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Test: M-Audio ProFire 610

M-Audio ProFire 610

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Makrokosmos

„Der „moderne“ Komponist und Produzent lebt heute offensichtlich in einer Zweizimmerwohnung, ist ständig auf Reisen und bekommt schon beim Anblick eines Reisekoffers einen Schwächeanfall. Wie sonst wäre es zu erklären, dass der Lap-Top inklusive der All-In-One Software unter Musikern langsam aber sicher eine Monopolstellung gewinnt.“ so schrieb unser Chefredakteur Peter Grandl im Oktober 2003 als Einleitung zum Test des M-Audio FireWire 410.

Profire 610 at work

Profire 610 at work

Heute (2009) haben wir den Nachfolger ProFire 610 in meinem Hotelzimmer auf dem Interimslabortisch und können nur der Richtigkeit dieser Aussage zustimmen. Während einige Musiker sich in Studios einnisten und sich kultiges analoges Outboardgerät in den Racks türmt, gibt es andere die national oder sogar international unterwegs sind und mit einem schmalen Reisegepäck auskommen müssen. Und weil das so ist, legt M-Audio dem 610 gleich das Universalnetzteil und vier Netzteilstecker für europäische, englische, amerikanische / japanische und australische Steckdosen bei. Es wird ja oft über die „Wandwarze“, das externe Gerätenetzteil, polemisiert und manchen Geräten sogar negativ angerechnet. Aus Studionesthockersicht geht das vielleicht in Ordnung. Wer sich allerdings mal aus seinem Keller herauswagt, geschweige denn in ein Land mit anderen elektrischen Standards reist, für den wird das externe Netzteil zum Lebensretter, da es leicht durch ein passendes anderes ausgetauscht werden kann, bzw. im Falle des 610, man einfach die passende Strippe zum Universalnetzteil mitnimmt. Da sitzt man bei Geräten mit internem Netzteil ziemlich dumm da, bis man einen passenden Spannungswandler gefunden hat. Des weiteren sind dem 610 noch ein 6/4Pin und ein 6/6Pin FireWire Kabel um die Konektivitätsvielfalt abzurunden.

Vier verschiedene Steckdosenstrippen fürs Universalnetzteil

Vier verschiedene Steckdosenstrippen fürs Universalnetzteil

Natürlich widerspricht es sich auch nicht, wenn dieselbe Person im Studio an ihren Tracks schraubt und dann zum Live-Gig nach Taka Tuka Land fliegt. Für beide Szenarien bietet M-Audio Lösungen in der mittleren Preisklasse an. Das ProFire 610 ist mit vier analogen symmetrischen Eingängen, zwei davon mit den prämierten Octane Mikrofonvorverstärkern als XLR/Klinke-Kombi und acht symmetrischen Ausgängen gleicher Qualität, sowie einem S/P DIF ausgerüstet. Für größere Ansprüche hält das ProFire 2626 acht analoge symmetrische Eingängen, die alle mit Octane Vorverstärkern ausgerüstet sind, und ebenso viele symmetrische Ausgänge bereit. Dazu kommen noch zwei ADAT und ein S/P DIF I/O. Bis auf die Anzahl der Ein-/Ausgänge sind das 610 und das 2626 laut M-Audio technisch identisch.  Außerdem haben beide Geräte noch einen MIDI-I/O und zwei FireWire 400-Ports. Da mich auf meinen Reisen auch immer ein M-Audio Transit USB Interface zum Betreiben von Pro Tools M-Powered begleitet, lag die Idee nahe, auch das Transit gleich in den Test einzubinden, da  sich bisher niemand ernsthaft mit diesem kleinen Interface auseinandergesetzt hat. Die Ergebnisse der Vergleiche boten dann auch manche Überraschungen. Somit ist dies eigentlich ein Test für drei M-Audio Interfaces. Getestet wurde wie immer auf einem MacBook 1.83GHz Core2Duo mit 2GB RAM.

Es gibt keine Fremden – nur Freunde die sich noch nicht kennen

Die Installation auf XP verlief befriedigend. Der Treiber kann nicht direkt installiert werden, sondern muss über den Installer Shield aufgerufen werden. Die Prozedur ist im beigelegten gedruckten Handbuch ausführlich beschrieben. Unter OS X verlief die Installation reibungslos.  Negativ ist aufgefallen, dass das Handbuch zum 610 nicht mal als PDF auf der Treiber CD vorliegt, sondern extra von der M-Audio Seite heruntergeladen werden muss.

Schon beim Auspacken macht das ProFire 610 einen wertigen Eindruck. Ein ca. 1,35 kg schweres, 216 x 46 x 153 mm großes Metallgehäuse mit großen, 19 mm langen Reglern möchte der neue Freund des umtriebigen Laptop-Musikers sein. Ob es denn der Beginn einer neuen Freundschaft ist, wird sich in Kürze zeigen.
Die silbernen Potikappen aus Plastik sehen zwar edel aus, doch beim Anfassen haben sie trotz der Riffelung ein rutschiges Gefühl, was auch durch die, zwar gleitende aber tendenzielle Schwergängigkeit der Potis verstärkt wird. Gummikappen würden doch eher zu dieser Art von Potentiometern passen. Wenn das 610 direkt auf dem Tisch steht, sind die unteren drei Regler auch sehr nahe an der Abstellfläche und lassen sich nur wirklich gut von oben anfassen. Bei größeren Reglerbewegungen ist den Fingern schnell die Tischplatte im Weg.  Das ist jetzt nichts wirklich Dramatisches, schließlich ist das 610 ein Audiointerface und kein DJ-Mixer. Abgesehen davon böten die Gummifüße des 610 auch für diese Tätigkeit genügend Rutschfestigkeit.

Der Software Mixer des proFire 610

Der Software Mixer des proFire 610

Die installierte Kontrollsoftware macht auf den ersten Blick einen aufgeräumten Eindruck. Auf den zweiten Blick verwirrt die Funktionsweise, und auf den dritten Blick staunt man über die Durchtriebenheit des Konzepts. Denn das 610 hat erst einmal keine fest zugeordnete I/O Matrix, sondern Return-Busse, denen auch individuelle Namen gegeben werden können. Der Witz liegt nun darin, jedem der acht Ausgänge bis zu sechzehn Return-Busse inklusive Lautstärkeanpassung zuordnen zu können, wobei die Busse 1-6 die Eingänge des 610 darstellen. Es kann also z.B. auf dem analogen Ausgang 7 gerne der Return-Busse 1 (zum Durchschleifen von Eingang 1)  und 14 (aus der DAW) geroutet werden. Sehr effektiv! Aber das war’s auch schon. Flexibleres Routing wie etwa beim M-Audio Fast Track Ultra sucht man vergebens.

Die Settings des ProFire 610

Die Settings des ProFire 610

  1. Avatar
    Frank

    Wow, die Latenz ist ja genauso gut wie die meiner “RME 9652 HDSP” PCI Karte! Hätte nicht gedacht, dass das überhaupt sein kann. Ich habe schon öfter gelesen, dass Firewire PCI in Sachen Latenz technisch unterlegen ist…
    schönen Gruß,
    Frank

  2. Avatar
    Martin

    Die letzte Frage unter “Der bleibende Eindruck” wird nicht beantwortet – was ist es denn nun?

    An welcher Stelle setzt die synchronisierbare Master-Volume-Regelung auf: vor D/A oder dahinter?

    Gruß,
    Martin

  3. Profilbild
    • Avatar
      Martin

      Gemeint ist die letzte Frage in dem Absatz “Werten die Testergebnisse das 610 im Gegensatz zu seinen älteren Geschwistern jetzt auf oder ab?” und nicht die Überschrift.

  4. Profilbild
    Markus Schroeder AHU

    “An welcher Stelle setzt die synchronisierbare Master-Volume-Regelung auf: vor D/A oder dahinter?”

    Da der Master unabhängig von den Returnbussen arbeitet, wird er wohl nach der D/A Wandlung sitzen.

    • Avatar
      Martin

      Nun, das wäre ja phantastisch, weil damit die Nachteile der digitalen (Bitreduktion) Lautstärkeregelung entfielen und Geräte wie “BigKnob” oder “SPL Volume2/8″ obsolet würden.

      Ist das nun Deine Vermutung oder Wissen?

      Gruß
      Martin

      • Profilbild
        Markus Schroeder AHU

        Hallo Martin,

        ich hab nochmal bei M-Audio nachgefragt. Beim 610 wie beim 2626 greift der Masterregler nach dem DSP-Mischer und regelt den Ausgang des DAC. Die Signale gehen also FULL SCALE in den DAC. Das ist jetzt offiziell.

        grüße,
        Markus

  5. Profilbild
    Markus Schroeder AHU

    Ah, sorry hab ich falsch verstanden.
    Der Satz sollte eigentlich eine Überleitung zum Fazit sein, da man die Testergebnisse wirklich werten kann wie man will.

    Um aber deine Frage direkt zu beantworten: IMHO klanglich gesehen wird das 610 im Vergleich zum 410 und zur Transit abgewertet, da es hier in 5 Jahren keine relevanten Verbesserungen gegeben hat. Vom Preis/Leistungsverhältnis her ist es aber eine deutliche Aufwertung gegenüber der hauseigenen Konkurrenz und dem Rest sowieso.

    So ähnlich steht das auch im Fazit und ich kann das hier nur wiederholen.

    Grüße :)

  6. Profilbild
    c.hatvani AHU

    Hallo Markus, könntest Du etwas über den TC Electronics Impact Twin sagen? z. B., ob er vom Sound her hochwertiger klingt als das M-Audio?

    Gruß,
    Chris

  7. Profilbild
    user79

    Ich hatte die Gelegenheit das M-Audio Profire 610 (315 Euro) und das MOTU Ultralite mk3 (480 Euro) Audio Interface auf DAC zu Testen. MOTU wurde als ein höherwertiges Audio Interface eingestuft, daher der Vergleich. Bei den günstigen Audio Interfaces ist der DAC wichtig, um die weitere Kosten zu vermeiden. Sonst würde man laut Foren eine Apogee, oder RMS holen.

    Den Hörtest habe ich mit einem Grado RS 325si (Kopfhörer mit hoher Auflösung) durchgeführt. Das MOTU klang flach, nicht ganz sauber, nicht transparent. Das ist eigentlich eine Schande. Der M-Audio Profire 610 hat es drauf gehabt, klanglich mehr darzustellen als meine ASUS Xonar D2X Soundkarte.

    ASUS DAC:

    24-bit D-A Converter of Digital Sources:
    TI Burr-Brown PCM1796 *4 (123dB SNR, Max. 192kHz/24bit)

    M-Audio DAC:

    Signal-to-Noise Ratio -108dB (A-weighted)
    Dynamic Range 108dB (A-weighted)
    THD+N 0.0016% (-96dB) @ -1dBFS, 1kHz

    Ich habe mit dem Profire 610 eindeutig mehr Klänge/Instrumente wahrnehmen können. Die Instrumente kamen sehr real vor. Die Aufnahme von der E-Gitarre ist ebenfalls klar gewesen, doch dies kann ich nicht mit dem MOTU vergleichen, weil ich mir beim MOTU nicht mehr die Mühe gegeben habe dies zu testen. Das MOTU ist ohne externen DAC’s nicht zu gebrauchen. MOTU hat den Vorteil, dass es ein EQ, Compressor, REVERB hat.
    Das Profire 610 hat nur ein Mixer, aber das kann der besser als MOTU, Profire 610 lässt sogar Software Channels mischen.

    Fazit: Falls es auch beim Abspielen gut klingen soll, dann M-Audio Profire 610.

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