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Test: Alesis iO|26 und iO|14

Alesis IO26 und IO14

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Zur Musikmesse 2006 stellte Alesis erstmals die beiden neuen Interfaces io26 und io14 vor. Jetzt – ein gutes Jahr später – sind sie endlich lieferbar. Schon auf den ersten Blick haben wir es nicht mit einem herkömmlichen Audio-Interface zu tun, denn die Bedienung mutet ergonomisch an, ähnlich wie bei einem Mischpult.

Installation
Vor der Installation sollte man bei Alesis auf der Webseite die neuesten Treiber herunterladen und wie bei fast allen Firewire Geräten vor (!) dem Anschließen desselben installieren. Danach stehen ASIO und WDM Treiber zur Verfügung und man kann umgehend loslegen. Beide Interfaces werden über Firewire 400 an PC oder Mac angeschlossen und können entweder Bus-Powered oder über das mitgelieferte Netzteil betrieben werden.

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iO|26
Das größere der beiden Interfaces verfügt gleich über 26 Eingänge, die gleichzeitig benutzt werden können! Diese setzen sich aus den acht analogen Eingängen, den zwei mal acht ADAT Eingängen und dem coaxialen Stereo S/PDIF Eingang zusammen. An Ausgängen gibt es acht analoge an der Zahl, die paarweise zwischen -10 dB und +4 dB im Pegel schaltbar sind. Der S/PDIF Ausgang liegt parallel schaltbar zu den analogen Ausgängen 1+2, 3+4, 5+6 oder 7+8. Die acht analogen Eingänge verfügen über Neutrik XLR-Klinke-Kombibuchsen, so dass alternativ Mikrofone oder Line-Signale angeschlossen werden können. Nach dem PreAmp und vor dem Wandler ist sogar jeweils ein Insert-Punkt platziert. Die 48V Phantomspeisung kann paarweise den Kanälen 1+2, 3+4, 5+6 und 7+8 hinzugeschaltet und die Kanäle 1+2 können zusätzlich als hochohmige Instrumenten-Eingänge benutzt werden. Besonders bonbonhaft kann man den Phono-Eingang bezeichnen, der auf die analogen Eingänge 7+8 schaltbar ist. Jeder analoge Eingang ist über eine kleine "Meterbridge" in Pegel zu kontrollieren. Hier muss man mit jeweils fünf LEDs vorlieb nehmen, was nicht viel ist, jedoch angesichts des Preises voll in Ordnung geht. Glücklicherweise stehen gleich zwei Kopfhörerausgänge zur Verfügung, die obendrein auch noch getrennt regelbar sind. Während der erste immer an den Ausgängen 1+2 anliegt, kann der zweite auf die jeweiligen Ausgangspaare geschaltet werden. Die beiden analogen Ausgänge 1+2 werden über einen gerasterten Endlos-Drehgeber im Pegel eingestellt, es wird also der Wandler in der Bitbreite eingeschränkt, um niedrigere Pegel zu erreichen. Sinn würde dies machen, wenn man diesen Regler auch in einen Surround-Modus schalten könnte und er z.B. alle acht Ausgänge pegeln würde. Dieses Feature ist aber leider (noch?) nicht vorgesehen. Zu jedem guten Audio-interface gehört auch eine latenzarme Monitoring-Sektion. Auch diese bietet das iO|26 an, und übertriff dabei unsere Erwartungen: Für jedes Ausgangspaar kann ein eigener Monitoring-Mix aus allen 26 Eingängen erstellt werden, wobei man sich zwischen S/PDIF und ADAT 15-16 entscheiden muss. Somit ist das iO|26 auch für Bands geeignet und schon fast luxuriös ausgestattet. Ein Lob an die Produktmanager!

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iO|14
Das kleinere iO|14 ist aus dem gleichen Holz geschnitzt wie sein großer Bruder, verfügt jedoch nur über vier analoge Eingänge und zwei analoge Ausgänge, nur acht ADAT Eingänge und den S/PDIF Port. Beibehalten wurden die beiden Kopfhörerausgänge, Monitoring, Main-Control, MIDI, Phantomspeisung und die kleine Meterbridge.

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Praxis
Die Verarbeitung des Gehäuses ist tadellos. Alle Buchsen und Potis machen einen sehr robusten Eindruck und sind stabil mit dem Gehäuse verschraubt. Sehr schön! Leider wackeln die beiden Endlos-Drehgeber für Monitoring und Main-Level dafür etwas mehr, hier wurden dann wohl die günstigeren, nicht verschraubbaren Bauelemente eingesetzt. Die XLR-Buchsen haben zwar keine Verriegelung, dies ist jedoch hier nicht tragisch, da die Stecker von oben eingeführt werden und so nicht versehentlich herausrutschen können. Eines möchte ich hier aufführen, auch wenn es nebensächlich ist: Auf der Front prangt ein roter Aufkleber mit Feature-Aufdruck, dessen Klebereste sich nur schwer komplett entfernen lassen, was für den Käufer unschön ist. Liebe Alesis-Verpacker, das muss ja nicht unbedingt sein, oder? ;-)
Die grundsätzliche Handhabung erfolgt durch das Pult-Design wirklich praxisgerecht. Mir persönlich fehlt jedoch ein Mute- und ein Mono-Schalter am Gerät und die Stellung des Main-Level könnte etwas dezidierter sein.

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Die Audioqualität ist auch für professionelle Anwendungen hervorragend. Die Mikrofonvorstufen können sich ebenfalls hören lassen und bieten einen guten State-Of-The-Art, höherwertige PreAmps und Wandler können jederzeit über ADAT angeschlossen werden. Gegen unsere Referenz-PreAmps des RME Fireface 400 müssen sich die Alesis-PreAmps aber geschlagen geben.
Unsere Messungen oberhalb von 44,1 kHz sind möglicherweise nicht korrekt, da wir hier über WDM gemessen haben.

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Die Treiber sind in Punkto Performanz und Stabilität ebenfalls fast ausgereift. Parallel laufende Internet-Anwendungen wie z.B. Skype oder Firefox sollten aber sicherheitshalber abgeschaltet werden. Gegenüber unserer Referenz, dem RME Fireface 400, behaupten sich die Treiber gut, wobei das RME noch einen Tick resistenter gegen unverhoffte Störungen ist. Die erreichbaren Latenzen sind praxisgerecht, wobei man jedoch die Angezeigten Latenzen nicht für Bare Münze nehmen sollte und bei kritischen Anwendungen und relevanz der Korrektheit der Latenzen nachmessen sollte. Im Klartext bedeutet dies, dass die realen Latenzen von den Angezeigten abweichen. Vielleicht bessert Alesis hier noch etwas nach.

Mitbewerber
Nunja, einen echten Konkurrenten gibt es bis dato nicht, da die Konzepte oft weit auseinandergehen. Das Alesis besetzt eine Nische, die meiner Meinung nach recht groß ist, vor allem zu dem günstigen Preis. Jedoch bietet Presonus auch Geräte mit acht Mikrofonpreamps an, die aber preislich weitaus höher angesiedelt sind. RMEs Fireface 400 verfügt zum doppelten Preis über nur zwei Preamps und nur einen ADAT IO, es klingt aber auch eine Klasse besser.

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Fazit
Alesis' neue Audio-Interfaces iO|26 und iO|14 setzen in ihrem Bereich neue Maßstäbe in Punkto Features und Bedienbarkeit. Die moderne Pultform ernöglicht dabei eine mischpultartige Bedienung, wie sie bei der täglichen Arbeit am Computer nicht besser gelöst sein könnte. Einzig das Monitoring muss noch über das Control-Panel eingestellt werden.
Ausstattung und Performanz sind genauso professionell wie die Audioqualität.
Alesis hat damit zwei wirklich sehr gute Geräte entwickelt. Addieren wir alle Features und kombinieren diese mit dem Preis und der gebotenen Qualität, können wir guten Gewissens die seltenen drei AMAZONA.de-Sterne in unserer Bewertung vergeben!!

PLUS
++++ bis zu 26 Eingänge
++++ Acht Mikrofonpreamps
+++ Acht Inserts
+++ Acht Ausgänge
++++ Zwei ADAT Inputs
++ gute Verarbeitung
+++ Zwei Phones getrennt regelbar
++ Phono Input mit Ground-Schraube
+ S/PDIF IO
+ MIDI IO
+ Schaltnetzteil
+ Cubase LE

MINUS
- Phones Anschlüsse hinten
- kein Mute, Dim und Mono-Schalter für Main-Level

PREISE

IO|26
UVP 499 Euro
Straßenpreis 450 Euro

IO|14
UVP 399 Euro
Straßenpreis 350 Euro

HERSTELLER
www.alesis.de

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    Homer Simpson

    Bud Powered, das gefällt mir.

    Herzlichst, euer Homer S.

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    Roland Deinert

    Schönes Gerät, von Interesse wäre aber vor allem die syncronität von 2 Adat und S/P Dif bei 26 Eingangsspuren, ganz ohne Wordclock.

  3. Avatar
    thorsten

    @ Roland

    Ganz einfach: man lässt das Alesis IO26 als Slave laufen. Es kann sich auf einen Digitalen Eingang syncen. Die anderen Geräte können dann wie auch immer zueinander gesyncht werden. Da man auf der digitalen Ebene bleibt hat das keinen Einfluss auf die Klangqualität.

  4. Avatar
    Roland Deinert

    @ torsten

    - wie auch immer – mein Mindprint erzeugt ca. alle 30sec einen unschönen Pfeifton als Slave zusammen mit einem Octopre und einem ADA8000, mit WC aber kein Problem :-). Auf der dig. Ebene gibt es leider sehrwohl klangliche Einflüsse, siehe SB Audigy und Co.

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    thorsten

    @ Roland

    aber wir reden hier doch vom Alesis und nicht von sonderbaren Eigenheiten des Mindprint Trio :-) Ähm, und ich würde jetzt ungern negativ-Beispiele als Regel für die gesamte Audiotechnik heranziehen. So lange ein Signal auf der digitalen Ebene ohne nur mittelmäßige SRC und mit ordentlichen Kablen und ordentlichen PLLs verarbeitet wird, gibt es keine klanglichen Veränderungen. Wichtig ist eben, dass der Anwender weiß was er tut. Wenn man mit einem schlechten Digital-Signal arbeitet kann es immer zu Sync-Fehlern kommen. Die Fehlerquellen sind hier sehr vielfältig.

    Grüße,
    Thorsten

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    Christof

    Die Frage nach dem Syncen ist schon berechtigt: wenn zwei ADAT-Inputs von zwei unabhängigen Geräten kommen, dann kommen auch zwei unabhängige Taktsignale an – und wie bringt da Alesis-Gerät die beiden zusammen???

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    Christof

    Noch was: Sind die IMD-Werte wirklich so schlecht wie angegeben, oder ist das ein Fehler bei eurer Messung? Bitte noch mal überprüfen!

    Zu den Latenzzeiten: Im Screenshot lese ich was von gut 15ms (ist das eigentlich die Zeit in + out oder nur ein Weg?) – das wäre ja geradezu katastrophal für Echtzeitbetrieb mit virtuellen Synths. Habt ihr auch al getestet, wie sich das Alesis beim Aufnehmen und Abspielen mit größeren Kapazitäten (mind 16 In+16 Out) so verhält? Kann es da mit den RME-Treibern gleichziehen? Bei diesen kommt man ja mit problemlos auch in den Bereich von 1,5ms.

  8. Avatar
    thorsten

    @ Christof

    Wenn Du zwei unterschiedliche ADAT Geräte mit unterschiedlichen Clocks hast, muss mann diese untereinander per Wordclock syncen und danach dem Alesis zuführen.

    Der IMD kann in dieser Höhen eigentlich unr ein Messfehler sein. Das Alesis haben wir nicht mehr hier. Die Latenzen können natürlich weit unter 15 ms betrieben werden. Softsynth kein Problem :-)

  9. Avatar
    christoph

    Hallo,
    bei mir läuft das Interface nicht. Installation war problemlos, Interface lief in Winamp für ein paar Sekunden und dann war es weg. Nebenbei gab es noch in unregelmäßigen Abständen Störgeräusche.
    Suppoert mein das würde an meinem VIA Chipsatz liegen.

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    Kristian

    Hat jemand Erfahrungen mit dem Ding und Audacity? Würde mich mal interessieren, ob das so klappt, vor allem auch mit der Aufnahme von 8 oder mehr spuren gleichzeitig…

  11. Avatar
    Snorge

    Gibt es Erfahrungen mit
    Alesis iO|26
    und Samplitude 10?
    Viele Grüße

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    Matthias

    Hallo zusammen! Ich neige dazu mir das Alesis IO-14 zu kaufen! Ich hab jedoch noch ein paar Frage, bezüglich des Firwire Anschlusses: Wenn ich eine Aufnahme mit bespielsweise 3 Mics mache, werden dann in der Software auch drei seperate Spuren erstellt? Und ist das Abhören während der Aufnahme von schon vorhandenem Material möglich, ohne mit Latenzen kämpfen zu müssen? Wäre nett, wenn mir da jemand weiterhelfen kann ;-)
    Dazu sag ich noch, dass ich noch keine "Spezialist" im Recodringbereich bin… Also falls ihr antwortet, dann bitte mit "Anfängergerechtem" Vokabular ;-)
    Danke schonmal im Vorraus!

  13. Avatar
    joe

    Steige gerade um, von einer 16-Spur-Audio-Workstation auf das Alesis IO|14. Arbeite auf dem PC dann mit MAGIX Audio Studio – Diese Software hat, was vom IO|14 kam, bisher ohne Murren und Knurren angenommen; keinerlei Probleme. ABER: Der PC war teils \

  14. Avatar
    joe

    Wow – von den drei Seiten “Kommentar” ist nicht viel übrig geblieben ;-)… also gut – kurz und bündig: bin schwer begeistert vom IO|14 – keinerlei software-, hardware- oder signal-probleme. TOP-Gerät für den heimischen Singer/Songwriter. Bei “Thomann” zur Zeit für 178 Euro!

  15. Avatar
    Lektorat

    Hmm, im Text steht zur Bewertung “die seltenen drei AMAZONA.de-Sterne”, aber die Grafik weist nur 2 Sterne sowie ein “sehr gut” statt ein “hervorragend” auf.
    Was stimmt denn nun?

  16. Avatar
    Daniel

    Im Text steht, dass das Presonus-Gerät mit 8 Mic-Preamps preislich höher angesiedelt ist. Ich vermute, da ist die Rede vom Firepod. Jedoch gibts das bei Thomann zum gleichen Preis. Wie ist das Alesis im Vergleich zum Firepod?

  17. Avatar
    Johannes S.

    Meine Neuanschaffung (IO-14)war ersteinmal nicht überzeugend. Der Mixer wurde nicht vernünftig (d.h. ohne Scalierung und Beschriftung) dargestellt. Erst nach einer neuinstallation war es besser. Der Input Monitoring Tab: Hier sehe ich keinerlei Scalierung. Nur die LED-Ketten sind zu sehen. Ist das so? Sehr unübersichtlich. Die Synchronisation über den S/PDIF-Eingang lief sehr unzuverlässig. Bei Betrieb ohne S/PDIF keine Probleme. Werde noch andere Sync-Variationen testen. Leider werden beim Speichern der Einstellungen im Mixer weder die individuelle Beschriftung der Tabs noch die Ein- / Ausblendung und Eng- / Weit-Einstellung der Kanalzüge abgespeichert. Schade. Ansonsten haptisch und qualitativ sehr ansprechend.

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  19. Avatar
    marc

    hey, ich überlege mir dieses interface für meine band zuzulegen. da ich ein edrum über midi mit einem software sampler benutze sollten die latenzen kurz genug für problemloses spielen sein. weiss einer wie es da aussieht? und wenn ich etwas über mehrere inputs aufnehme, bekommt das dann jeweils eine einzelne spur oder landet das alles in einem pod?

    lg

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