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Test: Seeburg acoustic line, M3, Bühnenmonitore

M3 Bühnenmonitor

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Bei der Arbeit

Beim Livetest interessiert mich neben den klanglichen Eigenschaften und dem Handling natürlich auch das Feedbackverhalten. Das ist schließlich bei einem Bühnenmonitor von erheblicher Bedeutung.

Der Transport erweist sich irgendwie angenehm. An den beiden seitlichen Griffen kann man den M3 anschmiegsam vor der Brust tragen. Auch das Gewicht bewegt sich für einen 15-Zoll-Speaker mit Holzgehäuse in einem erträglichen Maß.

Die Monitore stehen nebeneinander. Aus dem Mixer geht ein Kanal direkt in den Eingang der Aktivbox, der andere über eine leistungsstarke Endstufe zum passiven Monitor. So ist ein guter side-by-side Vergleich möglich. Von CD spiele ich verschiedene Musikkonserven ein, und mit dem Shure SM58 möchte ich dem Verhalten bei Gesang oder Sprache auf den Grund gehen – und vor allem dem Feedback.

Die Bedienung der Aktivbox mit ihren Presets ist schnell begriffen. Zur Kontrolle der Einstellungen muss man in die Hocke gehen und dabei den Monitor auch noch seitlich anheben. Sonst ist nichts erkennbar. Auch zur Preset-Auswahl ist diese Prozedur nötig. Ein Tribut an das schöne Design? Bei der Passivbox sind Soundanpassungen lediglich am Pult möglich, beziehungsweise über den üblicherweise im Monitorweg zwischengeschalteten Terzband-EQ. Bei der Aktivbox ist ein leises Leerlaufgeräusch wahrnehmbar.

Klangunterschied

Es ist durchaus ein Unterschied im Sound der beiden Boxen hörbar. Die aktive Variante des Monitors kling in der linearen Einstellung frisch, brillant, je nach Musikmaterial fast schon eine Spur zu spitz. Beim passiven Monitor ist der Grundsound von etwas mehr Wärme geprägt. Hier scheinen die Bässe auch etwas kräftiger zu sein. Diese Unterschiede sind durchaus auf die verschiedenen Ansteuerungskonzepte zurückzuführen.

Aktiver und der passiver M3 Monitor von Seeburg

Aktiver und der passiver M3 Monitor von Seeburg

Die Sound-Presets im M3 dp verändern das Klangbild nicht extrem, sind aber dennoch gut zu hören. Mir hat der Softmodus in Kombination mit Tiefmitteltonabsenkung recht gut gefallen. Basswiedergabe ist wie eingangs erwähnt nicht die Stärke der beiden Kandidaten. Das ist auch gut so, denn im Monitorbetrieb sind starke Bässe in der Regel ohnehin unerwünscht. Nutzt man das System im Fullrange-Betrieb, empfiehlt sich die Kombination mit einem Subwoofer.

Das Feedbackverhalten (ohne externe Entzerrung) ist ausgezeichnet, wobei der aktive Monitor dank dem Softmodus noch eine Spur besser abschneidet. Sehr gut ist auch die Dispersion. Die besondere Art der koaxialen Treiber-Anordnung sorgt für kreisförmige Verteilung des Schalls in alle Abstrahlrichtungen und bietet dem Interpreten dadurch enorme Bewegungsfreiheit.

Fazit

Bodenmonitore sollen einerseits fast unsichtbar sein, aber dennoch hohe Leistungsreserven, gute Durchsetzung und besonders gutes Feedbackverhalten aufweisen. Nur so machen sie ihren Job richtig. Die Seeburg Monitore M3 und M3 dp sind für den professionellen Einsatz gemacht: „Galatauglich mit Rock’n’Roll-Eigenschaften“. Das drückt schon der Verkaufspreis aus, der sich an Profis und Beschaller richtet, die das Beste verlangen. Ob man sich für die aktive Variante mit zwei 1000 Watt Endstufen entscheidet oder die passive Variante vorzieht, ist letztendlich eine Frage des Konzepts und der Philosophie. Die klanglichen Eigenschaften und das Design sind bei beiden ausgezeichnet. Als Zweitnutzen lassen sich die eigens als Bodenmonitor konzipierten Gehäuse mit speziellen Zubehörteilen sogar aufs Boxenstativ bringen oder im Truss als Mittel-/Hochton-Bestückung kombinieren. Für Profis: Absolute Kaufempfehlung.

Plus

  • kompaktes Erscheinungsbild
  • koaxiale Neodym-Lautsprecher
  • 15-Zoll-Speaker
  • Aktivbox mit leistungsstarken Endstufen
  • hohe Feedback-Sicherheit
  • gute Schallverteilung
  • hohe Flexibilität
  • optionales Zubehör für den alternativen Einsatz

Minus

  • optische Kontrolle der Presets etwas unbequem (Aktivbox)

Preis

  • M3 dp
  • UVP: 2683,45 Euro
  • Straßenpreis: 2290,- Euro
  • M3
  • UVP: 1642,20 Euro
  • Straßenpreis: 1499,- Euro

  1. Profile Photo
    Armin Bauer AHU

    Hallo Peter, da decken sich unsere Eindrücke ja. Konnte bei Seeburg vor einiger Zeit die letzte Version vor Produktionsstart hören. Wie du schreibst, sieht gut aus, klingt gut, hohe Feedbackfestigkeit.
    Nur mit dem Colani- Vergleich bin ich nicht einverstanden, dann wären die Dinger cremeweiss, verquollen, aus Hochglanzplastik und irgendwo wäre ein nutzloser kleiner Spoiler und Pseudo-Bassreflexlöcher verbaut.

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