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Test: RME Fireface UFX

Fireface UFX

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Das Fireface UFX ist der neue Hengst unter den Firewire/USB-Intefaces des renommierten deutschen Herstellers RME und erweitert damit die Produktpalette nach oben. Soviel sei vorweggenommen: Das UFX kann mit einer wirklich großen Anzahl neuer Features aufwarten! Dieser Testbericht wird nicht auf jedes Detail des Interfaces eingehen, zumal die Beschreibung auf der RME-Seite schon fast einem Testbericht gleichkommt, wenn man sich die Marketing Superlativen wegdenkt. Ich werde hier vielmehr Audio- und Performancetests beschreiben. Bitte konsultieren Sie das Handbuch auf der Homepage von RME, um jede Funktion im Detail nachlesen zu können.

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Das Fireface UFX bietet erstmals beide Schnittstellen für externe Computerperipherie in einem Gerät: Firewire 400 und USB 2.0. Die vom Fireface bekannte Firewire 800 Schnittstelle musste weichen. Da die Firewire Schnittstelle im Gegensatz zu USB 2.0 aber generell nicht mehr so weit verbreitet ist, wird sich zeigen, ob sich neue Schnittstellen wie Thunderbolt (abwärtskompatibel zu Firewire) etablieren können. Wie unsere Tests gezeigt haben, ist je nach Güte des Treibers auf modernen Dualcore Rechnern (nicht Atom) die Performance von Firewire und USB 2.0 Audio nahezu gleichwertig. Für den Transfer von ein paar Audiodatenströmen genügen die Datenraten von Firewire 400 und USB 2.0 allemal. Nur bei Workstations mit sehr hoher Kanalanzahl sollte man doch nach Möglichkeit auf PCIe/MADI Audio-Interfaces mit externen Wandlern zurückgreifen.

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Das Fireface UFX bietet vier Mikrofonvorverstärker mit getrennt schaltbarer Phantomspeisung, deren Verstärkungsfaktor digital gesteuert werden kann. Einen analogen PAD-Schalter oder ein analoges Hochpassfilter sucht man leider vergeblich, je nach Anwendungsfall werden diese dank moderner Wandlertechnologie und hohen Dynamikbereichen aber auch nicht zwingend benötigt. Dafür akzeptieren die Preamps auch hochohmige Instrumentenpegel.

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Insgesamt stehen zwölf analoge Eingänge und zwölf analoge Ausgänge zur Verfügung. Die Ausgangskanäle neun bis zwölf sind dabei als zwei unsymmetrische Stereoklinken ausgeführt und frontseitig platziert, so dass hier auch direkt Kopfhörer angeschlossen werden können.

  1. Profile Photo
    polyaural

    „Wie unsere Tests gezeigt haben, ist je nach Güte des Treibers auf modernen Dualcore Rechnern (nicht Atom) die Performance von Firewire und USB 2.0 Audio nahezu gleichwertig.“

    Nach meiner persönlichen Erfahrung, und nach mir zugetragenen Berichten, ist das anders. USB steht weit hinter Firewire: In der Stabilität und in der Übertragungsrate/Latenz. Allerdings beziehen sich alle Erfahrungen/Berichte auf Apple Computer (DualCore und PowerPC).

    Bin ich der Einzige hier, der das so sieht? Oder liegt das am Mac?

  2. Profile Photo
    ambee

    @polyaural: Ich vermute das liegt an den Unterschieden der beiden Bussysteme. Firewire schreibt direkt in den Speicher. Über USB muss jedes Paket einzeln verarbeitet werden, sprich es entsteht Prozessorlast. Im vorliegenden Test konnte mit Firewire gegenüber USB ja die Latenz um die Hälfte reduziert werden.

    empfehlen kann ich zu diesem Thema die Ausgabe 154 des Chaos Radio Express vom 11.05.2010

  3. Profile Photo
    a.e.neumann

    Danke für den ausführlichen test.
    Kleine korrekturen:
    “Die vom Fireface bekannte Firewire 800 Schnittstelle musste weichen. Da die Firewire Schnittstelle im Gegensatz zu USB 2.0 aber generell nicht mehr so weit verbreitet ist, wird sich zeigen, ob sich neue Schnittstellen wie Thunderbolt (abwärtskompatibel zu Firewire) etablieren können.”

    Das ist natürlich quatsch: jeder aktuelle Mac, ausser dem Air und dem weissen plastic-MacBook, verfügt über Firewire, die neuesten Modell zusätzlich auch über Thunderbolt.

    Mit der “gewichenen” FW 800 meinen Sie zweifellos nur das FireFace 800. Das FF 400 hat, wie der name besagt, “nur” FW 400, und das reicht für die bandbreite völlig aus. Wie auch beim UFX. Womit ein hinweis an die vielen Mac-user, die auf ein UFX upgraden möchten, angebracht wäre: neuere Macs sind zumeist mit FW 800 ports versehen, es wird daher ein FW800-FW400 (9pin-6pin) kabel benötigt.

    Ausserdem lohnt es sich, die zahlreichen kommentare der RME-leute auf dem RME-forum zum thema Firewire/USB zu lesen: daraus wird klar ersichtlich, weshalb sie ihre eigene FW-architektur entwickelt und mit USB so lange zugewartet haben.
    Was Sie mit Ihrem test auch faktisch bestätigen:
    “Bei einem Projekt mit 28 Audiospuren, EQs, Dynamics und zwei Faltungshall Plug-ins ist bei 512 Samples Latenz per USB-Anbindung die minimale Einstellung erreicht. Unter Firewire konnten wir 256 Samples ohne Aussetzer erreichen.
    Der Performance Unterschied zwischen USB und Firewire scheint also auf unserem System eindeutig zugunsten von Firewire zu verlaufen.”
    Das kann ich nur bestätigen.

    • Profile Photo
      t.walter AHU

      Dass die Firewire-Schnittstelle nicht mehr so verbreitet ist wie früher ist keinesfalls “Quatsch”. Während vor ein paar Jahren noch jeder PC standardmäßig damit ausgestattet war, muss man heute richtig suchen.

      • Profile Photo
        a.e.neumann

        Die zahlen der Firewire-dachorganisation “1394 Trade Association” für das peak-jahr 2008 belegen:
        10% der verkauften desktop PCs waren mit Firewire ausgerüstet (ca. 11 millionen in absoluten zahlen). Im selben jahr 2008 verkaufte Apple 9.5 millionen Macs, davon waren mehr als 90% mit Firewire versehen.
        Factum: Firewire war (und bleibt vorerst) auf dem Mac eine selbstverständlichkeit. PCs waren dagegen zu keinem zeitunkt mehrheitlich damit ausgerüstet; in den meisten fällen war und ist Firewire eine CTO-option, zumindest für desktops — die meisten Wintel-laptops hatten und haben nicht einmal die FW-CTO-option. Damit ist belegt: FW war in der PC-welt immer leider ein aussenseiter, wird es nur noch mehr, ausser man wählt und konfiguriert bewusst. Mac-seitig ist das gegenteil der fall.

  4. Profile Photo
    Yello

    Die Motu 828 mk3 und 896 mk3 Haben nicht nur ein Reverb sondern auch noch einen Channel Strip auf jedem Eingang. Dies wurde ein bisschen unterschlagen.

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