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Test: Avid, Pro Tools 10, DAW

Pro Tools 10

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Die Upgrade-Politik zwischen Pro Tools Version 8 bis 10 kann nur noch als Debakel bezeichnet werden. Ein Paradebeispiel dafür, wie man langjährige Stammkunden verprellen kann. Viele User fragen sich da, ob es dann noch eine Rechtfertigung gibt, bei Pro Tools zu bleiben oder es sich zuzulegen? Lassen Sie uns also die Fakten aufrollen und dann entscheiden.
Genaueren Einblicke in Pro Tools können Sie in unseren Testberichten zu Pro Tools 8 und Pro Tools 9 nachlesen, da wir hier lediglich die weitreichenden Neuerungen von Pro Tools 10 besprechen.

Kurze Anmerkung zur Installation

PT 10 - Discs Installation, Treiber, Audio-LoopsPT 10 – Discs Installation, Treiber, Audio-Loops

Zur Autorisierung von PT10 (V.10.1.2) benötigen Sie ein iLok 1 oder iLok 2. Beide Dongle Versionen arbeiten einwandfrei auf OS X 10.6., 10.7 und Windows 7 64Bit.
Beim Kauf der Pro Tools 10 Box ist ein iLok 2 schon enthalten, ansonsten muss bei der Download Version ein iLok separat erstanden werden.
Jedoch wächst die Zahl der Plug-ins, die ein iLok 2 voraussetzen, wie z.B. die Virtual Console Collection von Steven Slate Digital. Auch das neue Plug-in Format von AVID, genannt AAX, benötigt ein iLok 2 zur Autorisation, und der 64Bit Umstieg wird dem iLok 1 auch ins Grab helfen.

iLok & iLok2iLok & iLok2

Das iLok 2 macht einen robusten und eleganten Eindruck und bereitete im Einsatz wie z.B. beim Verschieben von ein paar Dutzend Lizenzen vom V1 nach V2 keine Probleme. Ich möchte persönlich noch anmerken, dass ich mein erstes iLok, das ich fast solange habe, wie es das iLok überhaupt gibt, immer noch funktioniert und keinerlei Ermüdungserscheinungen aufweist.

PT 10 - Installations- und Schnellstart-HandbücherPT 10 – Installations- und Schnellstart-Handbücher

Zur Autorisierung von Pro Tools 10 liegen der Box drei DVDs, das iLok2, zwei gedruckte Einführungen und eine Karte mit Seriennummer bei. Auf der Karte steht auch der Link zu der Avid-Seite im Internet, auf der Sie diese zu registrieren haben, um Support und Updates zu erhalten. Zusätzlich benötigen Sie noch ein kostenloses iLok-Konto und eine Internetverbindung, um auf das Dongle zugreifen zu können. Auf dem iLok 2 der Box Version ist die entsprechende Pro Tools-Lizenz schon enthalten, und sie können sofort loslegen.

Lösung: N-Taste beim Programmstart gedrückt haltenLösung: N-Taste beim Programmstart gedrückt halten

Beim ersten Starten von Pro Tools kann es vorkommen, dass sich das Programm erste gar nicht starten lässt, sondern sich mit ein der Fehlermeldung „Audio Gerät nicht konfiguriert“ gleich wieder verabschiedet. Da Pro Tools nun endlich mit nahezu jedem ASIO und CoreAudio Interface betrieben werden kann, ist es halt kein Leichtes, gleich zu Anfang das passende Interface auszuwählen.
Aber nur keine Panik, denn die Lösung des Problems ist lächerlich einfach, wie das Problem selbst. Einfach beim Aufrufen des Programms die Taste „N“ gedrückt halten, und die DAW öffnet brav ein Dialogfenster, in dem Sie sich Ihr gewünschtes Audio-Interface auswählen können.

Was ist neu?

PT10 ClipsPT10 Clips

Region = Clip

Es ist Zeit, sich von einem essentiellen Bestandteil von PT zu trennen, zumindest namentlich. Um die Integration von Audio und Video, gemeint sind Satellite und Media Composer, zu vereinfachen, wurde die „Region“ in „Clip“ umbenannt.

Gain und Fade

Doch nicht nur der Name wurde verändert. Denn der neue Clip hat es in sich. Endlich, nach langen Jahren der Volume-Automation und dem damit einhergehenden Problem der mächtigen aber generell unflexiblen Anpassung der Gesamtlautstärke des Tracks im Mixer-Fenster (a.k.a. jedesmal extra den Mixer-Fader auf „write“/“latch“ stellen zu müssen), kann nun jeder Clip individuell in seiner Lautstärke d.h. seinem Gain-Wert in angepasst werden und kann trotzdem weiterhin bequem über den Lautstärke-Fader im Mixer an die Gesamtmischung angepasst werden. Natürlich können auch hier wie gewohnt Automationspunkte gesetzt werden. Alles in Echtzeitberechnung. Das Clip-Gain ist über ein kleines Fader-Symbol am linken unteren Rand des Clips erreichbar. Ein Rechts-Klick auf das Symbol öffnet die Optionen Bypass, Clear und Render sowie Show/ Hide für die aktuelle Gain-Einstellung.
Auch die Realtime-Fades erleichtern einem die Arbeit, denn sie müssen nicht mehr statisch auf einen Clip aufgerechnet werden, sondern sind nun jederzeit veränderbar oder können ganz gelöscht werden, ohne den Clip an sich zu verändern. Eine vorhandene Clip-Gain-Automation wird beim Setzen eines Realtime-Fades berücksichtig. Auch sind die Gain- und Fader-Einstellungen mit dem Clip verankert. Das bedeutet, dass Sie den Clip beliebig umherschieben können, ohne seine Einstellungen zu verändern. Dies alles geschieht im übrigen Pre-Fader und vor den Insert-Punkten.
Wird eine Session von ProTools 7 bis 9 importiert, werden die Fades alle in Echtzeit-Fades umgewandelt. Die Fader-Dateien in den ursprünglichen Session-Verzeichnissen bleiben zwar erhalten, werden aber nicht mehr benötigt. Zudem werden die Gain-Einstellungen auch in Media Composer übernommen. Ebenfalls neu für Clips und Audiodaten hinzugekommenist die Funktion, sich ihren tatsächlichen Wohnort auf der Festplatte direkt aus PT heraus im Finder/ Explorer anzeigen zu lassen.

Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Micky

    Mein Problem mit der Upgrade-Politik von AVID ist folgendes:
    Ich arbeite seit vielen Jahren im Postproduktionsbereich mit PT und war vor einem guten Jahr sehr angetan von der Idee, PT9 in Verbindung mit einem Audiointerface meiner Wahl auch in meinem Heimstudio zu nutzen.
    Die neuen Features von PT10 finde ich ebenfalls Klasse, so dass ich das Geld für das Upgrade gerne bereit war auszugeben.
    Dummerweise braucht man für diese Transaktion zwingend eine Kreditkarte.
    Die habe ich nicht und die will ich auch nicht haben!
    Ergo bleibt das Geld bei mir.
    Auch eine persönliche Anfrage per Mail konnte keine Alternative zum Online-Kauf per Kreditkarte aufzeigen. Schwaches Bild, wie ich finde… denn ich hätte wirklich gerne das Upgrade.

    • Profilbild
      Markus Schroeder AHU

      Hi Micky,

      Bei diversen Musik-Versandhäusern können die Upgrades auch erworben werden und üblicherweise auch per Bankeinzug und Nachnahme.

      • Profilbild
        Micky

        Ja, das wäre eine Option. Allerdings hätte ich auch gleich die Boxed-Variante physikalisch mitbestellt.
        Und da wird es schon wieder komplizierte(er) …

        Aber Danke für die konstruktive Antwort :-)

  2. Profilbild
    AQ ••••

    Danke für den Beitrag – super.
    Ich habe ProTools 9 gekauft, weil ich als “alter” Analog-Mensch wirklich sofort mit dem Programm klar gekommen bin. Dass ich den Kauf dummerweise 2 Tage vor der anwendbaren Frist für ein Upgrade auf PT10 getätigt habe, hat mich viel Geld gekostet (einfach eine Sauerei). Wenn das Programm nur nicht so verdammt gut wäre…
    Na gut Andere können in Teilbereichen mehr, aber die Dinge die auf ProTools tun sind besser nicht zu haben. Mal sehen was PT11 dann bringt. Die Erfahrung zeigt, dass mit etwas Geduld fast alle Wünsche in Erfüllung gehen.
    (PT10 läuft bei mir auf einem iMac mit Presonus Firestudio-Interface).

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