von Andreas Rademacher am 07.04.2009
Messebericht - Musikmesse Frankfurt/Main 2009
Autor Gitarrenbereich: Matthias Ziegenhain
Autor Bassbereich: Andreas Rademacher
Für alle, die sich den Trubel und die Hektik der Frankfurter Messetage zum alljährlichen Mekka der Musikinstrumente sparen möchten, bietet Amazona.de einen prägnanten Überblick über das aktuelle Geschehen in der Gitarren/Basswelt. Aber auch das allgegenwärtige Damoklesschwert scheint über Frankfurt zu schweben: Na klar, die Finanzkrise. So fällt direkt auf, dass nicht nur vielerorts der Messestand etwas bescheidener daherkommt, sondern auch an den sonst so zahlreich vertretenen leicht bekleideten Messehostessen gespart wurde. So verwundert es kaum, dass sich der Großteil der Messeneuheiten als Upgrade-Version oder Limited Edition altbewährter Dauerbrenner entpuppt.
Neuheiten Gitarre
Dem Alphabet entlang machen BOSS (bzw. Roland) den Anfang, welche der oben beschriebenen Entwicklung auch gleich Tribut zollen: Der große Bruder des quadratischen Klassikers CUBE erblickt das Licht der Welt. Der CUBE-80x bietet nicht nur satte 20 Watt mehr als sein Vorgänger 60x, sondern ist zusätzlich mit integriertem Looper sowie einer Speicheroption für den Leadkanal bestückt. Darüberhinaus wurden die Hall- und Echosektion getrennt und ein Modeling des Fender Deluxe Reverb unter das handliche und nur unbedeutend schwerere Würfelgehäuse gepackt. Mit dem ME-70 wurde ebenfalls das "Konzept des großen Bruders" umgesetzt, denn hier wurde quasi das ME-50 um eine Vorstufenfunktion mit diversen Ampmodelings erweitert und ebenfalls ein Looper untergebracht.
Weniger mit ihren Gitarren, sondern vielmehr mit lautstarken Protesten vor dem Haupteingang der Messe machten CORT (genauer gesagt die Arbeiterschaft) auf sich aufmerksam. Seit mehr als 700 Tagen kämpfen diese gegen Ausbeutung und unmenschliche Arbeitsbedingungen. Auf ihre Stimmen für Gerechtigkeit wurde die Weltöffentlichkeit jedoch - trotz Mittel wie Hungerstreik und Selbstverbrennung - nicht aufmerksam. Da Cort 95% ihrer Produkte auf dem Weltmarkt absetzen, reagiert Cortchef Young-Ho Park auf das Einfordern der Arbeiterrechte mit Betriebsschließungen und Scheinbankrott. Zudem entlässt der 120-reichste Mann Südkoreas über 400 Arbeiter/innen. Doch trotz der formell einwandfreien organisierten Demonstration, reagiert die Messe mit der Behinderung der Protestaktion durch Security und Polizei und verhängt sogar Hausverbot. Wir stehen hierbei nicht nur als Besucher der Messe oder Musiker in der Verantwortung, sondern vor allem als Menschen angemessen auf diese Aktion zu reagieren.
Im Hause Fender gibts die neue Serie der Road Worn Guitars zu bewundern. Hiermit folgt man dem aktuellen Trend in Richtung "Relic Optic" oder "Aged Look". So kommen die in Mexico produzierten Instrumente fabrikneu scheinbar mit den Schrammen und Spielspuren langjährigem Einsatzes daher. So gibt es eine 50s und 60s Stratocaster, sowie eine 50s Telecaster, welche nach ihrem historischen Vorbild gebaut wurden, aber neben traditionellen Features wie der Nitrolackierung auch mit moderneren Komponenten wie den Tex-Mex Pickups oder 6105 Bundierung punkten. Präsentiert wird das Ganze von Saitenübermensch Greg Koch, der besonders das von Fender beworbene "Vintage Feel" der Gitarren betont und sich in absoluter Bestform präsentiert.
Zudem gibt es eine Reihe neuer Signature Strats, für besonders Fender-treue Gitarrenhelden. Längst überfällig ist nun auch Ritchie Blackmore mit einem maßgeschneiderten Modell geehrt worden, natürlich mit scalloped Griffbrett und Seymour Duncan´s Quarter Pound Flat Pickups.
Ebenfalls seit den 70ern der Stratocaster verfallen ist Iron Maiden Klampfer Dave Murray, dessen modifizierte Lieblingsstrat mit HSH Bestückung und Dimarzio Super Distortion Humbucker in der Stegposition sehr nahe am Original entstanden ist.
Ferner kommt das neue Lieblingsinstrument des Gitarrenvirtuosen Eric Johnson gleich in 4 brandneuen Lackierungen daher, die auf eigentümliche Namen wie Tropical Turquoise hören. Ungewöhnlich, aber sehr gelungen ist das Neckbinding an dessen Strat, deren Pickups nicht von der Stange kommen, sondern speziell nach Johnsons Geschmack gewickelt wurden.
In Sachen Verstärkung wurde die neue Vintage Modified Serie vorgestellt, deren Flaggschiff auf den namen Band-Master hört und mit 40 Watt die komplette Bandbreite von klassisch clean bis zum aggressivem Overdrive abdecken soll. Hinzu hat man dem Vollröhrenamp eine ausgiebige digitale Effektsektion spendiert und ihn sowohl als Combo, als auch als Topteil auf den Markt gebracht.
Selbstbewusst präsentieren sich Gibson mit ihrem Technikfeuerwerk "Dark Fire" unter dem Motto World´s Most Powerful Guitar. Es handelt sich um die Weiterentwicklung der sich selbststimmenden Robotergitarre, welche von Gibson frenetisch als historische Gitarre gefeiert wird. Die auffällige und moderne Optik dieser Gitarre wird von Acryl Inlays, der knalligen Lackierung und den futuristischen Pickup Covers dominiert und unterstreicht das Konzept der Gitarre. Hierbei sollen sowohl klassische Gibsonsounds, wie auch die Möglichkeiten einer Modelinggitarre à la Line6 Variax miteinander verschmelzen, sodass die Dark Fire sowohl analog als auch digital eingesetzt werden kann. Die Liste der technischen Daten könnte daher ein halbes Buch füllen und umfasst beispielsweise ein Interface mit Firewire Ausgang. Hinzu kommen die Pickupkombination aus Burstbucker 3 am Steg und einem P-90H an der Halsposition, sowie ein chambered Mahagonikorpus. Bei diesem Verfahren werden Hohlkammern in den massiven Korpus gefräst und mit einer Decke wieder verschlossen, sodass neben einer beträchtlichen Gewichstreduktion eine Steigerung der Resonanz erzielt wird, die in einem fetten, offenen Klang resultieren soll. Wie so oft bei einem solchen Fuhrpark an technischen Spielereien, wird die limitierte Dark Fire die Gitarristenwelt spalten und für einiges an Zündstoff zwischen Traditions- und Innovationslager sorgen.
Innovativ gehts auch bei Hughes & Kettner zu, die ihren Switchblade um die Buchstaben TSC erweitern. Das "Tube Safety Control System" soll die Anpassung des Ruhestroms in Röhrenverstärkern, den so genannten BIAS-Abgleich automatisch vornehmen und somit den Gang zum Techniker ersparen. Zudem soll es auf eine Änderung der Umwelteinflüsse wie etwa Temperaturschwankungen reagieren, den Klang verbessern und den Röhrenverschleiß vermindern. Desweiteren kommt anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums der altbekannte Edition Tube als limitierte Silver-Jubilee-Serie heraus. Präsentiert werden die Produkte von Thomas Blug, der mit seinem unheimlich intensiven und emotionsgeladenen Spiel begeistert und im Gegensatz zu vielen anderen Vorführungen ebenso durch Ton und Geschmack überzeugt, wie auch durch seine sympathische Erscheinung. Besonders lobend sei hierbei sein neues Album Soul & Pepper erwähnt, auf das nun eine Tour folgt und somit die Chance bietet, Thomas Blug fernab vom Messetrubel mit Liveband zu erleben.
Zu feiern gibts den 20. Geburtstag der ersten PGM , der Signature Gitarre von Shredlegende Paul Gilbert (Mr. Big; Racer X). Zu disem Anlass weiht Gilbert natürlich persönlich ein Reissue (PGM100RE) des Geburtstageskindes ein und präsentiert seine aktuelle PGM-FRM1 Fireman. Die Wiederauflage einer weiteren PGM wurde direkt auf der Messe vom Publikum gewählt: Die altbekannte weiße RG, die sich schon länger mit großer Beliebtheit im Sortiment des Herstellers findet, jedoch in der Variante mit Floyd Rose Tremolo (PGM 300).
Besonders schön kommt die neue Axt von Andy Timmons daher, die sehr stark an das Urmodell Start angelehnt ist und einem klassischen Maple-Neck punktet. Um den Rahmen nicht zu sprengen, soll hier neben einigen weiteren Modellen der innovationsfreudigen Japaner noch die RG-Fixed Reihe erwähnt werden, die neben angenehm schlichter Optik mit aktiven Pickups und Equalizer zu überzeugen weiß.
Mit zahlreichen Autogrammstunden und Vorführungen lockt Marshall auch dieses Jahr wieder zahlreiche Besucher an. Neben einer Vielzahl von Größen aus dem Hard´N´Heavy Sektor wie Dave Mustaine (Megadeth) oder Doug Aldrich (Whitesnake) sind auch Paul Gilbert und Jim Marshall selbst mit von der Partie. Als Messeneuheiten gibts hier die die Marshall Haze Serie, welche sich mit einer simplen und klangorientierten Herangehensweise wieder "back-to-the-roots" bewegen. Kleine, handliche Vollröhrenamps sollen mit natürlichem Klang in Studioqualität überzeugen, wurden aber trotz dieses puristischen Ansatzes mit "zeitgemässer" Bedienung und integrierten Digitaleffekten versehen. Mit 5 Röhren (3x ECC83 + 2x 6V6) und 15 Watt und einem Gewicht von unter 10 kg ist das niedliche Minitop MHZ 15 der Blickfänger schlechthin, neben dem sich der 40 Watt starke Combo mit Celestion Speaker und EL 34 Röhren jedoch keineswegs verstecken muss.
Einen völlig anderen Ansatz verfolgt die Ausweitung der MG-Serie, deren kleine Transistorkisten laut Marshall durch eine völlig überholtes Innenleben eine neue Generation analoger Klangqualität einläuten. Neben der üblichen Würfelformaten gibts auch hier einen Microstack (MG15HFX), ein 100 Watt Topteil sowie den batteriebetriebenen MG2FX. Auch hier sind digitale Effekte mit an Bord, die speziell auf die MG-Serie abgestimmt sind.
Dave Mustaine, Gitarrist und Sänger der alteingesessenen Thrash-Metalkapelle Megadeth bekommt zudem eine Signature 4x12er Box spendiert.
Bei MXR gibts den guten alten Dynacomp als limitierte Neuauflage in der Vintage "Script Logo" - Variante und ein Signature Wah für Metallica´s Kirk Hammett. Dann wäre da noch der Fullbore Metal Treter -eine superheißes High-Gain Distortionaggregat mit integriertem Gate- speziell für die ganz harte Gangart.
Farbintensiv erscheint natürlich der beachtliche Stand von Orange, die nicht nur im der Rahmen Limitierten Edition 2009 diverse Amps in weißer (!) Farbe auf Lager haben, sondern dem Tiny Terror brauchbare Alternativversionen beschert. Zum einen gibt es den kleinen Kraftprotz als Point-to-Point handverdrahtet, zum anderen - in Form des Dual Terror - 30 Watt stark und mit zweiten Kanal.
Peavey haben mit den Vypyr 120 Watt Head ein weiteres Eisen im Feuer der aktuellen Ampmodelings, welches gleich 24 Ampmodelle, eine Vielzahl von Stompbox und Rackeffects nachmodeliert und entsprechende Kombinationen dieser ermöglicht. Umworben wird das Ganze als "most technologically advanced and affordable guitar modeling amplifier". Anscheinend setzt man hierbei auf das Beste aus beiden Welten, denn ferner gehören echt analoge Vorstufenverzerrung sowie Punch und Röhrenwärme von einer 12 AX7 in der Vor- und vier 6L6GC Röhren in der Endstufe, zu den Feautures des Topteils. Natürlich gibts die Vypyr Serie auch in einer ganzen Palette verschiedenster Combos und obendrein noch einen echten Klassiker ebenfalls in der kompakten Aussführung: der 6505 als 112 Combo mit 60 Watt Leistung.
Neuheiten Bass
AshdownFreebass – so nennt sich ein völlig neuartiges Produkt aus dem Hause Ashdown, das Bassisten die gleiche Freiheit und Flexibilität auf der Bühne geben soll, wie sie bisher nur den Sängern oder Gitarristen vorbehalten war. Zuerst auf der diesjährigen NAMM-Show vorgestellt, durften wir es auch in good old Europe jetzt in Ohrenschein nehmen. Angeblich haben sie das große Problem gelöst, welches mit der kabellosen Übertragung insbesondere der tiefen Frequenzen, beim Signal eines E-Basses besteht. Zusätzlich zur Funktion der reinen Klangübertragung gibt es eine modeling-section, die aus dem Empfangsgerät sogar einen Klangwandler macht. Sechzehn verschiedene bassgerechte Einstellungen sind abrufbar. Natürlich darf auch bei diesem Gerät der typische Ashdown-look mit dem VU-Meter nicht fehlen.
Bei den Ashdown All Access bass practice amps gab es ein Facelifting. Sie bekamen retro-style-Gewebe-Fronten spendiert, die weiß eingefasst wurden. Dazu gibt es jetzt die Möglichkeit, die Combos als Monitor zurückzukippen. „After Eight", „Perfekt Ten“ und „Five Fifteen“ liefern 15, 30 oder 100 Watt Power mit acht, zehn oder 15’’-Speakern.
Ashdown BTA. So heißt der neue Röhrenverstärker aus der Verstärkerschmiede, die wie schon früher Trace Elliot, eigentlich besonders für transistorisierte Pegelerhöher bekannt ist. Big Tube Amp soll die Abkürzung heißen, was mit einer Endstufensektion die 400 Watt hat auch durchaus gerechtfertigt ist. Die Vorstufe ist identisch mit der aus dem ABM EVO III und in der Endstufe sind dann acht KT88 Röhren dafür zuständig alles gehörig krachen zu lassen.
Um der umfangreichen Schar an Effektgeräten Herr zu werden, die es schon jetzt von der britischen Firma gibt, hat Ashdown ein Pedal-Board auf den Markt gebracht, auf dem bis zu sechs Pedale befestigt werden können und sogar bis zu acht mit den integrierten Stromversorgungen und Kabeln gespeist.
Brandneue und noch nicht einmal erschienene Produkte gab es bei den Schweden von EBS umfangreich zu bestaunen.
Die Legende, der Fafner bekommt einen Nachfolger. Der Fafner 2 wartet mit zwei verschiedenen Vorstufen auf. Jeder der Kanäle, ob Tube oder Transistor, hat seinen eigenen Equalizer. Es besteht neben der kanalmäßigen Trennung und Anwahl auch die Möglichkeit, beide zu mischen. 750 W oder 610 Watt an 4 Ohm leistet der Bolide. Aber wohl erst im Winter.
Ein vollständig röhrenbetriebenen Amp, den T90, gab es bisher nicht von den Skandinaviern und soll im Herbst 2009 kommen. Mit 90 Watt – allerdings nicht zu vergessen – Röhrenpower, wird er seinen Auftritt in Studios und Clubbühnen sicherlich mit Bravour absolvieren. Freuen wir uns drauf.
Wie der Name schon sagt, wird der Session 60 Tiltback Combo sicherlich auch dafür eingesetzt werden. Mit dem vereinfachten Vorverstärker des Classic 450 und 60 Watt über einen 10’’-Lautsprecher + Hochtöner ist er ein hochwertiger Bassmonitor für Recordingzwecke und das Üben. Damit es auch lautlos funktioniert natürlich mit Kopfhöreranschluß.
Schwermetall ist die Wurzel des gewaltigen Lautsprechertrumms NeoLine 810. Aber ein ausgesprochenes Schwergewicht stellt es trotzdem nicht dar, denn Neodym ist die Zauberformel. Was ursprünglich für Peter Iwers und Jonas Björler konzipiert wurde, ist demnächst auch für Otto-Normal-Headbanger erhältlich. Gespannt sein darf man, wie erschwinglich dieses 2000 Watt verarbeitende Aggregat sein wird.
Zum ersten Mal in der 20-jährigen Firmenhistorie von EBS gibt es jetzt ein Signature-Gerät im Angebot, das EBS Stanley Clarke Signature Wah-Wah. Nach den Vorlieben des Ausnahme-Bassisten konstruiert, gibt es verschieden Modi wie Low-pass, High-pass, Band-pass und Boosted Band-pass. Der Fußpedal kannn als wahwah/bypass oder wahwah/volume genutzt werden.
EBS MetalDrive ist eines von zwei neuen Effektpedalen aus der EBS Black Label Pedal-Serie. John Moyer, der Bassist der Band Disturbed suchte nach einem Verzerrer, mit dessen Hilfe er den Sound auffüllen kann, wenn zum Zwecke des Solieren die fetten Gitarrenriffs fehlen. EBS spricht von dem gemeinsten und fettesten Distortioneffekt, der jemals für den Bass angeboten wurde.
Noch nicht auf dem Markt ist das Black Label Gerät DPhaser, welches im Herbst erscheinen soll. Drei verschiedene klassische Phasereffekte werden digital erzeugt.
Der gesamten Black Label Serie wurde als neues Feature der True Bypass spendiert.
Am Stand des deutschen Vertriebs BOX OF TRIX konnte man u.a. Endorser und "Bass-Guru" Peter Sonntag antreffen.
ESP
Die härtere Rock- und Metalfraktion durfte sich am Stand der amerikanischen Company mit ihren gewagten radikalen Formen und Lackierungen sattsehen. Die neuen Modelle Phoenix-II B in Anlehnung an den Thunderbird, sowie die abgespeckte Version des Fred Leclercq-Signature-Basses BTL-CTM und das neue Arbeitsgerät des Tieftöners der Children Of Bodom, Henkka Blacksmith, der Henkka FR-B4 STD, beweisen dies eindringlich.
Auch hier sah man bearbeitete Gitarren und Bässe, die den Eindruck jahrelanger Schwerst(metall-)arbeit auf den Bühnen der Welt erwecken sollen.
Bei Fender dreht sich alles um straßengetragene Instrumente. Road Worn ist das Zauberwort. Weil diese Instrumente in Mexiko hergestellt werden, ist die aufwendige optische Alterung an neuen Instrumenten, die in teurer Handarbeit hergestellt werden muss, jetzt auch für den kleineren Geldbeutel erschwinglich. Es gibt die Auswahl zwischen 50s P Bass und 60s J Bass in brown sunburst und candy apple red. Die erstaunlich genau mit 1272,11 € bzw. 1391,11 € ausgepreist waren.
Bei Gallien-Kruger gab es zur Freude aller Neuigkeitshungrigen Besucher drei Innovationen zu erforschen. Mit dem Fusion 1050 bringen die Amerikaner ein fettes Topteil mit 20 kg Gewicht. Dafür bekommt man einen sechsstufigen Röhrenvorverstärker, kombiniert mit der aus dem 2001RB bekannten Endstufe mit 1000 W Leistung. Das bemerkenswerteste Detail an diesem Verstärker ist allerdings, dass er motorisierte Drehregler besitzt, mit deren Hilfe es möglich ist, zwei verschiedene Einstellungen zu speichern und per Fußschalter abzurufen.
Leichtbau ist die Devise, so auch bei GK. In der MB-Serie erscheinen die neuen Combos MB 210 und MB 115. Digitale Endstufen, Neodym-Lautsprecher und ein sehr leichtes Gehäuse machen es möglich, dass man eher an einen leeren Umzugskarton als an einen Bassverstärker denkt, sobald man die Geräte anhebt. Der MB 210 wird 500 W an 4 Ohm und 350 W an 8 Ohm über seine zwei Zehnzöller schicken, während es der MB 115 bei 200 W über einen Fünfzehner belässt. Um als Monitor zu fungieren zu können, sind an der Rückseite klappbare Stützen angebracht.
Das Beste aus zwei Welten. So könnte man den MB Fusion bezeichnen. Bei ihm handelt es sich um einen ultraleichten Hybridverstärker, der Röhren- und Class D-Technik miteinander verbindet.
Mit 2 kg Gewicht auf einer Grundfläche, die für ein durchschnittliches Notebook nicht ausreicht, bietet er 500 W Verstärkungspower an 4 Ohm. 3 Doppeltrioden des Typs 12AX7 formen den Ton, identisch zum Preamp aus dem Fusion 550.
Auf dem Stand von Meinl, u.a. Importeur von Instrumenten des Branchenriesen Ibanez, ging es sehr eng zu, so dass sogar Fotografieren deutlich erschwert war, ein komplettes Instrument in den Sucher zu bekommen. Das Angebot ist riesig, und man konnte auch einen Haufen Neuigkeiten unter die Lupe nehmen.
Die Spitze im Programm der Instrumente bildet die SRprestige-Serie, die neuerdings wieder in Japan hergestellt wird. Eine Besonderheit hier das Model SR7VIISC, ein siebensaitiger Bass, dessen tiefste Saite allerdings das E ist. Auch aufgrund der engen Saitenabstände fast schon eine Art Baritongitarre.
ARTB – so heißt das neue Modell für Retrorock und alles, was in einem ähnlichen Feel präsentiert werden soll. Mit Mahagoni-Korpus, angeschraubtem Shortscalehals, Jazzbassschaltung und Single Cutaway-Design im Les Paul-Style könnte es etliche Anhänger finden.
Bei den ATKs ist neben den neuen Farbgebungen berichtenswert, dass wieder Palisandergriffbretter eingeführt wurden.
Bei den halbakustischen Artcore Bässen kann man jetzt zwischen verschiedenen Korpusstärken wählen.
PB, so das Kürzel für Poplar Burl, atemberaubend schöne und wild gezeichnete Pappeldecken für die hochpreisigeren BTB-Modelle.
2009 gibt es mit dem PIB1 ein neues Signature-Instrument für In Flames-Bassist Peter Iwers. Der Fünfsaiter im SR-Style zeichnet sich durch den dicksten Hals im gesamten Ibanez-Programm aus.
Limitiert hat Ibanez einige spezielle Messemodelle aufgelegt. Aus der BTB-Serie den etwas martialisch getauften Battlebass BTB09LTD im Design Desert Ocher Flat, der vielleicht auf dem US-Markt einen Sieg erringen soll. Außerdem den JTKB09LTD IV in ivory mit Schottenmuster auf den Schlagbrettern, sowie den GSR09LTD SLI, der mit „springen, grooven und rauchen“ angepriesen wird, was bei der leicht psychedelischen Farbgebung nachvollziehbar wird.
Insgesamt konnten reichlich neue Farben wie beim GSR180MGT bestaunt werden.
Am Stand von Laney konnte leider nichts Neues entdeckt werden. Allerdings sind die Vertriebswege neu geordnet. Papen & Bongaerts Music BV aus Hollander sind jetzt Ansprechpartner.
Orange – Die Gitarristen kennen den Schrecken, welcher der Tiny Terror verbreitet, schon länger. Jetzt gibt es endlich den Tiny Terror Bass! Fünfhundert Watt Class D-Power mit Röhrenvorstufe aus einer kleinen Kiste mit lediglich einem einzelnen Handgriff. Mehr benötigt man auch für die 5 kg nicht. Die Konkurrenz mag noch um einiges leichter sein, aber die robuste Metallkiste erweckt einen besonders roadtauglichen Eindruck, was durch Speakon-Anschlüsse für die Lautsprecherkabel bestärken wird.
Passend zu diesen verstärkerseitig geringen Ausmaßen bietet die britische Firma jetzt ein neues Bassboxensystem an. Die kompakten Maße der Orange Smart-Power Cabinets werden durch die Bauweise zweier mit Neodym-Schallwandlern bestückten, getrennter Speakerkammern erreicht. Während ein Lautsprecher direkt abstrahlend ist, fungiert der zweite inwendig im Bassreflexprinzip. Erhältlich sind Kombinationen mit zwei und vier Zehnzöllern, sowie eine Box mit zwei Zwölfzöllern.
In der Einsteiger- und Übungsserie Crush gibt es neue Combos mit mehr Leistung und sinnvollen Features, wie einem eingebauten Stimmgerät.
Peavey – Leichtbau ist die Devise bei den neuen Combos TNT und TKO aus der Tour-Serie. 400W hat der TKO und 600 W verstärken beim TNT Amp was des Bassisten Finger produzieren. Leichte Gehäuse und Neodym-Speaker, kombiniert mit Verstärkern, in denen digitale Class-D-Endstufen stecken, sind in diesem Jahr ohnehin das große Thema im Bassverstärkerbau.
Bei diesen beiden Modellen von Hartleys Company gibt es in der Vorstufe neben diversen anderen Features einen graphischen 7-Band-Equalizer. Wir dürfen auf die Tests gespannt sein…
Seit zehn Jahren gibt es die Cirrus Basslinie. Dieses Jubiläum feiert Peavey mit einem besonderen Bassmodell, dem Cirrus Tenth Anniversary Bass. Diese Instrumente werden in Handarbeit im amerikanischen Customshop von Peavey gebaut und sind als 4-, 5- und 6-Saiter bundiert oder bundlos erhältlich.
Ein weitere Jubiläum wird mit dem 4-saitigen Rudy Sarzo Signature Bass zelebriert. Der Tieftöner, der u.a. für Whitesnake, Quiet Riot und Yngwie Malmsteen gezupt hat, spielt seit 25 Jahren Peavey-Equipment. Für so viel Markentreue ist man ihm dankbar.
Wir Bassisten dürfen uns freuen. Für uns gibt es viele kleine Hersteller, die in handwerklicher Perfektion immer wieder mit schönen Sachen vertreten sind. Stellvertretend hierfür steht Peter Simon. Der Tiroler stellte seine avantgardistischen Instrumente wie z.B. den „Rajib“ auf einer eigenen kleinen Ausstellungsfläche aus. Weitere Informationen bekommt man auf seiner Homepage www.simon-bassmaker.com. Die Boutique-Instrumente steigen allerdings bei saftigen 2.800 Euro ein …
Der Stand von Sandberg lag als allererstes auf dem Weg. Das große Thema hier war der künstlich gealterte Look. Im extremen zelebriert bei der Sonderedition masterpiece. Auffällig war die Verwendung der neuen ovalen Delano X-Tender PU’s bei den hochpreisigen Instrumenten, wie dem aufwendig konstruierten "Puzzlebass". Den Umbo gibt es mit neuer Farbe, unter anderem in virgin white. Wie auch bei einigen anderen Modellen ist die Option „aged“ als Finish Standart.
Diese Tonabnehmer begegnetem einem auf dem Streifzug immer wieder, z.B. bei Marleaux.
Trace Elliot – bei dieser legendären Marke im Bereich der Bassgitarrenverstärkung hat man sich im vergangenen Entwicklungsjahr stark auf das Herausbringen neuer Amps für Akustikgitarren konzentriert. Davon wird sicherlich auch wieder der akustische Bass profitieren, für den Trace Acoustic Amplification genauso Ausrüstung anbietet. Im E-Bass-Bereich fiel die Ausbeute an Neuigkeiten am lustig schwarz-grünen Messestand daher etwas mager aus. Die Modelle AH600-12, AH600-7, sowie AH1200-12 sind neu, allerdings handelt es sich dabei lediglich um in der Leistung gepimpte Versionen der 2008 vorgestellten Modelle AH500-7 und -12, sowie AH1000-12. Die Power wuchs dementsprechend von 500 W auf 600 W und von 1000 auf 1200 Watt.
Bässe aus deutscher Fertigung und eine der marktbeherrschenden Marken. Das ist Warwick. So war auch die Präsentation auf der Messe ausgelegt.
Auf ihrem Messestand waren die Neuigkeiten der Saison 2009 greifbar gemacht. T.M. Stevens bekam das funkiges Signature-Modell „Zooloo Warrior“ auf den Leib geschneidert. Ins Auge springt natürlich zunächst die schillernd bunte Airbrush-Arbeit auf dem Streamerkörper. Ansonsten geht es eher konventionell zu. Rock-maple-Korpus und Wenge-Hals mit Afzelia-Streifen und Ebony-fretboard, dazu P/J-Pickups bilden die Basis des 4-Saiters, welche mit feinen Warwick-typischen Akzenten gewürzt und abgerundet wird.
Jamiroquai-Künstler Stuart Zender bekam ebenfalls ein eigenes Design, welches allerdings sogar keine Standardform des Korpusses mehr erlaubt. Der Eschebody ist mit French Flamed Ash in vorzüglicher Qualität belegt, während der Ovangkolhals ebenfalls ein Ebenholzgriffbrett trägt.
Einen ähnlichen Hals, lediglich als 5-Saiter, trägt die dritte Auflage des pesönlichen Arbeitsgerätes von P-Nut. Dazu einen Body in aufwendiger Sandwich-Bauweise aus Afzelia und Purple Heart mit fantastischer Burl-Blackwood-Decke.
Dieses Jahr heißt das limitierte Sondermodell Corvette $$ LTD 2009.
Auf Grundlage eines zweiteiligen Mahagonikorpusses mit Olivenholzdecke wird hier ein Corvette $$ geschnitzt, der im Customshop gefertigt, vom Firmeninhaber persönlich kontrolliert und signiert wird.
Warwicks Starbass II-Maple ist ein Reissue des gleichnamigen Modells von Framus aus den 60er Jahren. Decke und Boden bestehen aus Ahorn, die Seitenteile sind aus massivem Holz derselben Sorte. Der eingeleimte Hals ist auch aus Maple, das Griffbrett aus Warwickschem Wenge. Singlecoils in Vintagedesign, aber mit neuester brummunterdrückender Technik, komplettieren die Ausstattung.
Schön war’s. Das Wetter, die Instrumente, die Vibes, die vielen netten Menschen, die Musik. Aber auch so umfangreich, dass man - wie immer - mehr Zeit als vorgesehen einplanen sollte, um alles zu finden und zu sehen, was wichtig und interessant ist.
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