritten Set trifft man dann alle Drums des Kits. Ebenfalls zuerst in unterschiedlich dicht arrangierten Loops, dann als Single-Loops und schließlich als Singlesounds. Hier fällt auf, dass selbst die einzelnen Drumsounds nicht „normal“, sondern auf Taktlänge geschnitten sind. Hinter den Drums hängt also entsprechend viel Leere.

Insgesamt gehört Minimal House mit 1,6 GB und rund 900 Loops zu den kleineren Elastik-Libraries, zumal die effektive Anzahl an Samples, und damit an GigaByte, aufgrund der vielen kombinierten Loops dann noch geringer ausfällt.


Die 24 Construction-Kits von Minimal House
 

Qualitativ hingegen gibt es kaum etwas zu bemängeln. Der Sound ist nicht nur genretypisch, sondern auch druckvoll und, wie man so schön sagt, clubtauglich. Drums und Synth sind eher smooth als hart, aggressive Leads und krachende Kicks würden hier auch gar nicht passen. Die atmosphärische Stimmung überwiegt, der melodische Anteil ist sehr dezent. An dieser Stelle kann und sollte man seine eigenen Vibes einbringen. Die Loops sind in der Regel mit Effekten angereichert, vor allem dichte Ambiences und rhythmische Delays. Obwohl diese die Atmosphäre sehr gut mittragen, würde man sich mitunter für eine individuelle Mischung wünschen, dass es auch eine alternative Variante mit Dry-Mixes gäbe, so wie es Ueberschall beim Elastik-Titel „60s a gogo“ vorbildlich gemacht hat.

Für Audiobeispiele möchte ich in diesem Fall auf die Ueberschall-Website verweisen. Repräsentativer hätte ich die Demos auch nicht zusammenschneiden können. Den Link gibt es wie immer am Ende des Artikels.

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  • Benutzerbild von Asimo Tomovic
    der jim, 11.03.2008 - 08:54 Uhr:
    Hi - ich hatte die beiden Tips ja extra nicht als M-House sondern allgemein "Minimal" aufgeführt.
    Bei Basic Channel mit all ihren Sub-Unter-Verzweigungs-Kategorien sollte man vielleicht präzisieren. Auf Chain Reaction - Substance: Relish könnte man sich einigen? Das ist doch sehr minimal und immer noch äusserst g**l

    Gruß - Asimo
    • Freak 1, 12.03.2008 - 00:32 Uhr:
      Naja, Basic Channel & Substance ist doch eher Techno bzw. Minimaler Techno. Was auch immer. Minimal House bedeutet minimaler House. House bedeutet definitiv Harmonie und/oder Stimme. Siehe "Strictly Rhythm".
      Kategorisierung ist langweilig. Ich verstehe was gemeint war.

      LG
  • Freak 1, 08.03.2008 - 00:40 Uhr:
    Basic Channel ist Minimal House ? Mmmhhh. Was ist dann Burial und Tikiman ? Alles schwer heutzutage ...

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