
Das 1 HE Memotron
Lange angekündigt, nun ist er doch noch da, der Testbericht zum Prophet 600 und damit der direkte Vergleich zum großen Bruder Prophet 5.
Der große Wurf
Er sollte ein ganz großer in der Geschichte der Synthesizer werden. Sequentials großer Wurf nach dem Prophet 5. Gepriesen als der legitime Nachfolger mit mehr Stimmen und erstmals MIDI!!!!
Die Rede ist vom Prophet 600 und die Geschichte verlief nicht gerade so, wie Sequential es sich vorgestellt hatte. Von dem Meilenstein ist lediglich ein Kieselstein übrig geblieben, denn immerhin war der Prophet 600 der erste Synthesizer, der serienmäßig mit MIDI ausgerüstet wurde!!!
Rückblick:
1978 eroberte die junge Firma SEQUENTIAL CIRCUITS mit dem Prophet 5 die Synthesizer-Fangemeinde im Sturm. Quasi über Nacht hatten Dave Smith und sein Team den ersten „ausgereiften“ programmierbaren polyphonen Synthesizer auf den Markt gebracht. Zwar gab es in dieser Kategorie bereits den Oberheim OPB-4 und OB-8, doch beide Geräte waren alles andere als marktreif und anwederfreundlich. Die besondere Faszination lag darin, einen Sound abzuspeichern, wieder aus dem Speicher aufzurufen und 5 identisch klingende Stimmen gleichzeitig spielen zu können. (Das mag aus heutiger Sicht bei jungen Lesern ein Schmunzeln hervorrufen, war damals aber der absolute Hammer). Umso erstaunlicher ist es, dass Sequential 4 Jahre lang brauchte, um den Nachfolger des Prophet 5 zu präsentieren. Die Konkurrenz hatte nicht geschlafen, ganz im Gegenteil. Auf Grund des unglaublichen Erfolgs des Prophet 5 brachte der Wettbewerb erstaunlich starke Synthesizer auf den Markt.
Als 1982 der Prophet 600 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, sollte vor allem die Midi-Schnittstelle für Aufregung sorgen. Gemeinsam mit Roland und deren Neuheit Juno 106, präsentierte Sequential auf der Namm-Show den ersten Midi-Verbund zweier Synthesizer.
Man hatte dem Prophet 600 sechs statt fünf Stimmen spendiert, eine Auto-Tune Funktion (die auch heute noch in meinem Studio das Gerät in wenigen Sekunden sauber stimmt) und darüber hinaus einen Stepsequenzer sowie einen Arpeggiator.
Trotz alledem bekam der Prophet 600 in der damaligen Musikerwelt keinen Fuß in die Tür. Zum einen wurde er zunächst teurer verkauft als sein Vorgänger, zum anderen brach ein Jahr später mit dem DX7 das digitale Zeitalter an. Von da ab sollten analoge Synthesizer für viele Jahre einen extrem schweren Stand haben.
In den folgenden Kapiteln werde ich auch immer kurz auf die Unterschiede zum Prophet 5 eingehen.
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Der japanische Gegenspieler des 600 war natürlich der Jupiter-6.
ich interessiere mich für den 600er, hab da aber noch ein paar Fragen.
-wieviele Speicherplätze hat der
Prophet denn?
-PWM auch über LFO für gute
Streicherklänge?
-wie "gut" ist die Synthesizer Tastatur
-was beim Gebrauchtkauf beachten?
ich hab einen Juno106 und den Juno6, allerdings nervt mich langsam der Chorus (nicht wegen dem Rauschen)
ist der Prophet 600 ein guter Kontrast zum Juno auch in Sachen Pads/Streicher/Bläser?
THX:-)
Der P600 hat 100 Speicherplätze, PWM über LFO ist machbar.
Die Tastatur ist die gleiche wie z.B. beim Korg Polysix, ist ganz ordentlich.
P600 ist mit Juno kaum zu vergleichen, allein schon wegen der 2 Osz pro Stimme und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten (Sync, etc...)
Eine kleine Einschränkung ist vielleicht, daß manche Parameter / Knöpfe recht grob gerastert sind, was man bei entsprecheden Sounds durchaus hört... Die ADSR-Knöppe sind z.B. nur in 16 Stufen gerastert... In der Praxis zeigt sich allerdings, das dies nicht allzu problematisch ist.
Achte darauf, daß Du möglichst ein Exemplar mit Betiebssystem-EProm Version 6.0.8 (letzte Version) findest (dazu muß das Instrument geöffnet werden), denn hier sind der MIDI-Sende/Empfangskanal einstellbar und der aktuell aufgerufene Klang lässt sich als SysEx-Datenpaket senden (geht in den vorherigen Versionen nicht).
Jenzz
der Prophet 600 war mir vom optischen her immer zu simpel oder vielleicht zu aufgeräumt. Weis nicht, aber ich persönlich bevorzuge doch lieber den 5er, auch wenn ich noch nie einen gespielt habe. T8 und 600 schon, aber der 600er war für mich zu steril und ich hatte keinerlei Inspiration mit ihm zu arbeiten, aber das ist erstens Geschmackssache und zweitens sieht man anhand meiner Erfahrungen mit dem Aussehen von so manchem Gerät, wie wichtig auch das Äußere eines Synths sein kann. Ich liebe bunt! EMS Synthi-E, EMS Polysynthi, EDP Wasp und solche Kameraden. RMI Harmonic Synthesizer ist GEIL! Aber den wird man wohl niemals kaufen können. Na ja, jeder hat seinen Geschmack. Grüße an alle!
I am still possessing a Roland Juno 106, its sounds (mixed with Yamaha DX7, another never dying ”Grand Pa” among old fashion keyboards) are still appreciated. Now Juno has given up service of 2 of the 6 voices, that is, only 4 voices can be played simultaneously – but far apart from the truth. Keys seem to activate the voices by another pattern, in other word the 2 voices fail very unpredictably. That’s annoying too much! In fact, after the first failure I had it repaired but shortly after that, another voice failed and after a while the 2nd failed. Hell, I dunno what happened. Who has an advice how to go on? Are there special spare parts markets (2nd or 3r hand), any one in Germany or England who has got the clou about all that? Drop a note if you folks has an idea.
Ich besitze immer noch einen Roland Juno 106, die Sounds (gemixt mit Yamaha DX7 MIDI, auch so ein nicht tot zu kriegender Grossvater)kommen immer wieder gut an. Nun hat Juno 106 seinen Dienst für 2 Stimmen aufgegeben, sind also nur noch 4 gleichzeitig zu spielen - aber denkste - es werden regelmässig Tasten still gelegt, je nachdem auf welche der Stimmen gerade zugegriffen wird. Das nervt! Ich hatte nach Ausfall der ersten Stimme eine Reparatur durchführen lassen aber kurze Zeit später viel wieder eine aus and dann die zweite gleich hinterher. Wer weiss Rat? Gibt es die Ersatzteile noch irgenwo auf irgedwelchen 3rd hand Märkten?. Meldet Euch falls Ihr dazu etwas wissen solltet.
da ich den P-600 noch besitze aber selten nutze: Weiß jemand, wie lange der interne, festgelötete Akku hält, wann man diesen wechseln sollte und vor allem: wo man einen Ersatz herbekommt ? Ansonsten haben einige Schalter Kontaktprobleme. Hilft da Kontaktspray ?
Danke vorab für Hilfe
Gruß
Rhodes
Dave Smith sagt:
It is hard to believe that MIDI is 20 years already. And, it is still version 1.0! I still remember working with Roland, Korg, Yamaha, and Kawai to develop the original specification back in 1982; it was a very good collaboration between companies in both countries in the days before email. It was a thrill to first connect the Prophet 600 with the Roland JX-3P at the January 1983 NAMM show, and have it work perfectly.
Georg.
Asche auf mein Haupt. Du hast natürlich Recht. Es war der Jupiter 6 und nicht der Juno 106!!!
@Tom
Peinlich , peinlich. Verspreche sofortige Linderung Deiner Augenschmerzen :-)
@sonnicwarrior
Micromoog hat vom JUPITER 6 gesprochen, nicht vom Juno 6 :-)
Der Juno 60 hatte aber noch kein MIDI, die Änderung zum Juno 6 waren die Speicherplätze!
Wer war also der rätselhafte MIDI-Partner zum Prophet 600?
nicht böse sein, aber ich muss wieder mal in den Klugsch...modus:
Es war 1982 nicht der Juno 106 den Roland zeitgleich dem P600 präsentierte, sondern der Jupiter 6 (Rolands erster MIDI-Synth).
Der Juno 106 war afaik erst 1984
:-)
Liebe Grüsse