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Über den Autor

Christopher Knapp

Christopher Knapp Chris Knapp beschäftigt sich seit 15 Jahren intensiv mit Triphop, Pop und alternativer Rockmusik und ihren technischen Hürden - als Gitarrist, Keyboarder, professioneller Sounddesigner und Autor.

Immanuel Pasanec

Immanuel Pasanec Immanuel Pasanec studiert Musikwissenschaft und Ethnomusikologie in Berlin. Seine Gebiete sind Filmmusik, Renaissance-, Barock- und Neue Musik sowie Musik in Afrika und Süd- bzw. Mittelamerika. Er hat Klavier und Gesang gelernt. In seiner Freizeit schreibt er Filmmusik, beschäftigt sich mit Sounddesign und spielt in einer Band. Seit 2008 schreibt er für AMAZONA.de.

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Test: U-HE Uhbik

28.09.2009
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Retro Science Fiction: U-HE Uhbik 

Ubik, den Namen kennt man sicher, sofern man je von Philip K. Dick gehört hat, dem großen Science-Fiction Autor, der unter anderem die Vorlage für Bladerunner lieferte. Ubik ist eines seiner bekanntesten Werke, eine metaphysische Geschichte um eine zukünftige Anti-PSI-Manipulations-Gesellschaft, die Zukunft der Werbung und die Wirren des Nachleben und war in den 60ern ein echter Hit. Retro Science Fiction der abgefahrenen Art also und daher auch passend zu dem neuesten Werk von URS Heckmann, des Programmierers des vielleicht besten VST-Synths momentan: U-HE Zebra.
Uhbik, das ist eine Effektsuite aus momentan acht Einzeleffekten mit leichtem Retrotouch, erhältlich für PC (VST) und Mac (VST, AU). Nicht nur wegen des guten Rufs des Zebra-Synths ist das AMAZONA einen Test wert – auch der Preis macht das ganze verlockend: 150 Euro (momentan) bzw. 200 Euro (später) für ein fast komplettes professionelles Paket aus hochwertigen Effekt-Plug-ins, welches in den nächsten Monaten wohl ohne Aufpreis noch erweitert wird – sicher eine Verlockung. Soviel zahlt man sonst doch schnell mal für einen edleren Effekt der großen Hersteller allein.

 


-- die Uhbik-Familie --

 

Delay, EQ und Ambience

 

Uhbik-A aka „ambience processor“ ist der Uhbik-eigene Hall- und Ambience-Effekt. Gleich den anderen Plug-ins ist er nicht übermäßig aufwendig parametrisiert: Prinzipiell gibt es hier die üblichen Einstellmöglichkeiten wie Vorverzögerung, Modulation, Stereobreite, Dichte der Hallfahne („Density“) und verschiedene EQ-Einstellungen für die Hallfahne wie Höhenanteil (HF-Range). Uhbik-A läuft in drei Modi, die sich klanglich nicht extrem unterscheiden; die Erstreflektionen lassen sich auch in Anteil und Dauer regeln. Eine Besonderheit ist allerdings die Möglichkeit der Regelung der Länge der Bass- und Höhenanteil in der Hallfahne. Insgesamt also nichts Ungewöhnliches. Uhbik-A wurde klar mit Blick auf die Hardwarehall-Giganten wie Lexicon & Co modelliert, was sich in der Parameterwahl und Benutzerführung zeigt. Klanglich gehört er eindeutig in die Oberklasse der algorithmischen Hall-Plug-ins. Persönlich gefällt er mir sehr gut auf Vocals und Instrumenten, und auch der Einsatz nur der ER-Reflektionen (eben als „ambience processor“) kann hier und da überzeugen. Den kleineren Räumen kann ich weniger abgewinnen – für Drums wäre Uhbik A nicht immer meine erste Wahl.

 


-- Ambience, Delay und Equalizer: Uhbik A, D und E --

Uhbik Q alias „equalizer“ ist, wer hätte es gedacht, ein Equalizer. Genauer gesagt, ein Dreiband-EQ sowie Low- und Highcut, wobei die drei Bänder unterschiedlich gestaltet sind. Der Bass-EQ bietet verschiedene feste Einsatzfrequenzen von 40 - 350 Hz, ähnliches gilt für Low- und High-Cut. Die beiden Mittenbänder sind dagegen semiparametrisch, wobei der Typus (Low-oder Highshelf bzw. verschiedene Q-Werte) umschaltbar ist. Wirklich regelbar sind also nur Frequenz und Gain. Trotz dieser Einschränkungen ist „Q“ für einzelne Spuren sehr gut geignet, die Einsatzfrequenzen sind sinnvoll gewählt und die Einstellmöglichkeiten reichen für nahezu sämtliche Anwendungen aus. Dazu kommt ein wirklich guter Klang, der irgendwo zwischen vintage und modern liegt, mit der U-HE typischen Präsenz, exzellent für normale Mischaufgaben. Wer einen Vintage-Sound sucht, sollte aber anderswo schauen.

 

Uhbik-D oder schlicht „Delay“ ist das hauseigene Echo. Es ist als Multitap-Ausführung mit fünf Abgriffen bzw. Taps konzipiert. Die Taps sind dabei auf der rechten Seite des Plug-ins nebeneinander angeordnet. Drei Reihen von Parametern (Länge, Volume, Panorama) sowie ein pro Tap pauschal einschaltbarer „Feedback“-Button erlauben komfortables Einstellen der Verzögerungen. Auf der linken Seite findet sich nicht nur Übliches wie die (globale) Regelung für die Menge des Feedback, ein Hoch-oder Tiefpassfilter oder die Möglichkeit der Modulation des Delay (in zwei Betriebsarten), sondern auch ein zuschaltbarer Verzerrer (Softclip) und ein Speedregler, der nach Art von analogen Delays die Möglichkeit bietet, das gesamte Delay (prozentual) nochmal in seiner Geschwindigkeit zu regeln. Wenn man hier beispielsweise mit MIDI-Learn den USB-Controller seiner Wahl auf den Regler legt, kann man live tolle Dub-Effekte erzeugen – prima. Auch sonst gefällt das Uhbik-„delay“: Die Bedienung ist vorbildlich, man kann genug einstellen, ohne mit Features erschlagen zu werden, und klanglich finde ich es hervorragend.

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