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Test: Doepfer, Dark Time, Hardware Step-Sequencer

Step-Sequencer

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Stand der Dinge bei der modernen Musikproduktion sind heute High-Tech Mehrprozessor-Minilaptops mit hochkomplexen DAWs, unendlicher Spurenanzahl, Bearbeitungsmöglichkeiten, Automation, digitalen Instrumenten und Effekten inklusive Echtzeitmanipulation über programmierbare Controller.

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In diesem Umfeld betritt die Firma Doepfer aus Gräfelfing bei München – bekannt insbesondere durch ihr umfangreiches Modularsystem und diverse Synchronisationsgeräte – mit ihrem neuesten Produkt die Bühne: dem Dark Time, einem monophonen Hardware Step-Sequencer, der bis zu 16 Töne hintereinander abspielt – und anschließend wieder von vorne anfängt. Das alles einstellbar über Schalter und Drehknöpfe. Noch Fragen?

Geschichtliches

In der Urzeit der elektronischen Klangerzeugung per Synthesizer, also den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, waren softwaregestützte Komposition und Musikaufzeichnung noch pure Science Fiction. Man suchte zunächst nach Möglichkeiten, die damals in der Entwicklung begriffenen frühen Synthesizer, noch größtenteils in der Form großer Modularsysteme, Töne jenseits des flüchtigen Keyboardspiels beizubringen. Man baute mittels vorhandener Komponenten daher kleine Geräte, mit denen sich kurze Klangfolgen (Sequenzen) mittels Knöpfen und Schaltern erstellen ließen, diese manipulierbar machten und über Steuerspannungen einen Synthesizer zur Tonerzeugung anregen konnten. Jenseits der hergebrachten Struktur traditioneller Instrumente entstand Musik, wie man sie zuvor noch nicht nur gehört hatte, und zwar nicht nur in der Klangfarbe des Synthesizers, sondern eben auch in neuer Form, der Sequenz.

Die EMS-Linie im Song „On The Run“ auf Pink Floyds „Dark Side Of The Moon“ Album ist ein bekanntes Beispiel. Stilbildend war der Sequencer dann auch für wichtige Elemente späterer elektronischer Musikrichtungen wie insbesondere Techno und Trance, die auf den exakten, hypnotischen, repetitiven Klangfolgen regelrecht aufbauen.

Der Ansatzpunkt von Doepfer für den Dark Time ist es nun, dem Musikschaffenden die Möglichkeit zu geben, durch direkten Echtzeiteingriff und die besondere Form des Step-Sequencers abseits bekannter musikalischer Pfade Neues entstehen zu lassen, die kreative Live-Improvisation zu fördern und über die Einbeziehung diverser Schnittstellen die einfache und direkte Verbindung zum restlichen Equipment herzustellen.

Mal schauen, ob das gelungen ist.

Klangbeispiele

  1. Profilbild
    mhagen1

    Vielen Dank für den Testbericht! Ich verwende den Dark Time schon seit einigen Monaten. Die hier beschriebenen Bugs (z.B. die Tonsprünge bei Quantisierung) sind mittlerweile behoben. Updates und einen hervorragenden Support gibt es bei Doepfer: http://www.doepfer.de/update/en/index.html

    Der Dark Time ist für mich ein sehr intuitiv bedienbarer und kreativ einsetzbarer Sequencer mit sehr vielen nützlichen Schnittstellen, die es problemlos möglich machen, den Sequencer in eine DAW-Umgebung einzubinden. Oldschool meets the future!

    In Kombination mit dem Dark Energy oder anderen (halb)modularen Analogsynths (MFB, Vermona etc.) lassen sich tolle Sequenzen und Sounds erzeugen. Selbst Softsynths können über USB direkt mit dem Dark Time angesteuert werden. Genial!

  2. Profilbild
    c.hatvani

    Ich habe den DT bereits seit letzten Dezember und finde ihn sehr inspirierend. Die neueste Firmware ist allerdings Pflicht, denn seit Dezember hat sich die Software dermaßen weiterentwickelt, daß man schlicht ein anderes Gerät vor sich hat. Abstürze und das Synchron-Problem im Random-Betrieb sind mir auch bekannt, in der aktuellen Firmware jedoch schon lange behoben.

    Übrigens kann man mit dem A-165 Modul aus dem A-100 Modularsystem die unterschiedlichen Gate-Standards zum DT kompatibel machen. Für Moog-Synths mit S-Trigger braucht man ein Spezialkabel, das man von Doepfer auch bestellen kann.

  3. Avatar
    felix-be

    “Selbst Softsynths können über USB direkt mit dem Dark Time angesteuert werden. Genial! ”

    Das kann mann eigentlich mit jedem sequenzer machen…

  4. Profilbild
    Demian

    Hallo.
    Gibt es die Scale-Funktion schon? Verstehe ich das richtig, dass man dann die Melodie Transponieren kann und sie bleibt der Tonart treu? Das wäre ein sehr interessantes Feature

  5. Profilbild
    vangelizer

    In dem Test habe ich Hinweise auf folgende Schwächen vermisst:

    16-Step-Mode + 1-Shot-Sequenz
    ————————————-
    Wenn im 16-Step-Mode (Link = 1-16) eine 1-Shot-Sequenz (1 Schalter der unteren Reihe auf Stop, alle anderen auf Continue) eingestellt wird, dann verhält sich der Dark Time wie folgt: obere Reihe (A) wird durchlaufen, Reihe B wird bis zum Stop-Step durchlaufen, und dann wird nochmal Reihe A einmal komplett durchlaufen! Erst dann wird die Sequenz gestoppt. Man erwartet hier, dass die Sequenz in Reihe B stoppt.

    Combi-Mode (Link = 1-8 Combi)
    ————————————
    Werden in der oberen Reihe zwei Steps auf Jump gesetzt (der Rest auf Continue), und in der unteren Reihe alle Steps auf Continue, dann spielt der Dark Time in Reihe B alle Steps ab. Jedoch verwendet er nicht alle Steps aus Reihe B um die Gate-Länge zu bestimmen. Stattdessen werden bei den Steps, die nicht durch die Jump-Schalter der Reihe A eingeschlossen sind, Noten ausgegeben! D.h. Reihe B gibt teilweise Noten aus, und teilweise bildet sie die Notenlängen.

    Die Probleme traten beim Anschluss eines Synths an die MIDI-Schnittstelle auf. Ich habe ein aktuelles Gerät beim Händler getestet.

    Laut Firma Doepfer sollen das keine Bugs sein, sondern technisch bedingte Eigenschaften. Mir fällt es schwer, das zu glauben.

    Jedenfalls kommt das Gerät so für mich nicht mehr in Frage.

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Über den Autor

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Gregor Scherer

... ist Multiinstrumentalist, Musikproduzent, Mixing-/Masteringengineer und manischer Soundoptimierer.

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