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Workshop: Harmonic Mixing

Harmonic Mixing

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Harmonic Mixing

Für DJs gibt es heutzutage Unmengen an Möglichkeiten, sich von anderen DJs abzugrenzen. Die meisten Möglichkeiten bieten sich aufgrund der modernen Technik. Laptops und entsprechende Controller haben längst Einzug in die Clubs der Welt gehalten. Der Kreativität sind hierbei nahezu keine Grenzen gesetzt, solange nur genügend Rechenpower zur Verfügung steht. Doch auch für DJs, die nach wie vor nur mit Platten und/oder CDs auflegen, gibt es Möglichkeiten, ihr Set vielfältiger und interessanter zu machen. Denn oft noch wichtiger als das Technische wie Übergänge und Effekte etc. ist nach wie vor die Auswahl der Tracks. Das Stichwort heißt „Harmonic Mixing“ und gibt dem DJ ein vielseitiges Instrument in die Hand, um seinem Set musikalische Akzente und harmonische Höhepunkte zu verleihen. Wer sein Set als eine Art Reise versteht und die auch ebenso aufbaut, hat hiermit die Möglichkeit, das Gesamtbild eines Abends noch mehr abzurunden, indem man die Songs auch harmonisch aufeinander abstimmt. Was genau dahinter steckt, wie jeder das lernen kann und was ihr dafür braucht, lest ihr auf den folgenden Seiten.

Anleitung

Die Grundlage des Harmonic Mixings bildet das „Camelot Wheel“. Auf diesem Rad sind alle Tonarten in einer bestimmten Reihenfolge eingetragen. Diese Reihenfolge ermöglicht es dem DJ, auf einen Blick zu erkennen, welche Tonarten harmonisch zusammen passen und welche evtl. kritisch sein können. Alle Dur-Tonarten sind mit einer Ziffer von 1 bis 12 (wie bei einer Uhr) und einem „B“ gekennzeichnet. Diese befinden sich außen auf dem Rad. Die Moll-Tonarten befinden sich im Inneren des Rads und sind ebenfalls mit einer Ziffer von 1 bis 12 und einem „A“ gekennzeichnet. Des Weiteren richtet sich das Rad nach einem Farbschema und verbindet so bestimmte Tonarten mit dazugehörigen Farben. Diesen synästhetischen Ansatz, Musik mit Farben zu verbinden, lässt sich recht häufig wiederfinden, bspw. bei Spielen wie Rockband oder Guitar Hero. Das vereinfacht den Lerneffekt, da das menschliche Gehirn den verschiedenen Tonarten dann entsprechend die Farben zuordnet. Dies kann z.B. sehr hilfreich sein, um seine CD oder Plattenkollektion zu markieren und schnell Tracks zu finden, die in Frage kommen.

Camelot Wheel

Camelot Wheel

Das Rad an sich wendet man nach folgender Regel an:

Auf dem Rad kann man von der aktuellen Tonart jeweils ein Feld nach links oder ein Feld nach rechts gehen oder natürlich im gleichen Feld bleiben, damit es harmonisch klingt. Hält man sich an diese Regel, klingt der Mix immer harmonisch, wobei man natürlich darauf achten sollte, dass sich nicht zu viele Melodien überlagern, doch gerade im Intro bzw. Outro eines Tracks ist das meist kein Problem.

Ein Beispiel hierfür:

Hat man einen Track mit der Tonart F-Dur (Feld 7B), passen sowohl Songs in C-Dur (ein Feld nach links) oder B-Dur (ein Feld nach rechts). Diese Methode ist auch eine sehr gute Möglichkeit, um MashUps oder Bootlegs aus zwei oder mehreren Songs herzustellen und herauszufinden, welche zu einander passen. Besitzen die Songs sogar die selbe Tonart, kann man sie meist sogar komplett übereinander laufen lassen ohne dissonante Töne.

Eine weitere Regel besagt, dass man auch immer ein Feld nach innen bzw. nach außen gehen kann, damit es harmonisch bleibt, also ein Wechsel zwischen Dur und Moll. Bei unserem Beispiel mit F-Dur wäre also D-Moll (Feld 7A) ebenso möglich. Hat man nun einen Song in der Tonart E-Moll (Feld 9A), passt nach der Regel ebenfalls ein Song in G-Dur (Feld 9B) sowie die beiden angrenzenden Tonarten B-Moll (10A) und A-Moll (8A). Beim Wechsel zwischen Dur und Moll ist selbstverständlich darauf zu achten, dass sich die Grundstimmung ändert. Tracks, die in Dur gehalten sind, wirken meist positiv und fröhlich, wohingegen Tracks in Moll sich oft negativ, bedrückend oder düster und traurig anhören können. Das sollte man beim Aufbau eines Sets ebenfalls nicht außer Acht lassen. Gute DJs nutzen dieses Wissen, um die Stimmung auf dem Dancefloor nach ihren Belieben zu steuern und die richtigen Tracks zur richtigen Zeit zu spielen.

  1. Profilbild
    villharmonic

    “Camelot Wheel” … und wenn man das jetzt Quintenzirkel nennen würde, würde es vermutlich nicht so viel Spass machen, oder?

    Clemens

    • Profilbild
      Dj-Somee

      Ja da hast du recht :-P genau das habe ich mir nämlich auch schon gedacht … Ich frage mich sogar wie viele der zahlreichen “Bedroom Djs” den Quintenzirkel überhaupt kennen … aber egal wie man es nennt; eine gute Sache ist es allemal. ^^

  2. Profilbild
    Viertelnote

    man muss/möchte es den Leuten schmackhaft
    und einfach wie nur möglich machen.

    Von daher ist das Konzept okay, aber nicht neu:-)

    Keiner schehrt sich heute noch um Harmonielehre
    als ganzes.

    Intervalle, Tonleitern und Stimmführung
    ist nun mal trockener Zwieback.

    Das was gut klingt ist angesagt, aber oft eben
    fernab der Sache selbst (Harmonieregeln)

    seis drum, wenn sich sowas verkauft, dann
    nicht ohne Grund.

    Selbstudium ist aber immer noch kostenlos und
    schadet nicht,im Gegenteil

    mfG

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  4. Profilbild
    Viertelnote

    manche Tipps tun schon vom lesen her weh
    (unvermittelt plötzlich einen Halbton nach oben)

    Ich weiss nicht, ob man das so stehen lassen kann. Aber da wir von “moderner” Musik reden,
    stellt Harmonie wohl keine Regel mehr auf

    mfG

  5. Profilbild
    red captain

    Angeblich soll es ja noch andere, ebenfalls sehr schöne harmonische Progressionen geben.

    Vielleicht sollte ich mal ein Artus-, Parsifal- und Excalibur-Wheel auf den Markt bringen.

    Schön ist, dass der Artikel eine mögliche Antwort auf die Frage liefert, ob DJs Musiker sind ;-)

  6. Profilbild
    hijack

    Interessant, dass es das Battle “Musiker” vs. DJ immer noch gibt, wenn auch nicht mehr so laut wie früher.

    Stellt sich nur die Frage : Ab wann man sich “Musiker” schimpfen darf ? Ok, wohl eine philosophische Frage.

    Im Konflikt zwischen Musizieren nach Zahlen oder nach Gefühl steht man doch auch beim Erlernen eines Instrumentes oder der Komposition, dann ja, Musik ist auch Mathematik.
    Auch stellt sich die Frage ob das Wissen über diese mathematischen Gegebenheiten für einen selbst eher ein Vorteil oder ein Nachteil ist.

    Dies ist wohl immer individuell zu handhaben.

    Zum Artikel : Finde ihn recht einfach und verständlich erklärt und macht eigentlich neugierig auf mehr bzw. hätte sicher gerne auch noch etwas tiefer gehen können.
    Aber okay.

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