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Test: Quantec Yardstick 2496, 2492

Quantec Yardstick

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Quantec, ein Deutscher Hersteller von Hall- und Effektgeräten aus München stellte sein erstes Hallgerät mit der Bezeichnung QRS (Quantec Room Simulator) im Jahre 1982 vor und konnte trotz der damals im Vergleich zu heute eher beschränkten technischen Möglichkeiten ein Hallgerät entwickeln, das sich auch heute noch aufgrund seiner natürlichen Klangästhetik großer Beliebtheit erfreuen kann. 1997 überarbeitete Quantec den QRS Algorithmus und portierte ihn auf eine modernere Generation von DSPs, um damit den Yardstick 2402 auf den Markt zu bringen.

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Als neue Gerätegeneration stellt Quante 2007 nun gleich vier verschiedene Geräte vor, die mittlerweile im Musikalienhandel verfügbar sind. Unter den neuen Yardstick Bezeichnungen 2492, 2493, 2496 und 2498 verbergen sich vier Ausstattungsvarianten. Der 2492 stellt das mit 2900 Euro Straßenpreis das kleinste Modell dar und bietet je einen AES/EBU Ein- und Ausgang an, analoge Anschlüsse sind nicht vorgesehen. Ebenso ist hier zwar ein zweites Display vorhanden, aber die seitlichen Kipphebel (s.u.) wurden ausgespart. Auch der Parameter „Room-Size” ist fix bei 100.000 m³, so dass nur eine Raumgröße zur Verfügung steht. Das Modell 2493 ist ausschließlich mit analogen Anschlüssen ausgestattet, ansonsten gleicht es dem 2492. Der 2496 ist darüber hinaus surroundfähig und verfügt über den Room-Size Parameter, während der 2498 gleich acht Ein/Ausgänge und optional in Zukunft sogar Faltung als Hallerzeugung anbieten soll.

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Der Yardstick ist generell ein relativ einfach zu bedienendes Hallgerät, da es nur einen Algorithmus mit einem Parameterset anbietet. Für den Hall selber sind Roomsize, MidRT (mittlere Halldauer), HighRT (Halldauer der Höhen), LowRT (Halldauer der Tiefen), Density und ein HighCut vorhanden. Der Parameter Density stellt die Rückwurfdichte ein, also wie „dicht” der Hall klingt. Dabei fällt auf, dass sich von niedrigen zu hohen Werten der Frequenzbereich (bzw. die Spektrallinien) des Nachhalls nach oben hin verschoben wird. Das tritt insbesondere im Tiefbassbereich zu Tage, der bei hohen Werten nicht mehr verhallt wird. Zunehmend mit der Reflektionsdichte erhöhen sich bei manchen Parameterkombinationen auch die Raumresonanzen, so will es der Algorithmus. Je nach Anwendung kann sich dies positiv oder negativ auswirken.
Quantec erklärt dies folgendermaßen: “Mit zunehmender Rückwurfdichte stellt sich bei großen Räumen ein ähnlicher Effekt ein wie bei Kleinen: es gibt so viele Echos, dass zwischen ihnen Auslöschungen entstehen. Bei hohen und mittleren Frequenzen wird dies noch statistisch gemittelt, während bei tiefen Frequenzen etwas ähnliches auftritt wie bei kleinen Räumen: Wellenlängen größer als der Wandabstand, oder hier der Abstand der Echos, können sich nicht mehr ausbreiten.”

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Der generelle Klangcharakter des Quantec Halls ist seit 1982 nahezu unverändert. Zum direkten Vergleich stand uns jedoch leider nur ein Yardstick 2402, aber kein QRS zur Verfügung, womit wir uns auf die Aussagen des Herstellers verlassen müssen. Beachtlich ist in diesem Sinne, dass der gleiche Algorithmus im musikalischen Zusammenhang auch heute noch 100% überzeugend klingt. Vor allem im Klassikbereich ist die QRS Ästhetik auch in Zeiten von Faltungshall noch hoch begehrt. Die neuen Geräte sind lediglich auf den Stand der Technik gebracht und in einigen Bereichen leicht angepasst worden, so dass nun höhere Rückwurfdichten und Abtastraten bis 192 kHz (natürlich mit 24 Bit) zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es zusätzlich eine neue Art von 12 verschiedenen virtuellen Raummikrofonen, die jeweils zu 50% zueinander korreliert sind. Durch die geringen Änderungen ist garantiert, dass Umsteiger von einem QRS sich nicht über einen gänzlich anderen Klang einstellen müssen. Einzig die alten Wandler des QRS sind natürlich nicht mitemuliert worden. Um den Begriff „korreliert” etwas zu erklären: 100% Korrelation bedeutet Mono (also zwei identische Signale), während bei 0% Korrelation beide Signale komplett unterschiedlich sind und kein Monoanteil im Hallsignal vorzufinden ist.

Schön wäre in den neuen Geräten ein Korrelationsparameter gewesen, mit dem man die Stereobreite für jedes Preset von 0%-100% regeln könnte. Laut Quantec soll dies, genau wie die Möglichkeit der Roomsize-Änderung für die 2402/03, in einem kommenden Firmware Update einfließen.

Das Modell 2496 verfügt gleichzeitig über sechs von insgesamt zwölf virtuellen Raummikrofonen, deren Positionen im Raum geometrisch jedoch keinen Bezug haben. Es gibt also keine Regel, welche Mikrofone vorne oder hinten, links oder rechts stehen. Man kann somit nur den Abstand zur Schallquelle im Raum durch die einstellbare Verzögerung angeben und den HighCut Filter anpassen, um die Raumform zu bestimmen. Ferner ist auch die Position der Schallquelle im Raum nicht veränderbar. In einem Surround-Setup mischt man somit bis zu sechs unterschiedliche Hallsignale auf die Lautsprecher. Eine Möglichkeit des Wanderns der Schallquelle im Raum ist beim Modell 2496, also dem Modell mit zwei Eingangskanälen und den sechs Ausgangskanälen, nicht angedacht.

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Quantec geht bei der Nachhallerzeugung einen anderen Weg als TC, Bricasti oder Lexicon, die Early Reflections getrennt vom diffusen Raumhall berechnen. Zu Gunsten eines besonders natürlich klingenden Raumhalls fließen bei Quantec die ersten Reflektionen (bzw. der Anhall) unmittelbar in den diffusen Hall über, so wie in einem echten Raum. Zudem steht eine zusätzliche erste Reflektion zur Verfügung, die man in Verzögerung und Pegel justieren kann. Die Raumbeschaffenheit, also welche virtuellen Wandmaterialien verbaut sind, kann man mit den HighRT und LowRT Parametern bestimmen. Durch die einstellbare Raumgröße der teureren Geräte sind alle möglichen denkbaren und musikalisch sinnvollen Räume möglich – von sehr klein bis riesig. Der 2496/98 kann Raumgrößen sogar bis zu einer Million m³ simulieren.

Unsere Klangbeispiele (s.u.) geben Ihnen einen Eindruck vom Sound der Yardsticks.

Die Bedienung der Yardsticks ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, da es nur einen Endlos-Drehgeber und zwei Tasten (Enter und Exit) gibt. Die neuen Yardsticks der 24XX Serie bieten ein zweites Display an, die – mit Verlaub – mit etwas ungewöhnlichen Bedienelementen umringt sind. Links und rechts vom Display gibt es je sieben winzige Kipphebel (nicht beim 2402/03) zur direkten Parameterkontrolle. Oben und unten sind ebenso winzige beleuchtbare Taster vorhanden. Die Bedienung sollte, wenn vorhanden, mit Fingernägeln durchgeführt werden, Personen mit übergroßen Fingern dürften sonst etwas Probleme haben. Nach einer recht kurzen Einarbeitungszeit ist das Bediensystem aber in sich schlüssig und geht flott von der Hand, schon alleine durch die recht geringe Anzahl von Parametern.

Alternativ sind die Yardsticks in Zukunft auch über MIDI und Ethernet zu bedienen. Bei letzterem vergibt man dem Gerät eine IP-Adresse und ruft diese über einen herkömmlichen Browser auf. Damit soll dann auch eine Preset-Verwaltung Einzug erhalten. Eine PlugIn-Einbindung zur Steuerung der Hardware wie sie Lexicon anbietet ist hingegen leider nicht vorgesehen. Der USB-Port liegt derzeit ebenfalls noch brach.

Klangbeispiele

  1. Avatar
    sägezahn-smoo

    Der Quantec-Hall ist ausgezeichnet verwendbar auf elektronischer Musik aller Art, vor allem wenn grosse weite Räume gefragt sind. Ich verwende seit Jahren den QRS als Haupthall, der ja auch Quadrophonie kann. Ein Geheimtip für einen ähnlichen Hall ist der Reflect von Virsyn.

  2. Avatar
    A. Pflüger

    Der Hall ist wunderbar seidig, schade,dass so einfältige und musikalisch anspruchslose Musikbeispiele gewählt werden.Mit schönen Orchester- und Stimmenpassagen würden die Vorteile der Geräte sehr viel mehr ins richtige Licht gerückt.Wer einen Yardstick erwirbt, ist normalerweise im professioenellen Klassik- oder Filmmusiksektor tätig und macht nicht irgendwelche Amateuraufnahmen im hauseigenen Keller. Aber so sind Ihre Klangbeispiele.MfG.Andreas Pflüger

  3. Avatar
    Panini

    Finde man hört die hohe Qualität des Halls ganz gut, auch wenn die Beispiele musikalisch besser sein könnten. Aber die arrogante Einstellung die der vorhergehende Poster an den Tag legt ist genau die Art, die ich zum … finde.

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