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Top News: Knas The Ekdahl Polygamist, duophoner Analogsynthesizer

Ein Synthesizer für Utah

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Karl Ekdahl kündigt den Produktionsbeginn seines ungewöhnlichen Analogsynthesizers Polygamist an. Seine Firma Knas war bislang eher Insidern durch das analoge Effektgerät The Ekdahl Moisturizer und verschiedene DIY-Projekte bekannt. Nach einer ersten, offenbar erfolgreichen Miniserie wird nun eine größere Anzahl von Polygamist-Synthesizern in Angriff genommen.

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Anstoß zur Entwicklung des ambitionierten Synthesizers war Ekdahls Unzufriedenheit mit dem aktuellen Marktangebot. „Normale“ Synthesizer klingen ihm zu nett, und Circuit Bent-Geräte sind zu unzuverlässig, vor allem wenn es um die Reproduktion eines bestimmten Klanges geht. The Ekdahl Polygamist wurde als portabler Synthesizer für experimentelle Klänge, Drones, Noise und Improvisation entworfen. Bässe, Leads und andere „herkömmliche“ Sounds sind aber genauso gut möglich. Der Synthesizer besitzt die klassische VCO/VCF/VCA-Struktur, kann jedoch dank ungewöhnlicher Funktionen und zahlreicher CV-Anschlüsse äußerst vielseitig verwendet werden.

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Polygamist ist mit zwei VCOs ausgestattet, wobei VCO1 mit einer kontinuierlich wandelbaren Schwingungsform aufwarten kann, während VCO2 drei separat stimmbare (!) Sub-Harmonics besitzt. Mit den beiden VCOs kann der Polygamist übrigens auch duophon gespielt werden.

Jedoch sind dies nicht die einzigen Klanglieferanten. Auch die drei LFOs und die loopbare Hüllkurve können bis in den Audiobereich schwingen, so dass zusammen mit dem Rauschgenerator und dem selbstoszillierendem Filter im Maximalfall 11 Klangquellen zur Verfügung stehen. Die Frequenzbereiche der drei LFOs sind unterschiedlich aufgeteilt, die LFOs 2 und 3 lassen sich dabei auf über 4 Minuten für einen Durchlauf herunterschrauben. Weniger extravagant kommt das Filter als normaler Tiefpass daher, aber immerhin lässt es sich zwischen 12, 18 und 24 dB umschalten. Über den Umweg eines Inverters soll sich auch eine Art Hochpass realisieren lassen.

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Neben den üblichen Elementen wie VCAs, S&H und Mixer bietet der Polygamist auch eine Reihe von Funktionen, wie man sie sonst nur aus der Modularwelt kennt. Multiples, Inverter, VC-Switch, Quantizer und MIDI/USB-to-CV-Konverter ermöglichen Sounds, wie sie mit den gängigen Synthesizer nicht zu erzielen sind.

Der integrierte Ribbon-Kontroller ist nicht nur eine Spielerei, sondern kann mit diversen Funktionen eingestellt werden und auch via MIDI-Out andere Synthesizer ansteuern.
Die neue Serie wird ein besseres Gehäuse als auf den Fotos haben, die noch die erste Version zeigen. Derzeit wird The Ekdahl Polygamist nur auf Bestellung und nach einer Anzahlung von 700$ gefertigt. Karl Ekdahl ist jedoch bemüht, alsbald einige Geräte auch in ausgesuchte Fachgeschäfte zu bringen, so dass hier Interessenten ohne Vorleistung und Wartezeit ihren Polygamsten erstehen können.

Preis

  • 1.450 US-Dollar

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    Marius Seifferth ••••

    Sieht aus wie ein Kinderspielzeug, aber so wie es sich anhört, sollte man Kinder damit besser nicht alleine lassen, denn es scheint in wirklichkeit ein Monster zu sein :-D

  2. Profile Photo
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    changeling •••

    Als ich das erste Mal den Namen gelesen habe, dachte ich es wäre ein polyphoner Synthi. ;)
    Unnette Synthesizer gibt es doch einige, z.B. den Mini/Microbrute, den Korg MS-20 (mini) oder den Prophet 12 mit den ganzen Zerstörfunktionen.
    Ich würde mir mal einen erschwinglichen West Coast Synthi wünschen, also mit LPG und Waveshaper statt normaler Filter und Slew Limitern als LFO/Hüllkurven/Multifunktionstool.
    Und mit Tastatur wäre DAS wirklich mal was Neues, bisher gibt’s da ja nur den Buchla Easel, der auch eher in Richtung Modular geht und auch die traditionellen West Coast Bananenbuchsen hat und eben die Folientastatur statt der normalen. Ich möchte aber beim Spielen ein Gegengewicht spüren.

  4. Profile Photo
    Andreaz Vogel AHU

    Nur als Update:
    Hatte soeben mal auf der Website nachgeschaut, und das Ding wird dann doch nicht gebaut.
    Etwas seltsam, dass erst nach Anlaufen der Marketingmaschinerie aufgefallen ist, dass das Gerät wohl
    a) schwierig zu produzieren ist, und
    b) in der Form technisch offensichtlich recht anfällig ist.
    Da frag ich mich, wie da ein anvisierter Verkaufspreis errechnet werden konnte, wenn der Produktionsweg offensichtlich noch gar nicht annähernd klar war.
    Nichtsdestotrotz bin ich sicherlich nicht der einzige, der sich über ungewöhnliche Konzepte freut, also drücken wir dann mal gemeinsam die Daumen, dass der nächste Wurf durchdachter sein wird.

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