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Test: Moog, Minitaur, Bass-Synthesizer

kleiner Moog Taurus

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Verarbeitung

Das schwarze Stahlblechgehäuse ist sehr stabil gefertigt, die Potis sitzen fest am Platz und lassen sich gut anfassen und regeln. Alles in allem ist das Gerät sehr wertig verarbeitet.

Klang

Erwartungsgemäß klingt der Moog Minitaur fett und durchsetzungsfähig. Der Sound ist über jeden Zweifel erhaben, die Bedienung ist kinderleicht. So richtig brachial wird es, wenn der 2. Oszillator komplett nach unten gestimmt wird. Der Umfang der Verstimmung beträgt 1 Oktave. Der Minitaur liefert auch mit nur einem Oszillator einen schon sehr durchsetzungsfähigen Sound. Mit dem 2. Oszillator zugemischt geht dann richtig die Post ab. Das gesamte Signal ist völlig frei von Nebengeräuschen und absolut exzellent. Wer also Ausschau hält nach einem druckvollen Basssynthesizer, wird hier gnadenlos fündig. Die Membranen der Lautsprecher haben hier einiges zu tun. Als einziges Manko empfinde ich die Bedienung des Release wie schon im Text vorher erwähnt. Hätte der Hersteller das Gehäuse nur 3 cm breiter geplant, wäre noch genügend Platz für einen separaten Regler vorhanden. Auch hätte ich mir einen EIN/AUS-Schalter gewünscht, das Gerät ist also immer an.

Software Editor

Es gibt auch einen Editor für Windows und Mac, welcher auf der Website von Moog nach Registrierung des Minitaur kostenlos zur Verfügung steht. Der Editor erlaubt ein recht umfangreiches Editing mit sehr ansprechender und authentischer Benutzeroberfläche. Besonderes Augenmerk sei hier auf kostenlos gerichtet, denn einen Software-Editor für den Moog Little Phatty gibt es ja bekanntermaßen nur gegen Bares.

Die komplette Bedienung des Minitaur ist nach Verbindung über USB vollständig am Bildschirm zu realisieren und bietet darüber hinaus auch noch viele zusätzliche Features. So erhält der Anwender hier die Möglichkeit, Patches zu speichern. Darüber hinaus ist auf der Einstellungsebene der Software eine Oszillator-Synchronisation (Auslösung der beiden Oszillatoren zeitgleich) möglich, sowie die MIDI-Synchronisation des LFO für VCF und VCO. Die Synchronisation erfolgt hier per Step, d.h. 1/64, 1/32 usw. Auch lässt sich in dieser Ebene die Lautstärke des Eingangssignals regeln, das Keyboard Tracking des Filters und die Empfindlichkeit der Anschlagdynamik für Filter und Oszillator. Der Umfang des Benders lässt sich hier ebenfalls einstellen. Die Software lag mir zwar nur in einer Beta-Version vor, dennoch lief sie reibungslos auf meinem Windows 7 Rechner, hatte jedoch noch nicht die hervorragende GUI der Endversion. Die Finale Version wird voraussichtlich Ende April erscheinen. Es stehen auch wohl noch diverse andere Features auf dem Plan der Entwickler, wir dürfen also gespannt sein, was da noch alles auf uns zukommt. Der Editor ist übrigens eine Standalone-Anwendung, erfordert keine besondere Host-Schnittstelle und ist mit einer Fenstergröße von ca. 850 Pixeln x 400 Pixeln ausreichend dimensioniert.

Der Software Editor des Moog Minitaur

Der Software Editor des Moog Minitaur

Die Einstellungen des Software Editors

Die Einstellungen des Software Editors

Klangbeispiele

  1. Profile Photo
    mira

    Das/Der Filter klingt anders als bei LP oder Voyager. Hätte gerne noch ein paar Worte zu den Unterschieden in der Klangerzeugung erfahren? Allein der Regelbereich kann’s m.E. nicht sein.

    Sicherlich gibt’s auch Unterschiede bei den Oscillatoren. Alles klingt irgendwie mehr “vintage”.

    Wer weiß mehr?

    • Profile Photo
      m.heublein •••

      Das Filter ist in der Tat anders als beim LP, da es beim Minitaur “nur” ein 24dB 4-Pole Filter ist. Der LP hat ja mehrere Filtertypen im Menü abrufbar. Des weiteren bieten die Oszillatoren des LP eine stufenlose Umschaltung zwischen den 4 Wellenformen. Das kann der Minitaur nicht. Beide Geräte unterscheiden sich definitiv und zielen auf unterschiedliche Zielgruppen. Ich konnte beide Synthesizer miteinander vergleichen und man merkt dem Minitaur seinen Zweck als reiner Basssynthesizer an.

      • Profile Photo
        mira

        klar, das LP-Filder kann man verstellen, aber ich meinte eigentlich den Vergleich unter “gleichen Bedingungen”.

        Obwohl ich den Minitaur bisher nicht spielen konnte, erzeugt das 24dB Filter m.E. einen anderen Klang (mehr Obertöne) als das LP-Filter in der 24dB Einstellung. Dazu hätte ich gerne noch Informationen, wenn es diese gibt.

  2. Profile Photo
    Nesho

    soviel ich weiß, deckt das Filter des Minitaur einen größeren Frequenzbereich ab (20Hz bis 20kHz während es beim Voyager/Phatty 20Hz bis 12kHz sind)

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    Viertelnote

    Schade, dass es keine OscSync direkt am Gerät
    gibt. wäre meiner Meinung nach mehr als Pflicht gewesen.

    Ist eine Kaskadierung mehrere Minitaur möglich?

    mfG

    • Profile Photo
      m.heublein •••

      Der Sync der beiden Oszillatoren ist aber im Editor verfügbar und funktioniert auch prima. Zur Kaskadierung: Das konnte ich bisher leider noch nicht in Erfahrung bringen, aber denkbar wäre es. Beim Voyager und den Phattys geht es ja. Ich werde Amos aber diesbezüglich noch mal kontaktieren, da es mich auch interessiert. Sicher ist aber, dass in künftigen Firmwareupdates noch einige Features geplant ist.

  4. Profile Photo
    Bubla

    Gestern einen Minitaur bestellt, bin gespannt darauf und hoffe er kann sich mit seinem Sound gut in meine anderen Geräte eingliedern.

  5. Profile Photo
    feelKlang

    Das kein Speicher zur Verfügung steht ist einwahrer Segen, so muss man sich entscheiden und den Klang sofort aufnehmen um den Synth für weitere Projekte zu verwenden.

    Mit Editoren habe ich sehr schlechte Erfahrung gemacht. Sofern der Editor nicht zwingend für das Editieren des Minituar’s notwendig ist, sehe ich da aber kein Problem.

    • Profile Photo
      filterfunk

      Bei aller Begeisterung für das Gerät (welche ich absolut teile): Fehlende Speicherbarkeit geht gar nicht!
      Dass wegen einen paar Euro Mehrpreis auf ein derart essenzielles Feature verzichtet wird finde ich absurd.
      Die Klangerzeugung ist zwar mitnichten kompliziert. Dennoch muss es aber möglich sein, Klänge auf Knopfdruck zu reproduzieren, und zwar ohne Editor.
      Alles Andere ist retro-anachronistisch, und positioniert das Gerät somit in Richtung Freak-Ecke.
      Vielleicht gibt es ja bald einen Bausatz zum Selberlöten, vielleicht wird’s dann noch billiger??

  6. Profile Photo
    dr_roland

    Find ich irgendwie schon ein bisschen frech. Für meinen Voyager musst ich die Software einzeln kaufen und jedes einzelne Firmwareupdate getrennt berappen.

    Ich frag mich obs des Ding irgendwie bringt für Voyager Besitzer..hmmm…

  7. Profile Photo
    siebener

    schade – da improvisation mein musikalischer schwerpunkt ist, ist wegen des fehlenden sync-schalters dieses eigentlich doch sehr interessante gerät letztlich inakzeptabel.

  8. Profile Photo
    a.jungkunst AHU

    Ich habe mir nach langem Hin und Her nun doch den kleinen Bullen gekauft, nicht zuletzt, weil ich es leid war, für einfache Bassläufe ein komplexes System nutzen zu müssen.
    Die Demos haben es schon angedeutet, der Minitaur ist ein intuitiv zu bedienendes und (nicht nur) für Freunde des Moog-Charakters ein verdammt gut klingendes Instrument. Es mag für den einen oder anderen bedauernswert sein, dass manche der Funktionen (z.B. Sync) nur per Software erreichbar sind, aber selbst mit den Hardware-Möglichkeiten ist ein großartiges Spektrum an Klängen zu erreichen.
    Als Voyager-Anwender kann ich, wie einige meiner Vorschreiber, nur bestätigen, dass das Filter etwas anders klingt, aber genau so, wie ich es mir als Gegenstück zum neuen Tom Oberheim SEM und in Ergänzung zum Voyager auch gewünscht habe.
    Die Zeit wird es zeigen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dieses handliche und praktische Gerät wie der SEM-Block zum ständigen Begleiter wird.

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