
Das 1 HE Memotron
Zur Zeit des Jupiter-8 erschienen, hat die 808 mit dem großen Synthesizer aus gleichem Haus doch viel gemeinsam. Zum einen markante Aspekte des Äußeren und zum anderen einen unangefochtenen Kultstatus - früher wie heute.
RHYTHM COMPOSER TR-808 (Computer Controlled)
Die 808 war von 1981 bis ca. 1985 erhältlich. Gerade in dieser Zeit gab es enorme Konkurrenz am Drumcompter-Markt - auch aus eigenem Haus.
Yamahas preiswerte Modelle RX-11 und RX-15 erschienen gerade am Horizont, als es schon lange die Linndrum und Oberheim DMX (bzw. DX) gab - aber die waren eine Klasse für sich. (Und grandiose Synthesizer wie der Jupiter-8, Memorymoog, Synthex, Prophet-5, ja sogar das Roland System 100M und der Synton Syrinx (DM 1500,- !!!), waren zu jener Zeit noch im Geschäft erhältlich. Wäre man nur ein Jahrzehnt früher zur Welt gekommen ...)
Wie dem auch sei, für die 808 gab es Konkurrenz am laufenden Band. Warum also war und ist sie für Musiker und Produzenten DIE Maschine schlechthin? Viele bekannte Künstler verwenden das Teil noch heute - von Phil Collins (der ja hier stets an erster Stelle genannt wird) bis J.-M. Jarre und Legionen von Acid- und House-Produzenten. Das Erfolgsrezept ist einfach - es ist der Klang der Instrumente.
SOUND
Die Bass Drum ist Legende. Dem tiefen "Wumm" dienten angeblich alle neun Oszillatoren des großen 700er Modularsystems als Vorgabe.
Die Snare klingt frech und durchsetzungsfähig. Ohnehin unersetzlich sind die Toms/Congas, welche in Reinkultur auf zahllosen Phil-Collins-Aufnahmen zu hören sind. Eher unauffällig sind Rimshot und Maracas. Zu massiv dagegen Hand Clap, Cow Bell und Cymbal - sehr mit Vorsicht einzusetzen, da diese Sounds mit dem etwas eigenwilligen Klangcharakter jeder zur Genüge kennt.
Open HH und Closed HH klingen wiederum sehr transparent und sorgen bestimmt für vollen Groove.
Die TR808 ist übrigens 11stimmig. Jeder monophone Soundkanal ist einem Einzelausgang oder dem Summenausgang zugewiesen. Da die Maschine aber über 16 Sounds verfügt, müssen sich manche Klänge einen Soundkanal/Einzelausgang teilen. Hier muss sich der Programmierer letztendlich entscheiden, ob er z.B. eine Maracas oder einen Hand Clap einsetzen möchte. Beides gleichzeitig geht nicht.
Für jeden Soundkanal gibt es verschiedene Parameter. Doppelt belegte Soundkanäle verfügen außerdem über einen Schalter zur Selektion des gewünschten Klanges.
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die Aussage, dem tiefen "Wumm" dienten angeblich alle neun Oszillatoren
des großen 700er Modularsystems als Vorgabe ist nicht richtig.
Das 700er System wurde benutzt um die Hihat/Beckensounds der 808 zu
entwickeln (6-VCOs atonal übers komplette Spektrum gestimmt und dann
durch ein Hochpass-Filter)
Die Bassdrumschaltung ist im Prinzip die gleiche wie in allen
Drummaschinen-Vorgängern von Roland (simples resonierendes Bandpassfilter)
Gruss, Florian