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Test: SPL Gain Station 1

SPL Gain Station 1

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Praxis

Nach Aktivierung des Gerätes fällt die nahezu nicht wahrnehmbare Anzahl von Nebengeräuschen sehr positiv auf. Selbst bei weit aufgedrehten Reglern ist der Geräuschpegel so gering, dass auch die Aufnahme von sehr leisen Signalquellen kein Problem darstellt.

Zunächst wird der Clean Gain einem Praxistest unterzogen. Eine sehr gleichmäßige Vorverstärkung und eine weiche Wiedergabe ohne jede Verfärbung hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Auch bei Explosivlauten oder Signalquellen mit hoher Dynamik verfügt der Vorverstärker über genügend Headroom, um das Signal nicht „abzuquetschen“ oder es gar mit Clippings zu versehen.

Genau das Gegenteil erhofft man sich jedoch von einer Röhrenvorstufe, welche im Optimalfall mit einem hohen Maß an Eigenleben der Signalquelle eine kräftige Bearbeitung in Sachen Dynamik und Sättigung offeriert.

Und siehe da, Tube Gain lässt sich nicht lumpen und fügt dem eingespeisten Signal eine sehr exakt zu dosierende Sättigung bei, welche bei den Anhängern der Röhrentechnologie wahre Freudenstürme lostreten wird.

Im Zusammenspiel mit Clean Gain stehen einem nahezu alle Färbungs- und Sättigungsstufen zur Verfügung, sei es nun ein klanglich neutraler Aufholverstärker, dessen Einsatz im Optimalfall nicht wahrzunehmen ist, oder aber ein bullig reingrätschender Röhrenpreamp, der bei Volllast in Sachen Sättigung, respektive Komprimierung einem Gitarrenpreamps nahe kommt. Selten habe ich einen Vorverstärker gehört, welcher über soviel Flexibilität verfügt.

Sehr interessant ist auch die klangliche Vielfalt des im Endbereich angesiedelten Limiters. Während die Diodenlimitierung tatsächlich nur kleine Peaks eliminiert und das Klangbild weiterhin sehr offen hält, verdichtet der FET-Schaltprozess die Summe doch erheblich.

Das Ergebnis erinnert tatsächlich mehr an einen in Hard-Knie eingestellten Kompressor als an den zumeist harten Halbwellencut eines Limiters. Gefällt mir wirklich sehr gut, wenngleich das Werkspreset dem Einen oder Anderen zu dicht eingestellt sein wird.

 

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Fazit

Die Gain Station 1 hinterlässt einen hervorragenden Eindruck! Sowohl ihre Konzeption als auch ihr Klang sind absolut beispielhaft.

Durch die hohe Qualität der einzelnen Bauteile und die wahlweise Transistor- beziehungsweise Röhrenvorverstärkung verfügt die Gain Station über eine große Bandbreite an signalprägenden Sounds.

So kann das Produkt sowohl als reiner Mikrofonvorverstärker, als auch als hochwertiger Instrumentenpreamp eingesetzt werden. Bassisten zum Beispiel können das Signal direkt in ihre Endstufe einspeisen, Keyboarder oder Akustik-Gitarristen verfügen mit der Gain Station über eine Deluxe-DI-Box.

Ein hoch flexibles Produkt, welches zudem aufgrund seiner kompakten Bauweise nahezu überall Platz findet. Sehr empfehlenswert!

 

Plus

  • Sound
  • Konzeption
  • Transportabilität
  • Verarbeitung

Preis

  • 1059,-- Euro

Klangbeispiele

  1. Profile Photo
    sir stony

    Ich pflichte dem Ansatz bei, dass ein wirklich gutes Aufnahmeergebnis schon im frühesten Stadium entschieden wird, allerdings finde ich das Preis/Leistungsverhältnis bei diesem Gerät doch schon jenseits von grenzwertig. Ebensfalls sehr ordentliche Produkte in der gleichen Preisregion kommen bereits als voll ausgestattete Channelstrips mit Kompressor, EQs und mehr daher, hingegen sind hier aber wirklich nur zwei (einzeln betrachtet äußerst gainschwache) Vorverstärkerkreise geboten, die sich nichtmal mit unabhängigen Signalen nutzen lassen. Da ich in der Branche arbeite kann ich sicher sagen, dass der technische Aufwand für ein Produkt dieser Art eine solche Preisansage auch nicht bei Verwendung der feinsten Bauteile nicht-audio-esotherischer Anbieter rechtfertigt. Und für jene fast-schon-esotherischen Ausstattungsmerkmale, wie beispielsweise den optionalen Lundahlübertragern, soll man dann noch extra hinblättern. Ich finde ehrlich, zu dem Preis hätten solche Kleinigkeiten allemal als schaltbare Option zum Standard gehört. Und auch ein ordentliches VU Meter. Die beiden wählbaren Limiter und das Vorhandensein einer Röhre im Geräteinneren sind unterm Strich einfach zu dürftig für den Preis. Gute 500 Öcken zu teuer, mein Fazit.

    Ich will das Gerät aber keinesfalls schlechtreden, das muss ich auch betonen. Ich habs selber schon unter den Pfoten gehabt und finde es ebenfalls wirklich gut, nur eben deutlich überteuert.

    • Profile Photo
      Taurin

      Ich pflichte dieser Meinung nicht bei sir stony, ehrlichgesagt gibt es um 600Euro keinen auch nur annähernd professionellen Chanelstrip (ich bin generell auch kein fan von Chanelstrips), da die Signalkette viel besser ist wenn man sich die Geräte wie Pre, EQ, Kompressor seperat kauft und dafür was ordentliches.
      Und Preamps unter der Preisklasse der Gainstation mit Röhre und noch dazu ordentlicher Qualität gibts auch so gut wie garnicht.

      Übrigens wenn du schon mal einen high Quality Transforator gehört hätten von den Marken Lundahl, Jensen, Sowter, Maryland usw. wüsstest du dass dies keine Esoterik ist.

      Ich bin besitze eine Gainstation1 und einen AMS Neve 1073DPD und die Gainstation steht nichts nach. Ist sogar cleaner und trotzdem nicht so trocken wie der Neve.

      Mich wundert es dass dieser test so spät gemacht wurde die GS ist ja schon relativ lange auf den markt, außerdem finde ich ihn einbischen oberflächlich, man sollte vielleicht Bilder von den Innerein und bessere Beschreibungen der Klangerlebnisse liefern.

  2. Profile Photo
    Kovalam

    Ich habe auch lange überlegt,ob ich das Geld ausgeben soll für die Gainstation.Ich habe sie mit AD Wandler noch 120 Euro billiger bekommen.Beim ersten Einsingen wurde mir sofort klar,das das Geld gut angelegt ist.Ich bin begeistert,dieser Vorverstärker wird mich lange begleiten.

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