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Test: Moog, Minitaur, Bass-Synthesizer

kleiner Moog Taurus

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Fazit

Der Moog Minitaur als Desktop-Variante ist ein guter Wurf des amerikanischen Herstellers und könnte sich zu einem Verkaufshit entwickeln. Die Voraussetzungen bringt er auf alle Fälle mit. Der Minitaur ist zwar als reiner Bass-Synthesizer vorgesehen, aber natürlich kann man ihn auch zweckentfremden und für Sequencer-Läufe oder Leads „missbrauchen“. Die Hüllkurven sind schnell genug, um auch perkussives Material abzufeuern. Die Bedienung ist kinderleicht und schnell zu durchschauen, somit gelangt man schnell zum gewünschten Ergebnis. Auch die Haptik ist meiner Meinung nach besser als beim Little Phatty. Allerdings sind dies auch völlig unterschiedliche Synthesizer, da der Little Phatty doch noch einige Features mehr mitbringt und somit auf eine andere Käuferschicht zielt. Zur Soundqualität des Moog Minitaur kann ich nur sagen: gewaltig.

Insbesondere in Verbindung mit dem Software-Editor ein hervorragendes Gerät, welches keine Wünsche offen lässt. Die Anbindung erfolgt dafür dann über das integrierte USB-Interface.

Sehr positiv ist auch die Möglichkeit, ein Monosignal einzuschleifen und entsprechend mit dem Moog Minitaur zu verbiegen. Den Preis halte ich für angemessen und noch im Rahmen. Sehr schön wäre noch ein hardwareseitiger Taster für die Oszillator-Synchronisation gewesen, welcher aber per Software-Editor zur Verfügung steht und daher keinerlei Manko darstellt. Ich konnte den kleinen Taurus auf jeden Fall während der Testphase lieb gewinnen.

Plus

  • überragende Soundqualität
  • einfache Bedienung
  • exzellente Verarbeitung
  • Audioeingang für externe Signale
  • analoge Kontrollmöglicheiten per CV
  • gutes Konzept
  • kostenloser Software-Editor

Minus

  • externes Netzteil
  • kein Ein/Aus-Schalter
  • kein MIDI Out oder Thru

Preis

  • UVP: 649,- Euro
  • Straßenpreis: 599,- Euro

Klangbeispiele

  1. Avatar Image
    mira

    Das/Der Filter klingt anders als bei LP oder Voyager. Hätte gerne noch ein paar Worte zu den Unterschieden in der Klangerzeugung erfahren? Allein der Regelbereich kann’s m.E. nicht sein.

    Sicherlich gibt’s auch Unterschiede bei den Oscillatoren. Alles klingt irgendwie mehr “vintage”.

    Wer weiß mehr?

    • Avatar Image
      m.heublein •••

      Das Filter ist in der Tat anders als beim LP, da es beim Minitaur “nur” ein 24dB 4-Pole Filter ist. Der LP hat ja mehrere Filtertypen im Menü abrufbar. Des weiteren bieten die Oszillatoren des LP eine stufenlose Umschaltung zwischen den 4 Wellenformen. Das kann der Minitaur nicht. Beide Geräte unterscheiden sich definitiv und zielen auf unterschiedliche Zielgruppen. Ich konnte beide Synthesizer miteinander vergleichen und man merkt dem Minitaur seinen Zweck als reiner Basssynthesizer an.

      • Avatar Image
        mira

        klar, das LP-Filder kann man verstellen, aber ich meinte eigentlich den Vergleich unter “gleichen Bedingungen”.

        Obwohl ich den Minitaur bisher nicht spielen konnte, erzeugt das 24dB Filter m.E. einen anderen Klang (mehr Obertöne) als das LP-Filter in der 24dB Einstellung. Dazu hätte ich gerne noch Informationen, wenn es diese gibt.

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    Nesho

    soviel ich weiß, deckt das Filter des Minitaur einen größeren Frequenzbereich ab (20Hz bis 20kHz während es beim Voyager/Phatty 20Hz bis 12kHz sind)

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    Viertelnote

    Schade, dass es keine OscSync direkt am Gerät
    gibt. wäre meiner Meinung nach mehr als Pflicht gewesen.

    Ist eine Kaskadierung mehrere Minitaur möglich?

    mfG

    • Avatar Image
      m.heublein •••

      Der Sync der beiden Oszillatoren ist aber im Editor verfügbar und funktioniert auch prima. Zur Kaskadierung: Das konnte ich bisher leider noch nicht in Erfahrung bringen, aber denkbar wäre es. Beim Voyager und den Phattys geht es ja. Ich werde Amos aber diesbezüglich noch mal kontaktieren, da es mich auch interessiert. Sicher ist aber, dass in künftigen Firmwareupdates noch einige Features geplant ist.

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    Bubla

    Gestern einen Minitaur bestellt, bin gespannt darauf und hoffe er kann sich mit seinem Sound gut in meine anderen Geräte eingliedern.

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    feelKlang

    Das kein Speicher zur Verfügung steht ist einwahrer Segen, so muss man sich entscheiden und den Klang sofort aufnehmen um den Synth für weitere Projekte zu verwenden.

    Mit Editoren habe ich sehr schlechte Erfahrung gemacht. Sofern der Editor nicht zwingend für das Editieren des Minituar’s notwendig ist, sehe ich da aber kein Problem.

    • Avatar Image
      filterfunk

      Bei aller Begeisterung für das Gerät (welche ich absolut teile): Fehlende Speicherbarkeit geht gar nicht!
      Dass wegen einen paar Euro Mehrpreis auf ein derart essenzielles Feature verzichtet wird finde ich absurd.
      Die Klangerzeugung ist zwar mitnichten kompliziert. Dennoch muss es aber möglich sein, Klänge auf Knopfdruck zu reproduzieren, und zwar ohne Editor.
      Alles Andere ist retro-anachronistisch, und positioniert das Gerät somit in Richtung Freak-Ecke.
      Vielleicht gibt es ja bald einen Bausatz zum Selberlöten, vielleicht wird’s dann noch billiger??

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    dr_roland

    Find ich irgendwie schon ein bisschen frech. Für meinen Voyager musst ich die Software einzeln kaufen und jedes einzelne Firmwareupdate getrennt berappen.

    Ich frag mich obs des Ding irgendwie bringt für Voyager Besitzer..hmmm…

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    siebener

    schade – da improvisation mein musikalischer schwerpunkt ist, ist wegen des fehlenden sync-schalters dieses eigentlich doch sehr interessante gerät letztlich inakzeptabel.

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    a.jungkunst AHU

    Ich habe mir nach langem Hin und Her nun doch den kleinen Bullen gekauft, nicht zuletzt, weil ich es leid war, für einfache Bassläufe ein komplexes System nutzen zu müssen.
    Die Demos haben es schon angedeutet, der Minitaur ist ein intuitiv zu bedienendes und (nicht nur) für Freunde des Moog-Charakters ein verdammt gut klingendes Instrument. Es mag für den einen oder anderen bedauernswert sein, dass manche der Funktionen (z.B. Sync) nur per Software erreichbar sind, aber selbst mit den Hardware-Möglichkeiten ist ein großartiges Spektrum an Klängen zu erreichen.
    Als Voyager-Anwender kann ich, wie einige meiner Vorschreiber, nur bestätigen, dass das Filter etwas anders klingt, aber genau so, wie ich es mir als Gegenstück zum neuen Tom Oberheim SEM und in Ergänzung zum Voyager auch gewünscht habe.
    Die Zeit wird es zeigen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dieses handliche und praktische Gerät wie der SEM-Block zum ständigen Begleiter wird.

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Bewertung

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