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Workshop: Old-School-Sampling Teil 2

Sampling Teil 2

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Von Multisampling, Stacking und Loops

wiss,SunSans-Regular” color=”#000000″>Was unterscheidet einen Sampler von einer analogen Tonbandmaschine, mal abgesehen von der bereits erklärten Digitalwandlung?

Die aufgezeichneten Audiosignale können von der Tonbandmaschine nur 1:1 wiedergegeben werden. Lediglich die Tonhöhe liesse sich durch die Wiedergabegeschwindigkeit beeinflussen.

Ganz anders bei einem Sampler, hier beginnt der Spaß erst richtig nach der Aufnahme.

Sind die Audiodaten erst einmal im internen RAM des Samplers abgespeichert, können sie auf vielfältige Weise nachbearbeitet werden. Der eigentliche Clou ist aber, daß der Sampler bei der Abfrage der Audiodaten die Wiedergabe in verschiedenen Tonhöhen zulässt.

Angenommen, Sie haben eine Klaviernote mit der Tonhöhe C3 gesampelt, dann könnten Sie diese über ein angeschlossenes Midi-Keyboard auch in C2 oder jeder von Ihnen gewünschten Tonhöhe abrufen. Und das nicht nur einmal, sondern abhängig von der Polyphonie Ihres Samplers, auch gleichzeitig mehrfach.

Theoretisch wäre es also im soeben genannten Fall möglich, ein komplettes Klavier mit seinen 88 verschiedenen Tasten polyphon zu spielen, obwohl Sie ursprünglich nur eine einzige Klaviernote aufgenommen hatten.

Praktisch ist das leider nur eingeschränkt machbar, da bereits eine Verschiebung der Originaltonhöhe von einigen Halbtönen auf- bzw. abwärts immer weniger mit einem realistisch klingendem Klavier gemeinsam hat.
Je weiter man sich beim Spielen von der Tonhöhe des Originals entfernt, umso stärker wirkt sich dieser Effekt aus. Vergleichbar mit einer Schallplatte, die viel zu langsam oder viel zu schnell läuft (im Volksmund auch als Micky-Mouse-Effekt bekannt).

Um diesem, meist nicht gewünschtem Effekt entgegenzuwirken, behilft man sich der Technik des MULTISAMPLINGS. Man verwendet also nicht ein Sample, um das gesamte Spektrum des Originalinstruments abzudecken, sondern mehrere. Das Originalinstrument könnte z.B. pro Oktave einmal gesampelt werden. Bei der Wiedergabe hätte nun der Sampler nur noch die “Lücken” zwischen zwei Originalsamples zu “füllen”.

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STACKING ist eine weitere Technik um der Natur ein Schnippchen zu schlagen. Akustische Instrumente weisen in der Regel bei leisem Spiel ein völlig anderes Klangverhalten auf, als bei lautem Spiel. Durch entsprechende Synthesefunktionen, die viele Sampler heutzutage beherrschen, lassen sich diese Klangunterschiede zwar mehr oder weniger gut nachahmen, die wirkungsvollste Methode ist es aber, mehrere Samples der unterschiedlichen Dynamikstufen anzufertigen.
Bei der Wiedergabe werden dann, je nach Anschlagstärke, unterschiedliche Samples abgerufen. Auch hier gilt, wie beim Multisampling, umso mehr Dynamikstufen gesampelt wurden, umso realistischer vermag der Sampler das Instrument schließlich nachzuahmen.

Zuletzt sei noch kurz der Begriff des LOOPING angesprochen. Einst erfunden, um den minimalen Speicherplatz der Sampler optimal zu nutzen, spielt LOOPING heute nur noch eine untergeordnete Rolle.

Die folgende Grafik zeigt die Displaydarstellung eines Samples, wie sie z.B. im EMU IV verwendet wird.

3_khbild2.gif

  1. Profile Photo
    SpotlightKid

    Wow, ein ehrgeiziger Anspruch! Wurde aber auch höchste Zeit, dass mal jemand herausstellt, dass auch heute noch, in Zeiten der Mega-Samplebibliotheken und überspezialisierten Sample-Player eigene Sampleaktivitäten eine künstlerische Berechtigung, ja sogar fast eine Notwendigkeit darstellen. Bin gespannt, ob die folgenden Artikel dieses Versprechen einlösen können !

    Chris

    • Profile Photo
      changeling ••

      Der Kommentar ist zwar schon 3 Jahre alt, aber: Der Workshop ist aus dem Jahr 2000, also einer Zeit in der Software-Sampler noch nicht in dem Maße etabliert waren. Ein paar Monate nach dem Kommentar wurde eine aktuellere Reihe gestartet, die wesentlich umfangreicher ist: Workshop: Modern Sampling 1

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