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Über den Autor

Marko Ettlich

Marko Ettlich ...arbeitet seit 1998 als freischaffender Sound-Designer und Klangtüftler unter dem Pseudonym RetroSound. Besonders die alten Synthesizer, Keyboards und Drummaschinen aus den 70`er und 80`er Jahren sind seine große Leidenschaft. Seit 2008 schreibt er für die AMAZONA Vintage Zone.

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Blue Box: Oberheim Matrix-1000

17.01.2009
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Kleiner Oberheim mit großem Sound

Tom Oberheim dürfte wohl jedem Synthesizer-Begeisterten ein Begriff sein, gehört er doch zusammen mit Bob Moog (MOOG), A. R. Pearlman (ARP) und Dave Smith (Sequential Circuits) zu den wichtigsten Personen amerikanischer Synthesizer-Entwicklungen der ersten Stunde. Seine Karriere begann Oberheim 1970 mit dem Bau von Peripheriegeräten, denn als Verkäufer von ARP-Instrumenten wusste er, was sich Kunden wünschten. Ergebnis: Einer der ersten digitalen Sequenzer, der Oberheim DS-2. Kurz danach entwickelte er den passenden Klangerzeuger dazu, das legendäre Synthesizer-Expander-Modul (SEM), das als Bestandteil der ersten Oberheim Instrumente alias Four-Voice / Two Voice Verwendung fand und sich bei vielen Keyboardgrößen jener Zeit großer Beliebtheit erfreute. Wenige Jahre später folgten die Synthesizer-Schlachtschiffe OB-X, OB-SX, OB-Xa und OB-8. Diese Geräte verhalfen Oberheim endgültig zum Durchbruch und gelten noch heute als Meilensteine der Synthesizer-Entwicklung.


Der Matrix-1000 in der früheren schwarzen Version

Angespornt durch den großen Erfolg entwickelte Oberheim Mitte der 80er Jahre eine neue Synthesizer-Familie: die Matrix-Serie. Hauptmerkmal dieser neuen Instrumente war die fast schon an ein Modularsystem erinnernde flexible Klangarchitektur, die eine Verknüpfung beliebiger Klangparameter erlaubte.

1984/85 war es dann soweit: Der Matrix-12 und sein tastaturloser Kollege Xpander wurden der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Beide Instrumente ernteten viel Anerkennung. Noch heute gelten Matrix-12 / Xpander zu den begehrtesten Analog-Synthesizern. Die Instrumente hatten natürlich auch einen stolzen Preis, so dass sie vor allem im Profibereich zum Einsatz kamen. Tom Oberheim war klar, dass diese Geräte nicht für die breite Masse erschwinglich waren. Also nahm er die vorhandene Klangerzeugung, reduzierte die teure Hardware bis auf das Notwendigste und erschuf einen kleinere Matrix-Sprösslinge für den "nicht so gut gefüllten" Geldbeutel. Diese neuen Geräte wurden 1985 erstmals auf der Namm-Show als "Matrix-6" und "Matrix-6R" präsentiert.

Die kleinen Matrix-Synthesizer standen ihren großen Brüdern klanglich nicht sehr viel nach, auch wenn hier DCOs statt VCOs Verwendung fanden und einige unwesentliche Klangparameter weggefallen waren. Der Hauptunterschied zu den großen Synthesizern war die Reduzierung der Hardware auf das Nötigste. Die Echtzeit-Regler für den spontanen Zugriff auf die Klangparameter sind dem Rotstift zum Opfer gefallen und wurden durch Folientaster ersetzt. Matrix-6 und Matrix-6R erfreuten sich jedoch auf Grund der ausgezeichneten Klangeigenschaften und des relativ günstigen Preises großer Beliebtheit.


Der Matrix-1000 in der späteren weißen Version

Doch die Zeiten hatten sich schon längst geändert. Seit Beginn der 80er verdrängten Digital-Technik und Sampling die Analog-Gilde zunehmend vom Markt. Analoge (Poly-) Synths waren einfach zu teuer - Musiker wollten handliche Instrumente und "neue" (& "viele") Sounds. Einige renommierte Synthesizerschmieden konnten mit der Entwicklung nicht ganz mithalten. Nach und nach verschwanden Firmen wie Moog, ARP und später auch Sequential-Circuits vom Markt. Oberheim reagierte zunächst noch auf den Viele-Sounds-Trend und entwickelte aus dem Matrix-6 einen noch kostengünstigeren Racksynthesizer, der auf das Allernötigste an Hardware reduziert war. Dieser neue Synthesizer ließ sich "am Gerät" überhaupt nicht mehr editieren, enthielt aber dafür ca. 1000 (!) fertige Sounds für alle möglichen Anwendungen - zum direkten Abfeuern. Die Rede ist vom Matrix-1000.

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Klangbeispiele

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  • Benutzerbild von jak
    jak, 25.04.2010 - 14:41 Uhr:
    Hallo Marko,
    super Bericht, über den ich gerade stolpere, weil ich auf der Suche nach einem 1000er bin.

    Eine Ergänzung zum schnöden 8bit Prozessor der Beitragsseite 3:
    Beim Prozessor handelt es sich für die damalige Zeit, um etwas besonderes:
    Der 6809 kann intern mit 16bit arbeiten, da er zwei 8bit Register sequentiell laden und verarbeiten kann. Er eignete sich damals durch den seinem Design eigenen 16bit Multiplikationsbefehlen klasse für Messgeräte und dort wo schnelle Befehlsabfolgen benötigt wurden, also auch sehr gut für die Ansteuerung der CEM3396er.
  • Benutzerbild von 75631
    75631, 29.12.2009 - 17:15 Uhr:
    Kann mir jemand verraten ob es mit dem Matrix 1000 möglich ist auch neuere und sehr dicke und dreckige Bässe zu erstellen, etwa ähnlich dem Mopho/Tetra? Theoretisch gibt es ja genug Stimmen um sie als SubOscs zu nutzen und leicht zu verstimmen.

    Gibt es irgendwo ein Forum wo Nutzer neuere Sounds austauschen?
    • Benutzerbild von m.ettlich
      m.ettlich, 29.12.2009 - 19:50 Uhr:
      Auf jeden Fall!
      Der M-1000 ist ein Modulationsmonster und ähnlich wie der große Xpander aufgebaut. Es lassen sich die abgefahrendsten Sounds erstellen, wenn man Lust dazu hat.
      • Benutzerbild von 75631
        75631, 02.01.2010 - 01:13 Uhr:
        Leider kenne ich niemanden der einen Matrix besitzt. Wäre es möglich, z.B. die ersten paar Sekunden des "Knarz-Bass" aus dem Amazona-Testbericht des MoPhos nachzubauen und im Vergleich zu hören? Ich finde auch nach tagelangem Suchen im Internet "nur" die gleichen Soundbeispiele zu den guten alten 80er-Klängen.
  • kajoter, 13.03.2009 - 14:40 Uhr:
    Wirklich guter Test! Vor allem deshalb positiv, weil auf das eher geringere Image des Matrix 1000 keine Rücksicht genommen wird. Spricht man mit sog. Analog-Fans über diesen Synthie, wird der häufig etwas mitleidig belächelt, was völlig ungerechtfertigt ist.
    Ein für mich großes Manko besteht in dem Mono-Ausgang. Dadurch wirkt der Sound etwas `gepresst´ und irgendwie unschön. Da ich aber mit zwei Matrix arbeite und diese nicht zur Stimmenerweiterung nutze, sondern parallel ansteuere, habe ich quasi einen Stereo-Matrix, und da geht wirklich die analoge Sonne auf. Dieses Paar muss sich wirklich vor keinem analogen Konkurrenten verstecken - und das mit 2HE!
    Der Access Programmer arbeitet sehr gut, kommt aber leider nicht in die Tiefen des Matrix. Trotzdem sind einstellbar: Wellenformen, ADSRs, Oktavlagen, Intervall- und Feinstimmung, Sync und Filter. Damit lässt sich schon eine Menge machen.
  • roy, 16.02.2009 - 10:32 Uhr:
    Danke für den Bericht. Aber ist der 1. Sound nicht stereo? Hattest du dann 2 Matrixe am Start?
    • Benutzerbild von m.ettlich
      m.ettlich, 20.02.2009 - 14:17 Uhr:
      Das ist nur ein Matrix-1000 + etwas Delay.
      • kajoter, 22.03.2009 - 13:53 Uhr:
        Habe da noch eine konkrete Frage: da ich absoluter Ignorant in Bezug auf SysEx bin und sich das Portamento beim Matrix nicht über CC-Meldungen steuern lässt, wie sähe der SysEx String denn aus? Und wo wäre darin Portamento An/Aus und Portam. Intens./Time angegeben? Für eine Antwort wäre ich sehr, sehr dankbar!
  • Hardo, 26.01.2009 - 10:32 Uhr:
    ich hab da mal ne blöde Frage, auf Seite fünf spricht der Herr Ettlich von Coltrollerboxen und den ECHTZEIT Zugriff sogar auf die Mod.Matrix, gleich drunter heisst es aber der M-1000 lässt sich nicht per CC Programmieren, da bin ich etwas verwirrt? Ist es möglich einzelnen Parameter (zB.: LFO-amount, Reso. u.s.w.) dazu zu bewegen auf einen Midi-CC meiner Drehbank zu hören? So wie bei Micro-Modular z.B. da kann man ja aus der Editor Software auch festlegen was auf welchen CC reagiert? GrüßeHardo
    • Benutzerbild von m.ettlich
      m.ettlich, 26.01.2009 - 20:05 Uhr:
      Das geht nur per SysEx-String. Ich weiß aber, dass einige die Drehbank zum remoten des Matrix benutzen. Bei Vintagesynth habe ich dazu mal einen interessanten Thread gelesen. Müßte man mal wieder rauskramen.
      • Hardo, 27.01.2009 - 11:38 Uhr:
        danke für die Antwort, das müsste der Thread sein:

        http://www.vintagesynth.com/forum/viewtopic.php?f=5&t=42498&hilit=matrix+1000+drehbank&start=15

        Grüße Hardo
  • cykeb, 25.01.2009 - 20:36 Uhr:
    sagt mal, bitte, ob man bei der matrix doch iwie einen midi multi mode bekommen könnteich weiß, sie hat keinen, aber würde es da irgendwelche tricks geben??felix
    • Benutzerbild von m.ettlich
      m.ettlich, 26.01.2009 - 09:07 Uhr:
      Leider nein.
      Man kann je nur eine einzelne Stimme des Matrix-1000 im Mono-Mode über einen eigenen MIDI-Kanal ansprechen und man kann nur ein Patch für alle Voices wählen.
  • urbs, 22.01.2009 - 17:11 Uhr:
    Oberheim Matrix 1000 ist nach wie vor einer meiner liebsten Synths. Sieht unscheinbar aus - klingt aber Genial ! ein Synth mit Charakter.
  • Benutzerbild von m.ettlich
    m.ettlich, 22.01.2009 - 11:46 Uhr:
    Upps...da hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Natürlich läßt sich nur das Filter frequenzmodulieren.
  • cruelty, 22.01.2009 - 08:12 Uhr:
    jetzt verrate mir doch mal bitte jemand wo der matrix 6 / 1000 zu OSC-FM in der lage ist! filter FM geht - klar. aber OSC-FM ist soweit mir bekannt nicht möglich.
  • Benutzerbild von FischerZ
    FischerZ, 17.01.2009 - 13:43 Uhr:
    Da hat sich wieder einer richtig arbeit gemacht. So is Recht. Prima.
  • filterfunk, 17.01.2009 - 10:51 Uhr:
    Toller Test! Hatte den Matrix-1000 Mitte der 90er mal für eine Produktion ausgeliehen, und - trotzdem dass ich nicht dran schrauben konnte - er war sofort mein Liebling! Ich liebe den analogen Oberheim Sound. Wieso habe ich mir damals nicht noch einen geholt, u. behalten? Mei, war i bleed....
  • Benutzerbild von Dreitagebart
    Dreitagebart, 17.01.2009 - 10:29 Uhr:
    Ein ganz ausgezeichneter Test von einem Mann, der sich wirklich auskennt, Respekt. Auch die tollen Klangbeispiele und die Links finde ich klasse. Weiter so !

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