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Über den Autor

Detlev Petz

Detlev Petz ...arbeitet als beratender Diplom-Ingenieur im Bereich Ton- und Musikproduktionstechnik, ist freier Fachjournalist und zudem als selbstständiger Gitarrendozent tätig.

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Test: LÂG Winter 400DCE

17.06.2008
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Die E-Gitarren aus dem südfranzösischen Hause LÂG haben bei Kennern einen guten Ruf. Die Marke hat allerdings in ihrer 25-jährigen Firmengeschichte nie den ganz großen internationalen Bekanntheitsgrad erlangt, der ihr aufgrund der hohen Fertigungsqualität allemal zustehen würde. Schon seit einiger Zeit bietet LÂG eine Akustikgitarrenreihe unter der Bezeichnung 4 Seasons an. Im sonnigen Frühling soll das Spitzenmodell Winter 400DCE zeigen, ob es auch in wärmeren Jahreszeiten wohlklingende Ergebnisse zu produzieren vermag.

Beim Entnehmen der Gitarre aus ihrer einfachen Transportverpackung (lediglich ein Pappkarton) dachte ich: „Sind die denn bei LÂG wahnsinnig, so ein hochwertiges Instrument ohne Koffer auszuliefern?“ Preislich habe ich die Gitarre aufgrund der augenscheinlich hochwertigen Materialauswahl und sehr sauberen Verarbeitung bei ca. 1.500 € eingestuft. Weit gefehlt, nach kurzer Recherche im Internet musste ich äußerst angenehm überrascht feststellen, dass ich mich glatt um den Faktor 3 beim Preis verschätzt hatte. Fälschlicherweise war ich davon ausgegangen, dass die Gitarre in Frankreich gebaut wurde. Tatsächlich ist sie aber in China gefertigt worden, was mich wiederum sehr überrascht hat – denn so eine hohe Fertigungsqualität ist dem Tester bei akustischen Gitarren aus dem Reich der Mitte noch nicht unter die Augen und Finger gekommen - aber der Reihe nach.


-- LÂG 400DCE --

Konstruktion

Die LÂG 400DCE ist eine Cutaway-Dreadnought mit Piezo-Tonabnehmer und integriertem Vorverstärker aus dem Hause Shadow. Die Holzoberflächen der Gitarre sind seidenmatt lackiert, bei Berührung fühlt sich alles so noch schön holzig an. Für die Decke wurde massive, sehr feingliedrig gemaserte Sitka-Fichte verbaut. Die Schalllochöffnung verziert eine, in Rot- und Brauntönen gehaltene, aufwendig ausgeführte Holzintarsie. Zur Stegseite hin zeigt diese feine Einlegearbeit ein kleines Wappen in Form eines Eiskristalls - passt gut zu einer Wintergitarre.


-- Holzeinlegearbeit um das Schallloch --

Zur Verstärkung der Deckenstatik ist die tragende Beleistung als klassisches X-Bracing ausgeführt. Die dazu verwendeten Fichtenbälkchen sind auf Dreiecksquerschnitt gehobelt, akurat geschliffen und sauber mit der Decke verleimt worden. Nicht selten zeigen sich bei Gitarren der unteren bis mittleren Preiskategorie gerade hierbei Nachlässigkeiten in der Verarbeitung. Zu großzügig aufgetragener Leim, der beim Verpressen von Decke und Verbalkung hervorquillt und nicht sofort entfernt wird, gibt später ein unschönes Bild ab. Solche Spuren sucht man bei der vorliegenden LÂG allerdings vergeblich.

Boden und Zargen des Korpus bestehen aus wahrscheinlich gesperrtem Palisander. Das über die verarbeitungstechnische Ausführung der Deckenverbalkung Gesagte trifft ebenso auf die Beleistung des leicht gewölbten Bodens sowie auf die Reifchen zur Verbindung von Zarge und Decke bzw. Zarge und Boden zu. Alle Holz- und Leimarbeiten wurden wirklich äußerst akurat und sauber ausgeführt und lassen allein schon deshalb für die Gitarre einen höheren Preis als den tatsächlich verlangten vermuten.

Der Hals besteht aus Mahagoni. Die Kopfplatte sowie auch der Halsfuß wurden aus Gründen der Materialersparnis angesetzt, was allerdings nichts Ungewöhnliches ist, auch bei wesentlich teureren Instrumenten wird dies oft genauso praktiziert. Der Hals ist dreadnought-typisch auf Höhe des 14. Bundes mit dem Korpus verleimt worden. Zur eventuell notwendigen Justierung der Halskrümmung bei Verwendung anderer Saitenstärken ist die Imbusschraube des Einstellstabes bequem über das Schallloch erreichbar. Der dafür erforderliche Schlüssel wird erfreulicherweise mitgeliefert. Das schlichte, leicht gewölbte Palisandergriffbrett trägt 20 sauber abgerichtete und auf Hochglanz polierte Bundstäbchen im Jumboformat. Die LÂG-typische Kopfplatte ist mit einem Palisanderfurnier belegt. Darin kunstfertig eingelassen verziert der aus Abalone gestaltete Firmenschriftzug das obere Halsende.


-- Kopfplatte mit eingelegtem LÂG-Schriftzug, Mechaniken im Elfenbein-Design, Ahorn-Bindings am Halsrand --

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Klangbeispiele

Bewertung

Bewertung: 4 von 5
Bewertung: 5 von 5
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  • Sabine, 24.06.2008 - 16:48 Uhr:
    der Test ist wirklich gut uns ausführlich- aber Leute-Leute: von wegen Holzintarsien! Das ist aufgesprüht und zwar bei allen Seasons Modellen. ich habe letze Woche das "gesamte" Sortiment durchgetestet und auch den Händler darauf angesprochen, dass es sich nicht um "INtarsien" handelt. Der Fehler ist bekannt- steht auch falsch in in den LAg Produktunterlagen. Ich meine es macht der Qualität der Gitarre keinen Abbruch- der Sound zählt und ein hübsches Klebefolienbildchen was man anscheinend nicht auf den ersten Blick als Solches identifizieren kann. Ist wurscht.
    Aber zurück zum Thema: Sound-Test prima- aber genau gucken :-)
    • Benutzerbild von d.petz
      d.petz, 26.06.2008 - 19:45 Uhr:
      Erst einmal vielen Dank für Deine konstruktiven Anmerkungen.
      Um Verwirrung und Falschinformation in Bezug auf die Schalllochverzierung entgegenzuwirken, habe ich den dt. LÂG-Vertrieb Korg&More um eine Stellungnahme hinsichtlich des Intarsienmateriales gebeten.
      Es gab wohl unterschiedliche Serienauflagen der 4 Seasons-Gitarren. Zu Anfang wurden echte Holzeinlagen verwendet. In einer Übergangsphase gab es wohl beides, die aktuell gefertigten Gitarren haben aber tatsächlich einen Verzierungsaufdruck - wie Du richtigerweise angemerkt hast. Ein genaues Merkmal zur Unterscheidung ist übrigens die Seriennummer. Gitarren deren Nummer mit 0612 beginnen, verfügen über einen Aufdruck; Gitarren deren Nummern vor 0604 liegen, haben Holzintarsien (dazu gehörte auch eindeutig das Testinstrument). LÂG ist übrigens auf Aufkleber umgestiegen, da die Fertigungsqualität der Einlegearbeiten nicht konstant war.

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