
Das 1 HE Memotron
Microwave II - die Mikrowelle, die nicht kochen kann
Kinder, wie die Zeit vergeht ...
Als ich vor gut 11 Jahren die ersten Testberichte zum neuen Waldorf Microwave II las und ich mich auf der Musikmesse von den klanglichen Qualitäten selbst überzeugen konnte, stand für mich eines fest: Diese Kiste muss her!
Die inneren Werte ließen einem wortwörtlich das Wasser im Munde zusammenlaufen, wurde doch schon sein Vorgänger - der Microwave 1 - mit Lobeshymnen nur so überhäuft, ja wären sogar einige Dancetracks ohne den MW vielleicht nie entstanden. Wir erinnern uns noch fern an Snap “The Power“ und was weiß ich, wie diese hippen Tracks damals alle hießen.
Wie dem auch sei, der Microwave war einer der angesagtesten und coolsten Synths jener Zeit. Kaum ein Schlager kam damals ohne die typischen knackigen Bässe und Stacks aus. Wer freilich nicht in die Materie eingeweiht war, fragte sich: Was willst Du denn mit so einer neuen Mikrowelle, du hast doch schon eine in der Küche?! Ok, lassen wir das.
Angespornt durch den unglaublichen Erfolg der ersten Microwave Generation sah sich das Waldorf-Team ermutigt, einen würdigen Nachfolger für den Bestseller MW1 zu entwickeln. Virtuell Analog hieß das neue Zauberwort zu jener Zeit! Clavia hatte es mit dem Nord Lead vorgemacht, und alles schien möglich zu sein.
Basierte die Klangerzeugung des MW 1 noch auf einen von PPG Gründer Wolfgang Palm entwickelten ASIC Chip und analogen Curtis Filtern, so betrat man mit dem MW 2 echtes Neuland. 1997 war es dann endlich soweit, und man stellte den ersten rein softwarebasierten Waldorf Synthesizer der breiten Öffentlichkeit vor. Jetzt war es möglich geworden, das Beste aus beiden Welten zusammenkommen zu lassen. Die bewährte hauseigene Wavetable Synthese und die Klangstruktur wurde weitestgehend vom MW1 übernommen und von Grund auf neu programmiert. Dazu kamen einige wunderbare Zusatzfunktionen, wie eine Vielzahl unterschiedlicher Filtermodelle und interessante Effekte. Alles dies war undenkbar beim MW1. Der Clou dabei war - natürlich auch marketingtechnisch geschickt - dass diese Zusatzfunktionen durch ständige Software Updates aktualisiert oder erweitert werden konnten. Das hörte man gern, denn so blieb der Synthesizer ständig auf dem neuesten Stand. Für mich was das eine Offenbarung!
Die Wavetable Synthese hatte es mir schon seit den alten PPG Wave Synthesizern angetan, da man hier nicht nur auf die einfachen, analogen Wellenformen beschränkt war, sondern aus einem riesigen Wellenformvorrat schöpfen konnte. Ich kann mich noch entfernt an eine Aussage von Waldorf Mitarbeiter Wolfram Franke erinnern, der sagte: „Wenn wir es nicht besser hinbekommen, lassen wir es…“
Wer konnte da noch widerstehen?!
Es kam, wie es kommen musste:Der MW2 konnte an den Erfolg seines Vorgängers weitestgehend anknüpfen und sollte ebenfalls kein Ladenhüter werden. Heute, fast 12 Jahre später, hat sich die Euphorie ein wenig gelegt. Und auch wenn einige dem Microwave 1 klanglich dem Vorzug geben werden, handelt es sich doch beim MW2 um ein ausgesprochen vielseitiges und hervorragend klingendes Sound-Monster mit eigenständigem Klangcharakter, welches eine riesige Bandbreite an Sounds zu produzieren vermag. Der MW2 ist noch so ein „richtiger“ Synthesizer, der nur so danach schreit, dass man sich mit ihm auseinandersetzt und in sein Innerstes vordringt, um immer wieder neue, aufregende Klänge zum Hören zu bringen.
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Die Microwaves sind schon tolle Kisten und meiner Meinung nach sehr unterschätzt. Ich mag den Einser wie den Zweier sehr gern. Jeder für sich kann sehr geil klingen.
Der war damals der erste richtige Analoge in dem ganzen Workstationen- und Romplermarkt.
Bei den Wellenformen waren für mich eigentlich nur n Sync und PWM Table interessant bzw immer die letzten 3 Waves.. ;o).
Die Kiste hat Bass- und Leadsounds gezaubert da hat selbst mein Mini gestaunt.
Wenn ich da den Digidesign Hybrid höre - oh Mann - der hat vielleicht nicht den Charme - aber den Sound - und der muss gefallen... :o)
Terratec- Komplexer, Digidesign - Hybrid, etc....
Nur heute 300.-€ für einen Gebrauchten ausgeben, wenn der aktuelle Blofeld grad n Hunni mehr kostet ??
Der Blofeld ist ein ausgezeichneter Synthesizer zu einem unschlagbaren Preis und ziehe vor Waldorf den Hut dass sie wieder so mitmischen, aber der Blofeld klingt auch wieder ganz anders als der Microwave 2.
Das läßt sich einfach nicht vergleichen. Ich mag den MW2 nicht nur für das was er kann, sondern auch dafür wie er klingt. Schneller, höher, weiter muss nicht immer besser bedeuten. Aber das ist wie immer Geschmackssache.
Mal schauen...
Schöner Bericht für einen tollen Synth.
Bei MW2 geht es ja noch. Die Gebrauchtmarkpreise sind hier noch recht moderat, aber bei einigen Teile könnte man sich angesichts der aktuellen Preisentwicklung wirklich in den Allerwertesten beißen...