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Test: fxpansion BFD2

BFD 2

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Es wird geklotzt – und zwar richtig. fxpansion hat sich ihr wohl bekanntestes Trommelprodukt einmal so richtig zur Brust genommen und mit der Zwei vor dem Komma auf den Markt gebracht. BFD 2 ist eine komplett überarbeitete Drumlibrary, die nicht nur erfahrene Besitzer der Vorgängerversionen die Augen reiben lässt. Mit diesem Update hat sich fxpansion richtig Zeit gelassen und – so scheint es – alle Kundenwünsche eingearbeitet, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Unter der neuen Oberfläche werkeln viele neue Features gepaart mit einer deutlich besser klingenden Soundengine. Neue Drumkits sind auch mit dabei. Eben weil sich so viel getan hat, kann ich – so traurig das ist – meinen alten Bericht über BFD 1.5 praktisch nicht mehr empfehlen.

BFD KomplettBFD Komplett

Installation
Hier hat sich zunächst wenig getan: BFD2 gibt es als ‘Standalone-Version’ für den Live betrieb und in den PlugIn-Formaten RTAS, VST und AU. Die 5 DVDs beinhalten gefühlte 60 aber in Wirklichkeit ‘nur’ 55 GB Daten an teilweise neu produziertem Samplefutter und die sollten auf einer zweiten Platte schnell lagernd geparkt werden. Bevor nach dem Pfad für die Sampledaten gefragt wird, kommt der dezente Hinweis, welche Menge Datenauflösung BFD installieren soll. Je nach Velocitystufen (maximal 96) sind drei Varianten: 20, 32 und 55 GB im Angebot. Für erste Testzwecke entscheide ich mich für ‘Medium’, also die mittlere Datenmenge mit weniger aber immer noch genügend Velocitystufen. Leider können Einzelinstrumente nicht einzeln mit höheren oder niedrigeren Auflösungen geladen werden. So ist man nach der Installation auf eine Einstellung festgelegt oder geht die Prozedur eben noch einmal durch. Wer noch alte BFD 1 Kits hat, kann sie nachträglich importieren. Probleme mit bestehenden Kits sollten nicht auftauchen, wenn die verschiedenen Librarys auf unterschiedliche Festplatten oder zumindest unterschiedliche Pfade gelegt werden und die BFD Datenbank neu eingescannt wird. Ansonsten kann es passieren, das die alten Kits nicht gefunden werden.
Für den PC werden XP mit Service Pack 2 und ein Pentium 4 empfohlen. Der Apple Rechner sollte ein G5 oder Intel Mac sein. Die Mindestkonfiguration von 1 GB RAM kann getrost als Notreserve bezeichnet werden. Einzelne BFD Kits fressen bereits bei 700 MB und mehr. Je größer das Kit, desto mehr Speicher wird benötigt. Klar. Die Freischaltung von BFD2 erfolgt über die fxpansion-Website im Challenge-Responseverfahren.

Whats New?
Wer noch BFD 1 und 1.5 im Gebrauch hat, wird sich schon ziemlich umstellen müssen: BFD 2 hat nicht nur eine komplett neue Oberfläche sondern viele Funktionen eingebaut, die vorher nur rudimentär onboard waren oder ganz fehlten. Es scheint fast allein die Grundfunktion ‘Samples abfeuern’ ist noch dieselbe. Hier ein Kurzübersicht der wichtigsten Features:

  • Komplett neue Oberfläche mit mehreren Unterseiten
  • virtuelles Mischpult
  • Groovelibrary
  • Interner Groovesequenzer mit eigenen Groove- und Editmöglichkeiten der parallel eingesetzt werden kann
  • Importmöglichkeit von eigenen WAV-Multisamples
  • Teilweise neue Samplelibrary. Aufgenommen im renommierten AIR-Studio im britischen Lyndhurst
  • HiHats endlich mit 4tel offenen und 2/3 Stellung
  • Snaredrum-Samples in drei Mikro-Varianten (zwei oben/1 unten)
  • Rendern von Midigrooves innerhalb BFDs zum einfachen Erzeugten von Audiofiles – separat für jedes Instrument natürlich

Oberfläche
BFD2 überrascht das Auge mit einer aufgeräumter Oberfläche und einem völlig neuem Fensteraufbau. Am oberen Rand befinden sich 5 Schalter, die zu den jeweiligen Haupt-Pages führen. Am linken Fensterrand übersehe ich zunächst die wichtige Neuerung – eine Werkzeugleiste, die alle jeweils benötigten Werkzeuge zur jeweiligen Page interaktiv anbietet.

Kit Page
Beginnen wir mit der Kit-Page. Sie erinnert entfernt an die Hauptseite von BFD1 bzw. BFD1.5. Links oben trohnt ein virtuelles Drum-Kit in träumerischen weiß, das sich auf Mausklick spielen lässt. Ein grünes Band weist dem Blinden den Weg zum korrespondierenden Instrumentenslot.

Das grüne Band der SympathieDas grüne Band der Sympathie

Wer gerne mehr als 10 Slots benötigt, kann bis auf 32 (!) Instrumente aufrüsten. Ein echter Mehrwert! Ein Klick auf den Schalter am linken Fensterrand genügt. Mehrere BFD Instanzen für Monster-Kits sind also passé. Per Einzelklick wird nun das Instrument gewählt und die Parameter auf der rechten oberen Seite kommen zum Einsatz. Übrigens: Eine starre Zuordnung der Instrumente entfällt ab sofort, so das jeder Slot jedes Instrument oder jede(s) importierte Wav(s) aufnehmen kann. Per Doppelklick auf die Slots lassen sich Instrumente tauschen bzw. eigene Wavesound inkl. Layer erstellen. Diese Möglichkeit bietet auch die Mixerpage, zu der wir noch kommen werden.
Ein Doppelklick auf das Instrumenten-Bildchen und schon öffnet sich die Loading-Page.

SlotbrowserSlotbrowser

Endlich. Jedes Instrument kann detailliert in Höhe, Dämpfung und Panorama getrimmt werden. Das ist neu: jede einzelne Artikulation – also Spielweise – kann einzeln mit Raumanteil, Velocityempfindlichkeit und vielem mehr versehen werden. Eine Spielwiese für Soundtüftler! Sehr nützlich ist auch der Presetbrowser mit den Links/Rechts-Pfeiltasten im oberen rechten Eck. So ist ein und dieselbe Snare schnell mit verschiedenen Ambience, Trim und Pitcheinstellungen durchgehört. Solche Kit-Piece Presets lassen sich natürlich selbst erstellen und sichern. Ist die Snare fehl am Platze, wird ein Knopf darüber einfach die nächste geladen. So lässt sich der Sound grundlegend tunen ohne die Mixerpage zu bemühen.

Wem die Snare nicht fett genug ist – soll ja vorkommen – lädt sich einfach in einen leeren Slot eine andere Snare und geht mit dem Layerwerkzeug (das Eheringsymbol links) von dem neuen Slot mit gedrückter Maus taste auf die ‘alte’ Snare. Schon erklingen beide Snares synchron und lassen sich über Volume, Trim, Panorama etc. gezielt verschmelzen. Einfach und simpel. Overhead- und Ambienceanteil bleiben natürlich slotgetrennt für jedes Instrument einzeln einstellbar.

ArtikulationszuweisungArtikulationszuweisung

Rechts unten befindet sich die – allen BFD 1.X Usern fast vertraute – Ansicht des kleine Mixers, mit dem Direktsound, Overhead, Room und Ambience des kompletten Kits geregelt werden. Etwas verwirrend: Diese Fader finden sich in der Mixerpage redundanter weise noch einmal wieder.

Dennoch: Die Kitpage hinterlässt einen durchdachten, übersichtlichen und intuitiven Eindruck. Nach 5 Minuten sind die Funktionen klar.

Mixerpage
Für viele war es DAS Manko von BFD1.X der fehlende interne Mixer um Einzelinstrumente wie Bassdrum, Snare etc. zu einem druckvollen Stereosound vorzumischen. Nachdem die junge Konkurrenz eben hier Vorteile besaß wurde der Ruf immer lauter. Nun ist BFD2 mixerseitig voll auf Höhe und zeigt der Konkurrenz die kalte Schulter was die sinnvollen Features angeht. BFD liefert gleich Effekte mit, die sich qualitativ teilweise mit VST-Effekten messen lassen bzw. diese übertreffen.

Ein Klick auf den obigen Mixer-Button und das Mischpult präsentiert sich in elegischer Breite. Jedes Instrument hat einen Kanalzug mit 4 Inserts. Besonderheit: Die Snaredrum genehmigt sich 3 und die Bassdrum zwei Züge, da hier mehrere Mikrofone zum Einsatz kommen (s.o). Für die Ambienceanteile und Overhead stehen insgesamt 3 Stereo-Kanäle zur Verfügung.

Der MixerDer Mixer

Um beispielsweise Snarekanäle zusammenzufassen bieten sich Aux-Kanäle an, die mit dem Aux-Werkzeug (wieder linker Rand!) eingefügt werden können. Jeder Kanal lässt sich frei auf Aux-Kanäle oder Master routen, so dass komplette Drum-Mischungen innerhalb des PlugIns möglich werden. Wer dennoch über seinen Sequenzer mischen will, kann alle Kanäle (bis auf die Auxwege) auf Einzel Mono- oder Stereoausgänge routen und sie dem Host zur Verfügung stellen. In Logic 7.X funktioniert das leider wie gehabt nur über Logic-Aux-Wege und nicht im vollen Umfang. Das ist allerdings eine Apple Angelegenheit, die ich gerne Herrn Jobs einmal unter die Nase reiben würde. Spaß beiseite: Ich muss gestehen, das ich seit BFD2 weniger Aux-Kanäle für Logic fahre. Es funktioniert auch BFD2-intern prima. Wer auf UAD Effekte etc. nicht verzichten will kann alternativ die Export Funktion (geht über Utilitys (linker Rand!!)) verwenden.

Rechts unten auf der Mixerpage sehen wir noch die Abbildung eines kleinen Drumsets. Über die darunter liegenden Regler bestimmen wir den globalen Anteil des Übersprechens, der Stereobreite von Overhead, Room und Ambience Signals.

Selbstredend können sämtliche Einstellungen der Mixerpage inkl. Effekten entweder zusammen mit dem BFD2 Presets oder alleine abgespeichert werden.

Klangbeispiele

  1. Avatar
    PTC

    …genau diese Bugs warem es die mir BFD 1 wirklich verleidet haben. Schaut man auf die Forumseite, liest man über Bugs und Probleme ohne Ende. Bei BFD 1 hat es bis vor einem 1 1/2 Jahren gedauert bis es lief. Man sollte warten bis man BFD 2 kauft. Darüberhinaus ist soundlich "Strike" diesbezüglich, vor allem im Gesamtmix, schwer zu toppen auch wenn jeder diesen Sound nicht mehr hören kann, da er jeden Tag aus dem Radio tönt.

  2. Avatar
    gaffer

    Naja scheint ja ein richtig amtliches Update geworden zu sein

  3. Avatar
    stefan

    hi ingo
    danke für den ausführlichen und fundierten test. so muss es sein. auch mal die weniger positiven dinge ansprechen und nicht immer nur alles in den himmel loben.

    hat mir sehr gut gefallen – großes lob!!!!

  4. Avatar
    Tomeso

    BFD und damit auch BFD 2 und das Upgrade gehören zu dem weltweit am meisten verkauften Drum-Programmen seiner Art und hat damit entsprechend viele User. Natürlich ist da das FXpansion Forum voll von Problemmeldungen, das ist schließlich der Sinn eines solchen Forums.
    Schade ist nur, dass sich der Autor nicht ein einziges Mal während des Test an uns gewandt hat, um ihm bei seinen Problemen zu helfen. Interessant wäre demnach auch ein Gegentest in der stand-alone Version gewesen, schade.

  5. Avatar
    PTC

    BFD hat ein BFD 2 demo als free download zur Verfügung gestellt. Lohnt sich zu probieren. Mir hat es Spaß gemacht und …ups hat sich es wieder aufgehängt und beim Standalone Demo gibt es crackels bei dem gate, die Hihats machen sich im volumen selbstständig, dieselben Probleme wie bei BFD 1.
    Ein Forum ist natürlich für die Probleme zuständig aber doch nicht für ständig dieselben Probleme.
    Es klingt wirklich toll und ist von der GUI ein ganz toller Wurf, jetzt muß es nur noch stabil laufen, dann kaufe ich mir das Update bestimmt. Ich denke so in 1 1/2 Jahren.

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