
Pioneer CDJ-350
Bewegte Tapeten
eine Einführung in die Welt der Live Visuals
„Bewegte Tapeten“ – so beschreibt manch selbstironischer VJ das Ergebnis seiner Arbeit, war es doch in den letzten Jahren nicht immer leicht, Aufmerksamkeit für die neue Kunstform Live Visuals zu erhalten. Doch die Zeiten ändern sich, und langsam aber sicher verbreiten sich Visuals in Clubs, Konzert-Locations und Theatern. Die DJs müssen etwas zusammenrücken, um den VJs und ihrem vielfältigen Gerätepark aus Notebooks, DVD-Playern und Videomischern Platz zu machen.
Wie intensiv Bild und Ton in unserer Wahrnehmung zusammenspielen, lässt sich leicht überprüfen: Der Actionfilm im Fernsehen macht mit ausgeschaltetem Ton plötzlich überhaupt keinen Sinn mehr, und nur den Soundeffekten zu lauschen ist genauso langweilig. Visuelle und akustische Eindrücke verstärken sich gegenseitig, und im Nachhinein betrachtet ist es ein Rätsel, warum Live Visuals so lange mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen hatten.
VJs generieren Filme aus Videoschnipseln und selbstgebauten Animationen, die mit Projektoren, Monitoren oder Fernsehern dem Publikum präsentiert werden und die musikalische Performance eines DJs oder einer Band ergänzen. Das Ganze geschieht wie beim DJ Live und in Echtzeit, denn nur so kann der VJ synchron zum Tempo der Musik arbeiten und zu jeder Stimmung die passenden Bilder liefern. Das ist anstrengend und aufwändig, daher erkennt man VJs am Ende einer Party meist daran, dass sie deutlich nüchterner sind als die DJs – einfach, weil sie nicht zum Trinken gekommen sind.
Die Wirkung von Visuals hängt von einer ganzen Reihe verschiedener Faktoren ab: Helligkeit, Geschwindigkeit, Farbe, Bewegung und die verwendeten Motive – all das beeinflusst das entstehende Raumgefühl. Dabei wirken Visuals oft unbewusst, und sind durchaus in der Lage, die Stimmung des Publikums wesentlich zu beeinflussen.
Jede dieser Eigenschaften während einer Live Performance zu kontrollieren, ist nicht ganz einfach und erfordert eine Menge Erfahrung und ein gutes Gespür für Bildwirkung. Während der DJ in vielen Fällen nur beim Übergang zwischen zwei Songs aktiv wird und in der Zwischenzeit höchstens den laufenden Track akustisch ausschmückt, ist beim VJ ständige Aktivität gefragt. Einzelne Clips laufen oft nicht länger als fünf Sekunden und Videospuren wollen ständig synchron zum Beat hin und her gecuttet werden. Dazu muss der VJ auf jede Veränderung in der Musik adäquat reagieren, und zum Beispiel zu einem Break die Geschwindigkeit der Clips runterfahren oder eine Steigerung visuell untermalen.
Des VJs Werkzeugkasten
Da ist es unabdingbar, auf zuverlässige Werkzeuge zurückgreifen zu können, die speziell auf die Bedürfnisse von VJs zugeschnitten sind, und zum Glück gibt es davon inzwischen eine ganze Menge. Für die meisten VJs bilden ein oder mehrere Computer das Zentrum ihres Setups, denn die sind recht günstig und enorm flexibel. Eine Vielzahl verschiedener Programme ermöglicht zahlreiche unterschiedliche Arbeitsweisen.
Dabei ist die verwendete Plattform egal, und selbst brauchbare kostenlose Tools sind in der Entwicklung, darunter das ambitionierte Open Source Projekt „Mute VJ“. Beliebte kommerzielle Tools sind Modul8 von Garagecube für den Mac und Resolume für den PC. Beide Programme werden mit einem Haufen Clips geliefert, die es dem angehenden VJ erleichtern, direkt loszulegen.
Wer sich eingehender mit VJ-Software beschäftigt, wird schnell feststellen, dass alle ein bestimmtes Problem haben: Schnelles, intuitives reagieren verträgt sich einfach nicht mit der Maus-Bedienung, die nur ein eher gemächliches Klicken und Ziehen der zahlreichen Buttons und Drehregler ermöglicht. Bis man den richtigen Knopf gefunden hat, um die monströse Bassline des laufenden Tracks optisch zu würdigen, hat der DJ längst den nächsten Mix gemacht.
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die verbindung von bild und ton bei live-performances ist ein spannendes thema, und es gibt in der tat einige tools, die das können.
die vorgehensweise, die du vorschlägst, nämlich vj-software über midi mit einem sequenzer fernzusteuern, funktioniert wunderbar und wird auch häufig eingesetzt. die meisten vj-programme lassen sich mehr oder weniger vollständig per midi fernsteuern. oft lassen sich einzelne elemente frei mit midi-noten oder control changes belegen.
es geht also und ist gar nicht schwer. probiers einfach mal aus!
salzderHelden.tv
@hamageddon: vielen dank für die blumen. der zweite teil ist seit heute online, hoffe er gefällt ebenso. mit dem mhz-band hast du im prinzip recht, dass es trotzdem funktioniert, beweist z.b. die audio/video-performance "cv-tv" von mark lorenz kysela und matthias siegert. hier wird ein signal ständig zwischen audio und video hin und her "gewandelt". figürlich ist das mit sicherheit nicht - aber spannend.
was ein Gitarrenverzerrer im Mhz-Band ausrichten soll, würde ich mal gerne sehen ;)
ansonsten gratulation
anständiger Artikel, weiter so :)
kollegiale gruesse
hamageddon
eyetrap.net
das sind eine Menge guter Vorschläge, vielen Dank!
Zu deiner Frage: um ein Videosignal zu beschneiden und zu drehen benötigst du bereits einen echten Signalprozessor, einfache Splitter oder Video-Wall-Controller sind damit meist schon überfordert.
Außerdem interessant: LED-Technik im EInsatz mit Visuals (wie z.B. bei der aktuellen DSDS-Produktion). Vielleicht auch schon eine umfangreichere Vorschau auf Arkaos Grand VJ (kommt im Sommer 2008), ein Marktübersicht über die Anbieter von Visual-DVDs/Downloadportalen etc...
vielen Dank für die Produktempfehlung.
Der NUVJ ist für Einsteiger sicher eine runde Sache, mit dem großen Clip-Paket findet man einen schnellen Einstieg. Fortgeschrittene Anwender stoßen allerdings auch an die Grenzen von Controller und Software.
Vielleicht ergibt sich ja bald die Gelegenheit zu einem ausführlicheren Test hier bei Amazona.de.