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Test: Casio, XW-G1, Groove Synthesizer

Casio XW-G1

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Zurück in die Zukunft? Einen Beinahe-Flashback hatte ich, als ich den Karton des neuen Casio Synthesizers weihevoll öffnete, denn in den 80er Jahren erwarb ich stolz einen nagelneuen CZ-101. Und dieser hatte auch so ein gewisses Plastikfeeling, ohne aber windig oder billig zu wirken. Und genau dieses Gefühl hatte ich nun auch wieder, als ich den überaus leichten (ca. 5,4 kg), aber dennoch solide wirkenden XW-G1 aus der Umverpackung hob.

Gleich eines vorab: Das “Schwestermodell” CASIO XW-P1 beleuchtete ausführlich mein Kollege Klaus-Peter Rausch. Diesen Test können Sie HIER lesen – bitte anklicken.

Was sind nun die hauptsächlichen Unterschiede zwischen dem G1 und dem P1? Der XW-G1 ist vom Soundvorrat hauptsächlich Richtung elektronischer Musik und all ihre Spielarten ausgelegt, während der XW-P1 eher als Bandinstrument mit breiter gefächertem Soundvorrat daherkommt. Während der P1 in einer Performance bis zu 6 Klänge gleichzeitig und in der Lautstärke separat regelbar anbietet, fällt dieses Feature beim G1 weg, dafür hat dieser aber einen eingebauten Sample Looper, auf welchen ich später noch genauer eingehe. Äußerlich unterscheiden sich die beiden durch eine unterschiedliche Farbgebung und eine teilweise andere Beschriftung der Bedienelemente.

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Bei Casio scheiden sich oft die Musiker-Geister, denn viele halten diese Keyboards einfach nur für Kinderspielzeug. Obgleich die extrem preiswerten Modelle aus Casios Produktpalette durchaus als “Spiel-Zeug” für Kinder und Jugendliche angedacht sind, darf man die Spitzenmodelle dieses Herstellers nicht unterschätzen. Obgleich diese selten mehr als 600,- Euro kosten, sind es hervorragende Arranger mit einem insgesamt sehr überzeugenden Sound und einer soliden Verarbeitung. Ich selbst besitze neben etlichen Vintage-Casios die aktuelle WK-7500 und bin stets erstaunt, wie klasse diese Kiste klingt, besonders auch deren Synth-Abteilung. Und so bin ich nun um so mehr regelrecht “heiß” darauf, wie wohl Casios erster Vollblut Synthesizer nach über 20 Jahren “Abstinenz” klingt. Und ob ich wohl einen Fetzen “CZ” in der neuen Kiste finde …

Das Äußere und Innere

Designmäßig ist er schon mal schick und gelungen: Sehr aufgeräumt und klar voneinander getrennt finden wir alle relevanten Bedienblöcke auf der silber-roten Oberfläche. Auffallend ist die große Anzahl an Fadern, Reglern und Tasten für Echtzeitregelung, dennoch wirkt es nicht überladen oder unübersichtlich. Das große blaue Hauptdisplay ist ebenso gut gegliedert und lässt sich im Kontrast regeln.

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Alle Fader und Regler sind zwar keine Moogsche Anfassqualität, aber dennoch solide Casio-Plaste, will also heißen: hält garantiert lange. Alles ist sauber eingepasst und von der Größe eindeutig auch für Bühneneinsätze ausgelegt.

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Über einen Stereoausgang geht es zum Mischpult, des weiteren finden sich ein Audioeingang (auch stereo ausgelegt), ein regelbarer Mikrofoneingang (leider nur unsymmetrisch), ein Anschluss für einen externen Fußschalter-/taster (dessen Funktion zuweisbar ist), ein Steckplatz für eine SD-Karte, MIDI In und Out sowie die Buchse für das externe Netzteil. Und zum PC/MAC geht es über einen USB-Anschluss.

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Die Klangerzeugung

Eine Weiterentwicklung oder Neuauflage der von vielen Synthesizer-Liebhabern geschätzten PD-Synthese (Phase Distortion) der Casio Synthesizer aus den 80ern ist der XW-G1 nicht. Wenn ich die Beschreibung aber richtig interpretiere, werden die Solosynth-Klänge über einen eigenen Klangerzeugungsblock virtuell-analog erzeugt. Bei den anderen Klängen handelt es sich dann um einen Sample-Vorrat, der in weiten Bereichen in Echtzeit manipuliert werden kann. So haben wir hier also eine Mischform von virtuell-analog und samplebasiertem Synthesizer.

Der XW-G1 ist 64-stimmig polyphon, was aber bei einer Schichtung mehrerer Klänge oder intensiver Benutzung der Sequencer durchaus aufgebraucht werden kann. In der Praxis ist das aber meist genug. Dazu gesellt sich ein sogenannter “Sample Looper” mit 10 Speicherplätzen, mit dem über den Instrumenten- oder Mikrofoneingang Klangmaterial eingespielt werden kann.

Als Klangvorrat wird der XW-G1 mit insgesamt 420 Klangpresets ausgeliefert, welche vorrangig aus Synthesizersounds und verschiedensten Klangkombinationen aber auch Melodielinien bestehen. Das alles ist eine gute Basis für eigene Kreationen, für welche insgesamt 220 Speicherplätze zur Verfügung stehen.

Klangbeispiele

  1. Avatar Image
    Viertelnote

    sehr schöner Test, gute klangbeispiele.

    Ja, der neue Casio erinnert mich an mein erstes Keyboard von 1990, war auch ein Casio.

    Eine Frage zur Akkorderkennung beim Sequencer:
    Welche Akkordtypen werden denn erkannt und reharmonisiert?

    mfG

    • Avatar Image
      Onkel Sigi AHU

      Griass Di Viertelnote,

      man kann diese Steuerung nicht 1:1 mit einem Arranger vergleichen, da beim Test der Sequenzer nur auf die zuerst angeschlagene Taste reagiert hat. Akkorde greifen ist also meines Wissens nicht möglich, die (sehr ausführliche) Anleitung des Instruments spricht auch nicht von einer Möglichkeit der Akkorderkennung.

      Diese Anleitung wird wohl sehr bald auf der Casio-Webseite als Download bereitstehen, vom Brüderchen XW-P1 ist das bereits geschehen. Wäre bestimmt eine gute Möglichkeit, Dir eine Detaileinsicht in diese tolle Maschine zu verschaffen. Ich selber möchte mir die rote Kiste gerne im Laufe des Jahres zulegen.

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

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        Viertelnote

        danke Sigi für deine schnelle und ausführliche
        Antwort.

        Du hast recht, wenn du von einem “Flashback”
        sprichst, denn sensationell ist es wirklich.

        Casio hatte ich selbst schon lang abgeschrieben.
        Aber deine Soundbeispiele spiegeln wirklich
        wider, das der neue Casiosynth eine starke
        Persönlicheit ist. Irgendwie cheesy und
        crunchy zugleich, klingt stark nach 80′er.

        Ich würde auch tippen, dass der Casio
        im Zusammenklang mit den “teuren” harmonieren wird. Volle Punktzahl für
        Casio!!!

        mfG

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    Alex Lore

    (achtung total off-topic)
    es bricht mir das Herz dir das sagen zu müssen… aber dein Laptop ist ein 13 Zöller.. ;)

    Ansonsten super Bericht! Danke mal wieder! :)

    • Avatar Image
      Onkel Sigi AHU

      *hirnbeissundkopfkratz*

      Ja, Du hast recht, es ist natürlich ein 13-Zöller. Dass weiss ich zwar, aber meine Wurschtfinger hatten da irgendwie Anflugschwierigkeiten……

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

  4. Avatar Image
    Tupapupa

    Hab ihn auch seit ein paar Tagen und kann das großteils bestätigen.
    Die gute Anleitung ist auch notwendig, denn die Einarbeitung in die Bedienung des Seq. ist doch recht komplex. Damit meine ich nicht die Knöpchen in den Lauflichtern drücken, sondern die notwendigen Einstellungen der verwendeten Klänge (wenn man was eigenes machen will und nicht nur die vorhandenen). Auch die Lautstärke etc. alles muss überall angepasst werden, das hört sich einfach an, ist es aber leider nicht. Das geht bei einer Electribe wesentlich flotter von der Hand…
    Ich hoffe der kommende Editor bringt da etwas Erleichterung.
    Mit dem Sampler hab ich mich noch gar nicht befasst.
    Ist jedenfalls ein guter Wiedereinstieg von Casio, wenn man das Gerät erstmal richtig beherrscht, hat man ein wirklich mächtiges Teil im Einsatz.

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    phfrixion

    Erinnert mich soundmässig an manche Grooveboxen/groovesynths (Quasimidi, Yamaha, Roland etc.), allerdings fehlt mir diese “trashige” Charakter der alten Casio VZ und CZ (liebe unsere) Synths.

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    krismopompas

    wie sieht das denn mit midi aus…. ist der multitimbral mit sequenzer ansteuerbar oder springt der da dann automatisch in den GM-modus???

    • Avatar Image
      Trooper

      Der interne Seq. hat nur 2 Spuren für Synthis, der Rest ist für Drums und Modulationen.
      Der Synth selber ist 16fach Multitembral, von aussen kann man über 4 Kanäle die einzelnen Parts (Seq. Keyboard usw) ansteuern, es ist auch alles einzeln an/abschaltbar bei der Steuerung, so daß man z.b. zum internen Seq. den Synth von z.b. Cubase aus anfahren kann, oder andersrum…
      Hier die BDA des G1:
      http://www.....1-G-1B.pdf

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        Trooper

        ups, sorry,
        der int. Seq. hat 4 Synth Spuren, also 5x Drums, 1x Bass, 1x Solosynth1, 1x Solosynth2, und 1x Polyphon (Akkorde)

        • Avatar Image
          Trooper

          Mein Synth geht die Tage aber wieder zurück, denn wenn man sich mal eingehender damit befasst, spielt sich alles nur noch auf dem 3 Zeilen Display ab, eine für mich unakzeptable, komplizierte Bedienung, welche im krassen Gegensatz zu der “Leichtigkeit suggerierenden” Oberfläche steht. Schade, es begann so gut.

    • Avatar Image
      Onkel Sigi AHU

      Servus krismopompas,

      der Casio ist Multitimbral und bietet Midi-mäßig sowohl sende- wie empfangsseitig auch einiges an Einstellmöglichkeiten. Lade Dir doch mal die Anleitung von der Casio-Webseite, diese müsste ja bald im Netz stehen, da steht alles drin.

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

  7. Avatar Image
    YC45D

    Gleich eines vorab: Das “Schwestermodell” CASIO XW-P1 beleuchtet ausführlich mein Kollege Klaus-Peter Rausch. Dieser Test wird am kommenden Montag erscheinen.

    Heute ist Dienstag……

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    zeitlos

    Ich habe mir aufgrund des Tests den XW-G1 gekauft. Bin aber nach einigen Tagen intensiven Probierens nicht zufrieden und werde das Gerät heute zurückschicken.
    Das Casio kann zwar viel, lässt sich m.E. aber schlecht bedienen! So ist zum Beispiel das Ein- und Umschalten der Effekte dermaßen aufwendig (man muss zwischen 2(!) Untermenüs hin und her steppen!), dass man (ich wenigstens) lieber die Finger davon lässt. (Nun ja, bin diesbezüglich auch durch mein Clavia sehr verwöhnt) Auch der Klang überzeugt mich nicht wirklich. Er wirkt in meinen Ohren veraltet. Nach ´ner Weile mag ich diesen Sound einfach nicht mehr hören…

  9. Avatar Image
    eifelblitz

    Hallo Sigi,

    habe den XW-G1 jetzt knapp einen Monat und mir beide Test (P1-G1) angesehen.
    Erstmal großes Kompliment, beide Tests sind ausführlich und Praxisnah, sowie vor allem mit dem “Blick zur Preisklasse” geschrieben.

    Wer hier einen Synth/Sampler mit der Soundqualität eines “Spitzenkeyboards”, lebt fern der Realität.

    Das wichtigste an diesen Geräten ist das Gesamtkonzept. Der XW-G1 packt mich und hält mich stundenlang an ihm fest.
    Bei kaum einem Instrument, bin ich so oft sämtliche “Werkspresets” durchgegangen und habe mich Sound für Sound festgefressen. Das Ding begeistert, obwohl es nicht den Spitzensound hat.

    Dies Synths hat man nicht in 3 Monaten “drin”. Genau da steckt auch die Faszination, wenn man das Konzept verstanden hat, weiß man wie viel Potential da drin steckt.

    Ich freu mich jetzt schon den XW-G1 per Midi und Audio mit meinen Blofeld zu verbinden und neu Sounds in einem eigenen Song zu verbiegen.

    Der G1 ist dazu da eigene Songs, ohne Computer zu erstellen und dabei möglichst “frei” zu agieren. Das einzige Manko was mir dabei auf fällt ist, dass man die Verkettung (Chain) nicht “live”, sondern nur „step by step“ eingeben kann, aber das ist auch das Einzige.

    Wem die Sounds nicht gefallen, legt sich einen kleinen Expander zu und hat ein Workstation für wenig Geld, die Süchtig macht.

    Gruß und Danke für Eure Tests
    Michael

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