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Test: Denon DN-S3700

Denon DN-S3700

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Seitdem Denon 1991 als erster Hersteller CD-Player für DJ-Anwendungen veröffentlicht hat, sind einige Jahre und Innovationen ins Land gezogen. Auf diesem Sektor blieben sie nicht allein und wurden um die Jahrtausendwende von Pioneer fast überrannt, die mit dem CDJ-1000 auf eindrucksvolle Weise die geliebte Schallplattenmetapher aufgegriffen haben. Seither gehören jene Player zum Standardrepertoire der großen Clubs und Verleiher. Mit etwas Verzug hat auch Denon Singleplayer veröffentlicht, die durch neuartige Funktionen und attraktive Preise zu verlocken wussten. Dennoch blieb ihnen die gleichwertige Verwendung im professionellen Umfeld bisher verwehrt. Der jüngste Spross schickt sich mehr denn je an, der Konkurrenz das Fürchten zu lehren. Ob das Potenzial dazu vorhanden ist, wird dieser Test zeigen.

 

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Auspacken

Man sollte einigermaßen gut gefrühstückt haben, wenn man den DN-S3700 aus seiner stabilen Verpackung befreien will. Fast 6 kg wiegt dieser ausgewachsene Bolide nämlich.  
Nanu – hat man den Teller vergessen? Nein, wie bei einem richtigen Plattenspieler residiert das massive Stück extra im Karton – zur Transportsicherheit.
Beim beherzten Griff während des Auspackens fiel mir sofort auf, dass die Kunststoffseitenteile nachgeben. Diese könnten für meinen Geschmack rundum dicker und besser verschraubt sein. Das Finish erinnert auch mit seiner Metallic- und Zweifarb-Optik sehr an Consumer-Elektronik. Etwas mehr Sein als Schein würde ich mir wünschen.
Wenn das gute Stück erfolgreich auf den Tisch gewuchtet wurde, fallen sofort die beeindruckenden Dimensionen auf – sie sind jetzt in etwa mit den CDJ-1000 vergleichbar.
Der große 9-Zoll-Teller (damit der zweitgrößte am Markt nach dem CDX von Numark) ist nicht nur reine Spielerei, sondern will echten Plattenspielern nacheifern. Damit dies gelingt, wurde das selbe zweigeteilte Antriebssystem wie bei den Plattenspielern von Technics verwendet. Auch das Tellerranddesign ist von den Discotheken-Evergreens inspiriert. Bei Denon setzt man seit jeher auf aktive Teller (die ersten Modelle waren noch riemengetrieben) mit Slipmat und Plattenimitat. Die diesmal mitgelieferte ist sogar eine richtige Vinylplatte mit Rillen. Und ja, es ist sogar Musik draufgepresst, und zwar inzwischen reichlich verrauschte. Für die möglichst realistische Emulation hat man sich einiges einfallen lassen.

Runde EckenRunde Ecken

Die zweite Augenscheinlichkeit ist die Armada von Bedienelementen, die den digitalen Neuling zunächst erschlagen mag. Da ich den ersten Single-Spross von Denon selbst mein eigen nannte, bin ich in dieser Hinsicht aber einiges gewohnt und werde hin und wieder Vergleiche ziehen.
Was will dieser Player? Ein Blick auf die drei Logos auf der rechten Seite lassen es erahnen: CD, MP3, MIDI. Der S3700 ist den offiziellen Angaben zufolge ein Digital Media Turntable. Daher versteht er sich zunächst einmal auf Audio und MP3-CDs. Gern auch selbstgebrannte in verschiedenen Varianten. Hinzu kommt das Lesen von WAV und MP3 von FAT-formatierten USB-Medien (Festplatten, Sticks, MP3-Player). Und als MIDI-Controller, der Steuerungsdaten über USB sendet und empfängt, fungiert er auch noch. Obendrein sind seine Ausgänge auch als Zweikanal-Soundkarte nutzbar. Wenn das mal nichts ist. Aber Gemach, gemach …

 

Oberfläche/Rein/Raus

Da wir es mit einem Audioplayer zu tun haben, kommt das Gerät nicht um analoge Cinchbuchsen herum. Ergänzt werden sie von der obligatorischen digitalen Schnittstelle und jener für Fader-Start. An zwei weiteren Buchsen finden die USB-Medien und die Verbindung zum Rechner Anschluss. Ebenfalls aus dem PC-Bereich kennt man den PS/2-Port und die RJ-45-Buchse. Ersterer dient zum Anschluss einer Tastatur, mit der bei USB-Medien schnell in der Datenbank navigiert werden kann. Zweitere verbindet das Gerät mit einem baugleichen, um Memodaten auszutauschen, sich eine PC-Tastatur zu teilen und für Relay-Play (abwechselnde Wiedergabe von zwei Geräten) Informationen auszutauschen.
Auf der Oberfläche findet man an gewohnter Stelle die wichtigsten Elemente. Zentral oberhalb des Tellers sitzt ein helles, gut lesbares Display, das durchgehend über alle Betriebszustände informiert. Umrahmt wird es von zwei blauen LED-Streifen, die bei Ladevorgängen und Loops systematisch animiert sind.
Moduswahl (CD, USB oder MIDI) erfolgt mit der Button-Dreigestirn rechts vom Display. Direkt nebenan befindet sich der multifunktionale Parameter-Knopf, der durch Drehen oder Drücken und Drehen zügig durch CDs und Dateisysteme navigiert. Ebenso lotst er durch die Grundeinstellungen des Geräts und Effektparameter.
Hat man den gewünschten Track angewählt, sind an den üblich verdächtigen Stellen, Play, Cue und Pitch zu finden. Unterhalb des Tellers sind die drei Schalter platziert, die für Vinyl-Imitationseffekte zuständig sind. Links vom Teller die drei populärsten Audioeffekte. Die restlichen Elemente sind vor allem für Loops, Anzeigeeinstellungen und Presets zuständig.
Die am häufigsten benutzten Schalter sind aus flexiblem Gummi und zudem durchsichtig, da sie je nach Modus unterschiedlich beleuchtet sind. Leider kann dieses attraktive Farbschauspiel nur bei mäßiger oder geringer Beleuchtung bewundert werden, denn die milchigen Buttons werden zu schwach vom Licht durchdrungen, als dass bei Tageshelligkeit irgendwelche Betriebszustände mit absoluter Genauigkeit erkannt werden könnten.

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