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EINSTEIGER-KNOW-HOW: Gehörbildung


Trainiert Eure Ohren! Es kann nicht schaden!

Das Stichwort Gehörbildung kennen ja viele unserer Leser. Aber sicherlich haben nicht alle eine Vorstellung, für was diese Gehörbildung überhaupt gut ist und schon gar nicht wie man sie möglicherweise trainieren kann. Das ist auch gar nicht tragisch. Denn viele weltberühmte Musiker und Produzenten können nicht oder nur schlecht Noten lesen. Viele haben vom Dominantseptakkord höchstens beim Kreuzworträtsel gehört und trotzdem waren und sind sie in der Lage, Hits zu schreiben / zu produzieren, die millionenfach verkauft werden. Ist die Gehörbildung also für die Füße? Nicht im Geringsten! Es kann ja nie schaden, den eigenen Horizont zu erweitern.

Absolut vs. relativ

Fangen wir mit dem ersten Mysterium an: das absolute Gehör. Und gleich vorweg, die Menschen auf dieser Welt, die über ein absolutes Gehör verfügen, sind nicht gleichzeitig auch die besseren Musiker. Es bedeutet lediglich, dass diese Menschen ohne Hilfsmittel einen vorgespielten Ton benennen können. Das ist ohne Frage sehr bemerkenswert. Die meisten Leser wie auch ich, können das nicht und das ist auch nicht weiter tragisch.

Viel wichtiger ist, das relative Hören, das heißt ausgehend von einem bekannten Ton kann man andere Töne, Akkorde und Tonleitern ableiten. Das kann man trainieren. Die Leser, die schon mal an Aufnahmeprüfungen zu Musikhochschulen oder Konservatorien teilgenommen haben, kennen das Spiel bereits. Damit ist man unter anderem in der Lage, Lieder bzw. Noten für die nächste Probe schneller rauszuhören oder auf einer offenen Session schneller auf die Mitmusiker zu reagieren. Egal, aus bzw. in welchem musikalischen Bereich man aktiv ist, eine gewisse Grundkenntnis kann stets hilfreich sein.

Groove ist alles

Wenn man den Bereich der Tonhöhen und Akkorde verlässt, steht der Rhythmus an. Welche Notenwerte muss ich bei der Rock-Nummer „Kings of Leon“ überhaupt spielen oder welches Pattern zaubern der Keyboarder von Toto oder Mark Forster da auf die Tasten? Das herauszuhören ist oft gar nicht so einfach. Denn die meisten Produktionen bestehen aus etlichen Einzelspuren, die das Klangbild ergeben. Aber auch das gehört letztlich zu den Aufgaben, sofern man denn Songs nachspielen möchte. Welches Instrument spielt was, alleine das herauszufinden ist schon eine Aufgabe.

Dabei geht es auch gar nicht nur um den Coverband-Bereich, in dem je nach Formation möglichst alles 1:1 nachgespielt werden soll und bestimmte Rhythmiken einfach den Grundsound eines Liedes bestimmen. Es geht viel mehr darum zu verstehen, was andere Musiker sich ausgedacht haben und spielen. Das kann den eigenen Horizont deutlich erweitern. Auch, wenn man nicht den Shuffle-Drumgroove von Rosanna (Toto) in der nächsten eigenen Komposition benötigt, ist dieser Groove doch unumstritten sehr kompliziert zu spielen und erweitert das eigene Denken. Wärt Ihr auf so einen Groove gekommen?

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  1. Profilbild
    Coin AHU

    Es klingt für mich immer unpassend,
    wenn mehrere Sound gleichzeitig ertönen.
    Wie zum Beispiel eine Hihat mit der Kick zusammen.
    Das versuche ich immer zu vermeiden.
    Aber mir gefällt auch keine Snare auf ner Kick,
    obwohl das z.B. beim 4/4 Takt völlig normal zu sein scheint.
    Wie auch im Video zu sehen ist, scheint das zu funktionieren.
    Mir gefällt es nicht.

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Aktuelle Kommentare

Test & Interview: Logidy EPSi, Faltungshall

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volcarock ••
am 25.02.2018 18:46 Uhr
Vielen lieben Dank für den feinen ausführlichen Bericht! Und ich wusste schon vor dem Lesen, dass ich das Modal Sample schonmal gehört habe... Das war der Grund zum Erwerb des OTO BAM... Ich denke dieses Gerät werde ich mir in naher Zukunft auch gönnen, besonders die Möglichkeit eigene Impulse zu…

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iggy_pop AHU
am 25.02.2018 18:45 Uhr
Ich für meinen Teil habe in den letzte zehn, fünfzehn Jahren keine Filmmusik mehr gehört, die mich vom Hocker gehauen hätte -- die letzte war, glaube ich, Cliff Martinez' Beitrag zu "Solaris". Ansonsten großorchestral-fantasieloses Tschingderassabumtätärää -- was der liebe Hans übrigens im Dutzend liefert, weil er das liefern muß, was…

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iggy_pop AHU
am 25.02.2018 18:44 Uhr
Du brauchst mich hier nicht zu belehren und meine wohlüberlegte Äußerung als "Quatsch!" abzutun, bloß, weil Du nicht willens bist, meinen Gedankengang nachzuvollziehen -- natürlich ist Filmmusik wichtig, aber nicht schon wieder das x-te pseudoklassische Orchestergetute und -gefiedel. Das ist aber genau das, was die meisten Regisseure haben wollen, weil…

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Kyotonic AHU
am 25.02.2018 18:25 Uhr
Tolle Doku! Schön fand ich den Akai S900 im Rack. Disco war noch ehrlich und die Streicher laut Farian noch echt. :) HZ, um die Runde zu komplettieren, finde ich nur begrenzt gut. John Williams, Carpenter und Vangelis waren da viel einflussreicher als dieses industrielle "Theme-abgerocke" bis der Arzt kommt.…

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psv-ddv AHU
am 25.02.2018 17:12 Uhr
Nettes Interview! Herr Zimmer ist mir irgendwie immer zu sehr Interviewprofi die Antworten sind alle PC. Alle sind immer grossartig. Daran gemessen hat dieses Interview ja sogar stellenweise eine leichte persönliche Note. Man sieht immer nur kurz durchblitzen, das der Hans ein kluger Kopf ist. Macht aber trotzdem Spaß das…

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TobyB RED
am 25.02.2018 15:51 Uhr
Hallo Peter, naja der klassische Bezog ist nicht von der Hand zu weisen. Erich Wolfgang Korngold. Die Zeitgenössische Musik kam ja erst später in Hollywood an. Populärmusik gabs spätestens mit den Technicolor Broadway-Filmen. Bei HZ sieht man schön die Wandelung vom Pop "Rain Man" zu zeitgenössischer Musik. Interstellar ist find…

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Wellenstrom AHU
am 25.02.2018 15:50 Uhr
Da gibbet ja 2 Beispiele, bei denen das m.E. klappt. Hitchcocks "Die Vögel" "Der Totmacher" von Romuald Karmakar. Aber zur Regel kann man das wohl wirklich nicht erklären.

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rw1957
am 25.02.2018 15:45 Uhr
Und immer geistert da so ein Zitat herum, das (sinngemäß) so lautet: "Ein guter Film braucht keine Musik!"

Interview: Hans Zimmer Synth Talk

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Wellenstrom AHU
am 25.02.2018 15:40 Uhr
Moin Toby.... hahaha, cool... auch der "transportable Synthesizer"..... Müsste ich mir auch mal reinpfeifen, die Doku!

Interview: Hans Zimmer Synth Talk

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TobyB RED
am 25.02.2018 15:39 Uhr
Hallo Organist, guck mal es gibt mindestens 3 Hauptströmungen bei der Filmusik, HZ und JC sind beide Autodidakten und zumindest JC kann keine Noten lesen. Beide grenzen sich mit ihrem Werk bewusst von der Postwagnerianischen Sosse ab und machen ihr Ding. Und dennoch ist ein Vergleich zwischen Beiden wie Äpfel…

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TobyB RED
am 25.02.2018 15:34 Uhr
Hallo Welle, witzig. Ich hatte heute eine Arte Doku über French Disco am Start. Mit Harald Faltermeyer und zumindest als Standbild Robbie Wedel, welcher am Moog IIIp die Line für "I feel love" gestrickt hat. O Ton, transportabler Synthesizer. Die Härte war Herr Faltermeyer, ganz trocken zur Entstehung eines anderen…

SPECIAL: Riebes FACHBLATT MUSIKMAGAZIN und seine Geschichte

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Son of MooG AHU
am 25.02.2018 15:16 Uhr
Das FB war 1982-83 zusammen mit Bernd Schreibers "Synthesizer-Handbuch" meine einzige Informationsquelle auf der Suche nach dem ersten Synthie. Dafür bin ich dann auch mit dem Zug 30 Kilometer zum Musikhaus Wondra in Nürtingen gefahren, weil die den Juno-6 noch ein paar Hunderter günstiger verkauften. Das "Keyboards" hatte ich auch…