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Workshop: PA KNOW HOW für Newcomer-Bands, Teil 2

PA KNOW HOW - Teil 2

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Vom Sound hängt der Erfolg ab Vom Sound hängt der Erfolg ab

Bevor ich weiter auf technische Einzelheiten der Beschallung eingehen möchte, stelle ich erst einmal die Frage: Wann lohnt die Anschaffung einer eigenen Anlage überhaupt? Schließlich muss die Newcomerband knappe 2000 Euro ausgeben, und das sollte gut überlegt sein. Sind nur zwei bis drei Auftritte pro Jahr machbar, dann reicht auch eine kleine Gesangsanlage für den Proberaum. Die Investition rentiert sich erst, wenn regelmäßig Konzerte auf dem Plan stehen. Fragt euch selbst: Ist die Band soweit, hat sie ein vollständiges Programm, ziehen die einzelnen Musiker mit, gibt es für diese Art von Musik auch den entsprechenden Bedarf bei den Veranstaltern? Wenn ja, könntet ihr folgende Rechnung aufstellen: Macht ihr einen Auftritt im Monat, sind das im Jahr rund 10 Konzerte. Dabei steht bei der Hälfte der Konzerte bereits eine Anlage zur Verfügung. Bleiben noch 5 Konzerte, bei denen ihr eigenes Beschallungsmobiliar einsetzen könntet. Spart ihr pro Konzert durch die Eigenleistung 100 Euro, dann ist das eine Sparsumme von 500 Euro im Jahr und 2000 Euro in 4 Jahren. Bei dieser Beispielband wäre ein Anlagenkauf also durchaus gerechtfertigt.

Komplettanlage

Im ersten Teil sind wir vom Mikrofon bis zu Mischpult gekommen, jetzt geht es mit Endstufen und Lautsprechern weiter. Der Interessent stellt bei der Suche nach einer Tonanlage schnell fest, dass der Markt eine kaum noch zu überschauende Vielfalt von technisch und preislich weit auseinanderliegenden Geräten bereithält, der Laie verliert sich schnell in wortreichen Beschreibungen und komplizierten Datenblättern.

Dazu kommt noch, dass man die Anlagen selten vor dem Kauf unter Live-Bedingungen und bei einer ordentlichen Lautstärke testen kann. Wo also anfangen? Um die Sache einfach zu machen, will ich erst einmal eine bestimmte, für viele Einsatzzwecke interessante Anlage herausgreifen. Diese Anlage habe ich selbst nicht getestet, ich verlasse mich zunächst auf den bekannt zuverlässigen Hersteller und seine Angaben.

 

HK Satellitenanlage Soundhouse 2 HK Satellitenanlage Soundhouse 2

Die Satellitenanlage “Soundhouse Two” von HK Audio besteht aus 3 schwarzen Kästen: ein Basswürfel und zwei kleinere Mittelhochtonlautsprecher. Die einfachste Weise, das Ganze aufzubauen, besteht darin, die eine Satellitenbox auf ein Lautsprecherstativ zu stellen und die zweite mit einer Stange auf die auf dem Boden stehende Bassbox zu montieren. Die Bassbox enthält einen 15-Zoll-Lautsprecher, das ist bei Mittelklasseanlagen die Mindestgröße für den Bass. Satellitenboxen gibt es mit Konuslautsprechern ab 6,5-Zoll, in unserem Fall ist ein 12er eingebaut. Der relativ große Mittelhochtonlautsprecher verspricht einen guten Wirkungsgrad und eine ausreichende Belastbarkeit. Diese Größe kann man auch einmal ohne Subwoofer einsetzen, ohne dass gleich eine Rauchwolke aufsteigt. Brauchen wir nicht noch eine Endstufe – ja, aber… die Endstufe ist bereits im Basswürfel integriert und zwar mit drei Kanälen, einen mit 300 Watt für den Bass und zwei mit je 150 Watt für die Satelliten. Die Satelliten sind demnach passiv, das heißt ohne Endstufen und werden mit Speakon-Lautsprecherkabeln mit dem Basslautsprecher verbunden.

Für die Verstärkung einer ganzen Band würde ich diese Leistungsklasse als Untergrenze ansehen. Es gibt kleinere Anlagen, aber ob man mit diesen Geräten ein Schlagzeug wirklich verstärken kann, ist fraglich. Wenn die Leistung nicht reicht, kann man diese Beispielanlage auch verdoppeln oder mit einer anderen Anlage kombinieren. Voraussetzung ist, dass die zweite Anlage ungefähr den gleichen Schalldruck schafft wie unsere Beispielanlage. Eine Anlage, die nur die halbe Leistung bringt, hört man gegenüber der lauteren kaum noch raus.

Einen kleinen Nachteil hat diese Anlage, wenn man wenig Material braucht. Ich überlasse es dem geneigten Leser bzw. der Leserin, diesen Punkt zu finden. Wer herausgefunden hat, was ich meine, darf einen Kommentar posten.

Passiver Bühnenmonitor Passiver Bühnenmonitor

Bühnenmonitore

Damit die Musiker, vor allem die Sänger sich selbst gut hören, werden zusätzlich Bühnenmonitore, die auch Wedges genannt werden, benötigt. Diese stehen ebenfalls in der Regel ganz vorne auf der Bühne und zeigen nach hinten. Hier gilt also wieder: Abstrahlrichtung der Lautsprecher und Empfangswinkel der Mikrofone sollen nicht zusammenkommen. Für unsere Newcomer-Anlage sollten mindesten 3 Bühnenmonitore vorhanden sein. Falls diese an zwei Prefade-Auxwege angeschlossen werden, könnten am vorderen Bühnenrand zwei Wegdes an Aux 1 und für den Schlagzeuger neben dem Drumset ein Monitor an Aux 2 installiert werden. Am bedienungsfreundlichsten sind hier aktive Monitore, die XLR-Kabel mit dem Signal des Mischpultes gehen von der Stagebox direkt in die Eingänge der Boxen. Will man zwei Aktivmonitore mit dem gleichen Signal versorgen (wie bei der oben beschriebenen Aufstellung), gibt es zwei Möglichkeiten: Die einfachste ist, wenn die Monitore einen parallelen Ausgang haben. Dann geht man in den ersten Monitor rein und vom Parallelausgang des ersten Monitors geht es mit einem XLR-Kabel in den Eingang des zweiten. Wenn kein paralleler Ausgang vorhanden ist, dann benutzt man ein sog. Y-Kabel, also einen Adapter, der das Signal auf zwei Lautsprecher verteilen kann. In unserem Fall brauchen wir ein XLR-Y-Kabel von 1x XLR-F auf 2x XLR-M (Was die Buchstaben “F” und “M” in diesem Fall bedeuten, erkläre ich im Fortgeschrittenenkurs.)  Einen Nachteil von Aktivboxen sollte man nicht unterschätzen: Vor allem wenn sich die Bedienelemente der Boxen auf der Rückseite befinden, kommen regelmäßig Leute, die direkt an der Bühne stehen auf die Idee, an den Regler herumzudrehen. Grundregel scheint dabei zu sein, alle Regler voll aufzudrehen. Was dabei passiert, kann man sich leicht ausrechnen.

 

aktiver Bühnenmonitor Solton MF 200 A aktiver Bühnenmonitor Solton MF 200 A

Als Beispiel für einen preisgünstigen Aktivmonitor könnt ihr euch den schon bei Amazona getesteten Solton MF 200 A ansehen. Der mit einem 12er-Basslautsprecher und einer 200-Watt-Endstufe ausgestattete Aktivlautsprecher hat auch den oben beschriebenen parallelen Ausgang. Ebenso ist ein Hochständerflansch vorhanden, was das Gerät vielfältig einsetzbar macht. Mit drei Stück dieser Monitore sollte sich ein guter Bühnensound machen lassen.

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