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Moogulator

Mic Moogulator Community, Aktivist. Livekonzerte & Jams, Musiker, Workshops - auf seinem Grabstein wird einmal stehen "Synthesizer waren sein Leben". Zur Zeit am aktivsten mit: Synthesizer-Magazin Printausgabe, Sequencer.de Community-Datenbank. Der eigenen Musik.

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Blue Box: Roland JX8P

23.06.2007
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Ja, simmer denn heut scho’ Vintage?

Es begab sich in 1984, dem Orwell Jahr. Die Oberflächen der Synthesizer veränderten sich. Eingabe der Parameter mittels eines Datenreglers und 7-Segment-LED-Anzeigen waren nun „in Mode“ gekommen. Dies machte Firmen möglich, bisher teure Geräte günstiger herzustellen. Konkurrenten seinerzeit waren andere Polyphone wie der 2 Jahre zuvor erschienene Korg Polysix, SCI Prophet 600 etc.

Just in der Welle, da sich die Junos und Jupiters größter Beliebtheit erfreuten und Yamaha seit kurzem den DX7 vorstellte, war nun der Wunsch der Musiker nach neuen Begehrlichkeiten da: Anschlagdynamik, polyphon, Digitalklänge und damit „realistisch“ sollte es sein. Roland baute auf den Erfolg der Jupiter-Serie, also dem Jupiter 6 und 8 (1981 und 1983) und zuvor dem Jupiter 4 (1979), dem ersten polyphonen Synthesizer der Firma. Dazu waren die Junos günstiger zu bekommen und einfachst zu bedienen.

Damit man die Klangmaschinen nun günstiger anbieten konnte, hat die Firma von Herrn Ikutaro Kakehashi bei ihrem Modell JX3P die Klangerzeugung von den Reglern getrennt. Diese waren als sogenannte „Programmer“ dann extra erhältlich (Tipp: Kakehashi-Biographie gibt es grade aktuell beim PPV Verlag). Leider nahm Roland von Planetennamen allgemein, vor allem von „Jupiter“ und ein Mond (daher „Juno“) Abstand. Aber wir wissen, dass mit dem Alpha Juno noch 2 Jahre später die freundlichen Namen noch einmal verwendet wurden. So spricht der Nostalgiker.


Der JX8P: Ein sechsstimmiger "Vielklang-Synthesizer"

Nahezu jeder polyphone Synthesizer von Roland nach dem Jupiter 8 (1981) musste sich an dessen 8 Stimmen und Klang messen. Selbst der 1996 erscheinende JP8000 trug die "8" im Namen, um hier an den Urahn zu erinnern, den grossen Klassiker Jupiter 8. So auch der JX8P. Bezeichnete dies beim Jupiter noch die Stimmenanzahl, so ist JX8P hier einfach ein Hinweis an die Massen geschickt worden. Seht her, ich bin das neue Poly-Flagschiff von Roland. Sechsstimmig. Dass er nicht unbedingt ein "ewig Zweiter" war, erklärt sich im folgenden Text.

Baut auf! Baut auf!

Ein solider 5 Oktaven Synthesizer mit dem „roländischen“ Bender, den man sanft nach vorn drücken kann, um Modulation (Vibrato) zu erzeugen. Auf der rechten Seite finden sich Lautstärke, Aftertouch-Empfindlichkeit, Portamentoeinstellungen sowie die Bend-Range. Letztere dient der Einstellung des Tonbeugungsbereiches des Pitchbenders von 2-7 Halbtönen. Auch der wichtigste Regler ist hier zu finden: Edit! Hiermit werden sämtliche Parameteränderungen eingestellt.

Das Gehäuse ist roadtauglich. Man findet auf der rechten Seite eine Liste aller erreichbaren Parameter. Zentral platziert eine Reihe von 32 Folientasten, welche vor allem der Klangwahl und Parameterwahl dienen. Man tippt einfach die Nummer des Parameters und sieht diese in einem LED-Display darüber und ändert diese mittels besagtem Editregler. Wer dazu keine Lust hat, sollte den Programmer (PG800) direkt mit einplanen. Er hat einen speziellen Anschluss (also nicht via MIDI, sondern eine 6pol DIN-Buchse) an der Rückseite und bietet ausnahmslos jeden Parameter, der für den Klang verantwortlich ist als Fader (Schieberegler) oder Drehknopf.



Natürlich kann man auch per Sounddiver oder ähnlicher Verwaltungs-Software arbeiten. Die Implementation von SysEx war zu JX-Zeiten noch etwas Neues und man ist leider nur in der Lage, einzelne Klänge zu übertragen. Beim Empfangen ist allerdings eine 32er Bank in einem Block kein Problem, beim Senden muss man jeden Klang anwählen, um ihn im Editor zu speichern (kein Midi-Request kann ihn also dazu überreden). Man sollte also einfach glücklich sein, einen midifähigen Synthesizer vor sich zu haben und die maximal 32 Klänge sind auch schnell durchgesteppt.
Um nun endlich zum Kern zu kommen, noch die Eckdaten zum äußeren Einwirken des JX8P auf den menschlichen Wahrnehmungsapparat in Form von weiteren Folientastern:

Da der JX8P einen Cardslot hat, kann man hier noch einmal 32 Klänge speichern, zudem gibt es 32 Presets, welche auf den genannten 32 Tasten aufgedruckt zu finden sind und notfalls als „Anfangsklang“ für neue Kreationen dienen können. Pianos aus einem Analogen! Da sieht man schnell, welche Frage 1984 dominierte: „Wie klingt denn das Klavier?“.

 

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  • Benutzerbild von Neven Dayvid
    Neven Dayvid, 12.10.2009 - 03:08 Uhr:
    Ich hatte mal ein Jahr lang einen MKS-70 und war doch etwas "underwhelmed"... die butterweichen Pads beherrscht er wie kein Anderer, da schließe ich mich dem Moogulator an, aber Sync-Sounds und vor allem die Resonanz klangen im Vergleich zu allen drei Jupiters, selbst dem Juno 60 oder JX3P zu mittig, klein, nasal, metallisch, grau, unsexy....
    So mußte er gehen.
    Wenn mich mal die Sehnsucht nach ganz weichen Pads beschleicht, nehme ich den JX3P, immer ncoh sträflich unterschätzt und für einen Appel und ein Ei zu haben (ich weiß, ganz 100% kommt er nicht an JX8P oder JX10 ran).
  • RetroSound, 22.12.2007 - 18:37 Uhr:
    Es ist wirklich so, der JX-8P hat mehr Biss und klingt etwas druckvoller als der MKS-70. Mochte es vorher auch nicht glauben aber ich konnte jetzt beide Geräte direkt vergleichen. Der MKS-70 mußte nun gehen und der JX-8P darf bleiben.
    • dreitagebart, 13.03.2008 - 16:18 Uhr:
      Ich habe nun auch einen MKS-70 und den JX-8P direkt vergleichen können, der Grundsound des JX-8P ist deutlich "erdiger", fetter und breiter, er bläst ganz anders. Also muß der alte wieder herbei, auch wenn er Platz im Studio wegnimmt, der MKS-70 hingegen kommt mir nicht in´s Rack.
  • dreitagebart, 07.09.2007 - 09:01 Uhr:
    Ich möchte unbedingt wieder den JX-8P Sound haben und plane jetzt für mein Studio die Anschaffung eines MKS-70. Ich habe den MKS-70 allerdings nie gehört, ich kenne das Gerät nur aus Testberichten etc., und zu oft habe ich gelesen, dass der MKS zwar ein doppelter JX-8P sein soll, die Sounds des MKS-70 selbst sollen aber laut diverser Aussagen „weniger Biss“ haben, „nicht so breit“ und irgendwie „schlapper“ klingen. Wer hat hier Erfahrung? Wer hat(te) die Möglichkeit eines direkten Vergleiches? Ich wäre hier für Statements jeder Art sehr sehr sehr dankbar.
  • fenchelteefee*, 26.06.2007 - 21:59 Uhr:
    Du empfindest (empfands) den sound des MKS-70 (JX-10) im Vergleich zum JX-8P eher schwammig und unartikuliert? Es kann sein, das dass der Hoereindruck der Presetklaenge dies auf den ersten Blick (Gehoer;)) vermittelte. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das auf die dual-layer-sounds zurueckzufuehren ist, denn, sowie der MKS als auch der JX-10 sind zwei (zuschaltbare) JX-8P in einem Case. Hier sind zwei sounds, soll heissen auch zwei Huellkurven auf einen knopfdruck. Der eine layer hoehrt auf, wo der zweite noch etwas nachzieht. Ist es dass, was du meinst?
  • fenchelteefee*, 24.06.2007 - 11:55 Uhr:
    Die JX reihe? Ungeachtet dessen, dass Rolands einst Jupiter nachfolge heutzutage zu schleuderpreisen den gut informierten Besitzer wechselt, ist die Guete und Transparenz der Klaenge sondergleichen. Mein JX-10 entzaubert schnell so manchen VA-Padmeister, und mit dem SysEx Hack gehoeren auch jedwende handling und integrationsprobleme (auch ohne den PG-800) der Verhangenheit an.
  • Gucky, 24.06.2007 - 10:45 Uhr:
    Ist der Klang des MKS 70 wirklich identisch mit dem des JX8P? Ich war in den 80ern vom Klang des JX8P sehr angetan un habe mir dann aber,ohne ihn vorher zu hören, den MKS70 bestellt.Als er dann bei mir im Studio stand, war ich doch etwas enttäuscht,da er meiner subjektiven Wahrnehmung nach doch schwammiger und undefinierter als der JX8P klang. Leider habe ich nie einen direkten Hörvergleich anstellen können. Mich würde interessieren, ob jemand den Klangunterschied bestätigen kann.

  • RetroSound, 23.06.2007 - 08:10 Uhr:
    Ich habe hier den MKS-70 zu stehen und kann Moogulators Statement nur unterstreichen. Der JX-8p, JX-10 und MKS-70 sind grundsolide Analog-Synthesizer ohne Schnörkel aber mit einem wundervollen, sahnigen Sound, der sich besonders gut für butterweiche Pads macht. Das ist der typische Roland Sound!

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