
Das 1 HE Memotron
The deepest bass ever …
In den späten 70er Jahren sah man nicht selten bei einigen Musikgruppen so ein seltsames Pedal auf der Bühne, das ab und an von dem Bassisten oder dem Keyboarder zum Einsatz gebracht wurde. Dieses, ein bisschen an eine Schuhputzmaschine erinnernde Gerät, ist grundsätzlich nur für eine Sache bestimmt: für den Bassss!
Manch einer mag sich jetzt denken: Ja gut, einen fetten Bass kann mein Minimoog oder Little Phatty auch erzeugen. Na klar kann er das! Aber ich bin mir ganz sicher, wer diesen unglaublich drückenden Taurus-Sound erst einmal über eine gute Anlage gehört hat, wird seine Meinung auch ganz schnell ändern. Doch mehr dazu später.
Ich möchte vorweg unbedingt darauf hinweisen, dass es sich in diesem Bericht ausschließlich um den Moog „Taurus 1“ (Model 205A) handelt. Es scheint oft ein bisschen Verwirrung bezüglich der zwei Taurus Modelle zu geben. Der „Taurus 1“ ist das erste Modell, und wenn man über den typisch, fetten Taurus Sound redet, dann ist von diesem Gerät die Rede. Bei dem Nachfolgemodell, dem Moog „Taurus 2“, handelt es sich um nichts anderes, als um einen Moog Rogue Synthesizer, der an Stelle der Tastatur mit einem externen Stummelpedal ausgestattet wurde. Klanglich haben die beiden Modelle wirklich kaum etwas gemeinsam. Der „Taurus 2“ ist nicht annähernd in der Lage, den kraftvollen Sound zu liefern, für den der „Taurus 1“ zur Legende geworden ist.
Meinen ersten (Hör-)Kontakt mit dem Moog „Taurus 1“ hatte ich schon vor vielen Jahren. In meinem CD Regal finden sich einige Silberlinge aus der Glanzzeit von Genesis, Marillion oder Asia.
Als Synthesizer-Freak hat man ja oft die komische Angewohnheit (und wie ich schon häufig gehört habe, geht das zum Glück anderen auch so), jeden Song zu analysieren, mit welchem Instrument dieser oder jener Sound eingespielt wurde.
Ein ganz besonderer Klang stach auf diesen Scheiben beharrlich heraus: ein immer pulsierender, abgrundtiefer Basssound, der die Gläser auf dem Regal regelrecht zum Wackeln brachte. Dieser bombastische Sound hatte es mir fortan angetan. Auf dem Platten-Cover las man manchmal etwas von einem Moog-Taurus -Basspedal. Ich konnte mir bis dato noch nichts darunter vorstellen, was es nun mit dem Teil auf sich hat. Im Internet gab es nur spärliche Informationen und Klangbeispiele überhaupt nicht. Auf einem alten Genesis Video konnte ich dann das erste Mal den „Taurus 1“ in Aktion sehen und war fortan begeistert von dem Gerät.
Das Problem war nur, woher bekommt man so ein Teil? Wie meine Recherche ergab, wurden von dem Gerät nur relativ geringe Stückzahlen gebaut. Eine lange Suche begann, aber glücklicherweise ergab sich dann irgendwann doch ein Kauf, und fortan zählt der „Taurus 1“ zu meinen absoluten Favoriten für extrem bassige Sounds. Meine Nachbarn „lieben“ das Teil ebenso! ;-)
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das ist ja mal ein schönes Feature über ein viel zu oft übersehenes Instrument.
Zum Taurus I fällt mir nur "Don't stand so close to me" von The Police ein, da hört man dieses Teil sehr deutlich.
Rushs Tom Sawyer dagegen dürfte, nach allem was ich sehen konnte, von Geddy Lee auf einem Minimoog gespielt worden sein (also der Sweep am Anfang).
Schöne Sounds. Moog eben.
LG Dietmar
Gruß, Dietmar
Ja das habe ich mir auch gedacht, als ich mit dem schreiben des Artikels begonnen habe. Die bisherigen Informationen im Netz über den Taurus sind bisweilen ziemlich dürftig. Sicher es ist ein Liebhaber-Gerät aber wenn schon, dann richtig ausführlich.