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Über den Autor

Ironfinger

Axel Ritt Axel Ritt studierte Musik und Architektur in Dortmund und arbeitet seit nunmehr 25 Jahren als professioneller Musiker und Tonmeister.

Des weiteren ist er Geschäftsführer in zwei Musikproduktionsfirmen, führt einen eigenen Musikverlag, betreibt ein Label, ist das Mastermind bei der deutschen Symphonic-Melodic-Metal Institution DOMAIN und Gitarrist der Metal Legende GRAVE DIGGER.

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Test: SPL Gain Station 1

07.09.2009
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Also gut, ich oute mich! Auch ich war unwissend, nahezu dumm!

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Zeit Anfang Zwanzig, seiner Zeit noch als reiner Instrumentalist zugange, wo mir verschiedene Toningenieure mit ihrem „Outgear-Knie-Nieder-Gefasel“ ganz mächtig auf den Geist gingen.

Was wurde damals nicht alles über einen entsprechenden Eingangskanal und die damit einhergehende Signalführung gesabbelt und diskutiert. Meiner damaligen Einschätzung nach war jenes 19-Zoll-Geschwätz völlig überzogen, ich widmete mich lieber meiner Gitarre und schwelgte im Gegenzug mit einem völlig überzogenen Geschwätz in Sachen Schwingungsverhalten eines einteiligen oder zweiteiligen Mahagoni-Korpuses. Wie gesagt, ich hatte keine Ahnung...

Erst als ich im Laufe der Jahre erstmals den verantwortungsvollen Produzentensessel besetzte und mir des öfteren die Funktion des Tonmeisters übertragen wurde, erkannte ich die wahrlich extrem wichtige Schaltstelle der ersten Signalstufe. Es ist tatsächlich so, was Du in der ersten Aufnahmestufe nicht perfekt aufgearbeitet oder gar versaut hast, wirst Du in den nachfolgenden Stufen mit EQ, Dynamics oder Mix nicht einmal mehr ansatzweise retten können.

Von daher macht es in der Tat Sinn, sich einen Vorverstärker zuzulegen, dessen einzige Funktion eine optimale Aufholverstärkung ist. Die weitere Signalkette wird es Dir danken.

Eine jener Puristen ist die SPL Gain Station, welche zudem mit ihrer parallelen Transistor- und Röhrenkonzeption dem ewigen Streit zwischen Halbleiter und Vakuumfläschchen mit einer zusätzlichen Auswahlmöglichkeit entgegen wirkt.

 

 

Konstruktion

Die Gain Station 1 kommt im Gegenzug zu vielen anderen Vorverstärkern nicht im 19 Zoll Format daher, vielmehr wurde das Produkt als mobile Einheit für platzsparenden Transport in 4,525 Zoll Breite konzeptioniert und kann bei Bedarf durch die Verwendung von vier Gain Stations und einem optional erhältlichen Rahmen ins Rack geschraubt werden.

Durch ihre reduzierte Größe kann man den Vorverstärker zum Beispiel nahe des Mikrofons verwenden und dadurch die Kabelwege kurz halten. Zwei kräftige Tragebügel erleichtern die Transportabilität.

Bei der Gain Station handelt es sich um einen diskret aufgebauten Operationsverstärker in Class A Technik, bei dem beide Endtransistoren immer in einem leitenden Zustand bleiben, im Gegensatz zur Class B Technik, bei der jeweils ein Transistor eine Halbwelle übernimmt.

Als Röhrentyp kommt eine 12AX7 LPS des russischen Röhrenspezialisten Sovtek zum Einsatz.

SPL hat bei der Gain Station besonderen Wert auf ein hochwertiges Netzteil gelegt, ein Punkt, der in seiner Wertigkeit gerne auch mal zu niedrig angesetzt wird. Der Trafo liefert sieben verschiedene Spannungen, die alle einzeln gesiebt und geregelt werden.

Rückseitig empfängt uns ein spartanischer, aber funktioneller Mono-Aufbau. Neben dem Kaltgerätestecker und dem On/Off Schalter verfügt die Gain Station 1 über einen XLR Mikrofon-Eingang, einen Line-Klinke Eingang, einen symmetrischen XLR Out sowie einen symmetrischen Klinke Out.

Die Gain Station ist ebenfalls mit einem integrierten 24/96-AD-Wandlermodul erhältlich, welches in diesem Fall noch über zusätzlich digitale optische und SPDIF Eingänge verfügt.

Vorderseitig verfügt die Gain Station über 3 Regler, 6 Mini-Switches und 9 LEDs, deren Funktion sich wie folgt gliedert:

- Clean Gain: bestimmt die Vorverstärkung der Class-A-Transistor Stufe, Regelbereich bis +63 dB.

- Tube Gain: bestimmt die Vorverstärkung der Röhrenstufe. Die Stufe liegt hinter der Transistor-Vorverstärkerstufe, so daß sich die beiden Verstärkungswerte addieren.

- Output Level: erklärt sich von selbst. Regelbereich von -26 dB bis +6 dB.

- Source: dienst zur Anwahl der Eingangsquelle (Mikrofon oder Klinke)

- High Pass: Trittschallfilter bei 50 Hz mit einer Flankensteilheit von 12 dB (6 dB vor und 6 dB hinter der Clean Gain Stufe)

- Phase: kehrt die Polarität des Mikrofonsignals um

- Imped.: stellt eine Vorauswahl für die Eingangsimpedanz des gewählten Mikrofontyps (dynamisch / Kondensator) bereit

- Phantom: aktiviert die 48V Phantomspeisung

- Limiter: aktiviert bei Bedarf zwei unterschiedliche Limiter-Typen (Peak: Diodenlimitierung für schnelle Ansprache und dezente Pegelbegrenzung), (Fet: Feldeffekttransistoren für die Röhrenstufe für eine Kompressor-ähnliche Limitierung)

 

 

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Klangbeispiele

Bewertung

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  • Benutzerbild von Kovalam
    Kovalam, 11.09.2009 - 15:49 Uhr:
    Ich habe auch lange überlegt,ob ich das Geld ausgeben soll für die Gainstation.Ich habe sie mit AD Wandler noch 120 Euro billiger bekommen.Beim ersten Einsingen wurde mir sofort klar,das das Geld gut angelegt ist.Ich bin begeistert,dieser Vorverstärker wird mich lange begleiten.
  • Benutzerbild von sir stony
    sir stony, 11.09.2009 - 12:13 Uhr:
    Ich pflichte dem Ansatz bei, dass ein wirklich gutes Aufnahmeergebnis schon im frühesten Stadium entschieden wird, allerdings finde ich das Preis/Leistungsverhältnis bei diesem Gerät doch schon jenseits von grenzwertig. Ebensfalls sehr ordentliche Produkte in der gleichen Preisregion kommen bereits als voll ausgestattete Channelstrips mit Kompressor, EQs und mehr daher, hingegen sind hier aber wirklich nur zwei (einzeln betrachtet äußerst gainschwache) Vorverstärkerkreise geboten, die sich nichtmal mit unabhängigen Signalen nutzen lassen. Da ich in der Branche arbeite kann ich sicher sagen, dass der technische Aufwand für ein Produkt dieser Art eine solche Preisansage auch nicht bei Verwendung der feinsten Bauteile nicht-audio-esotherischer Anbieter rechtfertigt. Und für jene fast-schon-esotherischen Ausstattungsmerkmale, wie beispielsweise den optionalen Lundahlübertragern, soll man dann noch extra hinblättern. Ich finde ehrlich, zu dem Preis hätten solche Kleinigkeiten allemal als schaltbare Option zum Standard gehört. Und auch ein ordentliches VU Meter. Die beiden wählbaren Limiter und das Vorhandensein einer Röhre im Geräteinneren sind unterm Strich einfach zu dürftig für den Preis. Gute 500 Öcken zu teuer, mein Fazit.

    Ich will das Gerät aber keinesfalls schlechtreden, das muss ich auch betonen. Ich habs selber schon unter den Pfoten gehabt und finde es ebenfalls wirklich gut, nur eben deutlich überteuert.
    • Benutzerbild von Taurin
      Taurin, 12.09.2009 - 00:55 Uhr:
      Ich pflichte dieser Meinung nicht bei sir stony, ehrlichgesagt gibt es um 600Euro keinen auch nur annähernd professionellen Chanelstrip (ich bin generell auch kein fan von Chanelstrips), da die Signalkette viel besser ist wenn man sich die Geräte wie Pre, EQ, Kompressor seperat kauft und dafür was ordentliches.
      Und Preamps unter der Preisklasse der Gainstation mit Röhre und noch dazu ordentlicher Qualität gibts auch so gut wie garnicht.

      Übrigens wenn du schon mal einen high Quality Transforator gehört hätten von den Marken Lundahl, Jensen, Sowter, Maryland usw. wüsstest du dass dies keine Esoterik ist.

      Ich bin besitze eine Gainstation1 und einen AMS Neve 1073DPD und die Gainstation steht nichts nach. Ist sogar cleaner und trotzdem nicht so trocken wie der Neve.

      Mich wundert es dass dieser test so spät gemacht wurde die GS ist ja schon relativ lange auf den markt, außerdem finde ich ihn einbischen oberflächlich, man sollte vielleicht Bilder von den Innerein und bessere Beschreibungen der Klangerlebnisse liefern.

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