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Test: AKAI MPK61

AKAI MIDI Controller

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Denkt der geneigte Rock-Musiker-Freund an das Equipment der netten Hip Hop Kollegen aus dem Proberaum nebenan, fällt einem in den meisten Fällen gleich eine quadratische Box mit netten Pads oben drauf ein – die MPC. Das ultimative Teil bestehend aus Sampler und Sequenzer hält sich mittlerweile über 20 Jahre im Markt und wird auch heute noch rege von Produzenten und DJs genutzt. Der Hersteller AKAI greift dieses Konzept mit der MPK-Reihe etwas verändert wieder auf und spendiert dem Ganzen noch eine Tastatur, so dass ein vollständiger USB/MIDI Keyboard Controller daraus entsteht. Um es vorweg zu nehmen, der Controller kann weitaus mehr als viele Konkurrenten mit derselben Bezeichnung.

Überblick

Vollansicht AKAI MPK61

Vollansicht AKAI MPK61

AKAI bietet insgesamt vier unterschiedliche Modelle des MPKs an. Neben den kleineren Varianten mit 25, 49 und 61 Tasten stellt der Hersteller auch eine große 88-tastige Version her, die mit Hammer Action Tastatur aufwartet. Das getestete MPK61 bietet insgesamt 61 halb gewichtete Tasten, die mir als Pianisten/Keyboarder sehr gelegen kommen. Die Tasten verlangen nach ein wenig Druck, und verglichen mit den Tastaturen der Konkurrenz merkt man hier einen ganz klaren Qualitätssprung nach oben. Die Tastatur ist sehr gut verarbeitet, und auch bei schnellerem Spiel hat man nicht das Gefühl, dass das Keyboard sich gleich ungewollt bewegt. Dazu trägt natürlich auch das solide Gehäuse bei, was sich in einem Gesamtgewicht von knapp 8,0 kg widerspiegelt.

Optisch präsentiert sich das MPK61 sehr modern und übersichtlich. Die einzelnen Elemente sind gut voneinander abgetrennt und bieten genügend Platz zum Bedienen. Mittelpunkt der Oberfläche sind die 16 Pads, das Display, was in hellem Blau erstrahlt und hierdurch auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut ablesbar ist, und die rechts angeordneten Fader, Buttons und Drehregler. Neben diesen Bedienelementen wartet das MPK61 mit Transport Control Tasten auf, die zur Fernsteuerung einer Host Software genutzt werden können sowie weiteren Buttons, die im späteren Verlauf des Tests vorgestellt werden. Ein kleines optisches Highlight bieten die Pitch- und Modulationsräder, die seitlich beleuchtet werden und somit auch farblich hervorgehoben werden.

Anschlussseitig bietet das MPK61 alles Notwendige. Neben dem Anschluss für ein optional erhältliches Netzteil (welches im USB-Betrieb jedoch nicht benötigt wird) und einem Kensington Schloss wurde dem Keyboard auch eine MIDI Schnittstelle (In/Out) sowie drei Pedal-Anschlüsse (2x Foot Switch, 1x Expression Pedal) spendiert. Abgerundet wird das Ganze über den obligatorischen USB-Anschluss. Einziges Manko ist die Tatsache, dass das Keyboard keinen An- bzw. Ausschalter besitzt. Sobald die Verbindung zur Steckdose bzw. einem USB-Port besteht, schaltet sich das Gerät automatisch an. In gewissen Situationen spielt diese Besonderheit sicherlich keine Rolle, sollte jedoch in einem Test nicht unerwähnt bleiben.

Im Lieferumfang enthalten sind auch eine abgespeckte Version von Ableton Live, ein USB-Kabel sowie eine CD mit den aktuellsten Treibern und dem Editor Vyzex.

  1. Profilbild
    Lobster

    Hallo, und vielen Dank für den informativen Artikel.

    Ich selbst besitze seit einem Jahr ein MPK49 und bin nicht besonders zufrieden. Es gibt ein paar Punkte, die mich nicht sonderlich überzeugen.

    Da wäre z. B. die Tastatur, die zwar gut verarbeitet ist, allerdings kaum ein dynamisch nuanciertes Spiel ermöglicht. Dazu ist die Tastatur für mein Empfinden zu stark gefedert.

    Die Pads sind OK, halten einem Vergleich mit den Pads der MPC 2500 und MPC 5000 aber bei weitem nicht Stand.

    Des weiteren beschränken sich die MIDI-Fähigkeiten des MPKs auf die Standards und das Übertragen von CC-Daten und MMC. SysEx oder gar NRPN bleiben meines Wissens außen vor. Das detaillierte Steuern von MIDI-Hardware geht also einfach nicht.

    Das MPK empfängt zwar MIDI-Clock, sendet aber keine. Schade, da man ja eigentlich eine TAP-Tempo-Funktion hat. Hätte ich schon manchmal brauchen können.

    Auf meinen beiden Intel-Macs unter OS 10.5.8 meldet sich das MPK mit 3 MIDI-Ports an. Allerdings sind zwei davon ohne Namen und einer trägt den Namen “A”. Das hat schon öfters zur Verwirrung des Users und der Software beigetragen unter Ableton Live wie auch Apple’s Mainstage. Den MIDI-Ein/Ausgang des MPK49 zu benutzen wird nach meiner Erfahnrung unter Leopard zum Glücksspiel. Unter 10.4.9 (Tiger) haben alle Ports einen Namen und die Sache funktioniert prima.

    Die Software des MPK49 ist seit dessen Einführung mehr oder weniger auf dem gleichen Stand geblieben (1.03). Produktpflege wird nach meinen Erfahrungen mit einer MPC5000 im Hause Akai derzeit sehr klein geschrieben.

    Ansonsten ist das MPK49 ein ordentliches, sehr robustes und im Rahmen seiner Möglichkeiten auch zuverlässiges Gerät. Allerdings kann ich es nur Benutzern von DAW’s wie Ableton Live empfehlen. Weitergehende MIDI-Möglichkeiten muss man woanders suchen.

    Soweit mein etwas kritisches Statement zum MPK49. Vielleicht ist beim MPK61 ja alles besser und morgen kommt ein lang ersehntes Update … :-)

    Beste Grüße!

  2. Profilbild
    El Blindo

    DAnke für den Test.
    Hatte mich beim lesen eigentlich gefreut, da ich mir diese Woche das Akai mpk 61 kaufen wollte. Doch nach dem lesen des Beitrags meines Vorposters bin ich ein wenig ins grübeln gekommen. Vor allen Dingen kein dynamisches Spielen? Kann mir da jemand was zu sagen, der das 61er hat?
    Lg

    • Profilbild
      Lobster

      Hallo ElBlindo,

      nur kurz zur Richtigstellung: Man kann das MPK49 schon dynamisch spielen. Aber wie der Autor ebenfalls bemerkt hat, ist ein gewisser Druck nötig, um die Tasten zu bewegen. Dieser Druck ist höher als bei vergleichbaren Tastaturen und behindert meines Erachtens das Umsetzen von Dynamik. Das Ergebnis ist, dass man primär niedrige oder hohe Velocity-Werte erzeugt, die Zwischenstufen dagegen schwer zu dosieren sind. Wie gesagt … das gilt für mein MPK49.

      Leider bietet das MPK keine Velocity-Kurven, mit denen man das kompensieren könnte. Daher ist es besonders wichtig, vor dem Kauf zu testen …

      • Profilbild
        El Blindo

        DAnk dir für die Info. Zum Glück gibt es sowas wie 14 Tage Rückgaberecht. ;) Hab mal gehört, dass die Tastatur die des Tyros von Yamaha sehr ähnlich sein soll. Kommt das ungefähr hin?
        Lg

        • Profilbild
          Lobster

          Habe den Tyros nie gespielt. Kann deswegen auch nichts zu einem Vergleich sagen. Ich spiele zur Zeit primär auf einem Nord Wave und einem MP9500. Davor habe ich auch viel auf einem G2X sowie einem D50 gespielt. Deren Tastaturen sind allesamt weit besser …

  3. Profilbild
    unikon

    Besten Dank für den informativen Test, zu dem ich noch eine Frage hätte.

    Ich hatte Gelegenheit, das Model MPK49 kurz anzutesten und mit anderen Geräten (Novation Remote 49 SL, Edirol PCR-300) direkt zu vergleichen. Beim MPK49 stellte ich fest, dass die Tasten etwas kürzer sind (ca. 1 cm) als bei der Konkurrenz, was sich beim Spielgefühl negativ bemerkbar macht.

    Daher meine Frage an Felix Thoma: Hat auch das MPK61 etwas kürzere Tasten? Vielleicht lässt sich ja wegen des geringeren Hebels die Tastatur nicht so nuanciert spielen, wie Lobster meint?

    Herzliche Grüße und Danke vorab für die Antwort.

  4. Profilbild
    Felix Thoma AHU

    Hallo zusammen,
    ich hatte mir schon gedacht, dass die Tastatur ein wenig diskussionswürdig ist. Wie in meinem Test bereits geschrieben, erfordert die Tastatur schon ein wenig mehr Kraft als bei vergleichbaren Controllern. Im Menü lassen sich beim MPK61 insgesamt 5 Velocity Kurven einstellen, so dass der User da evtl. noch ein wenig nachregeln kann.
    Für Leute wie mich, die irgendwann mal auf dem Klavier gelernt haben, kommt das also sehr entgegen. Andere Spieler werden sicherlich mit leichter gewichteten Tasten eher zufrieden sein. Gerade bei der Tastatur ist es daher extremst wichtig den Controller mal selbst anzuspielen. So etwas kann ein Test leider nicht ersetzen.

    Über den direkten Vergleich der Tastengröße zum MPK49 kann ich nur bedingt etwas sagen. Die Tastenlänge beim MPK61 beträgt knapp 13,2 cm. Beide Controller sind in etwa gleich tief (61: 31,5 cm // 49: 30 cm), aber es könnte dennoch sein, dass die Tasten beim MPK49 ein Stück kürzer sind.

    Die von Lobster beschriebenen Probleme der MIDI Ports kann ich nicht bestätigen. Sowohl auf meinem Macbook als auch auf einem Win XP Rechner funktionierte der Anschluss einwandfrei und ohne Verwirrungen.

    Das MPK61 sendet über die MIDI Ports alle gängigen Midi Messages. Hierbei sind auch SysEx Daten eingeschlossen (sowohl senden als auch empfangen). Über NRPN Daten findet sich auch nach eingängigem Suchen leider nichts.

    Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung :-)

    Viele Grüße
    Felix

    • Profilbild
      Lobster

      Hallo Herr Thoma,

      vielen Dank für die zusätzlichen Infos. Es bestehen dann doch wohl einige Unterschiede zum MPK49 (SysEx, Velocity-Kurven, USB-Anbindung etc.) und Akai hat nachgebessert. Wäre schön, wenn Akai diese Sachen beim MPK49 nachreichen würde …

      Die Tasten sind beim MPK49 übrigens auch knappe 13,2 cm lang.

      Beste Grüße!

  5. Avatar
    homeproducer

    also wenn das die gleiche Tastatur ist wie beim MPK 49, dann ist sie absoluter Schrott. Punkt. Leises kontrolliertes Spielen gelingt nämlich überhaupt nicht auf dem MPK. Da ist ein Korg Kontrol 49 Welten besser, obwohl auch hier ein Yamaha Motif ES 88 nochmal viel besser ist.

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