
Das 1 HE Memotron
VORWORT 1.1.2008:
Im Zeitalter von Plug-Ins haben vor allem die digitalen Synthesizer der 80ziger ausgesorgt. Während die Nachfrage an alten Analogsynthesizern immer größer wird, fallen die Gebrauchtmarktpreise für digitale Synthesizer in sich zusammen. Die Kawai K1 Serie ist als Desktop bzw. Rack-Expander deutlich untr 100,-- Euro zu bekommen, die Tastatur-Versionen gibt es für ca. 120,- Euro.
Da lohnt dann vieleicht doch wieder der Blick auf unsere GREEN BOX Serie, die genau diese digitalen Vintage-Units näher beleuchtet. Gerade die Kawai K1 Serie gilt unter manchen Musikern als Geheimtipp.. .. Warum das so ist? Die Antwort finden Sie im folgenden GREEN BOX Report von 2001, der durch einige Soundbeispiele ergänzt wurde.
Ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr
wünscht Ihnen Ihre AMAZONA.de Redaktion
Ja, ich gebe es zu:
Ich bin süchtig, süchtig nach Synthesizern, Samplern, Drumcomputern und allem, was dazugehört.
Das Fatale an dieser Sucht - sie ist extrem kreativhemmend und bringt einen an den Rand des Ruins! Der "letzte" Schrei muss her, KOSTE es, was es wolle. Ob neu oder gebraucht - Geld spielt keine Rolle. Und wenn der aktuelle Dance-Track eben eine TB303 benötigt, na gut, dann wird der antike Schlafzimmerschrank versetzt und dafür eine alberne, kleine graue Plastikkiste angeschafft. Die Frau zieht aus, die Kinder hungern und am Ende kommt der Mann mit dem Kuckuck und würdigt den ROLAND-Winzling nicht einmal eines Blickes. Es muss nicht soweit kommen, denn das Gute liegt so nahe, meist versteckt in den Kleinanzeigen von AMAZONA.de und den entsprechenden Rubriken der Fachmagazine. Das Problem: Geballte Fach- und Produktkenntnisse sind unabdingbare Voraussetzung für den Nahkampf im Gebrauchtmarkt. Und los gehts:
1988 - KAWAI K1 - Der Fairlight für den Underdog
Ein wenig Geschichte....
Eine kleine Sensation waren sie schon, die Low-Budget Synthies K1 und K1m von Kawai, als sie zum ersten Mal der Öffentlichkeit während der Frankfurter Musikmesse 88 vorgestellt wurden. VM/PCM nannte man die "neue" Synthese bei KAWAI . WIR HABEN DIE ZUKUNFT lautete damals der Werbespruch vollmundig. Und tatsächlich mauserte sich der KAWAI K1 und all seine Brüder zu einem echten Verkaufshit jener Zeit. Aus heutiger Sicht fast unverständlich wenn man bedenkt, dass der K1 weder über einen Filter verfügte, keine Effekte besaß, auf einen Drum-Modus verzichtete und darüber hinaus nur Sample-Attacks statt ganzer Multisamples mit einer Sampling-Rate von 8bit beherbergte.
Viele werden sich also nun fragen was zum einen den damaligen Erfolg ausmachte und zum anderen, warum dieser Schwachbrust-Synthie in dieser Folge auftaucht. Zunächst der Blick zurück: KORG hatte schon vor der Messe erfolgreich sein neues Workstation-Konzept M1 präsentiert. Die Synthesizer hatten zum ersten Mal erfolgreich die Domäne der Sampler in Angriff genommen. Überzeugende Natursounds aus dem Sample-Rom. Nur konnte sich nicht jeder einen Korg Workstation M1 für über DM 4.000,-- leisten. So traf KAWAI schließlich mit dem K1 mitten ins Schwarze, versprach der kleine Synthie doch ähnliche Natursounds für ca. DM 1.500,--, dessen kleiner Bruder in Pultversion gar für ca. DM 1.000,--. Das Versprechen konnte KAWAI zwar nicht halten, aber die hervorragend programmierten Werksounds und der günstige Preis überzeugten doch viele Musiker, für die ein Sampler noch außerhalb der finanziellen Möglichkeiten lag.
LoFi ist MEGA IN
In dieser Serie landete der K1 aber sicher nicht wegen seiner Natursound-Imitate. Hier schlägt ihn heute praktisch jeder billige GM Klangerzeuger. Seine rauchigen, crispen 8bit Sounds und der daraus resultierende eigenständige Klangcharakter sind der Grund. Im Zeitalter von 24bit Wandlern und 100% cleanem HiFi-Sound ist "Schmutz" wieder gefragt. LoFi ist Mega-In. Kaum ein aktueller Sampler, der nicht die Umrechnung der Samples auf 8bit erlaubt. Kaum ein moderner Dance-Track, der nicht mit knisternden, rauchigen Sounds auskommt. Der billigste Weg an eine gehörige Portion schmutziger, und damit top aktueller Klänge zu kommen, ist es, einen Synthie der K1 Klasse zu kaufen. Für die Pultversion K1m zahlt man derzeit nur schlappe DM 200,--. Grund genug sich die Kiste hier einmal näher anzusehen wie ich meine.
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Da der K1 aber insgesamt offener, heller, leichter klingt, empfindet man das Rauschen fast schon als organischen Klangbestandteil: Ist halt ein Röchelsynth :)
Wenn man es neutraler will, gibts ja auch noch Absynth und Co.
mir fällt grad auf dass ich den k1 zu dem benutzt hab was er am scheinbar am wenigsten kann. organische drum sounds und bässe. k1 ich liebe dich! du bist weit mehr als eine presetorgel wie böse zungen behaupten! apropo orgel, er hat die schönsten...
Der K1 hat durch seine begrenzten Möglichkeiten meinen Musikstil geprägt.
Danke K1 !!!
ein PHm ist um 30 euro bei ebay zu bekommen...
lg
alex
Viele Grüsse
Mike
Oh, K1 in der green box.
Der K1 II war mein erster Synth anno 1990! Da ich Filter nicht kannte, habe ich nichts vermisst! Genutzt wird er momentan zwar nicht, aber verkaufen kommt auch nicht in Frage! Ist ja mein erster Synth, und da hängen doch Erinnerungen dran.
ciaOliver
der Wave braucht keinen "entsprechenden Editor", der Wave kann das ab Sample von der Disk. Der Werkssound "Revolution" kommt vom MicroWave und ist vom dort eingebauten Speech Robot, den der Wave nicht hat. Da bin ich mir ziemlich sicher, den Sound habe ich damals nämlich erstellt, genauso wie "Computer World" und "Teckno Teckno".
Der einzige mir bekannte Editor, der halbwegs vernünftig Samples in Wavetables verwursten kann ist übrigens SoundDiver.
Georg.
Nuja. Wieder was gelernt. Übrigens. Der neue Waldorf Stromberg ( so er denn kommt)kann auch neue Wavetables mit ner Editorsoftware kreieren. Endlich wieder ne Kiste zum Schrauben.
danke, dass du mir beim Wave recht gibst.
Deinen Hinweis zum FM8 verstehe ich nicht, der benutzt Frequenzmodulation und keine Additive Synthese.
Wenn du mir wegen der Sinuswellen nicht traust, glaubst du der Uni Lüneburg?
http://audio.uni-lueneburg.de/seminarwebseiten/digprod/additiv.htm
Den lästigen Popup einfach mehrmals Wegicksen. Lies dich bitte erst ein wenig in das Thema Fourier-Theorie ein. Additive Synthese ist eine Methode bei der ein Grundton und seine Harmonischen addiert werden. Dabei handelt es sich AUSSCHLIESSLICH um SINUS-Wellenformen. Ich kann´s anscheinend nicht oft und deutlich genug betonen. :-/
richtig: Das Layern von komplexen Wellenformen ist eine Addition. Hat aber leider nichts mit dem Prinzip der Additiven Synthese zu tun! Hier werden ausschliesslich Sinusschwingungen addiert.
Nach dem Fourier-Theorem besteht JEDER Klang aus einer unendlichen Zahl an harmonischen und unharmonischen Sinusschwingungen. Die Additive Synthese (Fourier-Synthese) geht den umgekehrten Weg und versucht einen Klang aus einer endlichen Anzahl Sinusschwingungen aufzubauen. Nochmal, mit dem Layern beliebiger Wellenformen hat das nichts zu tun.
Ja, ich kann mit dem K1 bis zu 16 Sinustöne addieren, aber das kann ich mit jedem Multimodesynth und das macht sie deshalb nicht zu Additiven Synthesizern. Angekommen?
Schönen Sonntag an alle, Frank
der Wave hat leere Wavetableslots, die man mit 64 selbstdefinierten Wellen füllen kann. Mit einem entsprechenden Editor kann man ein Sample in 64 Teile zerlegen, ins Wavetable laden und durchfahren. Der Werkssound "Revolution" bringt den Wave so zum Sprechen. Das macht ihn aber genausowenig zum Sampler, wie einen K1 zum Additivsynth, nur weil man eine Handvoll Wellenformen layern kann.
- gehört der K1 damit quasi zur Fraktion "Additive Synthesizer" -
Ich denke wir sinst sonst schon einer Meinung. Dir noch ein schönes Wochenende,
Viele Grüße, Peter
den Satz lese ich in jedem 2. Thread hier. Erstens: mach ich persönlich lieber Musik als Artikel zu schreiben. Aber ich erwarte von meinen Kritikern auch nicht, dass sie selbst musizieren. Da reicht mir musikalisches Gespür und gesunder Menschenverstand.
Zur Anonymität: das Forum zwingt mich leider dazu. Ich werde nicht so dämlich sein hier meine Adresse anzugeben. Schon mal was von Spam gehört?! Wenn du mich suchst: www.doombient.com
ich denke, ich bringe mein Anliegen hier recht ruhig rüber. Ich gebe dir Recht, das aufgrund der additiv erzeugten Grundwellenformen für Additive Synths typische Sound machbar sind. Ich gebe dir auch recht, das man mit dem Multimode eines Synths von hinten durchs Knie geschossen Additive Synthese angehen kann.
Die Aussage, das der K1 "damit quasi zur Fraktion "Additive Synthesizer" gehört" wird in meinen Augen dadurch nicht richtiger. (Wo ist denn das Augenzwinkern um Artikel?!)
Und mal ganz ehrlich und auch mit Augenzwinkern: einen Additiven Synth, bei dem ich die 32 Sinustöne der 4 Grundwellenformen
nicht selbst im Zugriff habe würde ich nicht haben wollen.
Wenn das Layern von nur 2 Oszillatoren keine Addition ist, dann ist 1 + 1 auch keine Addition, denn 1 + 1 ist ja im Vergleich zu 50 + 50 viel weniger, und somit nicht der Rede wert.
post scriptum Ein Sample aus dem Wave ist noch lang kein Wavetable. Da brauchts schon ein paar mehr.
Gruß Piet
nun aber mal ruhig Blut. ich habe sehr wohl verstanden um was es Dir geht. Ich bin auch mit der additiven Synthese wohl vertraut. Aus diesem Grund wurde die "additive" Synthese in meinem Artikel auch mit einem Augenzwinkern erwähnt. Du hast inhaltlich vollkommen Recht. Da der K1 aber nun mal mit Wellenformen arbeitet die durch additive Synthese generiert wurden, habe ich mir erlaubt ihn als "quasi" additiven Synthesizer zu umschreiben. Vor allem wenn man im K1 in einem Sound 4 dieser Wellenformen mischt, erinnern seine Klänge nun mal sehr stark an einen additiven Synthesizer.
Bitte lies den Test nochmals unter diesem Aspekt. Du wirst sehen, dass der K1 nie als additiver Synthesizer bezeichnet worden ist. Und mal ganz ehrlich: Wenn ich eine Wellenform aus 32 verschiedenen Sinustönen generiere, diese als PCM Wellenform abspeichere und derer 4 davon addiere, kommt das doch "ungefähr" einer Addition von 128 Sinunswellen gleich ;-).
Auch das einfach mal mit einem Augenzwinkern aufnehmen.
Einen schönen abend, Peter
Nach deiner Definition ist jeder Synth mit zwei Oszillatoren ein Additiver Synthesizer, weil man zwei Wellenformen zu einer neuen komplexeren mischen kann. Sehr sinnig.
Und: den Wikipediaartikel solltest du vielleicht doch mal lesen. Es geht nicht um die Definition des Begriffes "additiv" sondern um die "Additive Synthese" zur Klanggestaltung. Und das beschreibt ein ganz bestimmtes Verfahren in der Synthesizertechnik. Theo hat z.B. völlig recht, dass dabei auschliesslich (!) Sinuswellen zur Verwendung kommen. Reines Layern beliebiger Wellenformen hat rein garnichts mit Additiver Synthese zu tun. Das ist dir offenkundig nicht bekannt. Nicht umsonst habe ich den Verweis auf Herrn Fourier gegeben. Lesen bildet. ;-)
Soweit ich weiss hat kein Hersteller ein Copyright auf diesem Synthesenamen.
Der Zweck der additiven Synthese ist es aus weniger mehr zu machen, und genau das passiert bei der Schichtung von Klängen.
Das Ziel ist es aus einfachen Wellen eine komplexe Wellenform zu machen. Und wird das getan oder wird es nicht getan ?
Ein subtraktiver Synth mit Filter arbeitet umgekehrt. Dort wird ein komplexes Signal wie Sägezahn oder Rauschen mit einem Filter beschnitten, und die End-Wellenform ist immer weniger komplex. Ob dann noch zeitliche Verbiegungen durch LFO oder Hüllkurve hinzukommen ist erst mal gar nicht berücksichtigt. Abgesehen davon bietet das sowieso fast jede Synthese noch zusätzlich.
http://homepage.mac.com/synth_seal/html/k1b.html
Georg.
Ich finde die Bezeichnung im Text hier durchaus korrekt.
http://www.thole.org/manfred/fourier/
Bei Wikipedia kann man sich zu dem Thema auch wunderbar schkau machen und dann sollte klar sein, das es mit dem bloßen Schichten von irgendwelchen Wellenformen nicht getan ist.
Gruss
Frank
klar lassen sich mit dem K1 ein paar Sinuswellen addieren (16, nicht 32 wie du schreibst), aber das kann jeder Synth mit Multimode. Von Samplern will ich garnicht anfangen. Sie deshalb als Additive Synthesizer zu bezeichnen ist irreführend und abwegig. Ich kann mit einem Waldorf Wave ein Sample als Wavetable ablegen und wieder abspielen. Ist das deshalb ein Sampler?! Oder ist ein Jupiter4 gleich ein FM-Synth, nur weil sein LFO in den hörbaren Bereich geht?
Der K1 ist ein klassischer und recht simpler PCM-Sample-Player. Ich persönlich würde ihn noch nicht einmal als Vector-Synth bezeichnen, weil der Stick nicht aufgezeichnet werden kann und damit eigentlich nicht zur Klangerzeugung gehört. Dann wäre ein JD-800 mit seinen Palette-Fadern auch ein Vector-Synth. Wo soll das denn aufhören?!
im K1 werden Wellenformen addiert die zum Großteil auf Wellenformen basieren die mit additiver Synthese erzeugt worden sind. Mit dem K1 lassen sich daher auch Klänge erzeugen die sehr stark nach K5 oder K5000 klingen. Rein theoretisch lassen sich im Multimode bis zu 32 Wellenformen mit verschiedenen Obertönen addieren. Wenn das keine additive Synthese ist, dann definier mir mal bitte "additive Synthese" damit ich was dazu lerne! ;-)
Schröcklich
Jörg