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Interview: Urs Heckmann von U-he

Zebra & Diva in einem!

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“Da gibt es so einen tollen Typen in Berlin, der Urs Heckmann … “The Dark Knight” ist alles Zebra2 … die Qualität von dem Klang ist toll, aber er hat nie sich hingesetzt und versucht, einen Moog nachzumachen … es ist was Eigenständiges … er versteht die Qualität, die untergründige Qualität, die es eben wirklich geben soll!”

Zitat: Hans Zimmer im AMAZONA-Video Interview September 2009

Wer solche Lorbeeren von einem der berühmtesten Filmkomponisten der Welt erhält, ist ganz automatisch auf unserer Liste für ein AMAZONA.de Interview.

Urs Heckmann ist mit seiner Firma U-he und dem hoch gelobten Synthesizer-Plug-in Zebra2 (der unsere Chartliste der Software-Synthesizer anführt), eine echte Ausnahmeerscheinung. Warum und noch viel mehr erfahrt ihr im folgenden Interview mit Urs Heckmann.

Urs Heckmann

Urs Heckmann

AMAZONA.de:
Hallo Urs, wie kam es zur Gründung von U-HE?

URS:
Das war nicht wirklich eine geplante Gründung, das ist vielmehr durch den Lauf der Dinge so passiert. Irgendwann 2000 fand ich es an der Zeit, meine eigene Website zu machen. Damals war ich mit Freunden dabei, ein Internet-Startup zu gründen. Als absehbar wurde, dass dies schieflaufen würde (und das tat es!), streckte ich meine Fühler nach Alternativen aus und bastelte an einer Website, um mich selbst zu promoten. Leider waren zu dem Zeitpunkt alle kurzen Domain-Namen mit meinen Initialen bereits vergeben, so dass ich mich entschied, u-he.com als kürzestmögliche Internetadresse zu registrieren.

Ich hatte seit 1999 ein bisschen mit VST-Programmierung gespielt, während ich für Sony eine musikalische Spielkonsole auf Basis eines MIDI-Sequencers entwickelte, die für einen Themenpark bestimmt war. Also hatte ich schon recht frühzeitig überlegt, vielleicht etwas in dieser Richtung zu probieren, falls das Internetprojekt sterben sollte. Nachdem dann trotz guter Beziehungen eine Absage von Native Instruments kam und mein Startup endgültig gescheitert war, habe ich Mitte 2001 einen Job an der FH Potsdam angenommen. Das war mein erster ganz normaler Tagesjob, und er hatte den unglaublichen Vorteil, dass Feierabend Feierabend war und Wochenende Wochenende. Ich nutze die Zeit, um meine Kenntnisse in VST und DSP zu vertiefen, und im August 2002 kam dann die erste More Feedback Machine raus.

Als dann Apple in OS X einen neuen Plug-in-Standard einführte (Audio Units), sah ich gleich die ideale Chance, was daraus zu machen. Während die alteingesessenen Firmen recht viel Zeit mit Nörgeln und Kopfschütteln verplempert haben, hatte ich 2002 mit Zoyd meinen ersten Freeware-Synthie als AU draußen. Das Feedback war so riesig, dass ich von nun an alle verfügbare Energie in AU-Programmierung reingesteckt habe.

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    Dada

    Tolles Interview! Darauf hab ich schon gewartet. Dann war das quasi eine glückliche Fügung, dass NI abgesagt hat sonst wär die Welt um einen fantastischen Synth ärmer. Die beissen sich jetzt sicher in den Hintern.
    Ich selbst benutze zwar “nur” die Zebralette, aber selbst damit kann man irre lebendige, psychedelische Flächen und rotzige Leads bauen und ich hab dessen Möglichkeiten sicher noch nicht ausgeschöpft. Der Sound ist knackig und sauber und setzt sich im Arrangement immer gut durch ohne andere Sounds zu überlagern. Da sie CPU-Last überschaubar ist kann man auch ganz leicht mehrere Instanzen starten. Ich, als finaziell minderbemittelter Student, freu mich schon den ACE auszuprobieren, der soll ja sehr geil klingen und dafür muss ich auch keinen Monat hungern ;-) Stay awsome, Urs!

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  3. Avatar
    wusician

    Sehr feines Interview – sowohl in Bezug auf “Mensch” als auch auf “Maschine (PlugIns)”.

    Ich brauchte zwar bislang nur einmal (Anfang März war’s) Hilfe per Mail von Urs Heckmann. Die kam aber innerhalb eines Tages (offenbar also aus Melbourne).

  4. Avatar
    BroSco

    Sehr gutes Interview! Ich bin auch schon seit langem mit Zebra zufrieden! Man hat irgentwie das Gefühl das man absolut absurde Sounds designen kann und es klingt trotzdem gut! Gespannt bin ich ja nun mal auf den großen ACE Bruder!

  5. Profile Photo
    Yamale

    Schönes Interview – wollte schon seit längerem gerne mehr über U-he erfahren…

    Seltsam, das “Triple Cheese” nicht erwähnt wurde, ein kleiner aber genialer Modelling/Kammfilter Softsynth, den Urs Heckmann für die KVR Developer Challenge entwickelt hatte (2007,glaube ich). Mittlerweile mein Favourite unter den Freewares, schaue beim Recording immer zuerst,ob ich mit dem was machen kann. Liefert teils völlig abgefahrene, aber auch schöne plucked/blown und metallic Sounds mit sehr eigenem Charakter, die man so nicht oder nur schwer mit anderen Synths hinbekommt – Siehe Test “Die besten Freeware Synths Teil 1″ hier bei Amazona – kann ich jedem Soundbastler nur empfehlen – Danke + Lob nochmals dafür an Urs Heckmann!

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