Test: Ableton LIVE 9, Digitale Audio Workstation

16. September 2013

Runde 9 bei Ableton Live.

Ableton LIVE 9 ist nun bereits seit geraumer Zeit im Handel. Den letzten großen Versionssprung gab es im Jahr 2009. Gespannt wartete die stetig wachsende Fangemeinde auf neue und innovative Funktionen, die wir nun näher vorstellen.

LIVE 9 - Überblick

LIVE 9 – Überblick

Oberfläche

Der erste Blick fällt auf das dezent überarbeitete Design der Softwareoberfläche. Minimalistischer und aufgeräumt wirkt diese und trotz neuer Funktionen sehr übersichtlich:

  • Der Overdub Button ist nun einem „+“ Logo gewichen. Daneben haben einige neue Funktionen in der oberen Leiste Einzug erhalten:
  • Automation Arm / Reaktivieren – Diese Funktion dient der Parameter-Automation, auf die ich im weiteren Verlauf eingehe.
  • Session-Aufnahme-Taste – Sie startet die Aufnahme in allen scharf geschalteten Spuren einer Session und hat Overdub Funktionen. Sie taucht folglich nur im Session View auf.
  • New-Taste – Wird sie gedrückt, werden automatisch in der nächsten freien Szene alle scharf geschalteten Spuren für die nächste Aufnahme vorbereitet. So können sehr schnell neue Ideen, bzw. verschiedenen Variationen und Spielarten in unterschiedlichen Szenen eingefangen werden. Auch diese Taste ist nur im Session View sichtbar.

Live 9 übernimmt vorhandene Einstellungen, zuletzt geöffnete Dateien oder auch Speicherorte von Files aus Live 8 automatisch. Es lässt sich sofort an Projekten weiterarbeiten.

Live 9 läuft nun zeitgemäß als 64-Bit Anwendung.

Browser

Der Browser von Live 9 wurde überarbeitet und sortiert jetzt nach Kategorien und nach Speicherort. Hier werden alle Inhalte eines bestimmten Typs angezeigt. So unterscheidet Live 9 zum Beispiel im oberen Bereich „Categories“ zwischen Clips, Samples und Sounds. Das Ganze erfolgt als indexbasierte Suche, Suchtreffer erscheinen sofort beim Eintippen der Buchstaben.

Der neue Browser

Der neue Browser

Im unteren Teil des Browsers wird der Bereich „Places“ angezeigt. Hier werden die Inhalte der Ordner auf unterschiedlichen Speichermedien gelistet

Neu ist auch die Ergebnisliste – nach Favoriten – sortiert, die häufig verwendet werden.

Besonders gut ist das neue Vorhören im Browser. Die Vorhörfunktion wurde stark verbessert und liefert schnelleres Vorhören der Ableton-Packs. Die Speicherorte von Soundpacks und Samples kann neuerdings gesplittet und auf mehrere Festplatten verteilt untergebracht werden.

Insgesamt macht das „Soundbrowsing“ mehr Spaß als bisher. Musste man doch mitunter sekundenlang warten, um ein Ableton Soundpack vorzuhören, geschieht diese nun unmittelbar. Auch die neue Unterteilung in Kategorien und Speicherorte ist sinnvoll und macht meine Such-Arbeit transparenter.

Clip Automation

Parameterfahrten lassen sich nun auch in der Session-Ansicht in Echtzeit als Clip-Automationsdaten erzeugen, zum Beispiel direkt von einem MIDI-Controller. Die entsprechenden Automationskurven erscheinen in den Geräte- und Parameter-Menüs eines Clips. Neuerdings können Clips mitsamt Automation aus der Arranger- in die Sessionview gezogen werden.

Die Clip Automation startet über die oben beschriebenen Tasten „Session Automation Arm“ und „Session Aufnahme“. Sollten während einer Automationsaufnahme bereits vorhandene Parameter überschrieben werden, so leuchtet die Taste „Reaktiviere Automation“ auf. Durch Drücken der Taste lassen sich alle überschriebenen Daten reaktivieren.

Automationskurven

Neu in LIVE 9 ist die Anzeige von so genannten „Pseudo“-Stützpunkten auf einer Automationskurve. Sobald man mit der Maus über eine Automationskurve fährt, wird ein Punkt an der Mausspitze angezeigt. Mit einem einfachen Klick (früher Doppelklick) wird ein Stützpunkt gesetzt oder gelöscht.

Die Automation wurde überarbeitet und bietet nun auch Automationskurven an. Somit lässt sich das Ein- und Ausschwingverhalten von Controller-Daten sehr viel einfacher einstellen, um lebendiger und „musikalischer“ klingende Ergebnis zu bekommen.

Dafür wird mit Hilfe der Maus und gedrückter „Alt“-Taste Automationsabschnitt zwischen zwei Stützpunkten gezogen und in eine konkave oder konvexe Form gebracht. Hierdurch lassen sich weitreichend flexiblere Werte erzeugen als mit linearen Verläufen. Und das ist hörbar.

Parameter die keine Automationsdaten enthalten besitzen nun eine gestrichelte Automationslinie, das ist hilft den Überblick zu behalten.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    bonsche

    Danke für den Test! Die Zoomfunktion nervt mich auch schon seit längerem, das können andere (Nuendo, Protools…) besser. Allerdings ist Ableton das deutlich musikalischere Produkt, was einen über die Zoomgeschichte mehr als hinwegtröstet. Im Übrigen kommt demnächst Live 9.1 und damit u.a. endlich die Möglichkeit des Dual-Monitors, z.B. Arrangement-View auf Monitor 1 und Session-View auf Monitor 2 – sehnlichst erwartet!

  2. Profilbild
    zakb

    Was definitiv erwähnt werden muss, ist dass die Max for Live Schnittstelle generell eine extreme Flexibilität und Freiheit innerhalb der DAW ermöglicht, die bei keiner anderen Host-Software findet. Mit ein bisschen Coding kann sich sozusagen die Live-DAW nach seinen wünschen zurechtlegen.

    • Profilbild
      borg029un03  

      Ich finde aber auch dass die Schnittstelle unter Windows extrem instabil ist. Gut Live würde ich vermutlich sowieso auf nen Apfel umsteigen, aber trotzdem seh ich als aktiver Windows Nutzer die Max Schnittstelle nicht wirklich als Mehrwert.

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