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Video-Interview: Hans Zimmer

Master of the Score - Hans Zimmer

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Ein Outing!

Ich bin nun mal leidenschaftlicher Fan von Filmmusik. Mit 5 Jahren bekam ich meine erste EIGENE Schallplatte, die Filmmusik zu Winnetou. Mit 13 Jahren kaufte ich mir die Doppel-LP zu STAR WARS, und mit 16 hatte meine Soundtrack-Sammlung 100 Exemplare. Das war 1979. Ja, man wird nicht jünger. Mit Soundtracks wie z.B. ESCAPE FROM NEW YORK (John Carpenter), SORCERER (Tangerine Dream), BLADE RUNNER (Vangelis) lies sich sogar mein Interesse für Synthesizer mit meiner Leidenschaft für Scores verbinden.

In den 80ern setzte der Siegeszug der Sampler auch in der Filmmusik ein. Gleich mal ein kleiner Geheimtipp: BIRDY (Peter Gabriel).

 

Der unbekannt Deutsche

Und schließlich 1988: RAIN MAN! Als Film ein kommerzieller und künstlerischer Erfolg – als Soundtrack eine Offenbarung.

Da hatte doch ein deutscher unbekannter Komponist mit Namen Hans Zimmer einen Score geschrieben, der ausschließlich mit Synthesizern eingespielt wurde, aber längst nicht mehr so klang. Offensichtlich sah das die ACADEMY OF MOTION PICTURES genau so und nominierte RAIN MAN u.a. für die beste Filmmusik des Jahres. Damals eine Sensation!

Bereits ein Jahr später legte Hans Zimmer mit zwei weiteren Scores nach, die klarmachten, dass man mit diesem jungen Deutschen künftig in Hollywood zu rechnen hatte.

BLACK RAING und MISS DAISY UND IHR CHAFFEUR konnten unterschiedlicher nicht sein, verfolgten aber konsequent den Stil, den Fans  heute deutlich als Hans-Zimmer-Sound identifizieren können. 1990 folgte unter anderem GREEN CARD, den ich persönlich als einen Höhepunkt aus jener Schaffensphase empfinde. Der geschickte Einsatz von Dynamik macht GREEN CARD zu einem Genuss für die Ohren. Ich habe selten Soundtracks gehört, bei denen sich Tempo und Dynamik so nahtlos und perfekt die Hand geben wie in GREEN CARD.

1995 folgte mit großen Orchester schließlich der erste OSCAR für die Filmmusik DER KÖNIG DER LÖWEN. Hans Zimmer war längst kein Geheimtipp mehr. Im Gegenteil, heute ist man eher überrascht, einen Blockbuster zu sehen, in dem Hans Zimmer im Vorspann nicht auftaucht. 2001, für mich einer der Höhepunkte in seiner Karriere, GLADIATOR.

Und obwohl in dieser Produktionsklasse Budget für Filmmusik wohl keine Rolle mehr spielt, ist Hans Zimmer seiner Leidenschaft zu Synthesizern treu geblieben und setzt selbst bei Major-Produktionen immer noch zahlreiche synthetische Klangerzeuger ein wie zuletzt z.B. in THE DARK KNIGHT (2008).

Sein Engagement bei Firmen wie WIZOO oder HARTMANN MUSIC, bei der er maßgeblich daran beteiligt war, dass der Synthesizer NEURON auf den Markt kommen konnte, unterstreichen diese Leidenschaft nochmals deutlich!

Alleine schon aus diesem Grund war es für die AMAZONA.de Redaktion immer schon ein hoch gestecktes Ziel gewesen, ein Interview mit Hans Zimmer zu führen. Im August 2009 wurde dieser Traum wahr.

 

DAS INTERVIEW

Außen ein unscheinbares Gebäude mit Flachdach. Irgendwo in Santa Monica, eine Stunde entfernt von Downtown LA im sonnigen Kalifornien.

Innen ein High-Tech Studio-Komplex, in dessen Zentrum “das rote Zimmer” das Reich des Meisters markiert. Man fühlt sich schnell erinnert an ein barockes Lustschloss, in dem frivole Spiele zum Alltag der blaublütigen Herrscher gehörten. Das Licht ist gedämpft, und in den handgefertigten Wandschränken, die schummrig beleuchtet sind, befinden sich Synthesizer soweit das Auge reicht.

Aber selbst das ist nur ein Teil seiner unglaublichen Sammlung, denn zahlreiche Exponate stehen in einer angrenzenden “Abstellkammer” bzw. sind in einem Außenlager.

Der Majestro begrüßt uns herzlich in legerer Kleidung, entschuldigt sich für sein “amerikanisches Deutsch” und lässt das geplante Interview zu einem geselligen Plausch werden. Schon nach wenigen Minuten hat man vollkommen vergessen, dass man mit Hollywoods derzeit erfolgreichstem Filmkomponisten zusammensitzt, der aktuell an 3 Produktionen gleichzeitig arbeitet. Da sitzt einem ein Synthesizer-Narr gegenüber, der über Filter und Klangeigenschaften diskutiert, genau wie Tausende unserer Leser.

Einer, der sich längst nicht mehr von Schall und Rauch ablenken lässt, sondern nur mit den Ohren bewertet, was die Augen sehen. Wenn er schließlich vom Plug-in ZEBRA (u-He) schwärmt und es in einem Atemzug mit seinem Moog Modularsystem nennt, ist das letzte Eis gebrochen.

Nehmen Sie sich also nun ca. 30 Minuten Zeit, verzeihen Sie uns die schlechte Bildqualität (aber wir wollten einfach nicht mit Kunstlicht arbeiten) und genießen Sie ein ganz, ganz persönliches Interview mit Hans Zimmer.

Auf den folgenden Seiten finden Sie außerdem zahlreiche Foto-Impressionen, die vor dem Interview in den REMOTE CONTROL Studios entstanden sind.

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    Dr.Funk

    Hans, Du must diese komischen Schränke mit den vielen Knöpfen und Buchsen doch nicht in Abstellkammern verstauben lassen!
    Ich hätte da noch viel Platz in meinem Proberaum! ;-)

    Super Interview, cooler Typ und es wird mal wieder der Unterschied zwischen Deutschland und dem Rest der Welt aufgezeigt. In Deutschland hätte Herr Zimmer niemals auch nur den Hauch einer Chance erhalten, da er ja überhaupt keine “vernünftige” Ausbildung hat! Also so was aber auch, wo kommen wir denn da hin?
    Tja nicht sehr weit…von daher darf man sich nicht wundern, das unsere “ungebildeten” Genies so gerne ins Ausland flüchten!

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      mhagen1

      Hans Zimmer ist sicher ein Ausnahmetalent. Die allermeisten Filmkomponisten haben aber eine fundierte musikalische Ausbildung:

      http://de......omponisten

      Ich finde es nicht falsch, auf Qualität zu achten. Naturtalente gibt es immer mal, die dann in Deutschland vielleicht schlechtere Karrierechancen haben.

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    tompisa

    Vielen Dank , Peter Grandl !

    Ein großartiger Plausch mit einem extrem sympathischen Hans Zimmer. Besser geht es nicht.

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    Flipper

    Sehr interessant, so habe ich mir den Hans Zimmer nicht vorgestellt.
    Ich mußte beim interview immer an den Film “The Big Lebowski” denken, weiß auch nicht warum.

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    Tischhupe

    Hehe, lustig wie der Hans zwischen den Sprachen wechselt. Ich fand es ein erfrischend anderes Interview und hätte gerne noch weiter zugeschaut. Die Beleuchtung war übrigens absolut OK.
    So sollten Interviews in Zeiten des Internet sein!

    Vielen Dank
    Markus

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    tomeso

    Sehr schön, danke für das Interview.
    Beim nächsten Urlaub in den USA wäre dann ein Besuch bei Danny Elfman fällig, oder?

    Gruß
    Frank

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    BroSco

    Klasse Interview.
    Habe mir den herrn Zimmer immer ganz anders vorgestellt. Würde wirklich gerne in seine “Abstellkammer” einziehen ^^

    MFG
    Dennis

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    Timberland70

    Vielen Dank für das tolle Interview!! Wenige Stars lassen die Menschen so nahe herankommen und nur wenige Interviewer machen daraus ein so angenehmes und informatives Gespräch!

    LG
    Helge

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    Dorgul

    Sehr schön. Ich kann mich noch an einen Artikel über die Hans Zimmer Studios in der Keyboards von 1996(?) erinnern. Das Interview hier reiht sich nahtlos in den Eindruck ein…

    Besonders interessant finde ich, dass Herr Zimmer einfach nur immer neue, aufregende Sachen machen will. Der Rest ist Kollateralschaden (in seinem Fall eher Bonus, ein Hoch auf seinen Agenten). Schön Bodenständig ist er geblieben!
    Ich finde es toll, dass er sagt er kann schlecht auf Tour gehen, wenn (Regisseur-) Freunde einen Film machen… Da er es wohl kaum noch nötig hat zählt die Freundschaft anscheinend wirklich.
    Das in einem Umfeld in dem wahrscheinlich oft gesagt wird “wir machen mal was zusammen” ohne das was passiert ist höchstlöblich!

    Und mal wieder zeigt sich: Je mehr VIP/Star/Berühmt, desto normaler sind die Leute…

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      Tyrell AHU

      Hans hat mit uns Kontakt aufgenommen wegen des GRP A8. Er ist eben ein echter Hardware-Fan von guten Synthesizern. :-))

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