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Über den Autor

Theo Bloderer

Theo Bloderer widmet sich intensiv Synthesizern und elektronischen Klängen. Besitzt eine der größten Vintage-Sammlungen in Deutschland. Er ist Gründer der Webplattform Bluesynths.com und organisierte von 2007 bis 2009 das Synthesizer Treffen Kufstein. Bis 2011 ist ein Teil seiner Sammlung in München ausgestellt.

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Platz 3 in:  V-Synthesizer Hybrid

PPG Wave 2.2 / 2.3

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Blue Box: Sequential Circuits Pro-One

02.08.2008
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Die Letzten werden die Ersten sein. Sagt man halt so. Und im Falle Pro-One trifft das fast zu. Sein großer Kollege Prophet-5 ist und bleibt zwar (neben dem noch größeren Bruder Prophet T8 und dem Ausnahmesynthesizer Prophet VS) der große Star aus der amerikanischen Synthesizerschmiede, doch gleich anschließend folgt dieser Winzling. Seiner klanglichen Stärke und Ausdrucksfähigkeit wegen ist er DER monophone Pflichtsynthesizer für jeden Elektroniker.


Sequential Pro-One - monophoner Klassiker

Seine Pflichten nicht erfüllt zu haben schien zunächst hingegen Dave Smith, als er 1981 mit dem Pro-One den ersten und einzigen Monophonen aus dem Hause Sequential auf den Markt brachte. Seit dem Erscheinen des Prophet-5 im Jahre 1978 warteten nämlich unzählige Musiker sehnsüchtig auf einen weiterentwickelten Nachfolger des erfolgreichen Propheten.

Der 1980 erschienene Prophet-10 war zunächst eine erste Enttäuschung, da er wegen seines etwas unzuverlässigen Innenlebens und seiner unhandlichen Größe wenig Akzeptanz finden und - abgesehen von der doppelten Stimmenzahl und dem eingebauten Sequenzer - keine Neuerungen gegenüber dem Prophet-5 anbieten konnte. So wurde der Riese auch nur in kleiner Stückzahl (ca. 400 Instrumente) hergestellt bzw. verkauft.

Die langersehnte Neuentwicklung kam erst im Jahre 1983 auf den Markt - ein auf Basis des Prophet-5 weiterentwickeltes Instrument mit anschlagdynamischer Holztastatur und umfangreichen MIDI-Möglichkeiten namens Prophet-T8. Allerdings kam diese Entwicklung entschieden zu spät, weshalb das Instrument im "Jahr des DX-7" keine Chance hatte (noch dazu bei einem Neupreis von sagenhaften 13.000 DM.-).

Verständlich, dass das Erscheinen des Low-Cost-Synths Pro-One zwei Jahr zuvor - 1981 - für einiges Aufsehen (und aufs Erste wohl auch Unverständnis) sorgte. Doch die Musiker erkannten schnell den Wert dieses Monophonen, der sich auch zum meistverkauften Produkt der Firma Sequential etablieren sollte: In den wenigen Produktionsjahren bis 1984 wurden immerhin 10.000 Pro-One hergestellt...


Der Pro-One bietet etwas nüchterne, aber grundsätzlich zuverlässige Hardware

Aufbau

Der Pro-One besitzt eine 3-oktavige Tastatur und - klassisch Sequential - zwei Plexiglas-Wheels. Das Instrument verfügt weiters über:

  • 2 VCOs (mit Sync)
  • 24dB VCF
  • LFO
  • Mixer (VCO1/2/Noise)
  • 2 Env (ADSR)
  • Glide (Portamento)
  • Modulationsmatrix
  • Sequenzer
  • Arpeggiator

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Klangbeispiele

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Bewertung: 4 von 5
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  • Benutzerbild von Neven Dayvid
    Neven Dayvid, 28.10.2009 - 13:09 Uhr:
    Also ich finde, für 1000.- Euro lohnt sich der Synthesizer, wenn man einen weitestgehend kompromisslos implementierten Monosynth haben will. In Doepfer-Modulen würde das ganze mehr kosten.
    Ich habe das Vergnügen, einen ProOne zu spielen, bei dem die Tastatur mit neuen Bushings aus Silikon ausgestattet wurde, besser als ab Werk, da die Tasten nicht mehr so klappern.
    So eine Modifikation ist auf jeden Fall zu empfehlen.
    Der Sound ist erstklassig, nur an der Hardware wurde seinerzeit etwas arg gespart. Man kann halt nicht alles haben, und gerade aktuelle Instrumente scheinen mir da von den Potis her auch etwas wackelig zu sein...hallo Little Phatty.
  • von mir, 20.08.2008 - 15:26 Uhr:
    Beim Evo lassen sich die Oszis durch die schnellen LFOs auch frequenzmodulieren. Ein Ersatz für einen Pro-One ist ein Evolver dennoch nicht. Der Evo ist meiner Meinung nach einer der innovativsten und bestklingenden Synths der heutigen Zeit. Der Pro-One hingegen ist ein Klassiker der analogen monophonen. Am besten beide haben ;)
  • Cornel, 13.08.2008 - 14:24 Uhr:
    Der MEK kann gar kein Ersatz für einen ProOne sein, weil die analogen Osz. nur Sync können. Im ProOne lassen sich beide Osz jedoch frequenzmodulieren!
  • Tricky, 06.08.2008 - 14:10 Uhr:
    Der Pro-One ist ohne Zweifel eine klasse Mono-Maschine!
    Jedoch hat er starke Konkurrenz aus eigenem Hause, Dave Smith MEK ;)
    Da einfach mal die digitalen OSCs abschalten, sounded superklasse.
    Dabei ist der MEK moderner & gar nicht soo teuer.

    Wozu also überteuert nen alten Klassiker kaufen, wenn man für
    ähnlich viel Geld einen modernen Klassiker ins Haus holen kann ! ;)

    just my 2 cents ...
    • Benutzerbild von t.bloderer
      Bloderer, 06.08.2008 - 19:46 Uhr:
      ... ja, das stimmt. Mono Evolver Keyboard (oder Desktop) sind gute Instrumente und bieten sehr viel für's Geld! Ein 1:1 Vergleich von MEK und Pro-One wäre mal interessant...
    • Klanggeist, 15.08.2008 - 23:20 Uhr:
      Sehe ich nicht so. Die Stärken bei den Evolver-Synths liegen bei den digitalen Sachen.Die analoge Ecke schlappt dagegen ziemlich ab.
      Kein Ersatz zum Pro-one, leider.

      Jörg
  • Rauschwerk, 06.08.2008 - 02:07 Uhr:
    Ein hervorragendes Instrument! Der Filter erinnert mich teilweise an den Synthex. Auch die ENVs verrichten hier sehr gute Dienste. Der Sound hier ist sehr beeindruckend..
  • RetroSound, 02.08.2008 - 22:23 Uhr:
    Der Pro-One ist für mich einer der besten und leistungsfähigsten Mono-Synths überhaupt. Besonders Vince Clark setzte den Pro-One auf dem ersten Yazoo Album exessiv ein. Der Pro-One macht einen enormen Druck unten rum den so nur noch der Minimoog oder der Taurus toppen kann. Berühmt sind auch die schneidigen Sync Sounds des Pro-One. Dank der Polymodulation sind aber auch sehr abgedrehte Klänge möglich. Kurzum ein sehr vielseitiger und vorallem ausgezeichnet klingender Synth.
  • Benutzerbild von t.bloderer
    Bloderer, 02.08.2008 - 20:34 Uhr:
    (Fortsetzung): Der Pro-One erzeugt auch nur eine Stimme, und die ist in beinahe jeder Facette kompromißlos gut. Nun ist es zu hinterfragen, ob eine singuläre Stimme des Prophet 08 dieselbe Dynamik, Präsenz und analoge "Aggression" wie der Pro-One aufzuweisen hat (oder eben nur mit "ähnlichem Klangcharakter" - das ist der Punkt). Der Prophet 08 bietet sicher seine eigenen Stärken und musikalische Möglichkeiten, doch einen Vergleich zum Pro-One würde ich nicht wagen...
  • Benutzerbild von t.bloderer
    Bloderer, 02.08.2008 - 20:32 Uhr:
    Die Preise sind im Moment sehr hoch, das stimmt. Doch einen "Wert"-entsprechenden Aspekt möchte ich relativieren: Polyphonie ist grundsätzlich ein etwas irreführendes Argument, da es musikalische Qualität zu implizieren versucht. Doch dieser Zusammenhang ist nicht gegeben. Viele Pioniere der elektronischen Szene haben ihre Meisterleistungen auf großteils monophonen Instrumenten erbracht. Gerade die Reduktion auf jeweils EINE Stimme (was bei mehreren Instrumenten natürlich wieder einen polyphonen Klangeindruck ergibt) ist ein (mühsamer, aber lohnender) Weg zu kreativen, abwechslungsreichen und durchdachten Kompositionen.
  • Benutzerbild von Dreitagebart
    Dreitagebart, 02.08.2008 - 11:48 Uhr:
    ... bis zu 1000 EURO für einen gebrauchten PRO-ONE? Gibt es wirklich Leute, die soviel dafür bezahlen? Solchen Kandidaten kann ich nur empfehlen, sich vorher mal den Prophet 08 anzuhören, der ist zwar wesentlich teurer, dafür aber neu, achtstimmig und soundmäßig meiner Meinung nach keinen Deut schlechter als der PRO-ONE bei sehr ähnlichem Klangcharakter.

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