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Über den Autor

Marko Ettlich

Marko Ettlich ...arbeitet seit 1998 als freischaffender Sound-Designer und Klangtüftler unter dem Pseudonym RetroSound. Besonders die alten Synthesizer, Keyboards und Drummaschinen aus den 70`er und 80`er Jahren sind seine große Leidenschaft. Seit 2008 schreibt er für die AMAZONA Vintage Zone.

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Green Box: Waldorf Microwave II, XT und XTk

27.09.2008
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Microwave II - die Mikrowelle, die nicht kochen kann

Kinder, wie die Zeit vergeht ...

Als ich vor gut 11 Jahren die ersten Testberichte zum neuen Waldorf Microwave II las und ich mich auf der Musikmesse von den klanglichen Qualitäten selbst überzeugen konnte, stand für mich eines fest: Diese Kiste muss her!

Die inneren Werte ließen einem wortwörtlich das Wasser im Munde zusammenlaufen, wurde doch schon sein Vorgänger - der Microwave 1 - mit Lobeshymnen nur so überhäuft, ja wären sogar einige Dancetracks ohne den MW vielleicht nie entstanden. Wir erinnern uns noch fern an Snap “The Power“ und was weiß ich, wie diese hippen Tracks damals alle hießen.

Wie dem auch sei, der Microwave war einer der angesagtesten und coolsten Synths jener Zeit. Kaum ein Schlager kam damals ohne die typischen knackigen Bässe und Stacks aus. Wer freilich nicht in die Materie eingeweiht war, fragte sich: Was willst Du denn mit so einer neuen Mikrowelle, du hast doch schon eine in der Küche?! Ok, lassen wir das.


Der Microwave 2 ist auch optisch ein Leckerbissen

Angespornt durch den unglaublichen Erfolg der ersten Microwave Generation sah sich das Waldorf-Team ermutigt, einen würdigen Nachfolger für den Bestseller MW1 zu entwickeln. Virtuell Analog hieß das neue Zauberwort zu jener Zeit! Clavia hatte es mit dem Nord Lead vorgemacht, und alles schien möglich zu sein.

Basierte die Klangerzeugung des MW 1 noch auf einen von PPG Gründer Wolfgang Palm entwickelten ASIC Chip und analogen Curtis Filtern, so betrat man mit dem MW 2 echtes Neuland. 1997 war es dann endlich soweit, und man stellte den ersten rein softwarebasierten Waldorf Synthesizer der breiten Öffentlichkeit vor. Jetzt war es möglich geworden, das Beste aus beiden Welten zusammenkommen zu lassen. Die bewährte hauseigene Wavetable Synthese und die Klangstruktur wurde weitestgehend vom MW1 übernommen und von Grund auf neu programmiert. Dazu kamen einige wunderbare Zusatzfunktionen, wie eine Vielzahl unterschiedlicher Filtermodelle und interessante Effekte. Alles dies war undenkbar beim MW1. Der Clou dabei war - natürlich auch marketingtechnisch geschickt - dass diese Zusatzfunktionen durch ständige Software Updates aktualisiert oder erweitert werden konnten. Das hörte man gern, denn so blieb der Synthesizer ständig auf dem neuesten Stand. Für mich was das eine Offenbarung!


Die rote Waldorf Nase darf nicht fehlen

Die Wavetable Synthese hatte es mir schon seit den alten PPG Wave Synthesizern angetan, da man hier nicht nur auf die einfachen, analogen Wellenformen beschränkt war, sondern aus einem riesigen Wellenformvorrat schöpfen konnte. Ich kann mich noch entfernt an eine Aussage von Waldorf Mitarbeiter Wolfram Franke erinnern, der sagte: „Wenn wir es nicht besser hinbekommen, lassen wir es…“

Wer konnte da noch widerstehen?!

Es kam, wie es kommen musste:Der MW2 konnte an den Erfolg seines Vorgängers weitestgehend anknüpfen und sollte ebenfalls kein Ladenhüter werden. Heute, fast 12 Jahre später, hat sich die Euphorie ein wenig gelegt. Und auch wenn einige dem Microwave 1 klanglich dem Vorzug geben werden, handelt es sich doch beim MW2 um ein ausgesprochen vielseitiges und hervorragend klingendes Sound-Monster mit eigenständigem Klangcharakter, welches eine riesige Bandbreite an Sounds zu produzieren vermag. Der MW2 ist noch so ein „richtiger“ Synthesizer, der nur so danach schreit, dass man sich mit ihm auseinandersetzt und in sein Innerstes vordringt, um immer wieder neue, aufregende Klänge zum Hören zu bringen.

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Klangbeispiele

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  • Benutzerbild von FischerZ
    FischerZ, 27.07.2009 - 19:56 Uhr:
    Hab nun endlich auch eine MW II und muß feststellen das da keine Emulation an den Klang und die Dynamik des MW rankommt. Ein Wavetableditor ist wahrlich ein Segen zur Klangforschung denn da kommen Sounds heraus die wirklich einzigartig sind. Ideal für Klangtüftler. Leider bietet Waldorf keine Erweiterungen mehr an und auch das Betriebsystem wird nicht mehr gepflegt aber Reparaturen werden noch durchgeführt. Die Microwell geb ich nicht mehr her.
    • Benutzerbild von m.ettlich
      m.ettlich, 27.07.2009 - 21:36 Uhr:
      Willkommen im Club. :)

      Die Microwaves sind schon tolle Kisten und meiner Meinung nach sehr unterschätzt. Ich mag den Einser wie den Zweier sehr gern. Jeder für sich kann sehr geil klingen.
      • Benutzerbild von FischerZ
        FischerZ, 27.07.2009 - 22:27 Uhr:
        Der einser klingt einen Hauch, sagen wir mal Analoger, aber das sind nur Nuancen. Jeder interpretiert das für sich anders. Ich hatte einen Microwave zuletzt in den 90ern unter meiner Knute. Nach alle den VST-Plugins endlich wieder richtige Hardware und mit meinem Virus hat der kleine aus der Eifel auch schon Freundschaft geschlossen. Ein perfektes Paar.
        • Benutzerbild von Peter Grandl
          Peter Grandl, 28.07.2009 - 07:55 Uhr:
          Hi FischerZ, im Klang zwischer Ier und IIer sind wirklich Welten sobald der Filter dynamisch zum Einsatz kommt. Ich habe beide hier und habe auch den direkten A/B Test gemacht mit den selben Sounds. Der klangliche Unterschied ist wirklich selbst für Ungeübte sehr deutlich hörbar. Der IIer hat sicher seine Stärken, aber richtig analog klingt der nun gar nicht.
          • Benutzerbild von m.ettlich
            m.ettlich, 28.07.2009 - 09:02 Uhr:
            Aber der zweier kann die schöneren Flächen. Der einser ist dagegen bei Bässen und harschen, durchsetzungsfähigen Hybridsounds ungeschlagen. Die haben beide was für sich.
            • Benutzerbild von FischerZ
              FischerZ, 28.07.2009 - 10:05 Uhr:
              Pads kommen wirklich super herraus. Manche Sounds erinnern fast an die Wavestation von Korg nur mit dem Vorteil das man sich im MW ja quasi die Wavesequenzen selber machen kann. Ich hoffe die Jungs von Waldorf spendieren ihrem Largo (Sorry OT) einen Editor.
          • Benutzerbild von FischerZ
            FischerZ, 28.07.2009 - 10:02 Uhr:
            Wie wäre es denn mal mit einem A/B Vergleich. Ist bei mir ja schon a bisserl was her als ich den einser hatte.
  • sunny, 18.03.2009 - 23:09 Uhr:
    wie jetzt? überall ist zu lesen, dass die microwave2 kein delay hat - nun doch? wäre für mich nämlich ein K.O.-Argument...
    • Benutzerbild von m.ettlich
      m.ettlich, 19.03.2009 - 21:49 Uhr:
      Es gibt zwei Revisionen vom MW2. Die ersten MW2 haben kein Delay, während die späteren MW2 schon das XT Board drin haben. Sie entsprechen demnach der MWXT.
  • optoz, 10.10.2008 - 19:42 Uhr:
    Die Allgegenwart der Liedchen im MP3-Format scheint wohl allenthalben das Gehör verbogen zu haben?!? Hört denn keiner mehr die Originale oder deren Nachbauten der ersten Stunde(n)? Dieser Synthesizer klingt beinahe schon so wie ein Plugin (bravo: haben sie gut hingekriegt, die Ingenieure!), sein Klang ist so charmant wie der Duft eines Papiertaschentuchs und er hat etwa soviel Wumms wie ein sibirischer Espresso. Das, was drin ist, ist nicht mal das Gehäuse wert!
    • Benutzerbild von m.ettlich
      m.ettlich, 10.10.2008 - 20:04 Uhr:
      Ist auch eine Meinung...kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber gut. Der Klang ist wie gesagt Geschmackssache. Ich mag ihn!
    • derbert1, 07.12.2008 - 22:52 Uhr:
      ich stimme dir vollkommen zu. ich hatte mir damals auch einen XT zugelegt und als ich ihn dann imstudio angeschlossen hatte, kam ide große ernüchterung. der sound war so unsäglich dünn. die filter so erbärmlich wie vielzahlig. Das einzige wofür ich ihn mal benutzt habe war die Wavetables umszustellen während man gespielt hat (wobei das ja eigentlich gar nicht so gedacht ist ;). mit hoher resonanz und ordentlich delay und reverb, gab das coole effekte.
  • Doc, 28.09.2008 - 18:11 Uhr:
    Den MW1 mit den echt analogen Filtern hatte ich - die 2.0 Aktion hab ich auch noch miterlebt - tolle Zeiten.

    Der war damals der erste richtige Analoge in dem ganzen Workstationen- und Romplermarkt.

    Bei den Wellenformen waren für mich eigentlich nur n Sync und PWM Table interessant bzw immer die letzten 3 Waves.. ;o).
    Die Kiste hat Bass- und Leadsounds gezaubert da hat selbst mein Mini gestaunt.

    Wenn ich da den Digidesign Hybrid höre - oh Mann - der hat vielleicht nicht den Charme - aber den Sound - und der muss gefallen... :o)
  • Doc, 27.09.2008 - 12:27 Uhr:
    Ja, hatte den XT - voll aufgerüstet mit 30 Stimmen. Nur gibts PlugIns die bedeutend effektiver sind.

    Terratec- Komplexer, Digidesign - Hybrid, etc....

    Nur heute 300.-€ für einen Gebrauchten ausgeben, wenn der aktuelle Blofeld grad n Hunni mehr kostet ??
    • Benutzerbild von m.ettlich
      m.ettlich, 27.09.2008 - 16:17 Uhr:
      Mag ja alles stimmen, es gibt softwaremäßig momentan sehr viel am Markt und bestimmt auch viel komplexere Soundmaschinen, aber haben die auch diesen Charme? Der MW2 klingt unverwechselbar und hebt sich deutlich von anderen Synths ab.

      Der Blofeld ist ein ausgezeichneter Synthesizer zu einem unschlagbaren Preis und ziehe vor Waldorf den Hut dass sie wieder so mitmischen, aber der Blofeld klingt auch wieder ganz anders als der Microwave 2.
      Das läßt sich einfach nicht vergleichen. Ich mag den MW2 nicht nur für das was er kann, sondern auch dafür wie er klingt. Schneller, höher, weiter muss nicht immer besser bedeuten. Aber das ist wie immer Geschmackssache.
      • Benutzerbild von FischerZ
        FischerZ, 27.09.2008 - 18:01 Uhr:
        Ich hatte noch einen der ersten MW. Da mußte ich noch in den Laden um das Update 2.0 einzubauen. Diese UPAW"s am Rechner zu editieren war schon toll. Einen kurzen wav-Schnippsel in den Rechner und schon konnte man seine eigenen Wavetables spielen. Vielleicht läßt Waldorf das ja mit dem Stromberg noch mal aufblühen.
        • Benutzerbild von m.ettlich
          m.ettlich, 27.09.2008 - 18:15 Uhr:
          Stimmt, das konnte der MW1 mit neuerem OS und dann auch der der MW 2/XT. Leider wird diesem Feature von vielen Usern kaum Beachtung geschenkt, ja einige wissen nicht mal von der Möglichkeit eigene Wavetables zu erstellen. Doch gerade erst diese Funktion ermöglicht es die abgefahrensten Dinge anzustellen. Eine unerschöpfliche Spielwiese für den Klangbastler...
  • Benutzerbild von FischerZ
    FischerZ, 27.09.2008 - 11:49 Uhr:
    Euere Green Box Serie hat einen kleinen Nachteil. Man wird jedes Mal aufs neue daran erinnert das man so bescheuert war diese edlen Kisten verkauft zu haben.
    Schöner Bericht für einen tollen Synth.
    • Benutzerbild von m.ettlich
      m.ettlich, 27.09.2008 - 12:32 Uhr:
      :)
      Bei MW2 geht es ja noch. Die Gebrauchtmarkpreise sind hier noch recht moderat, aber bei einigen Teile könnte man sich angesichts der aktuellen Preisentwicklung wirklich in den Allerwertesten beißen...

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