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Moogulator

Mic Moogulator Community, Aktivist. Livekonzerte & Jams, Musiker, Workshops - auf seinem Grabstein wird einmal stehen "Synthesizer waren sein Leben". Zur Zeit am aktivsten mit: Synthesizer-Magazin Printausgabe, Sequencer.de Community-Datenbank. Der eigenen Musik.

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Test: Roland Fantom G6, G7, G8

11.06.2008
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Die nächste Generation der Fantom Serie ist da. Viele konnten bereits auf der Musikmesse an den G-Fantomen drehen, daher wird es jetzt Zeit für einen Test. Roland zieht damit allgemein nach, denn Korg legte zuvor die ganz neue Generation in Form des M3 vor und bei Yamaha heißt der Konkurrent Motif XS.


Draufsicht

Fantomzeichnung - Geschichtsunterricht
Zeit, eine kleine Fantomzeichnung zu machen und einmal genau hinzusehen, was sich geändert hat. Sehr auffällig ist das riesige Display in der Mitte. Das dürfte wohl eines der größten sein, welches bisher in einem Synthesizer zu finden war. Das erinnert nicht nur an einen Computer, es gibt auch einen Anschluss für eine USB-Maus. Es gibt sogar hübsche Bildschirmschoner für die 800x600 Pixel.

Die Struktur der Klangerzeugung des Fantom ist über lange Jahre entstanden. In dieser heutigen Form gab es sie zuerst im JD990 und den JV1080 (f.f.)/XV/XP Modellreihen danach. Das Sampling hatte mit dem XV5080 Einzug erhalten und wurde seither in der Fantom Serie mit Ausnahme des ersten Modells ebenfalls eingeführt und wurde durchaus zum Studiostandard der 90er. Die Sampling-Option hat jedoch etwas länger gebraucht um zum Quasi-Standard in der Workstation-Welt zu werden. Die Roland Sampler selbst waren übrigens auch mit einem Monitoranschluss nebst Maus zu haben und boten sogar Crossmodulation an, was noch heute selten ist in einem reinen Sampler.

 

Die Anschlüsse


Anschlüsse

Workstation? Was war das nochmal genau?
Ein Synthesizer, welcher einen Sequenzer an Bord hat und mindestens 16 verschiedene Klänge gleichzeitig abspielen kann. In dem Falle spricht man von 16-facher Multitimbralität. Auch Drumsound-Sets und Effekte sind per Definition an Bord. Kurzum: Ein Alleskönner, mit dem man einen kompletten Song bauen kann ohne weitere Hilfsmittel einzusetzen. Der (oder auch das) Fantom G geht über diese Grundforderungen hinaus. Zunächst jedoch ein Hinweis über die Struktur der Klangerzeugung:

 

Das Fantom der Oper - Struktur

Eigentlich ist die Klangstruktur wegen ihrer langen Tradition bereits bekannt und in vielen Rom-basierten Synthesizern von Roland zu finden, dennoch sei sie hier kurz skizziert: Ein Oszillator mit Riesenvorrat an Wellenformen durchläuft ein Multimode-Filter und endet in der obligaten Verstärkerstufe, um die Lautstärke zu steuern. Das Filter bietet alle vier Standard-Filtertypen mit Resonanz und eine zusätzliche Form namens Peaking. Ohne den Gag mit der Peaking-Ente aus dem Synthesizer-Magazin noch einmal zu wiederholen, handelt es sich um eine kleine Anhebung rundum die eingestellte Grenzfrequenz, welche auch unter dem schönen Namen Cutoff bekannt ist. Das ist ausnahmsweise nicht rein-subtraktiv, jedoch aber prima geeignet um stimmähnliche Klänge gezielt zu bearbeiten. Formanten (Stimmenklänge) werden dadurch leichter kontrollierbar. Das ist nicht nur bei Oooh- und Aaah-Chören interessant, auch Pads oder Streicher können so einen interessanteren Charakter aufgezwungen bekommen, ohne gefiltert zu werden. Generell gibt es stets zwei LFOs mit an Bord und insgesamt drei komplexe Mehrstufen-Hüllkurven mit vier Zeiten und Pegeln (für Tonhöhe, Filter und Lautstärke). Auch eine Modulationsmatrix ist an Bord und ermöglicht es, fast alle Parameter zu modulieren. Eine Quelle kann dabei vier Ziele versorgen. Es gibt vier solcher Modulationseinträge. Interessant ist auch der Step-Modus, welcher in den LFOs als Wellenform angewählt werden kann. Damit kann man ein eigenes Sequenzer-Muster mit bis zu 64 Schritten zusammenbauen. Diese Stepsequenz ersetzt in dem Falle die entsprechende Wellenform eines der beiden LFOs, womit der Step-Sequenzer kein eigenständiger Modulator ist, sondern stets einen LFO als "Wirt" benötigt. Auch die anderen Wellenformen sind sehr flexibel. Die Geschwindigkeit der LFOs ist ebenfalls zufriedenstellend, reicht jedoch knapp nicht mehr in den Audiofrequenzbereich.

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Klangbeispiele

Bewertung

Bewertung: 4 von 5
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  • mb-music, 05.07.2008 - 02:29 Uhr:
    Ich finde eine aktuelle Workstation verdient ihren Namen nicht, wenn kein vollwertiger Digi-Mixer eingebaut ist, wo man pro Part/Spur mehrere Insert-Effekte einbinden, Gruppen bilden kann etc. Eben all das, was in jedem Soft-Sequencer möglich ist.
  • Lars, 21.06.2008 - 14:54 Uhr:
    Hab mir vor ein paar Tagen einen Fantom G6 zugelegt, den ich aber u. a. aus folgenden Gründen wieder zurückschicken werde: Im Studio Mode ist pro Patch entweder nur MFX 1 oder MFX 2 (also nicht gleichzeitig!) nutzbar oder eben gar keiner. Genauso beim PFX im Patch... Es gibt keinen Effekt-Send bzw. keine Dry/Wet-Einstellmöglichkeit dafür. Man kann zwar direkt in einigen Effekten Dry/Wet einstellen, aber dann gilt diese Einstellung für alle Patches im Studio-Mode bzw. für alle Tones im Patch! Roland preist lautstark 22 Effekte gleichzeitig an, aber wenn man in die Tiefe geht, ist einiges nur heiße Luft! Oder bin ich einfach nur zu blöd dafür? Letztendlich ist das Gerät damit für mich unbrauchbar, da noch nicht einmal mehr als 1 Stereosignal digital in den Rechner zu bekommen ist, wo man dann wenigstens Rechnereffekte auf die einzelnen Spuren anwenden könnte. Deshalb wirds in kürze ein Motif XS mit Firewire Expansion, der das alles kann.....
  • DJ Sammy, 16.06.2008 - 15:02 Uhr:
    Hi Stefan,\\r\\nwg. des USB Sticks:\\r\\nich habe einen 8 GB, und der ist ok.\\r\\nMusste ich nur vorher am MAC mit FAT32 formatieren (ohne FAT kann der Fantom-G nix damit machen) und dann nochmal am Fantom-G formatieren. Die Größe des USB Sticks sollte aber egal sein. Kann aber sein, dass der eine oder andere USB Stick nicht geht, ist auch ziemlich viel USB-Schrott im Elektro-Markt. Besser checken und wenn nix geht wieder zurück geben.\\r\\nDie Nummer mit den 4 GB weiss ich nicht woher die info stammt....Fantom-X konnte nur bis 1 GB.\\r\\n\\r\\nGrusz\\r\\nDJ-S
  • jim, 16.06.2008 - 12:25 Uhr:
    Alle schreiben, der Sequenzer wäre so toll. Das glaube ich nicht wirklich, denn: Großer Screen + Maus macht einen Sequenzer an sich noch NICHT gut, wenn man
    (a) keine Noten (-gruppen) mit der Maus versetzen kann (in Pianoroll);
    (b) auch hier keine Funktionen hat wie "Bereich auswählen" und "alle Noten gleichzeitig" bearbeiten (z.B. alle Notenlängen auf gleichen Wert setzen, verdoppeln, halbieren usw.). - und viele andere SEQ-Möglichkeiten, die man für Detailbearbeitungen von Phrasen brauchen könnte...
    Ale Workstations von heute sind bzgl. HW-Seq noch NICHT ausgereift ! LEIDER !
  • , 15.06.2008 - 18:42 Uhr:
    Werde das Gerät (G8) wieder verkaufen. Zwar ist der Sequenzer toll und die Sounds sind von der Qualität her gut. Jedoch ist die Auswahl der modernen Synthesizersounds für aktuelle Musikstile nicht ausreichend.

    Nichts gegen den Fantom G, aber er ist klanglich äußerst eigenwillig und es bedarf vieler Nächte, bis man die Klänge nach seinen Wünschen aufgebaut hat. Plus:
    - Sequenzer ist klasse
    - Mausbedienung
    - Megadisplay

    Großes Minus:
    - Viel zu schwer
    - Vibrationen am Gehäuse
    - Nur wenige brauchbare Presets

    Kaufempfehlung ja, jedoch nur die kleine Serie und nur, wer auf warme, einfach strukturierte Sounds steht. Dance, Spheren und Presetliebhaber nicht zu empfehlen.

    Grüße
    Tom
  • Stefan S., 14.06.2008 - 00:55 Uhr:
    Hallo. Ich habe mir ein G6 Gekauft, und muss sagen das teil ist ziemlich gut.Ich habe noch nie so schnell sounds Gebastelt wie mit dieser kiste.Die Sounds sind sehr ansprechend.Der Seqencer der hammer.Aleine die efekte die ich jeden sound zuweisen kann übertift alles was ich bisher hatte.Ich habe schon viele Workstations besessen Trinity,01wfd,yamaha V50,Fantom S.Allerdings habe ich auch kritik an der kiste. Mann kann z.b. nur Usb sticks bis 4gb benutzen,Arpiggios lassen sich nicht selber Programieren,die pads sind ein wenig schwergängig.Multisamples lassen sich zwar dank Update erstellen, für meinen geschmack leider ein wenig kompliziert.Naja bin aber trotzdem zufrieden. Wer eine Workstation sucht solte sich auf jeden fall die Kiste mal anschauen.Es gibt in meinen Augen sowieso nur 2 gute workstations Fantom G6,und Korg M3.
    So das dazu.
    Mfg Stefan
  • gaffer, 12.06.2008 - 09:11 Uhr:
    Wenn ich mir ansehe, was in der Entwicklung von 80-90 abging und dann die Zeit der letzten 10 Jahre, sage ich mal ganz provokativ: ja das Thema ist durch, für Synthesizer allgemein und erst recht für Workstations. Trotzdem kann ich natürlich damit noch immer prima musizieren, die Person, die die Tasten bedient, entscheidet über die Qualität. Bei den Gitarren passiert ja schon viel länger nichts mehr, sie werden billiger ok... fast niemand würde ein Instrument aus den Fünfzigern ablehnen. Aber mit Innovation hat das nicht mehr viel zu tun
  • Andreas, 11.06.2008 - 17:26 Uhr:
    @gaffer:
    ich denke, das Konzept "Workstation" ist klanglich so ziemlich ausgereitzt. Was sich noch ändern kann, ist tatsächlich nur noch die Bedienung der Geräte. Ich vermute, die großen Hersteller versuchen verzweifelt, irgendetwas zu finden, das bei potentiellen Kunden noch den Anschein einer Innovation weckt. Ganz nüchtern betrachtet bleibt allerdings nicht mehr viel Raum für Innovationen. Wer allerdings schonmal gesehen hat, mit welchen großen Kinderaugen Tastenspieler beim Händler die neuesten Kisten bestaunen, der weiß, das dieses Thema alles andere als nüchtern betrachtet wird. :)
    • XCenter, 12.06.2008 - 00:19 Uhr:
      Wenn nicht "Workstation" draufstehen würde, hätten wir einen ansehnlichen subtraktiven Synthesizer vor uns: konservativ in der Struktur, aber technisch auf der Höhe der Zeit. Wie kann das Konzept "Workstation" klanglich(!) ausgereizt sein? Dann wären es eine gehörige Anzahl aktueller sog, "Synthesizer" auch.
      • Andreas, 14.06.2008 - 16:07 Uhr:
        Auch wenn der Kommentar von rob fisher vermutlich scherzhaft gemeint war, gibt es einen großen Unterschied: ein Geigen- oder Klavierbauer versucht nicht, seinen Kunden alle zwei Jahre marktschreierisch die "neueste" Geige oder das innovativste Klavier zu verkaufen, weil diese Instrumente einfach ausgereift sind. Ähnliches trifft auch auf Workstations und, generell, auf Synthesizer zu, nur versuchen die Marketing-Abteilungen der Hersteller das Gegenteil zu behaupten. Der Profi-Musiker braucht angeblich den neuesten Motif XS oder Fantom G, was natürlich Quark ist.

        @Stefan S:
        Natürlich ist das 'ne geile Kiste. Hätte ich ja auch gern. :) Nice to have, aber eben nicht notwendig, um gute Mukke zu machen. Außerdem ist auch der XS eine gute Workstation, nicht nur der M3 (billiges Finish) und der G6/7/8!
  • DJ Sammy, 11.06.2008 - 15:53 Uhr:
    Hallo Amazona!
    Ich möchte meinem Vorgänger in der Kommentarliste etwas widersprechen:
    Der Grad der Nutzung von Innovation ist (wie bei jedem Instrument) abhängig von der geistigen Variabilität und Kreativität des jeweiligen Anwenders. Ich habe mit dem Fantom-G im Live Mode eine Menge Stack-Sounds programmiert, die ich so schnell mit keinem anderen System bisher zusammen bekommen habe, auch für Studio-Kompositionen mit Logic! Die technischen Hilfsmittel (PCM-Sounds usw.) mögen sich zwar strukturell nicht gross von den Workstations der 80/90er unterscheiden, aber die Qualität der Sounds und Effekte hat sich drastisch verbessert.

    Viele Grüße
    DJ Sammy
  • Benutzerbild von Dreitagebart
    Dreitagebart, 11.06.2008 - 13:14 Uhr:
    ... mich würde einmal brennend interessieren, ob die Fantom-Modelle deutlich besser und voller klingen als der XV-5080 aus gleichem Haus.
    • , 15.06.2008 - 18:44 Uhr:
      Hallo,

      diese Frage kann ich mit einem klaren JA beantworten. Wärmer, besser programmiert.

      Gruss
      Tom
  • gaffer, 11.06.2008 - 08:34 Uhr:
    Wer so ein Instrument braucht, wird es kaufen. Was mir halt auffällt: seit Mitter der Neunziger sind eigentlich nur noch kosmetische Veränderungen gekommen, demnächst kommt wohl die Sprach/Gesangssteuerung. Im Prinzip wurde diese Gattung mit Instrumenten wie dem K 2000 oder etwas einfacher dem M1 vor fast 20 Jahren geschaffen. Dafür wäre mir so ein Preis zu hoch. Stände ich 3 mal/Woche auf der Bühne sähe ich das anders, dann ist das ein Werkzeug aber weit entfernt von einem innovativen Instrument. Das gilt auch für die Mitbewerber

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