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Test: Radikal Spectralis 2

Spectralis 2

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Irgendwie ist es doch aufregender, wenn der Postbote einem ein paar Kilo Hardware überreicht, da sich der Klick mit der Maustaste zum Download von Software mittlerweile mit einer gewissen gelassenen Selbstverständlichkeit vollzieht. Als ich „Speckie“ 2, in den Händen hielt, war ich wirklich begeistert, dass so ein tolles Gerät in meine Wohnung darf. Bis dato kannte ich nur die mittlerweile zahlreichen Demosongs der Website, die viele Möglichkeiten des Instrumentes zu Gehör bringen.

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What is it?

Um dieses Instrument für diejenigen einordnen zu können, die ihn noch nicht kennen, hier eine kurze Beschreibung dieses Synthesizers. Spectralis 2 definiert sich als Hybridinstrument. Mehrere Technologien sind hier in einem Gerät vereint und bringen durch das Zusammenführen dieser neue Eigenschaften hervor. Er besteht aus einen Sequencer, einer Filterbank mit 10 Bändern, einem Synthesizer, bestehend aus digitalen Oszillatoren mit analogen Filtern und zwei DSP Synthesizern – dazu ein nicht flüchtiger Samplespeicher für eigene Samples. Wer sich einen grundsätzlichen Eindruck des Konzeptes bezüglich des Aufbaus von Spectralis verschaffen möchte, den verweise ich auf den ausführlichen Moogulator Testbericht des Spectralis 1 hier auf Amazona.

Daher richte ich den Fokus auf Erweiterungen und Neuerungen bzw. Performance-Möglichkeiten des Spectralis 2. Zusätzlich lege ich jedem Interessenten nahe, sich die selbst produzierten Videos von Jörg Schaaf auf Youtube anzuschauen. Bei der Klangbeurteilung muss man selbst bei dieser exzellenten Klangqualität die Verluste der Datenkompression berücksichtigen. Damit will ich sagen, dass Spectralis noch besser klingt als in den Videos.

Die Neuerungen der Hardware

Im Vergleich zur Spectralis 1 wurde die Version 2 zunächst optisch verändert. Die nach innen gewölbten Buttons von Version 1 sind kleineren nach außen oval geformten Tasten gewichen. Farblich wirkt er im Großen und Ganzen um einiges dunkler als sein Vorgänger. Noch edler und vornehmer sieht er jetzt aus.

Der Spectralis 2 wird mit einem internen 4GB Extreme III Card Flashspeicher ausgerüstet. Das sollte für die meisten Anwendungen genügen. Spectralis 1 User sollen sich nicht vernachlässigt fühlen. Der Spectralis 1 kann nachgerüstet werden. Das Software-Update ist kostenlos, allerdings ist das Nachrüsten des Flashspeichers nicht ganz billig, da zu diesem Zweck die komplette Hauptplatine ausgewechselt werden muss.

Die Endlosregler sind optisch ebenfalls neu gestaltet. Was mir an diesen Reglern besonders gefällt, ist das Öffnen eines Filters in Kombination des sich verändernden Klanges, was sich im Ganzen wie ein Ereignis anfühlt und auch so anhört. Dies gelingt einerseits durch die Reglerbewegung, die immer vom eingestellten Wert aus beginnend den Klang zu verändern. Zum anderen passen sich die Regler der Drehgeschwindigkeit des jeweiligen Benutzers an. Wer das Filter schnell schließen bzw. öffnen möchte, kann dies mit schnellerer Drehbewegung bewerkstelligen. Für eine musikalische Performance ein nicht zu unterschätzender Effekt.

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Sampling

Das dynamische Sample-Managment ist ebenfalls neu. Jetzt ist es möglich, bei laufendem Sequenzer Samples zu laden. Manche Sounds des DSP Synths brauchen dazu etwas Zeit, stellen dann aber mehrere Patches spielfertig zur Verfügung. Allerdings genügt es, den gewünschten Sound anzuwählen – geladen werden die zugehörigen Samples automatisch. Das tröstet doch wieder.

Wer mit den Drumsounds nicht einverstanden sein sollte, hat ja jetzt 4 GB Platz für eigenes Material.

Durch die 4 GB nichtflüchtigen Speicher übertrifft er zur Zeit locker alle mir bekannten Firmen. Sehr wünschenswert wäre, wenn sich mit der Zeit Drittanbieter finden ließen, die sich auf der Basis des Spectralis Drumsounds, Waveforms und zusätzliches Soundprogramming anbieten.

Klangbeispiele

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    Dreitagebart

    Ein Klasse-Gerät und ein Prima-Testbericht. Schade nur, dass Ihr nicht ein paar mehr Klangbeispiele eingestellt habt.

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      p.tunyogi

      Hallo ihr beiden! Ihr habt natürlich recht. Mehr Klangbeispiele wären Pflicht gewesen. Da ich einen sehr arbeitsintensiven Sommer hatte blieb mir nicht
      genügend Raum um mehr reinzustellen. Wie ich schon geschrieben habe hat Jörg Schaaf eine Seite auf Youtube mit vielen Videos die es lohnt sich anzuschauen.

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    tompisa

    @PTC

    Ich hatte den Spectralis 1 und fand die Encoder schlecht in Bezug auf einen gefühlten Wiederstand. . Haben die Encoder im Spec 2 ein fühlbaren Wiederstand , also einen enstprechenden Wiederstand beim Drehen?

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    p.tunyogi

    Ich empfinde den Widerstand der Encoder als höchst musikalisch abgestimmt. Der Spectralis 2 hat einen fühlbaren Widerstand, der mich zum ersten Mal überhaupt an einem Synth begeistert.
    Am besten mal in einen Laden gehen und selbst daran drehen.

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    Dayflight

    Der Spectralis I ist schon wirklich toll, was soll man da erst vom Spectralis 2 sagen? Danke dem Tester für den Bericht.

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    medion4you

    Der Vollständigkeit halber sollte noch erwähnt werden, dass die vollständige Samplingfunktion mit Samplingeditor nur unter Windows läuft. Eine OSX-Version gibt es bisher nicht. In Anbetracht dessen, dass viele, die halbwegs ernsthaft Musik machen, mit OSX unterwegs sind eine echte Schande!

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    Bereckis

    Ich habe mich nun in den Spectralis 2 eingearbeitet. Es ist ein klasse Teil! Sehr gut und schnell ist auch der E-Mail-Support von Jörg Schaaf.

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    tompisa

    Was ich nicht wirklich verstehen kann ist die Bewertung mit 2 Sternen.

    Der Spectralis ist ja nicht nur einzigartig was die überbordende Flexibilität und Klangfülle betrifft, sondern auch einzigartig im Klang, verglichen mit anderen Synths, Sampler und Grooveboxen. Dazu noch 8 ! Einzelausgänge, 4 Gig Speicher und CO…allein der Hybridsynth mit den analogen (!) Filtern , einer davon ganz nahe am Moog , ist sein Geld wert. 2 Sterne ist m.E. unterbewertet. Für mich ein herausragendes Instrument

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      10179berlin

      Komplexität ist eben beim besten willen nicht jedermanns Sache. Viele, Musiker wollen nicht nur am Gerät herumspielen, sondern damit vorwiegend Musikmachen, und da stören zuviel Technik einfach.

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    H

    best groovebox ever! Klanglich (fast) unschlagbar aber auch leider (noch immer) fehlerhaft.

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    sir stony

    Seit gerade erst gestern bin ich auch “Specki” Besitzer. Und ich muss feststellen, die vielen Kommentare über die schwierige Lernphase des Bedienkonzepts bewahrheiten sich für mich gar nicht. Wenn eine Kiste so viel Funktionalität bietet, dann muss man diese Dinge ja auch irgendwie zugänglich machen, und ich finde das hat man hier größtenteils sehr gut bis vorbildlich geschafft. Schlimmer als eine MC505 oder RM1x (wenn man diese Kisten wirklich ausreizen wollte) ist das auch nicht, nur etwas anders.
    Ok, für Einsteiger und Wochenendhelden ist es wohl sicher nicht das richtige Spielzeug, aber wenn man schon mit ein paar anderen Vertretern dieser Art hantiert hat und die Konzepte verinnerlicht, dann verliert diese tolle Maschine ihren vermeintlichen Schrecken. Dafür wird man mit einem ausgesprochen cremigen Sound und klanglicher Vielfalt belohnt, an der sich andere Grooveboxen erstmal messen müssen – und das auch noch Jahre nach Markteinführung in einer Zeit, wo sich das Produktkarussel in den meisten Bereichen immer schneller dreht.
    In Sachen Updates und Weiterentwicklung (z.B. der Möglichkeiten der DSP Engine/FX) allerdings könnte man sich im Gegenzug ein Scheibchen bei dem einen oder anderen Konkurrenten abschneiden.

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