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Modular Serie: Die Zeit (Teil 1)

Modular: Die Zeit I

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Die Amazona Modular Serie widmet sich nun einem Bereich, der über Modularsysteme, Synthesizer, ja selbst über die Musik weit hinausgeht: „Zeit“. So selbstverständlich der Umgang mit zeitlichen Aspekten für Musiker auch ist, so sehr lohnt es sich, immer wieder die Möglichkeiten und Grenzen zeitlicher Abläufe auszuloten.

Roland System-700 ADSR Hüllkurven. Foto (c) B.M.  Land

Roland System-700 ADSR Hüllkurven. Foto (c) B.M. Land

Mit „Zeit“ einhergehend ist der Bereich „Rhythmus“ untrennbar verbunden. Als „natürlichster“ aller musikalischer Aspekte ist Rhythmus Bestandteil jedes Lebewesens, ja – des Lebens, der Welt, des Kosmos an sich. Das ist nun keinesfalls ein esoterischer Gedanke oder spirituell gemeint, Rhythmus ist – sehr nüchtern betrachtet – die Basis aller Existenz. Es gibt immer einen Anfang, ebenso hat alles sein Ende. Dazwischen liegen wechselnde Abläufe, Veränderungen, Entwicklungen. Doch die „Eckpfeiler“ stehen – wenn auch nicht immer genau bezifferbar – fest. Rhythmus ist etwas so Grundlegendes und zutiefst Existenzielles, dass es sich durchaus lohnt, dem Thema der „Zeit“ viel Zeit (und Raum) zu geben.

Club Of The Knobs Hüllkurve. Foto (c) Kazike

Club Of The Knobs Hüllkurve. Foto (c) Kazike

Interessant ist, was „Rhythmus“ ist seinem Ursprung – der Wortstamm entspringt der Griechischen Antike – eigentlich bedeutet:

“Rhythmus (rhythmos, Fließen) ist in einer Fortbewegung (einer materiellen oder einer Tonbewegung) die regelmäßige Wiederkehr bestimmter, gleichartiger Momente, Phasen, Zustände. Jede so gegliederte Strecke ist rhythmisch gegliedert. Ein Teil unserer Bewegungen (Herz-, Atembewegungen, Gang) ist rhythmisch. Schon deshalb die Lust am Rhythmus, besonders aber noch wegen der erleichterten Zusammenfassung einer Vielheit von Eindrücken in die Bewußtseinseinheit, die durch den Rhythmus ermöglicht ist. Das Rhythmisieren der Tätigkeiten (direkt oder durch begleitende Bewegungen oder Tonverbindungen) erleichtert die Arbeit. Wichtig ist der Rhythmus für die Ausbildung der Zeitvorstellung, ferner für die Ästhetik (Musik, Poesie, Tanz).”
(Aus: Rudolf Eisler „Wörterbuch der philosophischen Begriffe“, siehe http://www.textlog.de/5025.html)

DADSR Hüllkurven von Technosaurus

DADSR Hüllkurven von Technosaurus

In der Musik, und darum geht es hier schließlich, hat Rhythmus einen (beinahe) ausschließlich positiven Effekt. Rhythmus ist ein „Grundpfeiler“, den jeder Mensch in sich trägt. Bemerkungen wie „Ich bin total unmusikalisch“ treffen eigentlich nie zu. Höchstens in der Definition der betreffenden Person selbst: Viele verbinden den Begriff der „Musikalität“ mit Treffsicherheit eines Tones, mit exaktem Spiel eines Instrumentes, mit gutem Gehör, langjähriger Ausbildung und vielem mehr. Das ist technisches Denken und ein unverkennbares Leiden unserer westlichen „Kultur“, es hat mit dem Wesen der Musik nicht viel zu tun.

Platzsparende, aber etwas ungewohnte Einteilung: Formant ADSR Hüllkurve

Platzsparende, aber etwas ungewohnte Einteilung: Formant ADSR Hüllkurve

So gesehen leistet die Musik-Elektronik seit vielen Jahren bedeutende Pionier-Arbeit, da sie für „klassische“ Werte wie Klangfarbe, Tonfolge, Tonhöhe und Tondauer neue Ausdrucksmöglichkeiten sucht. Dabei dringt sie in tonale bzw. rhythmische Grenzbereiche vor, die eben nur in der Musik-Elektronik realisierbar sind.

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Klangbeispiele

  1. Profile Photo
    changeling •••

    Da der Artikel kürzlich mal wieder verlinkt wurde ein Hinweis:
    Über ein zurück patchen der Ausgänge von VC Hüllkurven in einen der VC Eingänge lassen sich die Kurvenformen ändern. So wird aus einer linearen eine exponentielle Hüllkurve und mit einem Inverter dazwischen kann auch eine logarithmische Kennlinie eingestellt werden. Mischformen wie beim Maths sind dadurch ebenfalls möglich. Beim neueren Doepfer A-171-2 VCS sind daher die Ausgänge auf die CV Eingänge vorgepatcht. So lässt sich ohne Zusatzkabel die Kennlinie einstellen, wenn keine externe Steuerung gewünscht ist.

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