Mit diesen Tracks stellst du deine PA perfekt ein!
Man kennt es… man kommt zur Venue, lädt alles aus, baut die Backline auf, das Pult, Stageboxen, Mikrofone etc. Und dann beginnt man mit dem Soundcheck der Band. Haben wir da nicht was vergessen? Genau, wie klingt es eigentlich in der Venue bzw. wie klingt denn die PA in der Venue? Mit diesen 11 Referenz-Tracks zum Einstellen einer PA-Anlage checkst du vorab die wichtigsten Parameter und sorgst für einen ausgeglichenen Sound.
Inhaltsverzeichnis
Die PA-Anlage mit Referenz-Tracks einstellen
Nun hat nicht jeder für jeden noch so kleinen Gig professionelle Tools wie SMAART samt Messmikrofon am Start. Zudem gibt es viele Venues, in denen die PA nicht oder vor langer Zeit professionell eingemessen wurde. Daher hilft nur das gute alte Referenzhören mit Musik.
Dafür sollte man immer ein paar Tracks zur Hand haben, die man in- und auswendig kennt. Die man (falls vorhanden) im eigenen Tonstudio, im Auto oder über andere Wege bis zum Erbrechen gehört hat, wo man nach 5-10 Sekunden direkt hört, was im Frequenzspektrum fehlt oder was zu viel ist. Tracks, die einen auch emotional berühren. Diese werden dann bei neutralem EQ im Master-Out auf der PA ausgespielt und dann mit dem Master-EQ (parametrisch oder graphisch) so eingestellt, dass ein ausgewogener Klang entsteht. Hierbei sollte man aber noch berücksichtigen, dass beim leeren Raum die Höhen ein wenig spitzer klingen werden als bei der Veranstaltung mit Publikum.
Referenz-Tracks
Die hier nun folgenden Tracks sind sicherlich eine persönliche Auswahl und nicht bindend, aber sie sind in den Augen und Ohren des Autors Tracks, die ein außergewöhnlich gutes Klangbild bieten und seinem Klangfetischismus sehr dienlich sind. Du solltest sie in der bestmöglichen Qualität dabeihaben. Zwar tut es zur Not auch die Apple Music oder Spotify Playlist, aber schließlich möchten wir die Tracks ja nutzen, um unsere PA gut einzustellen.
Kleine Fieldrecorder wie der Zoom H1 Essential eignen sich prima, um die Tracks beim Gig abzuspielen. Alternativ kannst du sie auch auf deinem Smartphone speichern.
Marla Glen: Cost of Freedom
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Fast schon ein Klassiker bei vielen Live-Engineers und auch im HiFi-Bereich immer wieder als Testtrack unterwegs. Dieser Track ist einfach Pflicht im Tontechniker-Werkzeugkasten. Der volle Bass, die Bläser mit ihren schnellen Transienten, die noch vorhandene Dynamik – bei diesem Track stimmt einfach alles. Und man weiß sofort, wo es noch klemmt im Frequenzbereich.
Guns N‘
Roses: Civil War
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Die Gunners in ihrer absoluten Hochzeit mit den „Use your illusion I & II“ Alben. Civil War besticht hier durch seinen Aufbau, wo mit jedem Instrument was hinzukommt, so dass das Frequenzspektrum nach oben und unten immer ein bisschen erweitert wird. Die Radiostimme am Anfang, dann Slashs akustische Gitarre, der Bass dazu … bis dann Slash mit seiner typischen Les Paul Bratgitarre den Song so richtig einleitet und er einfach explodiert. Spätestens wenn die Bratgitarre in den Ohren weh tut, weiß man, dass die Anlage noch ein bisschen gezähmt werden muss.
Michael Jackson: Thriller
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Klassiker der Musikgeschichte, hier in der Version vom History Album. Auch hier führt uns das Intro direkt in ein offenes Klangspektrum, das sich weiter aufbaut bis zum fetten Synthintro bei Sekunde 37. Dieser Synth-Stack ist so wunderbar ausbalanciert und zeigt auch direkt eventuelle Schwächen in der vorhandenen PA. Fun Fact: Die Bassdrum ist vor diesem Intro im Bass gecuttet, wird erst danach voll aufgedreht und entwickelt dann ihren unnachahmlichen Schub. Danke Bruce Swedien!
Anmerkung des Autors: Natürlich könnte man noch so viele andere Titel von Michael Jackson nehmen wie „Billie Jean“, „I just can’t stop loving you“ oder „Earth Song“ mit seiner riesigen Dynamik und den abgrundtiefen Bässen. „Thriller“ steht hier stellvertretend für den immer außergewöhnlich guten Sound von Michael Jackson Produktionen.
Allan Taylor: The Beat Hotel
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Allan Talyor klingt immer ein bisschen wie Mark Knopfler und liefert IMMER audiophile Spitzenqualität. Der Titeltrack von „The Beat Hotel“ ist minimalistisch und unfassbar fein aufgelöst. Wenn man bei diesem Track auf der PA auch die Tiefe hört, z. B. bei dem Shaker am Anfang oder auch den Schlägen bei 0:21, und dann die Stimme direkt vor einem steht, hat man bei der Einrichtung der PA alles richtig gemacht. Dieser Track wird vom Autor auch meistens verwendet, um Studio-Monitore ganz schnell einschätzen zu können.
Trentemöller: Polar Shift
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Kommen wir zum ersten elektronischen Track in der Sammlung. „Polar Shift“ zeigt einem schnell die Grenzen seiner PA auf, da der tiefe und warme Bass schnell mal zu viel werden kann bei einer schwachen Anlage. Für den Fall, dass man Systemer auf einem Techno-Festival ist und speziell eine Function-One-Anlage einstellen muss, die am besten bei sehr minimalistischer Technomusik funktioniert, ist dieser Track perfekt.
Cassian x Icehouse – Great Southern Land
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Der zweite elektronische Track ist das 2023er Remake von Cassian von Icehouse‘ „Great Southern Land“ von 1982. Der Autor war eine Zeit lang für einen international bekannten DJ als Tourmanager und Techniker unterwegs und mit diesem Track zeigt eine Anlage sehr gut, was sie kann und was nicht. Die leicht spitzen Höhen im Track offenbaren direkt, ob auf der Anlage die Höhen noch etwas gezähmt und weicher eingestellt werden müssen.
Juliane Wolf: Nada Brahma (Robert Babicz Remix)
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Robert Babicz ist in der elektronischen Szene weltweit ein Begriff. Sein Remix von „Nada Brahma“ zeigt par excellence, wie dicht und trotzdem klar man einen elektronischen Track produzieren, mischen und mastern kann. Dabei geht der Druck nicht verloren und zeigt einem auch im Bass, was die entsprechende PA kann oder nicht. Bei einer sehr gut eingestellten Anlage verliert man sich komplett in der Klangwelt und Klangwand, die Robert Babicz hier erschaffen hat.
Toto: I will remember
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Diesen Track wird man auch immer wieder beim Einmessen und Einstellen einer PA hören. Ein Klassiker auf allen Vorführungen, auf Messen, Shootouts, etc. Ein wunderbar offenes Klangbild mit dem Ostinato der Toms als Referenz für Schlagzeug auf einer großen PA.
Peter Gabriel: Down to Earth
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Was wäre eine solche Liste ohne Peter Gabriel? Hier aus dem Soundtrack von „Wall-E“ der Titel „Down to Earth“. Peter Gabriel ist in der Audioszene bekannt für Dynamik in seinen Produktionen. Dieser Track ist dabei keine Ausnahme und beginnt sanft, um dann förmlich zu „explodieren“. Dabei hat er ein ausgewogenes Klangbild, das auch im lauten Teil nicht scharf oder hart wird. Natürlich nur, wenn die PA entsprechend eingestellt ist. Sollte es hart oder nervig klingen, stimmt was nicht und man muss nachbessern.
Ulla Meinecke: Die Tänzerin
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Und noch ein tontechnischer Klassiker der Messeauftritte, jeder kennt es, jeder weiß, wie es auf einer großen PA klingen muss. Mit den langen, dichten Lexicon Hallfahnen, die eine PA bis zum Schluss wiedergeben können muss und der explosiven Dynamik immer wieder eine Referenz.
Grace Jones: Slave to the Rhythm
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Tja, was soll man sagen? Immer wieder ein Genuss, diesen Track auf einer großen PA zu hören, wenn sie richtig eingestellt ist. Zeigt einem aber auch schnell die Fehler im Frequenzbild auf.
Bonus
Zusätzlich zu den typischen Referenz-Tracks, zu denen auch z. B. „Hotel California“ gehört, gibt es immer wieder neue Tracks, die in den Playlists der Tontechniker auftauchen. Zum Beispiel diese hier:
Daft Punk: Doin’ it Right
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Geoff Castellucci: The sound of silence
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Scooter: Anastasia
Die perfekte Musik, um Subs zu testen, da die Kick nach unten nicht begrenzt ist!
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Fazit
Die richtigen Referenz-Tracks geben schnell Aufschluss über das, was eine PA zu leisten vermag und vor allem, wie sie im Raum klingt. Ein teures Messsystem möchte erst einmal angeschafft, bezahlt und beherrscht werden. Statt Rosa Rauschen oder Frequenz-Sweeps gibt die PA schließlich hinterher Musik wieder und Tracks, die man in allen Einzelheiten kennt, geben mindestens genauso viel wertvolle Informationen wie ein Messdiagramm. Das beste Messinstrument ist das Ohr des Technikers. Welche Musik nutzt du für das Einstellen der PA? Schreibt es gerne in die Kommentare!

































Ich werfe einfach noch einen Titel in die Runde, weil er
– musikalisch interessant ist
– einen tollen Sound hat
– sich schön viel Zeit für den Aufbau lässt (ok, für diesen Einsatzzweck vielleicht zu viel):
„Heart of Ice“ von Joe Jacksons Album Body and Soul.
Funktion-One ; )
Danke für deine Auswahl und deine Kommentare dazu.
Einige der vorgestellten Songs sind mir auf Veranstaltungen auch bereits untergekommen, aber hier sind noch zwei Songs, die ich von den Tonkollegen kenne:
Donald Fagen – I.G.Y.
https://youtu.be/Ueivjr3f8xg?si=FN6bg5hbKjtYmU7h
Jennifer Warnes – Somewhere somebody
https://youtu.be/7d-2ysDb6WU?si=20BJnQ_iFuy5vjiJ
Insbesondere der letzte Song begegnet mir seit 30 Jahren immer wieder bei PAtests.
Meine persönlichen Anlagen- und Boxentester sind aber andere:
Flim & the BBs – Tricycle
https://youtu.be/YCgIorbove4?si=fxOkaXdX5ROCb3RU
und dieser Klassiker:
https://youtu.be/JRDgihVDEko?si=O9JPNpO6zNKYd-uP
danke für die Liste!
ich höre auch immer die Album Version von Thriller, bevor ich Boxen oder Kopfhörer kaufe! 😃
Danke für diese interessante Auflistung.
Ich checke PAs grundsätzlich hiermit:
https://www.youtube.com/watch?v=xvFZjo5PgG0
Ebenfalls sehr gut geeignet sind:
Dire Straits: Brothers in Arms
Sting: Fields of Gold
und zum Subwoofer-Test:
Eric Clapton: River of Tears
Diese tiefen Bass Arpeggios sind für Subwoofer eine echte Herausforderung. Manche dröhnen nur, andere bekommen die tiefen Frequenzen gar nicht sauber raus.
The Peter Malick Group fear. Norah Jones
Absolut genial abgenommenes Schlagzeug und „In your Face“ Vocals.
Vielen Dank für die Liste!
Für solchen Erfahrungsaustausch liebe ich diese Plattform.
Mein Beitrag wäre die MTV Unplugged Version von Hotel California, Eagles von 1994.
bisschen badewannig, aber funzt für mich:
https://youtu.be/WL16hkzSTTE?si=tJRZxxbNaw-DO37X
Ebenfalls letztens für mich als guten Track entdeckt: Eagles- Fast Company